vorfindet; auch die Türangeln sind noch vorhanden.
[Illustration: Abb. 1. =Villa Cosel= nach einer Sepiazeichnung in der
Sammlung des Herrn Geheimrat Bienert, etwa vom Jahre 1820]
In Potschappel befindet sich im Keller des heutigen Bauhofes
(ehemaliges Rittergut) ein vermauerter Stolln, der früher begangen
werden konnte. Näheres ist nicht bekannt[7].
Nach Weingart[8] befanden sich an den Wiesen bei Potschappel
übereinander zwei Stollnmundlöcher, von diesen war das untere
verfallen. In den weiter oben gelegenen, nach Süden getriebenen
und mit Türstöcken ausgezimmerten Stolln konnte man einfahren. Das
Stollnmundloch steht in Sandstein, dann findet man einen braunen Talk,
aus dem Italiener durch eine Art des »Amalgamierens« drei Quentlein
geschmeidiges Kupfer herausgebracht haben sollen.
Einen eigenartigen Beleg für die Art und Weise, in der Versuche auf
Erzbergbau ausgeführt wurden, gibt der im Rißarchiv des Oberbergamtes
befindliche Riß des »Näuen Glück-Topff-Stollns«. Er trägt die Nummer
1. G. h. 1. Der Aufriß soll eine Ansicht des Windberges geben. Der
Grundriß zeigt die Weißeritz, die Stollnhalde und den Stolln bis zum
Endpunkt ~A~. Wie bei manchen alten Rissen greifen Grundriß und Aufriß
ineinander über. Abbildung 2 gibt den Riß in einviertel Größe wieder.
Die Überschrift lautet: Abriß des Näuen / Glück Topffs am Windberge
über Potzschapffel gelegen unters Ambt Grüllenburgk gehörig. Ähnlich
lautet die Unterschrift. Das Beachtlichste ist die rechts ersichtliche
Bemerkung des Markscheiders Martin Hörnigk: Anno 1679 den 8. Dezember
ist dieser / orthen abgezogen und befunden, daß mit dem Stolln ~A~ so
weits zur / rechten Hand gefahren ist, auch wenn also wie angefangen
forts / gebauet wehre worden, so würde mann mit dem Stollnorthe an /
der Weißritz wieder herausgefahren und also / alle angewendeten Kosten
vergeblich gewesen sein / welches hiermit zum Bericht.
Bei ~A~ ist bemerkt: »Hier wendet (endet) der Stolln den 8. Decembris
Anno 1679, bringet seiger tieff vom Rassen ein 5¼ Lachter 6 Zoll.«
Welches Mineralvorkommen die Veranlassung zu diesem Bergbauversuch
gegeben hat, ist nicht bekannt. Es findet sich aber noch der Vermerk:
Haubt Linie deß ganges uff welchen der Stolln hatt sollen getrieben
werden uff 6¼ Uhr.
Wenden wir uns nun auf das linke Ufer der Weißeritz. Ein letzter
Versuch, einen Erzbergbau ins Leben zu rufen, wurde von dem Dresdner
C. F. Engler unternommen, der das Grubenfeld _Engler Fundgrube_ bei
Dölzschen im Jahre 1888 auf alle verleihbaren Mineralien mutete.
Er beabsichtigte, einen im Steinbruche von Steinmann gegenüber der
Heidenschanze auftretenden Gang zu untersuchen. Eine Einigung mit dem
Steinbruchbesitzer wegen des Betriebes kam aber nicht zu stande. Daher
wurde das Bergbaurecht im April 1894 wieder losgesagt. An Zubußen sind
etwa zweihundert Mark eingezahlt worden[9].
Die Sage von einer im _Burgwartsberge_ (Abb. S. 146) – auf der
Ingenieurkarte Burckartsberg – vergrabenen Braupfanne voll Gold führte
zu einem »Bergbauversuch«. Mitte der vierziger Jahre des neunzehnten
Jahrhunderts begannen Bergleute aus Nieder-Pesterwitz heimlich nur des
Nachts einen Stolln in den Berg zu treiben. Der Ansatzpunkt ist heute
noch erkennbar. Die Braupfanne und das Gold haben die abergläubischen
Schatzgräber nicht gefunden, aber reichlichen Spott mußten sie über
sich ergehen lassen, als die Sache bekannt wurde[10].
[Illustration: