17 DER NEUE SEGEN GOTTES 67

vorfindet; auch die Türangeln sind noch vorhanden.

[Illustration: Abb. 1. =Villa Cosel= nach einer Sepiazeichnung in der

Sammlung des Herrn Geheimrat Bienert, etwa vom Jahre 1820]

In Potschappel befindet sich im Keller des heutigen Bauhofes

(ehemaliges Rittergut) ein vermauerter Stolln, der früher begangen

werden konnte. Näheres ist nicht bekannt[7].

Nach Weingart[8] befanden sich an den Wiesen bei Potschappel

übereinander zwei Stollnmundlöcher, von diesen war das untere

verfallen. In den weiter oben gelegenen, nach Süden getriebenen

und mit Türstöcken ausgezimmerten Stolln konnte man einfahren. Das

Stollnmundloch steht in Sandstein, dann findet man einen braunen Talk,

aus dem Italiener durch eine Art des »Amalgamierens« drei Quentlein

geschmeidiges Kupfer herausgebracht haben sollen.

Einen eigenartigen Beleg für die Art und Weise, in der Versuche auf

Erzbergbau ausgeführt wurden, gibt der im Rißarchiv des Oberbergamtes

befindliche Riß des »Näuen Glück-Topff-Stollns«. Er trägt die Nummer

1. G. h. 1. Der Aufriß soll eine Ansicht des Windberges geben. Der

Grundriß zeigt die Weißeritz, die Stollnhalde und den Stolln bis zum

Endpunkt ~A~. Wie bei manchen alten Rissen greifen Grundriß und Aufriß

ineinander über. Abbildung 2 gibt den Riß in einviertel Größe wieder.

Die Überschrift lautet: Abriß des Näuen / Glück Topffs am Windberge

über Potzschapffel gelegen unters Ambt Grüllenburgk gehörig. Ähnlich

lautet die Unterschrift. Das Beachtlichste ist die rechts ersichtliche

Bemerkung des Markscheiders Martin Hörnigk: Anno 1679 den 8. Dezember

ist dieser / orthen abgezogen und befunden, daß mit dem Stolln ~A~ so

weits zur / rechten Hand gefahren ist, auch wenn also wie angefangen

forts / gebauet wehre worden, so würde mann mit dem Stollnorthe an /

der Weißritz wieder herausgefahren und also / alle angewendeten Kosten

vergeblich gewesen sein / welches hiermit zum Bericht.

Bei ~A~ ist bemerkt: »Hier wendet (endet) der Stolln den 8. Decembris

Anno 1679, bringet seiger tieff vom Rassen ein 5¼ Lachter 6 Zoll.«

Welches Mineralvorkommen die Veranlassung zu diesem Bergbauversuch

gegeben hat, ist nicht bekannt. Es findet sich aber noch der Vermerk:

Haubt Linie deß ganges uff welchen der Stolln hatt sollen getrieben

werden uff 6¼ Uhr.

Wenden wir uns nun auf das linke Ufer der Weißeritz. Ein letzter

Versuch, einen Erzbergbau ins Leben zu rufen, wurde von dem Dresdner

C. F. Engler unternommen, der das Grubenfeld _Engler Fundgrube_ bei

Dölzschen im Jahre 1888 auf alle verleihbaren Mineralien mutete.

Er beabsichtigte, einen im Steinbruche von Steinmann gegenüber der

Heidenschanze auftretenden Gang zu untersuchen. Eine Einigung mit dem

Steinbruchbesitzer wegen des Betriebes kam aber nicht zu stande. Daher

wurde das Bergbaurecht im April 1894 wieder losgesagt. An Zubußen sind

etwa zweihundert Mark eingezahlt worden[9].

Die Sage von einer im _Burgwartsberge_ (Abb. S. 146) – auf der

Ingenieurkarte Burckartsberg – vergrabenen Braupfanne voll Gold führte

zu einem »Bergbauversuch«. Mitte der vierziger Jahre des neunzehnten

Jahrhunderts begannen Bergleute aus Nieder-Pesterwitz heimlich nur des

Nachts einen Stolln in den Berg zu treiben. Der Ansatzpunkt ist heute

noch erkennbar. Die Braupfanne und das Gold haben die abergläubischen

Schatzgräber nicht gefunden, aber reichlichen Spott mußten sie über

sich ergehen lassen, als die Sache bekannt wurde[10].

[Illustration:

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVI, Heft 3–6 · 第 25 / 99 题