4. Das Rotliegende.

[Illustration: Abb. 9. =Harnisch im Syenit des Lorenzschen Bruches=]

Zu dem Engtal des Plauenschen Grundes im Syenit bildet die

Talweitung der Weißeritz in Freital einen sehr auffälligen

Gegensatz. Diese Weitung reicht, wie schon eingangs gesagt wurde,

von der König-Friedrich-August-Hütte talaufwärts bis etwas über

den Zusammenfluß der beiden Weißeritzen hinaus. Für den Geologen

steht sofort die Gesteinsbeschaffenheit in Verdacht, an der

Verschiedenartigkeit der Talform schuld zu sein. Dieser Verdacht

erweist sich als begründet. Durchstreifen wir den weiten Raum nach

»Aufschlüssen«, so stellen wir zunächst fest, daß unser Suchen

nach unverhülltem Gestein viel weniger Erfolg hat als im Syenit.

Die besten Aufschlüsse liegen an der Straße Tharandt–Hainsberg und

wachsen bei Hainsberg zu hohen, senkrechten Felsen empor, die auch

dem ungeübten Auge auffallen und vom Volk einen Namen bekommen

haben: »Backofenfelsen«. Die Hauptmasse des Gesteins wird von großen

Geröllen gebildet, die durch fein zerriebenen Gesteinsschutt fest

zusammengebacken sind. Die Gerölle bestehen zum größeren Teil aus

Gneisen, wie wir sie westlich und südlich von hier als Hauptgestein

des Erzgebirges finden, und zum kleineren Teil aus Porphyr, der vom

Tharandter Wald stammen dürfte. An einigen Stellen fehlen die großen

Blöcke und wir finden nur den feinen Gesteinsschutt. Die durch den

Wechsel von feinem und grobem Material entstandenen Schichten sind

am westlichen Ende der Felswand stark nach Osten geneigt und gehen

allmählich in fast wagerechte Stellung über (Abb. 13 bis 15). Durch

die Verwitterung werden einige Lagen, vornehmlich solche von feinem

Korn, besonders stark zerstört, so daß sich Schichtfugen bilden, die an

manchen Stellen zu Nischen und Höhlen erweitert sind. Solche Hohlräume

haben sicher zu dem Namen »Backofenfelsen« die Veranlassung gegeben.

[Illustration:

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVI, Heft 3–6 · 第 18 / 99 题