[Illustration: Abb. 9. =Harnisch im Syenit des Lorenzschen Bruches=]
Zu dem Engtal des Plauenschen Grundes im Syenit bildet die
Talweitung der Weißeritz in Freital einen sehr auffälligen
Gegensatz. Diese Weitung reicht, wie schon eingangs gesagt wurde,
von der König-Friedrich-August-Hütte talaufwärts bis etwas über
den Zusammenfluß der beiden Weißeritzen hinaus. Für den Geologen
steht sofort die Gesteinsbeschaffenheit in Verdacht, an der
Verschiedenartigkeit der Talform schuld zu sein. Dieser Verdacht
erweist sich als begründet. Durchstreifen wir den weiten Raum nach
»Aufschlüssen«, so stellen wir zunächst fest, daß unser Suchen
nach unverhülltem Gestein viel weniger Erfolg hat als im Syenit.
Die besten Aufschlüsse liegen an der Straße Tharandt–Hainsberg und
wachsen bei Hainsberg zu hohen, senkrechten Felsen empor, die auch
dem ungeübten Auge auffallen und vom Volk einen Namen bekommen
haben: »Backofenfelsen«. Die Hauptmasse des Gesteins wird von großen
Geröllen gebildet, die durch fein zerriebenen Gesteinsschutt fest
zusammengebacken sind. Die Gerölle bestehen zum größeren Teil aus
Gneisen, wie wir sie westlich und südlich von hier als Hauptgestein
des Erzgebirges finden, und zum kleineren Teil aus Porphyr, der vom
Tharandter Wald stammen dürfte. An einigen Stellen fehlen die großen
Blöcke und wir finden nur den feinen Gesteinsschutt. Die durch den
Wechsel von feinem und grobem Material entstandenen Schichten sind
am westlichen Ende der Felswand stark nach Osten geneigt und gehen
allmählich in fast wagerechte Stellung über (Abb. 13 bis 15). Durch
die Verwitterung werden einige Lagen, vornehmlich solche von feinem
Korn, besonders stark zerstört, so daß sich Schichtfugen bilden, die an
manchen Stellen zu Nischen und Höhlen erweitert sind. Solche Hohlräume
haben sicher zu dem Namen »Backofenfelsen« die Veranlassung gegeben.
[Illustration: