Aufnahmen von Studienrat Albert Wiese, Dresden

Der Reisende, der von Chemnitz nach Dresden fährt, genießt einen weiten

Blick über die sanft gewellte Landschaft des östlichen Erzgebirges,

gleichviel, ob er zur Linken oder zur Rechten hinausschaut. Sobald

jedoch der Zug den Bahnhof Klingenberg-Colmnitz durchfahren hat,

kündet eine Tafel ein Gefälle 1 : 40 an, und bald läßt auch das starke

Rauschen und Rucken der Bremsen uns ahnen, wie sehr es bergab geht. Das

Tal des Seerenbaches nimmt uns auf und führt uns hinunter an die Wilde

Weißeritz. Links und rechts ist der Ausblick durch die bewaldeten Wände

des Tales gehemmt, die während der Fahrt durch Edle Krone und Tharandt

immer höher und steiler zu beiden Seiten emporsteigen.

Zwischen Tharandt und Hainsberg aber eröffnet sich mit einem Male eine

neue Welt. Das Tal wird weit (Abb. 1), seine Hänge (zunächst nur zur

Rechten) werden sanfter. Für reiche Besiedelung ist Platz. Hier beginnt

der _Plauensche Grund_ im _weiteren Sinne_. Unsere Begleiterin, die

Wilde Weißeritz, vereinigt sich bald, bei Hainsberg, mit ihrer roten

Schwester. Die Eisenbahn trägt uns im Plauenschen Grunde weiter durch

das dicht besiedelte Gebiet von Freital. Dann nimmt uns noch einmal ein

tiefes, enges, mehrfach gewundenes Tal mit schroffen Felswänden auf,

der _Plauensche Grund im engeren Sinne_ (Abb. Seite 209). Er reicht von

der Friedrich-August-Hütte in Potschappel bis zur neuen Haltestelle

Dresden-Plauen, wo wir endgültig das Weißeritztal verlassen und in die

Weitung des Elbtales eintreten.

[Illustration: Abb. 1. =Eintritt der Wilden Weißeritz ins Rotliegende

bei Hainsberg=]

Dem Plauenschen Grund im weiteren Sinne, also dem Weißeritztale von

seiner Erweiterung zwischen Tharandt und Hainsberg bis zum Austritt ins

Elbtal, sind die Betrachtungen des vorliegenden Heftes gewidmet.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVI, Heft 3–6 · 第 13 / 99 题