Wir brauchen mit dem Rückwege nach +Schandau+ 10 Stunden zu dieser
Wanderung, und gehen auf dem nächsten Wege über +Klein-Hennersdorf+
nach +Cunnersdorf+, das in einem angenehmen Thale liegt. Die Straße
von Dresden und Königstein nach +Schneeberg+ und +Tetschen+ geht durch
das Dorf. Wir folgen dem Waldwege am Rande eines tiefen Grundes, in
welchem der +Fuchsbach+ hinab fließt, der durch +Cunnersdorf+ läuft und
am Fuße des +Quirls+ mit der +Biela+ sich vereinigt. Der +Katzstein+
und der +Rothstein+, beide leicht ersteiglich, ragen rechts am Wege
aus dem Walde hervor. Nach einer Stunde sind wir in +Rosenthal+, wenn
wir nicht, ehe wir in’s Dorf kommen, vom Waldwege links abweichend,
eine offene, von zwei Linden beschattete Höhe besteigen wollen, wo uns
eine weite und reizende Aussicht überrascht. In den umher liegenden
Sandsteinblöcken findet man viele schöne Versteinerungen.
Nach einem kurzen Wege über Felder und Wiesen, umfängt uns bald wieder
ein dunkler Wald, und nach einer Stunde erreichen wir das böhmische
Gränzdorf
Schneeberg,
das am Fuße des gleichnahmigen Berges liegt. Bei dem östreichischen
Zolleinnehmer hohlen wir die Erlaubniß, den Berg zu besteigen, und
in einer halben Stunde sind wir auf der Kuppe, die nach neuern
barometrischen Messungen 2240 Par. Fuß über das Meer sich erhebt.
Auf dem Standpunkte gegen Abend liegt das Gelände vor uns, das der
Gebirgkranz umfaßt, der sich vom +Falkenberg+ bis zum +Sattelberg+
ausdehnt, und unser Auge fliegt von diesem Gränzpunkte bis zum
+Kolmberge+ und zu den Gebirgen bei +Großenhain+, und von den Anhöhen
um +Meißen+ bis zu den +Annaberger+ Gebirgen und zum +Fichtelberg+.
Noch weiter ist die Aussicht in der Nähe des Telegraphen. Wir sehen vom
Erzgebirge bis zum Riesengebirge und über +Tetschen+ bis zum +weißen
Berge+ bei Prag, während im Mittelgrund das reizende Uferland der Elbe
sich ausbreitet.
Von dem +Schneeberge+, der den Mittelpunkt des Berglandes auf dem
linken oder südöstlichen Elbufer bildet, ziehen sich fast nach allen
Richtungen Gebirgstrahlen, von welchen der westwärts längs der Gränze
hinab laufende durch einen breiten Gebirgsattel bei +Höllendorf+ mit
dem Sattelberge, dem Endpunkte des Erzgebirges, verbunden wird. Es
kommt hier die seltene Erscheinung vor, daß sich von derselben Höhe die
Bäche nach Mitternacht, Morgen und Mittag in denselben Fluß ergießen.