III. Reise über Sebnitz und Neustadt nach dem Falkenberge und Unger.

Wir verbinden diese ziemlich langen Reiselinien, weil wir ihnen, den

Rückweg über den +Unger+ mitgerechnet, folgen können, ohne mehr als

eine Tagereise nöthig zu haben, wiewohl wir den Genuß erhöhen und zu

einigen der anziehenden Abschweifungen, auf welche hingedeutet werden

soll, Zeit haben würden, wenn wir wenigstens anderthalb Tage dazu

bestimmten, und am ersten Tage in +Sebnitz+, oder besser in +Neustadt+

übernachteten.

Wir reisen von +Schandau+ entweder durch das Kirnitschthal über die

+Lichtenhainer Mühle+, oder auf der Fahrstraße nach +Ottendorf+.

Wählen wir den letzten Weg. Vom Bade gehen wir am rechten Ufer der

+Kirnitsch+ den, auf die Anhöhe sich windenden Pfad, und verweilen auf

dem +Grauen+, um uns einer ungemein anziehenden Aussicht zu freuen,

die uns das Kirnitschthal mit seinen waldigen Felsenwänden, auf der

jenseitigen Höhe das Dorf +Ostrau+, hinter ihm den +Schrammstein+,

+Falkenstein+, das +Schrammthor+ und die +hohe Liebe+ zeigt. Wir kommen

auf die sogenannte +hohe Straße+, die von +Schandau+ nach +Nixdorf+

in Böhmen führt, und das südlich hervor ragende Felsenland mit seinen

mahlerischen Bergfernen in immer neuen Ansichten zeigt. Bei +Altendorf+

zieht sich links der nächste Weg nach +Neustadt+ über +Ulbersdorf+

und am Fuße des +Ungers+ hinauf. Wir folgen der hohen Straße nach

+Mittelndorf+ und besteigen den seitwärts sich erhebenden runden Hügel,

den +Pfarrberg+, wo wir die reizende Landschaft vom +Buchberge+ bei

Sebnitz bis +Rathen+, vom +Unger+ bis zum +Winterberge+, ein herrliches

Rundgemählde, überschauen. Von Morgen nach Mittag bilden die böhmischen

Gebirge den Hintergrund und von Mittag gegen Abend erhebt sich der

Bergzug vom +Schneeberg+ bis zum +Erzgebirge+. Der Weg zieht sich

ansteigend nach +Lichtenhain+ fort, einem der ältesten Dörfer dieser

Gegend, das auf einer anmuthigen Fläche liegt, wo sich uns ein neuer

wunderschöner Standpunkt darbietet.

Wer von hier die östlich von +Schandau+ liegenden Felsengegenden

besuchen will, geht hinter dem Dorfe den Weg zur +Lichtenhainer Mühle+

hinab, die sehr reizend am Fuße des +Hausberges+ im Kirnitschthale

liegt, und verfolgt den Lauf der +Kirnitsch+, oder bleibt auf der hohen

Straße bis oberhalb +Ottendorf+, wo südlich der Fahrweg in den +großen

Zschand+ und östlich der Weg nach +Saupsdorf+ und +Hinterhermsdorf+

abläuft.

Wir verlassen die hohe Straße unweit +Ottendorf+, und erreichen bald

das Dorf +Hertigswalde+, über welches der

Vergißmeinnicht Ein Taschenbuch für den Besuch der sächsischen Schweiz und der angränzenden Theile Böhmens · 第 23 / 44 题