Arie für en Tenor, die hieß »Schmückt das Fest mit Maien«, un zeletzt
sang der ganze Chor aa noch en schien Choral. Mer konnt sich racht
dra erbaue. Der Kanter fing nu geleich in der Singstund a, de Kiner
eizerichten. Daß die ihre Sach machen würn, do war er sicher. Ar hielt
aa Singstunden in der Kanterei. Erscht de Mannsen allä. Do häßts immer,
su e Kanter hätt ne grußen Gehalt. Ja, guckt när emol of de Spesen!
Läßt er in der Singstund de Mannsen ihrn Part zweemol hinerenaner
singe, do machen se noch miet. Beim dritten Mol oder möcht er schie e
Spitz Kimmel bezohln, sinst streiken se. Je schwerner su e Lied is,
desto teirer kimmts ne Kanter ze stiehe. Mer muß oder zugabn, daß de
Mannsen in Geyersberg sich e rachte Müh gabn. 's ging uhne gruße Nut
föder, un nu konnts mit der Musik lusgiehe.
Der Kanter bestellet sich de Musekanten en noch'n anern in der Schul un
hoot nu ofn Harmonium ene jede Stimm esulang mietgespielt, bis jeder
sen Part orndlich spieln un blosen konnt. Un wie se nu zun erschten Mol
alle zamkame, gings merklich esu schie, daß mer sei greeßte Fräd hobn
konnt. Nu ginge de Solostimme lus. De Pastergretel sollt dos Solo zun
Afang singe. Of dar konnt er sich verlossen, die konnt Klavier spieln
un übet sich salber. Oder dos Tenorsolo!!
's gab in Dorf en guten Tenor, ne Zipperschuster (se nannten ne när ne
Singschuster), dar hätts esu racht schie singe könne, ene Stimm hatt'
er wie e heuriger Löw. Sinst war oder net derhaufen mit'n lus; er hatt
sugar schie emol gesassen. Net eper wegn Mauserei un setting Sachen,
nä, er ging of der Vugelstellerei, spielet in böhmischen Lotto, tat
uhne Angelkart fischen, un wenn er über der Grenz ging, machet er net
bein Zollhaus vorbei. Dos sei alles Sachen, die sich net gehörn; oder
mit sen Tenor hatt doch dos nischt ze tue, un desderwagn dacht der
Kanter aa: »Der Zipperschuster mog när dos Solo singe«. Ar hoots'n aa
richtig eigelarnt, un der Zipperschuster war ganz wag in seiner Arie,
daß er sugar derhem bein Schustern mit lauter Stimm sang: »Schmückt das
Fest mit Maien!«
Su war nu in lauter Ueberei un Prubiererei der Pfingstsonnobend
ragekomme. De Scheuerweiber hatten in der Kerch rägemacht, un der
Kanter hat gruße Maibaam neistelln un schiene Hollundersträuß of'n
Altar setzen lossen. 's sog alles esu schie, su racht wie e Fast; un
su war aa ne Kanter ze Mut, wie er an Obnd noch ewing in sen Garten
hantieret. De Kerchnmusik ging, -- mehr verlangt e Kanter von der
Walt nischt. Ar stecket abn an der Gartenlaub e Weinzweigele, dos ze
weit rübergachsen tat, hiner ener Rank naa, do höret er mit en Mol
de Gartentür giehe. Wie er sich rimdrehet, sog er ne Paster of der
Gartenlaub zukomme. Dar hatt' en ruten Kopp dra, mer merket ne aa,
daß er sich über ewos mordsgammerlich argern tat. Ar setzet sich ganz
eschofiert of der Bank hie, gab ne Kanter e Patsch un saht: »Denken Sie
sich, Herr Kantor, mir haben sie aus dem Pfarrbusch zwei der schönsten
Maibäume gestohlen!«
Der Kanter war richtig derschrocken. Er bracht weiter nischt raus wie:
»Nu soooowas!«
Der Paster machet oder weter: »Und wissen Sie auch, wers gewesen ist?
-- Ihr Tenor, der Zipperschuster, der gemeine Kerl!«
Der Kanter war wie mit der Mütz derpocht. Dos hatt noch gefahlt! »'s
ist nicht möglich«, saht er, obwuhl er innerlich dacht: »Dan Bruder is
alles zuzetraue!« Mit en Mol fuhl ne sei Kerchnmusik of der Seel un
es war ne, als wenn er alle Kantaten der Walt of emol hörn müßt, esu
gurglets und brausets üm ne rim, daß er sich geleich mit hiesetzet.
»Daß der Mensch morgen in der Kirche als Solist auftritt, ist natürlich
ausgeschlossen. Ich übergebe den Menschen dem Gendarmen!« fuhr der
Paster weter fort.
Su sehr wie nu der Kanter in dan Agnblick ne Zipperschuster alles Biese
gönne tat, warsch'n doch im seiner Kerchnmusik ze tue, un er fuhl ne
Paster in der Red: »Was wird denn da mit meiner Kirchenmusik? Der
Zipperschuster ist morgen nicht zu entbehren, sonst können wir gleich
einpacken.«
»Nun, denken Sie denn, ich gebe zu, daß meine Gretel mit dem Menschen
zusammen singt, der mich am Tage vorher in gemeinster Weise bestohlen
hat?«
Der Kanter wußt weter nischt drauf ze sogn. Ar hätt könne ne
Zipperschuster uhne Gewissensnut derstochen. Un dan Karl hatt er aa
noch an letzten Obnd ben Rabentisch e Gelos Bier bezohlt!
»Ich weiß nicht, was da werden soll«, menet der Kanter wieder.
»Es ist ganz unmöglich«, war ne Paster sei Red, »ich werde doch dem
Dorfe das Vergnügen nicht machen und mich auslachen lassen!«
»Nun«, saht der Kanter wieder, »wenn die Kirchenmusik ganz wegfällt,
wird die Sache aber noch auffälliger. Ich würde die Sache ignorieren
bis nach den Feiertagen, dann würde ich allerdings auch dafür sein, daß
der Zipper eine derbe Lektion erhält!«
Se hobn noch lang hie- un hargeredt, endlich warsch ne Kanter gelunge,
ne Paster, dar e guter Maa war, esu weit ze brenge, daß er -- oder när
üm der Erbauing der Gemeind wagn! -- die Sach bis noch de Feiertog
verschiebn wollt. --
Der heilige Pfingstmorgn war ragekomme. Der Himmel hatt' e Eisahe
gehatt un dan gunge Maadle ze lieb, die ihre schien neue un
frischgeplätten weißen Klaadle zon erschten Mol ausführn wollten, sei
freindlichst Gesicht rausgesteckt. Schie ehr de Gelock einläuten
tat, kam ne Kerchwag rauf äs nochn anern. De Musekanten kame mit ihre
Instrumenter un wichting Gesichtern ne Barg rauf, mer sog ne richtig a:
heit warn mer euch emol wos Feines virsetzen. Drubn ofn Chor soog mer
heut net när de Chorgunge in ihrn schwarzen Manteln, derhiner warn wie
gruße Blumesträuß de Maadle aufgepflanzt, un an jeder Verziering von
der Orgel hing e blankgewichster Zylinder von de Kantereimanner. Wie's
läuten tat, kam aa der Paster mit sen Maadel 's Ding rauf un machet
sich nei in der Sakristei.
Der Kanter saß schie of der Orgelbank halb rümgedreht, öb a alle do
warn. Allen Leiten war azemarken, daß ewos in der Luft log. När dar,
dan dos alles aging, der Zipperschuster, fahlet noch. Erscht, wie der
Kanter mitn Virspiel agefange hatt, gings Chortürl e klä Finkel auf,
un e Maa drücket sich ewing schichbern rei un stellet sich ganz hinten
na, daß mer'n net esu sahe sollt, -- der Zipperschuster! Die Manner die
dernabn traten, gobn ne e Hand un lachelten alle ewing huhnackig derzu.
Der Kanter hatt ne aa gemarkt, er gönnet ne oder ken enzing Blick.
Na, 's ging alles gelatt, bis nochn Gelaabnslied (heit wur der »gruße
Gelabn« gesunge) de Kerchnmusik lusging. Alle gobn sich de größte Müh.
Der Kanter konnt sich net besinne, daß de Musekanten schie emol esu
schie gestrichen un geblosen hätten. De Pastergretel sang mit ihrer
klarn Stimm esu racht wie e Engele, un bein Chor war net e enzger
falscher Eisatz virgekomme. Nu kam der Zipperschuster mit seiner Arie.
Un dos muß ne der Neid lossen, er sang werklich schie, när wie er
afing »Schmückt das Fest mit Maien«, do gings über e manichs Gesicht
wie e lechts Schmunzeln, gelacht oder wur net, dä dos wußten alle Leut,
daß sich dos in der Kerch net gehört.
Nochn Hauptlied stieg der Paster of der Kanzel. Wie er sei stills Gebat
gesprochen hatt, soog er mit e paar Blicken über der Gemein hin, war
alles do war. Inder erschten Reih' vir der Kanzel soß der Förschter
heit in seiner grosgriene Uneform. Un wie ne der Paster sog, do warsch
ne, als wenn der Förschter noch ewing huhtuet feixen tät. Dos schlug ne
Faß ne Buden aus. Der Paster wußt nu genau, daß er de Maibaamsach net
bis noch de Feiertog aufschiebn tät. Er hielt e racht schiene Predigt;
oder wie's zun End ging, do hänget er noch e paar Sätz na. »Ja, liebe
Gemeinde, »Schmückt das Fest mit Maien!« haben wir heute singen hören.
Aber wo steht geschrieben, daß man die Bäume dazu stehlen soll?«
Alle Agn flugn nauf ofn Chor, un der Zipperschuster wur in seiner
Eck immer klener. Un nu bracht der alte Paster noch e paar Sätz, wie
mer sich doch kränken müßt, daß sugar in der Gemeind sette Sachen
virkäme. Wie's oder bei unern alten guten Paster immer war, su warsch
aa dohierde: er koant niemand lang bies sei. Un wie de Predigt alle
war, do sahten sich alle: »Na, ne Paster seiner Red enoch, werd ne
Zipperschuster net derhaufen passiern.«
Noch wie der Kanter 's Nochspiel machet, schlich sich der
Zipperschuster noner in der Sakristei, er tat ne Paster im Vergabing
bitten. Ar hätts net esu schlimm gemänt, er wär nu emol fürsch
Grüne. Un die Singerei egal, von die Maibaamer, hätt'n noch vollst
verwerrt gemacht. Nu gäbs doch in der ganzen Gegnd när in Pfarrbüschel
Maibaamer, un esu wärsch komme. Der Herr Paster sollts 'n när net übel
nahme, 's käm gewieß net wieder vir. Der Paster hoot ne ne Standpunkt
orndlich klar gemacht, oder 's End von Lied war doch, daß er von ener
Aazeig obsahe wullt.
Niemand war fruher, wie mei Zipperschuster. »Herr Paster«, saht er,
»doß Sie net denken, ich will Sie im Ihre Baam brenge, soll meine Miene
zwee feine Rutenbasen draus binden, Se warn emol sahe!« Dodermiet
machet er naus. Wie er vir der Tür kam, luf er gerod ne Kanter in de
Händ. Ar wär garn virbei geloffen, oder er mußt erscht noch ne Kanter
sein Sermon ahörn, in wos fir e gruße Verlagnhät er ne gebracht hätt un
esu in dan Text fort.
Der Schuster battlet nu a noch ne Kanter im Vergabing und zeletzt saht
er: »Herr Kanter, ich will die Baam gar net behalten, meine Miene mog
für der Schul e paar Rutenbasen binden!« Domiet machet er su fix wie er
kunnt übern Gottesacker wag un dacht när noch für sich: »Zu vier Basen
lange oder die Ruten net, do muß ich mer noh en Maibaam huln!«
Sei Roll als Kerchnsänger war oder ausgespielt, aa wie de Kermeßkantat
von F. M. Gast aufgeführt warn sollt!
[Illustration]
[Illustration]
De alten Zensurn.
Ustern, Zensurn un Exam, dos sei e paar Wort die En, dar Kiner hoot,
net immer gerod schie in de Ohrn klinge. Wie manicher Voter argert
sich, daß sei Gung net esu gescheit warn will, wie der Voter. Do gibts
allemol die äne Ausred, daß er zu seiner Fraa sogt:
»Noch mir is dar Gung net geroten, sinst wär er gescheiter.«
's gibt Weibsen, die sich settge Redensarten net immer ruhig
naaschmeißen lossen -- un do is manigsmol der Spuk fertig. Frieher
warsch noch viel schlimmer, wu 's bei de Zensurn bis zur Sechse ging.
Do konnt euer, wenn er Gelick hatt, manigsmol en ganzen Tog rachne, bis
er die ganzen Nummern zamgezählt hat.
Zu darer Zeit kimmt emol ne Beckenliebkarl sei Gung mitn Zensurbuch aus
der Schul. Mer merketen schie vun weiten su e bissel aa, daß net lauter
Ensen drinne standen, du Ugelick -- lauter Sechsen hatts gesetzt. Der
Beckenliebkarl machet schie net gerod mit grußer Hoffning das Büchel
auf. Un zon greßten Ugelick für sen Gung hatt ersch aa noch verkehrt in
der Hand, wie er neigucket. E Aag drauf un schreie: »Wos, du tottender
Bos, lauter Neine?« und dos Buch sen Gung im Kopp rim hahe, war äs; dä
dos war ne doch ze bunt!
[Illustration]
Der labnsmüde Hos.
Der Leimertschneider war a grußer Gager, oder, genauer gesaht, er tat,
als wär er ener. Wenn mer ne sog, -- de Flint bal größer wie der ganze
Karl, en Hirschfänger wie su e alter Scharfrichtersabel, de Jagdtasch,
wu e geringer Ochs drinne Platz gehatt hätt -- 's brauchet en net ze
wunnern, doß de Hosen un 's ganze Viechzeig draußen in Busch lief, wos
när laafen konnt, wenn sich när dar greuliche Karl sahe ließ. Dodrim
hott er aa in sen ganzen Labn noch ken Viech ewus tue kenne, un do
verlarnt sich doch mit der Zeit 's Traffen.
Die Viecher wurn aa bal gewahr, daß der Leimertschneider net halb esu
schlacht war, wie er aussog un ginge ne net mehr esu ausn Wag. Wie er
nu noch derzu älter wur un de Agn net mehr esu racht mietwollten, do
konnt er über en Hos wagstolpern, er taten nischt.
Zu darer Zeit labet in Richterbusch e alter Hos, dar schie ganz schwach
un graa war, dann nischt mehr schmecket, 's mochts Kraut noch esu grü
sei, ar hatt kä Vergnign mehr dra. Dar hatts Labn recht soot un in
dan Zustand hatt er sich virgenomme: »Pfeif of de Walt, ich loß mich
derschießen.« Mit dan Entschluß machet er sich aus'n Richterbusch naus
ofn grußen Krautacker, un do traf er en Kollegn von sich, dar sich abn
in Kraut e Gitt geta hatt un dar 's Labn net esu efällig fand.
»Nu, wie gieht dersch dä, Gevatter?« esu tat er dan alten Hos areden.
»Na, dank der Nachfrog«, saht dar Alte, »'s könnt besser sei. Ich ho's
Labn esu soht, ich bi abn ofn Wag, daß mich ener ibern Haufen schießen
soll!«
»Na«, saht dar Gunge, »do hast de Gelick, itzt paßts gerod, do drunten
sah ich geleich en Gager komme!« Der Alte drehet sich rim, richtig,
unten bein Kuhsteig kam e gruße Flint, wu e Maa drahing. Der alte Hos
drehet sich rim, er ließ sich net abbrenge. »Hadje Labn, itze werd
gestorbn!« saht er noch, dann wollt er dan Gager entgegengiehe. Of emol
blieb er stiehe, un e graaer Schatten ging über sei Gesicht! »Ach du
Ugelick«, saht er, »dos is der Leimertschneider, mit'n Erschießen werd
do nischt, do muß ich mich schie hänge«. Un er machet sich wieder nei
in Richterbusch.
[Illustration]
[Illustration]
Allerlä aus'n Arzgebirg.
Wos alls in unern =Wuchnblatt=
Zwiebelewimbambum!
De letztn Gahr gestandn hot,
Zwiebelewimbambum!
Dos kimmt in unern itzing Lied,
Zwiebelewimjuchheirassa!
Un wann's net paßt, dar sings net miet.
Zwiebelewimbambum!
In =Buchholz= hots emol gebrannt,
Täterätätä!
Do kam natirlich agerannt
Täterätätä!
De =Annebarger= Feierwehr,
Täterätätätätä!
Wollt sah, ob wos ze leschen wär.
Täterätätä!
Do war in =Buchholz= käne Fräd,
Täterätätä!
Se sahtn: Ach, mir brauchn eich net,
Täterätätä!
Dos Feier gieht eich gar nischt a,
Täterätätätätä!
Dä dos is unr ganz alla.
Täterätätä!
In =Meinerschdorf=, do freget ich
Meckmereckmeckmeck!
Mol noch dar waltbekanntn Zieg --
Meckmereckmeckmeck!
Ich hat die Frog noch net ganz raus,
Meckmereckmeckmeckmeckmeck!
Do flug ich schie zun Tempel naus. --
Meckmereckmeckmeck!
Die =Wiesentholer=, die hobn heit
Gluckleruckluckluck!
Ihrn Schnaps fir jedr Gahreszeit,
Gluckleruckluckluck!
In Wintr, na, do seft mer Rum,
Gluckleruckluckluckluckluck!
In Sommer odr Radium.
Gluckleruckluckluck!
De Rächerkerzle kaft mer fei
Juchheidi, heida!
In =Crutndorf= an besten ei.
Juchheidi, heida!
De Pfaffrniß sei a ze lobn,
Juchheidi, heidi, heida!
Dos is a alles, wos se hobn.
Juchheidi, heida!
Itze kimmt de =Geyersche= Krankhet dra,
Sandserandsandsand!
Die is net schie un steckt a o.
Sandserandsandsand!
Mer kennt se in dr ganzn Walt,
Sandserandsandsandsandsand!
Häßt: Hustn, Schnupn un kä Gald.
Sandserandsandsand!
Wie schie wärsch, wenn bein =Katzenstä=
Klitscheritsch, klitsch, klitsch!
E Wassrfall käm von der Heh.
Klitscheritsch, klitsch, klitsch!
Der Fall is do, nu fahlt uns blus
Klitscheritsch, klitsch, klitsch, klitsch, klitsch!
Dos Finkel Wasser, dan giehts lus!
Klitscheritsch, klitsch, klitsch!
Von =Stollbrig= hot mer mir gesaht,
Stolleralala!
Wie mer dort Lichtle machn tat,
Stolleralala!
Do trugn de Gungle of der Stroß
Stolleralalalala!
De Lichtele schie an der Nos.
Stolleralala!
In =Annebarg= werd Gorl geneht,
Klimberimbimbim!
Dos brenge se in =Schneebarg= net.
Klimberimbimbim!
De Weibsn sitzen an Klippelsock,
Klimberimbimbimbimbim!
De Manner, die reibn Schnuptewak.
Klimberimbimbim!
In =Schmalzgrub= brannt emol e Haus,
Täterätätä!
De Feierwehr, die ricket aus.
Täterätätä!
Of emol war mit Spritzen Ruh, --
Täterätätätätä!
De Spritze brannt hallrlichtrluh!
Täterätätä!
[Illustration]
[Illustration]
Sist un itze.
Wie war doch de Walt su annersch sist:
Fuhr e Bauer mol e Fuder Mist,
un de Stadtleit war'n do of Besuch,
ach, wie hub'n se do de Nosen huch.
Tat der Bauer mit der Peitsch mol knall'n
wärn se ball vir Schrack in Drack gefall'n!
wußten net, wie fein se sollten tu,
hielten sich die Nos un Uhrn zu! --
Oder itze, kimmt mer of der Stroß,
möcht mer sich verstoppen seine Nos';
Dä do kimmt, mer ka net su fix saah,
erscht e Auto, dann e Drackwolk a!
Un dos klappert, raunzt, när wie dos klingt!
Un wie hinnerhaar dos Luder stinkt!
Oder dos vertrong die feine Leit, --
o, wie hot verännert sich de Zeit!
War e Gungel früher achtz'n Gahr,
kaaft er sich an Sunntig sei Zigarr
un e Tippel efach Bier derzu
un sooch stundenlang ne Spielern zu.
Warsch üm fünfe, ging er ofn Sool,
tanzet an en Ohmd ball zwanzig mol;
un zeletzt schafft er sei Gumfer ham,
ach, dos war doch e gemütlich's Laabn! --
Oder itze is en jeden Gung
Schnaps un Bier un alls net gut genung,
zankt und streit sich egal voller Wut,
kriegt en Kopp, als wie e Truthah' rut.
Bärt sich auf, als könnt's net annersch sei,
läft in jeder Volksversammling nei:
tut, als wär wunner wie gescheit!
O, wie hot verännert sich de Zeit!
Ene Woch verheirat war der Gust
mit senn Minel; ach die gruße Lust!
Un se tat, wos se zu jeder Stund
an de Aang ne Gust obsaahe kunnt.
Un der Gust blieb jeden Tog derhem,
aß zefrieden Rauchemad un Bemm.
Ach, dos war egal e Schmatzerei. --
bei en Tauber ka's net annersch sei! --
Funfzehn Gahr sei se nu Ma un Fraa.
Gestern war men Gust sei Aag ganz blaa,
un dos kam, wie ich verroten will,
vu en harten, hölzern Baasenstiel. --!
Saht er wos, do fährt de Minel auf,
jeden Tog laft er in Gasthuf nauf.
Kimmt er hem, wie do dos Minel schreit! --
O, wie hot verännert sich de Zeit!
[Illustration]
[Illustration]
Zefriedenhät.
Wenn du e armer Dingrich bist
Un hast nischt Ganzes azeziehe,
När trocken Brut un Ardep ißt
Un dann un wann mußt batteln giehe, --
Daß du an nischt hast Lust un Fräd,
Dos wunert mich wahrhaftig net!
Wie schie hobn's doch do manche Leit,
Die brauch'n net schie von zeiting Morgn
Fir dos, wos alles sei mecht heit,
Ze schufften, schergen un ze sorgn;
Die hobn ihrn Quark un hobn ihr Fett
Un's Flesch in Top, dos fahlt'n net!
's is oder su: Hot äner Brut,
Dar mecht an liebsten Kuchen assen;
Hat ar als Schuster käne Nut,
Is of'n Schneider ar versassen.
E Jeder denkt, ar hot'n Schoden,
War Reisbrei hoot, mecht Gänsebroten.
War is dä heit gelicklich noch
Mit dan, wos Gott ne hoot beschieden,
In weling Haus is heitzetog
E Jedes mit sen Täl zefrieden?
Bein Alten gob's en richting Satz:
»Gesundhät is der greßte Schatz.«
Nu leg dei Händ net eper hie
Un denk, 's muß alls von salber komme;
Paß auf, un kimmts Gelick racht schie,
Do häßts: Nu 's fix ben Kop genomme!
Un hast du's net geleich erwischt,
Dos kimmt a wieder, do gibts nischt!
Un hoot e Anrer mehr als du,
Do guck dich im, du kast mer glabn,
Daß manche anre net esu,
Nä, winger wie du hobn ze labn!
Dann fihltst de in dein Harzeläd
Esuwos wie Zefriedenhät!
[Illustration]
Fußnoten:
[1] Um den ganzen Markt herum.
[2] Moos.
[3] Schönfeld.
[4] Tatsächliches Inserat im Annaberger Wochenblatt.
Inhalts-Verzeichnis.
De Weihnachtsschlietenfahrt 5
De Peremett 27
Ne Roscher-Schmied-Paul sei Osterhos' 36
De Hitzwell' 41
De Schwammekonferenz 54
De Pfingstkantat 66
Die alten Zensurn 75
Der labnsmüde Hos' 76
Allerlä aus'n Arzgeberg 78
Sist un itze 82
Zefriedenhät 84
[Illustration]
Buchdruckerei Hesse & Kaufmann, Chemnitz.
Aus d'r Haamet.
Erzählungen und Gedichte in erzgebirgischer Mundart von =Robert Müller,
Marbach= (Flöhatal). -- Preis =1.50= Mk.
Inhaltsverzeichnis:
D'r Muttr trei Gebaat
Ein Beitrag zur Selbsterkenntnis
Mei Vat'rhaus blebbt's greßta Gut, dr hallsta Edlschta
De vrdorbena Foosngrappla
Un mein'r saaling Mutter Groob
War'n Schoodn hoot, derf fir 'n Schpott net surng
s' greßta Gut
A u'vrhuffter Schrack of dr Eisenbah
s' gut, mein Kind
Redn is Silber -- Schweign is Guld
Z'r heiling Konfirmatiu
Ausgedampt
Weihnachtsbitt
Mei König durt aus Draasnd, is aa bei mir gewaasn
Mei König kimmt
A Erinnering an Bismarck
De Foosndwurscht, oder wie dr Saagschpaavid zu sen Nama kumma is
A biese Nacht
Mei Mütterla
Mei König druhm im Aarzgebirg
D'r erschta Schnee in Aarzgebirg
's nischtgetaachta Rattngift
Grieß Diech Gott
Wos mier mei König soogt, das tu iech garn
Wiesnthol in Schnee
A nei's Rezept
'n Maastr Falb sei Watterschtübl
In unnerer altn Schtub giehts erscht net
Buchholz in Sachs'ns Kru a Schtarn, a hallr Edlschtaa
Nischt ist obr aa gar nischt.
[Illustration]
Aus'n arzgebirg'schn Hutznschtübl.
Lustige Erzählungen in erzgebirgischer Mundart von =Robert Müller,
Marbach= (Flöhatal). -- Preis kart. =1.80= Mk.
2. Auflage. Mit Abbildungen von _G. Zindel_.
Titel der 24 prächtigen Humoresken:
's vrmoledaita Pachfaßl
A bies'r Nachbar
De Ugelicksschpritz
A biese Nacht in Aarzgebärg
De v'rpfafferten Weihnachtsschtölla
's gieht net
's ka sei -- aa nett
's Mastrstick
De v'rhundstae Schitznhus'
Zwe' Lackrbiss'n
's verracherta Neigahrschgansl
Dr ausgelatschta Pflaumakuch'n
E' Schlietnfuhr vun Fichtlbarg
Da vrschwundena Schnuptewaktus'
D'r Spackkuchn
D'r ausgedampta Beckndanl
Aan'r is vrdreht
De ungelicksaalige Bierflasch
Mei Kenig hoot miech agelacht, un mir a Kumplemant gemacht
V'rgaahrt
's schtackt net in Ruck obr in Kup
Awos aus'n Zachgrund
Dr Pumeranznschnaps
A Kapitelatiu in Friedn.
H. Thümmlers Verlag, Chemnitz.
Empor durch dich selbst!
Ratschläge für jeden, der im Leben vorwärts kommen und etwas erreichen
will.
Auf Grund von Smiles'
=Pflicht= -- =Charakter= -- =Selbsthilfe=.
Bearbeitet vom _M. Unterbeck_.
Preis 1.20 Mk. Elegant gebunden 1.80 Mk.
1.--5. Tausend.
_Inhalt_:
Vorwort -- Einleitung -- Pflicht -- Gewissen -- Glaube -- Ausfüllung
der Pflicht -- Wahrheit -- Ehrlichkeit -- Geld -- Energie -- Mut --
Ausdauer -- Mitgefühl -- Menschenliebe -- Verantwortlichkeits-Einfluß
des Charakters -- Einwirkung des Heims auf die Charakterbildung --
Freundschaft und Gesellschaft -- Vorbilder -- Die Arbeit -- Ruhe des
Gemüts -- Selbstbeherrschung -- Schule der Erfahrung -- Selbstbildung
-- Etwas über gute Manieren -- Wie wird man ein Charakter -- Der Fleiß.
Ein Frühlingstraum.
Eine Erzählung aus dem Leben.
Von Fr. Lehne.
11.--15. Tausend. Geheftet 2 Mk., eleg. geb. 3 Mk.
Der Kanzelleutnant.
Ein Roman von Max Karl Böttcher.
Geheftet 1.50 Mk. -- Elegant gebunden 2 Mk.
H. Thümmlers Verlag, Chemnitz.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Der Schmutztitel wurde entfernt. Offensichtliche Fehler wurden
stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche Schreibweisen wurden
beibehalten.