_Karinkel_
(dankbar)
Sie waren es, teurer Meister, der mir die Idee gab!
_Bienemann_
Wirklich, eine Fügung des Himmels, dieses Zusammentreffen
der Umstände! Da hat also der gute Hockenjos quasi ein von
Herrschaften abgelegtes Denkmal bekommen.
_Karinkel_
(zornig)
Witzeln Sie nicht, Bienemann.
_Bienemann_
Aber Sie mußten doch Ihrem marmornen Sanitätsrat einen
andern Kopf aufsetzen --?
_Mettenschleicher_
War merkwürdigerweise überflüssig. Die beiden Leute hatten
eine gewisse Ähnlichkeit. Beide groß, ziemlich fett,
langbärtig ... Außerdem, ein Denkmal ist doch ein Symbol.
_Bienemann_
Toll! einfach toll! Man lernt nie aus.
_Mettenschleicher_
Ich rechne selbstverständlich auf Ihre Diskretion. Außer
Ihnen beiden weiß nur noch mein erlauchter Freund, der Prinz
Albert, davon, ohne dessen Rat und Zustimmung ich etwas
Derartiges überhaupt nicht unternehmen würde.
_Bienemann_
Das ist derselbe, der heute zur Enthüllung kommt?
_Mettenschleicher_
Derselbe. Er liebt die schönen Künste. Sie können sicher
sein, daß er auch auf Sie ein Auge haben wird.
_Bienemann_
(verbeugt sich)
Oh! Danke sehr. -- Müssen Sie nicht auf den Bahnhof, Herr
Bürgermeister?
_Mettenschleicher_
Seine königliche Hoheit trifft ja erst um zwölf Uhr ein.
_Karinkel_
Ja, aber um viertelzwölf kommt der Regierungspräsident. Weiß
der Stadtrat Hannewickel, daß er sich mit den
Ehrenjungfrauen aufzustellen hat?
_Bienemann_
Die Ehrenjungfrauen und der Veteranenverein sind schon in
vollem Wichs.
_Mettenschleicher_
Noch einen Vorschlag, meine Herren. Wie wäre es, wenn man
heute noch ein Extrablatt drucken ließe, durch dessen Inhalt
das Volk einige Aufklärung über die künstlerischen
Verdienste des Malers Hockenjos erhielte?
_Karinkel_
Nicht schlecht ...
_Mettenschleicher_