XIII[349].

Die $katholischen Arbeitervereine$ der Erzdiözese Köln stehen schon

seit längerer Zeit untereinander in einer näheren Verbindung;

insbesondere haben sie bereits 4 Vertretertage abgehalten, nämlich

1895 in Düsseldorf, 1896 in Krefeld, 1897 in Köln und am 12. Juli 1898

in Essen. Auf dem letztgedachten Vertretertage wurde eine dauernde

Organisation unter dem Namen »$Verband der katholischen Arbeitervereine

in der Erzdiözese Köln$« begründet. Organe sind 1. das Diözesankomitee,

2. die Generalversammlung der Präsides, 3. der jährliche Vertretertag

der Arbeiter. Das Diözesankomitee besteht aus dem Diözesenpräses

und den Bezirkspräsides. Es giebt 7 solche Bezirke, nämlich Köln,

Aachen, M.-Gladbach, Krefeld, Düsseldorf, Essen und Elberfeld; in

ihnen finden Bezirkskonferenzen statt. Auf dem Vertretertage in Essen

wurde in einer Resolution die Bildung von Arbeiterberufsvereinen auf

christlicher (interkonfessioneller) Grundlage für dringend notwendig

erklärt zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter

wie auch zur Sicherung eines dauernden friedlichen Verhältnisses und

Verkehrs zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wo die Bildung von

Berufsvereinen noch nicht möglich ist, soll versucht werden, durch

Fachabteilungen, Unterrichtskurse, Arbeiterschutzkommissionen u. s. w.

ihre Thätigkeit vorläufig zu ersetzen.

[349] Anschluß an S. 390.

Diözesenpräses ist Dr. $Pieper$ in M.-Gladbach, dem seit 1. April 1899

ein Arbeiter als Arbeitersekretär beigegeben ist. Der Verband zählte am

1. April 1899 133 Arbeitervereine mit 32816 Mitgliedern.

Der »$Verband der katholischen Arbeitervereine Süddeutschlands$« hat am

26. August 1899 in Nürnberg einen Vertretertag abgehalten, auf dem man

sich gegen die Zuchthausvorlage und für Arbeitskammern erklärte; den

Schwerpunkt der Verhandlungen bildete die Arbeiterwohnungsfrage.

Die Gewerkschaftsbewegung Darstellung der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiter und der Arbeitgeber aller Länder. · 第 315 / 323 题