Dem $Verbande kaufmännischer Vereine$ sind außer den früher genannten
noch ferner beigetreten die kaufmännischen Vereine Bruchsal mit 186,
Heidelberg mit 435, Lahr mit 263 und Ruhla mit 119 Mitgliedern, sowie
der Verein für weibliche Angestellte in Stuttgart mit 325 Mitgliedern;
der Gesamtbestand wird von dem Vorsitzenden für Ende Juni 1899 auf 101
Vereine mit 25277 Prinzipalen, 95783 Gehülfen, 4924 Lehrlingen und 1902
Nichtkaufleuten = 127886 Mitgliedern angegeben[348]. In der am 5./6.
Juni 1899 in Eisenach abgehaltenen Generalversammlung forderte der
Verband die Beseitigung der bisherigen übermäßig langen Arbeitszeit
und anderer für die Gesundheit der Gehülfen nachteiligen Einrichtungen
in den Ladengeschäften, ferner die Einführung eines allgemeinen
gesetzlichen Ladenschlusses spätestens um 8 Uhr abends, die Errichtung
kaufmännischer Schiedsgerichte und eine geregelte Unterstützung bei
unverschuldeter Stellenlosigkeit. Man wünschte außerdem die Befreiung
der Handlungsgehülfen von der allgemeinen Invaliditätsversicherung
und die Schaffung einer eigenen Versicherungsanstalt, das Verbot
der Sonntagsarbeit nach 10 Uhr vormittags und die Aufnahme einer
Arbeitslosenstatistik im Anschluß an die nächste Volkszählung.
[347] Anschluß an S. 352.
[348] Die mitgeteilten Zahlen der neu beigetretenen 5 Vereine
würden höhere Gesamtziffern ergeben; vielleicht sind die beiden
österreichischen Vereine nicht mitgezählt.