Der Anfang einer internationalen Organisation der Brauereiarbeiter
ist durch eine internationale Konferenz gemacht, die in Anschluß
an den internationalen Arbeiterkongreß in London (27. Juli bis 1.
August 1896) abgehalten wurde und an der Vertreter aus England,
Deutschland, der Schweiz. Oesterreich, Ungarn und Nordamerika
teilnahmen. Nach Berichten aus den einzelnen Ländern wurde zunächst
über das $Freizügigkeitsverhältnis unter den verschiedenen nationalen
Organisationen$ verhandelt und beschlossen, daß jedes Mitglied
der an dem Freizügigkeitsverhältnis beteiligten Verbände, falls
es seine Verpflichtungen gegenüber dem Heimatvereine erfüllt hat,
ohne Eintrittsgeld dem Verbande eines fremden Landes beitreten kann
und dadurch alle Rechte eines Mitgliedes erwirbt. Die gezahlten
Unterstützungen sollen gegenseitig jährlich verrechnet werden. In
den Verbänden, in denen internationale Unterstützungsfonds noch nicht
errichtet sind, soll dies sofort geschehen. Auch soll auf Erhöhung der
Beiträge Bedacht genommen werden, da allseitig eine Unterstützung bei
Lohnkämpfen als notwendig anerkannt wurde. Da Oesterreich und Ungarn
bisher noch keine festen nationalen Verbände besitzen, so soll zunächst
auf deren Errichtung hingewirkt werden.
[204] Das Material ist mir von dem Redakteur der »Brauerzeitung«,
Herrn R. $Wiehle$ in Hannover, zur Verfügung gestellt.
Bei Forderungen an die Unternehmer soll stets in erster Linie die
$Herabsetzung der Arbeitszeit$ angestrebt werden.
Zur Festigung der internationalen Beziehungen wurde ein
$internationales Auskunftsbureau$ errichtet, das bis auf weiteres
seinen Sitz in Budapest hat. Demselben soll über alle Vorkommnisse
von Bedeutung, insbesondere über Streiks und Aussperrungen Mitteilung
gemacht werden. Die Kosten werden von den beteiligten Organisationen
gemeinsam getragen. Zum Publikationsorgan wurde die in Hannover
erscheinende »Brauerzeitung« bestimmt.