Daneben besteht ein Eisenbahn-Haushaltungsverein. Er sowie die Spar-
und Darlehnskasse sind selbständige Einrichtungen, an denen die
Beteiligung den Mitgliedern frei steht.
Da die Zahl der am Vereine beteiligten Beamten und der Arbeiter
annähernd gleich ist, so sind der Vorstand und die verschiedenen
Ausschüsse je zur Hälfte durch beide Gruppen gebildet.
Die Mitgliederzahl war schon im ersten Jahre auf 1800 gestiegen und
betrug am 1. Juli 1899 1856; sie umfaßt ziemlich das gesamte in Kassel
stationierte Personal. Der Spar- und Darlehnskasse waren am 1. Oktober
1898 964 Mitglieder mit 1079 Geschäftsanteilen und einer Spareinlage
von 7169 Mk. beigetreten: am 1. Juli 1899 war die Mitgliederzahl auf
1310 gestiegen. Die Kasse hatte im ersten Geschäftsjahre 31130 Mk. an
Darlehen gewährt. Die Bibliothek umfaßte 1500 Bände.
Auch in $Arnsberg$, $Göttingen$, $Paderborn$ und $Soest$ haben sich
gleiche Vereine gebildet, deren Mitgliederbestand am 1. Juli 1899
500 bezw. 1015, 600 und 700 betrug und die mit dem Kasseler Vereine
insofern in einem festen Zusammenhange stehen, als sie mit ihm die
Bücher der Bibliothek austauschen. Auch der Anschluß an die Spar- und
Darlehnskasse wird vorbereitet. In Nordhausen und Holzminden sind
gleiche Vereine in der Bildung begriffen.
Seitens der vorgesetzten Behörden ist das Beispiel von Kassel den
anderen Direktionen zur Nachahmung empfohlen und ist demgemäß auch
bereits in $Breslau$ ein ähnlicher Verein gegründet, der in jeder
Beziehung seinem Vorbilde entspricht.