Wie der Wunsch, oppositionellen Regungen durch Vereinigung der
Arbeiter unter Leitung der Behörden entgegenzuwirken, zu der
vorstehend erwähnten Bildung königstreuer Vereine geführt hat, so
hat die gleiche Absicht zur Folge gehabt, daß an einzelnen Orten
der Versuch unternommen ist, das gesamte Eisenbahnpersonal eines
Bezirkes ohne Unterschied zwischen Beamten und Arbeitern in einem
einheitlichen Verbande zusammenzuschließen. Naturgemäß muß dabei der
gewerkschaftliche Karakter zurück und der bloß gesellige Zweck in den
Vordergrund treten.
Der erste Versuch dieser Art ist von dem Eisenbahndirektionspräsidenten
$Ulrich$ in Cassel ausgegangen, auf dessen Anregung am 1. Januar 1897
der »$Eisenbahnverein zu Kassel$« ins Leben getreten ist[141].
[141] Eine Darstellung über Entstehung und Wesen des Vereins
findet sich in Nr. 10 der »Zeitschrift der Zentralstelle für
Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen«. Weiteres Material ist mir vom
Herrn Präsidenten $Ulrich$ brieflich geliefert.
Derselbe ist nach dem Statut eine Vereinigung der bei der
Staatseisenbahnverwaltung in Cassel beschäftigten Beamten und Arbeiter
zu gemeinnützigen und geselligen Zwecken. Andere Zwecke insbesondere
solche politischer oder religiöser Art, sind ausgeschlossen.
Demgemäß hat der Verein folgende Einrichtungen geschaffen:
1. Einen Vereinsbeirat, der den Mitgliedern und den Hinterbliebenen in
Fragen rechtlicher und wirtschaftlicher Art Rat erteilt.