Die heilige Gertrudis und Anton von Padua stehen angetan,
aufrechte Statuetten auf den Lüften in deinem rosenlichten Glanz.
Schimmernd umweißt dein sanftes Blühen den heiligen Franz,
dich trägt Josef auf den Bildern mit Maria, der jungfräuliche Mann.
Die keusche Schuschan hat ihren Namen schon von dir,
und sie blaut noch immer vor den Augen angesonnt.
In den Kirchen aus dem Stengel kelcht der Welten Horizont,
und es umarmen deine Linnen schmelzend Mensch und Tier.
Du arbeitest nicht und du spinnest nicht, und selbst Salomon
hat Gott nicht bekleidet wie dich und deine Blumen.
Du wächst leise scheinend in den überhellten Ruhmen
aus des Heilands rechtem Auge, sitzt beim Weltgericht er auf dem
Thron.
Schießt das Schwert aus seiner Linken gegen die Verdammten,
Lilie, den Verklärten öffnet deine Taufe sich und leuchtet lang,
überscheinet sie wie Morgensonne rot verperlt und samten,
und sie sternen vor dir ein, fromm und langsam zu Gesang.