10. Mil. l. CCCLXXXI. -- 1520 wurde Michelangelo vom Kardinal Giulio de
Medici beauftragt, für die Mediceer in Florenz ein Familiengrab zu
bauen. 1521 erhielt er eine Anzahlung und schloss mit einigen
Steinmetzgewerkschaften in Carrara Verträge auf Lieferung grosser
Marmormengen. Bald machte ihm aber der unbeständige Kardinal, der zudem
durch die politischen Wirren (die Kämpfe Karls V. mit Franz I.) in
Geldnöte geraten war, Schwierigkeiten. Er erklärte sich nicht bestimmt
über die Art der Ausführung und zögerte mit den Zahlungen. Die Arbeiten
ruhten, his Giulio 1523 als Clemens VII. den päpstlichen Thron bestieg.
1524 begann der Bau der Kapelle (nuova sagrestia di San Lorenzo) und
war bald zu Ende geführt. Über die letzten Arbeiten, Laterne und
Goldkugel, berichtet der Brief. Der Papst, der wohl wissen musste, dass
es Michelangelos Charakter unmöglich war, die Leitung einer Arbeit mit
einem anderen zu teilen, versprach doch Andrea Sansovino die Teilnahme
an dem Werke. Im vorliegenden Brief verwahrt sich Michelangelo dagegen.
-- Über seine Stimmung während dieser Arbeiten vgl. Ged. No. 1 und Br.
No. 11.
11. Mil. l. CCCXCVII. -- Sebastiano del Piombo (1485-1547) gehörte in Rom
zur Partei Michelangelos gegen Raffael. -- In dem am Schluss des
Briefes erwähnten Porträt vermutet Milanesi das wahrscheinlich
verlorene Bildnis des Francesco degli Albizzi, das Sebastiano in jener
Zeit vollendet und nach Florenz gesandt hatte.
12. Mil. l. CXXIX. -- Der 1532 mit den Erben Julius II. abgeschlossene
Vertrag bestimmte, dass Michelangelo Zeit und Arbeit zwischen Rom und
Florenz teilen dürfe. -- Mona Margherita war eine nahe Verwandte. --
Ser Giovan Francesco Fattucci war Kaplan von Santa Maria del Fiore in
Florenz und mit Michelangelo sehr eng befreundet.
13. Mil. l. CDXXIII. -- Der "Abgott", der wohl auch das Feuer entzündet
hat, das Michelangelo verzehrt, ist Cecchin Bracci. -- Der Dichter
schickt seinem Freunde ein bereits umgearbeitetes Madrigal und spricht
von einer Zusammenkunft am Sonntag. Bei solchen Gelegenheiten wurden
die Gedichte durchgesprochen und gemeinsam ausgefeilt.
14. Mil. l. CDXXXIX. -- Monsignor di Todi, Federigo Cesi, später Kardinal
von San Pancrazio. -- Urbino, eigentlich Francesco di Bernardino degli
Amatori, war Michelangelos Diener, Farbenreiber, Gehilfe, Schüler und
auch Freund. Vgl. Br. 27.
15. Mil. l. CDXLVII. -- Der Brief begleitete eines der Epitaphien auf
Cecchinos Tod (G. No. 8: das 5. der unter No. 15 der Auswahl
zusammengestellten.). -- Riccio hatte wohl am vorhergehenden Tage eine
Ansicht ausgesprochen, die Brief und Gedicht widerlegen.
16. Mil. l. CDLIV. -- Die Datierung von Brief 16 und 17 ist die von
Milanesi getroffene. Nach Frey besteht für sie ebenso wie für die von
Ged. No. 22, das mit Br. 16 abgeschickt wurde, der Spielraum von
1538-41 oder 1544-46. (41-44 war Vittoria in Viterbo.) -- Vgl. Anm. zu
Ged. No. 22.
17. Mil. l. CDLV. -- Vgl. die Briefe Vittorias No. 1 und 2; der vorliegende
Brief fällt wohl zwischen sie. -- Die letzten Zeilen deuten vielleicht
auf eine Absicht Michelangelos, die Zeichnung -- den Cruzifixus -- als
Gemälde auszuführen. "Mein Plan ist misslungen" übersetzt: "è stato
guasto il mio disegno" und würde auf eine Vereitelung dieser "Absicht"
anspielen, "disegno" kann auch mit "Zeichnung" übersetzt werden. "Meine
Zeichnung ist misslungen." Der Sinn wäre wohl derselbe.
18. Mil. l. CLXII. -- Lionardo di Buonarroto Simoni, also ein Sohn von
Buonarroto, dem Bruder Michelangelos. An ihn ist ein grosser Teil der
Briefe gerichtet, etwa 200 von fast 500. -- Michelangelo hatte in einem
Briefe an Lionardo vom 16. Januar 1546 von einer Besitzung des
Francesco Corboli gesprochen, der falliert hatte und zu verkaufen
wünschte. Er hatte sich bereit erklärt, eine grössere Summe in einem
derartigen Wertobjekt anzulegen, und seinen Neffen beauftragt,
Erkundigungen einzuziehen. Seiner Familie in Florenz war daran gelegen,
sich die Summe zu sichern, und so war die Antwort sehr rasch gekommen
-- zu rasch für den etwas misstrauischen Meister. -- Der Trebbianer,
ein süsser oberitalienischer Wein, war sein Lieblingsgetränk.
19. Mil. l. CDLIX. -- Franz I. von Frankreich schrieb im Februar 1546 den
hier erwähnten Brief. Michelangelo wurde durch den bald danach
erfolgten Tod des Königs (1547) von seinem Versprechen entbunden. -- Zu
jener Zeit arbeitete er an den Fresken der Capella Paolina in Rom
(1542-49) im Auftrag von Paul III.