Marchesa di Pescara.
5.
[_Rom_, 1538-41 oder 1545-46.]
Der Ruhm, den Eure Kunst Euch schafft, ist so gross, dass Ihr vielleicht
geglaubt hättet, weder die Zeit noch irgend ein Ereignis könnte ihm den Tod
bringen, wäre nicht jener Strahl göttlichen Lichtes Euch ins Herz
gedrungen, und Euch offenbar geworden, dass jeder irdische Ruhm stirbt und
lebte er noch so lange. Wenn Ihr darum aus Euren Bildwerken die Güte dessen
erkennt, der Euch zum einzigen Meister in dieser Kunst machte, werdet Ihr
auch verstehen, dass ich nur dem Herrn für meine schon fast toten Schriften
danken kann, denn dichtend beleidigte ich ihn weniger, als ich in meinem
Müssiggang jetzt tue. Ich bitte Euch darum, nehmt diesen Ausdruck meiner
Gesinnung als Unterpfand künftiger Werke an.