AN LIONARDO ...

_Rom_, [August 1547].

Lionardo! -- Mit Deinem Brief erhielt ich die Quittung über die

fünfhundertundfünfzig Dukaten in Gold, die ich hier bei Bettino eingezahlt

habe. Du schreibst mir, vier davon werdest Du jener Frau zu Gottes Ehre

geben. Damit bin ich wohl zufrieden. Ich wünsche, dass weitere

sechsundvierzig zu Gottes Ehre, für das Seelenheil Deines Vaters Buonarroto

und für das meinige verschenkt werden. Suche irgend einen bedürftigen

Bürger, der Töchter zu verheiraten oder in einem Kloster unterzubringen

hat. Dem gib, aber heimlich. Sieh zu, dass Du nicht betrogen wirst, lass

Dir eine Quittung ausstellen und schicke sie mir; ich rede von Bürgern und

weiss, dass sie sich zu betteln schämen, wenn sie in Not sind. ---- Ich

rate Euch, legt das Geld, das ich Euch schickte, in einem guten Grundstück

oder dergleichen an, denn es ist gefährlich, es im Haus zu behalten, zumal

heutzutage. Seid deshalb vorsichtig und haltet die Augen offen.

Michelangelo Buonarroti.

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Michelangelo Gedichte und Briefe In Auswahl herausgegeben von R. A. Guardini · 第 150 / 231 题