=schînlik,= _scheinend, offenkundig._

=schînliken,= _adv. herrlich (*splendide*); gleisnerisch._

=schîn-los,= _scheinlos, den Schein verlierend._

=schin-mêse,= _f. ältere Form für_ schimmêse.

=schinne:= mit s., _mit Strassenraub. Nom.?_

=schinnen,= _sw. v. schinden, enthäuten; bildl. bis auf die Haut

plündern, berauben; auch m. Acc. des Orts der Beraubung_ (de heide,

de strate).

=schinner,= _1. Fellbereiter, Gerber; Pelzer. 2. Strassenräuber._

=schinnerie,= _Räuberei._

=schinnich,= _voller Schin,_ scabiosus.

=schîn-schove,= _feurige Garbe, Stralenkranz._.

=schînsel,= _n. Schein, Glanz._

=schint-vessel,= _aus mhd. *schiltveƷƷel,* Schildträger,

Trossbube,_ scutifer, satelles.

=schin-wort,= f. chelidonium majus.

=schip,= _n. flect. *schippes,* (kleiner) Scheffel, Mass für

trockene Dinge._

=schip, schep,= _n. flect. *schepes,* Schiff; *to schepe gân,*

sich einschiffen; *to schepe komen,* Dienst auf einem Schiffe

nehmen._

=schip-, schep=-bank, _Ruderbank; *-bêr,* Schiffsbier; *-brecken,

naufragare; -breckig? = schip-brokich; -bre(c)kinge* = d. f. W.;

*-broke,* st. m. Schiffbruch; *-broken, -brokich,* schiffbrüchig;

*brockinge = schip-broke; -bruchtich = schip-brokich; -dracht*

(skandin.), *tractio navium,* das Treideln der Schiffe; *-grave,*

schiffbarer Canal; *-here,* Schiffsheer, Kriegsflotte; *-hêre,*

Eigentümer und Führer eines S., Capitän; *-hure,* Mietung und

Mietepreis eines S.; *-kindere,* Schiffsmannschaft; *-kiste,*

Schiffskiste der Matrosen (unten breiter als oben); *-knape,*

Matrose; *-lage,* f. das Liegen eines S. im Hafen und die Abgabe

dafür; *-line,* Schiffstau; *-lôn, naulum; -man,* 1. Schiffsmann

(Ggs. *schiphêre*), Matrose, Pl. *-manne, -man(ne)s, -lude,* 2.

Schiffer eines kleinen Fahrzeuges, 3. Schiemann, e. unterer Officier

des S.; *-mêster,* Capitän, Steuermann; *-mol(l)e,* Schiffsmühle;

*-punt,* Schiffspfund v. 280 oder 300 Pfund; *-recht,* Seerecht;

*-reide,* (skandin.), f. ein District, dessen Bewohner zusammen ein

Kriegsschiff ausrüsten müssen; *-rik(e),* schiffbar; *-roder,*

Steuerruder; *-rôf, -rover = sêrôf, sêrover; -rustinge,* Ausrüstung

der Flotte; *-scriver,* Buchführer auf d. S.; *-segelinge,*

Schiffahrt, = *schiprecht; -vart,* Schiff-, Seefahrt; *-volk,*

Schiffsmannschaft; *-vore,* f. schiffbare Wasserstrasse, Schiffahrt;

*-water,* schiffbares Gewässer, Canal; *-wech,* Leinpfad,

Treidelweg; *-wark = schipwerk? = schipwrak,* Schiffswrack?

*-werk,* Kunde u. Ausübung der Schiffahrt, Schiffergilde._

=schip-laken,= _ein besonders fein geschornes Tuch._

=schippen, scheppen,= _sw. v. schaffen, verschaffen, bewirten,

einrichten, verordnen, schicken; refl. sich verhalten._

=schip(pe)nisse, schippense,= _1. Schöpfung. 2. Beschaffenheit,

Gestalt. 3. Geschöpf._

=schipper,= _Schöpfer._

=schipper-dêl,= _n. Lohn der Berger für geborgenes schiffbrüchiges

Gut._

=schippere,= _sw. m., später_ =schipper,= _st. m. =

*schiphêre,* woraus d. Wort entstanden ist; später s. v. a.

Seemann._

=schippinge,= _Schöpfung, Bildung; concr. das Geschaffene._

=schip-scheren,= _zum letzten Mal Tücher fein scheren._

=schîr,= _1. rein, klar; ungetrübt, unverletzt; pur, lauter = nichts

als, nur. 2. hell, durchsichtig, von der Farbe: weiss. 3. glatt, eben;

gerade, schlank. 4. klar, aufgeklärt, aufs Reine gebracht, geordnet._

=schîr,= _n. eine offene Bahn durch das Reith am Ufer._

=schîr= = schîrdôk.

=schîr-dôk,= _dünne, feine Leinewand, klares, schleierartiges Tuch._

=schîr(e),= _adv. 1. sofort, auf der Stelle. 2. rein, lauter, nur. 3.

fast. -- Superl. *schîrst; schîrstkomende,* nächstkommend._

=schiren,= _sw. v. 1. reinigen, klären; ausgleichen, in Ordnung

bringen. 2. intr. klar werden, sich abklären._

=schîrheit= = cîrheit, sîrheit.

=schîr-kluftich,= _ohne Knorren, leicht spaltend, v. Holz._

=schîr-kum,= sudibulum, _e. Gefäss zum Brauen (nnd._ schîrküven).

=schîr-laken,= _feine Leinewand._

=schirpen,= _sw. v. = *scherpen,* schärfen._

=schîr-rockeln,= _Chorhemd v. feiner Leinewand._

=schîr-stok,= _Gerät zum Seihen._

=schît,= _n.? *= schite;* Interjection der Abwehr, Verachtung._

=schite,= _f. Kot, Dreck jeder Art;_ nicht ein s. = _nicht das

geringste._

=schiten,= =st. v. scheissen;= schitende suke, _Durchfall._

=schiter,= podex.

=schît-hus,= _Abtritt, *stercorium; -kule,* Unratsgrube;

*-vore,* Dreckfuhre, Quark, *res nullius momenti; -word,* n. Wort

ohne Wert; *-wort,* f. *bryonia,* Zaunrübe._

=schive,= _f. Scheibe; Winde-, Dreh-, Blockscheibe; Rolle, Walze;

Rad; Glücksrad; Scheibe im Sprechzimmer der Klöster; Stein im

Bretspiel; Glasscheibe; Tischplatte, Tisch, bes. der Esstisch; Platte,

Untersatz, Teller; Zifferblatt der Uhr; Bort (in_ kuntoren)?

=schiv(e)-, schivel-haftich, -achtich,= _scheibenrund._

=schiveken,= _Scheibchen, als Mass v. Wachs._

=schivel, schivel-bên,= _eine Fuss- oder Beinkrankheit der Pferde._

=schivel-borden= _werden unter Tuch- u. Seidensorten genannt._

=schivelen,= _sw. v. schwanken, auf die andere Seite treten,

abfallen; unredlich handeln, intrigieren._

=schivelie,= _Schwanken, Winkelzug, Intrige,_ tergiversatio.

=schiven,= _1. nach Weise einer Scheibe bewegen, rollen. 2.

zerquetschen,_ pilare, contundere.

=schiven-garn,= _Garn zu einer Windescheibe; *-glas,* Fensterglas;

_-kok, _Koch, der unter dem grossen Koch arbeitet (im Kloster);

*-kopper,* Kupfer in Scheiben; *-laken,* Tisch-, Tafeltuch;

*-rat,* Radscheibe (Rad an Kutschen etc.); *-rôr,* Scheibenrohr

(ein Geschütz?)._

=schiver= = schever, _Schindel._

=scho,= _m. 1. Schuh. 2. Teil der Pumpe, Blide, Ramme (?); Rumpf in

der Mühle._

=scho, sco,= _adv. *so sco,* sobald als. Lies_ scon = schôn(e)?

=scho-ammet,= _Schusteramt._

=schobant,= _m. Abdecker, Schinder, Todtengräber._

=schobbe,= _leere(?) Garbe; Dem._ schobbek, gelima.

=schobben,= _sw. v. = *schoven,* die Schuppen von einem Fische

entfernen._

=scho-bode,= _Verkaufsbude der Schuhmacher._

=schoch-tît, schof-tît,= _gew. der vierte Teil eines Arbeitstages,

Arbeitszeit von 3 Stunden oder ¼ Tag._

=schocken,= _sw. v. das Korn in Garben setzen._

=schocken,= _sw. v. sich hin u. her bewegen, zittern_, oscillare.

=schode,= _n. (beim Pferde) die Scheide, das Gemächte._

=schode, schodeke,= _f. Schote; Erbse._

=scho-dêf,= _Schuhdieb._

=schoden= = schudden, _schütten._

=schoderen, schaderen,= _zittern, beben._

=scho-dôk,= _Tuch, das als Socke, Fussbekleidung dient._

=scho-duvel,= _m. 1. Vermummter, Maskierter; *s. lopen

= schoduvelen.* 2. *= schoduvelshovet,* Maske, Larve,

Teufelsantlitz. 3. d. Maskenfest zu Fastnacht oder Weihnachten._

=schoduvelen,= _sw. v. vermummt umherschwärmen._

=schoen, schoien, scho(i)gen,= _sw. v. beschuhen, Schuhe anziehen;

einen *gropen schogen,* ihm neue Füsse ansetzen._

=schôf,= _m. Schaub, was zusammen geschoben ist, Gebinde, Bündel,

so von Gefässen, Pfeilen, Glas etc.; spec. Bund Stroh, sowol die

Garbe (auch collectiv), als das ausgedroschene Stroh, das Strohbund;

Strohwisch als Feuerzeichen; *ênen ût dem schove tên,* einen vor den

andern auswählen._

=schoffêren,= _verletzen, kränken, schänden. Subst._ schofferture,

schoffêricheit.

=schôf-gavel,= _Stroh-, Streuforke; *-holt,* Holz in Bunden, z.

B. Dauben; *-stên,* schmale Dachziegel, die über einander geschoben

werden._

=scho-gelt,= _Entschädigung des Gesindes für die Kosten des

Fusszeugs._

=scho-gilde,= _f. Schuhmachergilde._

=scho-hof= _u._ =-hûs,= _Warenniederlage, Verkaufsstelle der

Schuster; Versamlungsort der Gilde._

=schok,= _n. Haufen, Hocke; die Zahl von 60, *sexagena* (bei

Rinteln auch ein Fruchthaufe von 12 Garben)._

=schoke (schouke, schoike),= _f. Concubine, liederliche Weibsperson,

Hure._

=schoken-kint, -sone,= _Hurkind, Bastard (als Schelte)._

=schok-maker,= _Stückarbeiter, der schockweise gelohnt wird._

=scho-knecht,= _Schustergesell._

=scho-krâm,= _Schuhladen._

=schok-rêde,= _Seil, zum Schaukeln aufgespannt._

=schok-rêden,= _sw. v. schaukeln._

=schok-tal,= _eine Zahl von 60._

=schok-werk,= _Arbeit eines_ schokmakers.

=scho-lapper, -lepper,= _Schuhflicker._

=scholare,= _sw. m._ = scholer.

=scholaster,= _Schulmeister, *rector scolarum;* Titel eines

Domherrn; sein Amt u. Haus:_ scholast(e)rie.

=(scholden)= _st. v. Prät. *se schêlden,* stossen, schieben;

*entwei* s., trennen. Oder ist *schellen* zertrümmern,

anzusetzen? Lübek. UB. VII S. 142._

=schole,= _f. Schule; oft = Versammlung, Menge, Gesellschaft._

=schôl(e)-dinge,= _pl. Schulwissenschaft; *-geselle,* Hülfs-,

Unterlehrer; *-holder,* Privatschulmeister; *-kint,* Schulkind;

*-kunst,* Schulbildung, -wissenschaft; *-mêster,* Schulmeister,

Director einer öffentlichen Schule, *= scholaster; -rede,*

Schulrede, akademischer Vortrag._

=scholen,= _sw. v. 1. intr. strömen, Wellen schlagen. 2. trans.

spülen; eine Flüssigkeit hin und her bewegen, gurgeln; im Wasser hin

und her schwenken._

=scholen (schollen),= _unr. v. schuldig sein (zu bezahlen etc.);

bestimmt sein, zukommen, gebühren; mit Infin. auch zur Bezeichnung des

Futurs u. Conditionals._

=schôlen gân,= _zur Schule gehen, d. Schule besuchen._

=scholer, schôlre,= _m. Schüler, nam. der zum geistlichen Stande

bestimmt ist, ein junger Geistlicher, Cleriker (der auch als Schreiber

diente)._

=schole-water,= _spülendes Wasser, Wirbelstrom._

=scholike kunst,= _Schulwissenschaft._

=scholke,= _f. Sumpf, Tümpel?_

=scholle= = schulle.

=scholpe= = schulpe.

=schôlrekîn, -ken, scholerken,= _Dem. zu_ scholer.

=scholt-jâr,= _Schaltjahr._

=scholver= = schulver.

=scho-maker, -meker,= _Schuhmacher._

=scho-mêster,= _Schuster in e. Kloster._

=schon,= = scholen, _sollen._

=schôn,= _adj. adv._ = schone.

=scho-nagel,= _Schuhpflock._

=schônde,= _f. Schönheit._

=schône,= _adj. schön, hell, klar; *bi schonem dage,* bei lichtem

Tage; schön, herrlich, prächtig; bedeutend, gross, ansehnlich; *s.

maken,* reinigen, putzen; *s. vrouwe, meretrix; to schoner hode,*

zu guter Vorsicht, bloss zur Sicherung einer Sache, eines Vorteils

für sich oder andere. Im Superl. *dat schoneste,* bester, grösster

Vorteil; *up mîn sch.,* nach meinem besten Vorteile._

=schône,= _f. 1. Schönheit. 2. Schonung, aufmerksame Behandlung,

Verschonung, z. B. *siner worde schone hebben,* achten auf die

Worte, die man spricht._

=schone,= _adv. 1. hell, stralend, schön, herrlich, trefflich;

sparsam. 2. im concessiven Sinne: *al, oft, wan schone,* wenn auch,

obwol, obgleich. 3. zeitl.: bereits, schon._

=schôn(e)=-bart, _Maske, Larve; *-bose,* Gleisner, Heuchler;

*-brôt, -rogge,* Brod aus dem feinsten Rockenmehl von dreieckiger

Form; *-veder, tinctra, cintra,* Feder in e. Schloss; *-want,*

feines Tuch oder Leinen; *-werk,* feines Pelzwerk._

=schôn(e)lik, -liken,= _adv. auf schöne Weise._

=Schôn(e)=-market, _der zur *Schonetîd* in Schonen stattfindende

Markt; *-reise, -vart,* Fahrt z. Häringsf. nach Sch.; *-tîd,*

Zeit des Häringsfanges bei Sch. (Spätsommer); *-vār(e), -varer,*

Schiffer der regelmässig nach Sch. fährt, Kaufmann der Schonischen

Häringsfang und -handel betreibt, das zu solchem Zwecke dienende Schiff

(Schoner), daher *Schônfarsegel,* Schonfahr-, Schoversegel, e. Art

Segel._

=schonen,= _sw. v. 1. schön werden, *clarescere.* 2. mit Dat.,

Gen., Acc. oder *to* u. Inf.: schonen, verschonen, rücksichtsvoll

behandeln; sparen, versparen, unterlassen._

=schonicheit,= _Schönheit._

=schôpe,= _f. Schöpfkelle, z. B. der Maurer, bes. die grosse

Füllkelle der Brauer._

=schope,= _f. (Fisch)schuppe._

=schôpen-bruwer,= _Brauerknechte, die in ihrem eignen Brot sitzen und

den Brauern um einen gewissen Lohn bei jedem Brau helfen._

=schôpen-stēl,= _Stiel einer *schope* (Benennung einer Strasse)._

=schop-hengel,= _Ballen Nasenschleims. Lies_ snop-?

=scho-pinne,= _Schuhpinne._

=schoppe,= _sw. m. Schuppen, Scheune._

=scho-querdel,= _s._ querder.

=schor-bûk,= _m. Scorbut;_ schorbuckswater, aqua antiscorbutica.

=schorde,= _s._ schort.

=schordel,= _Schilf,_ ulva.

=schor-dôk,= _e. Art groben Wollenzeugs._

=schōr(e),= _n. Gestade, Küste, Vorland._

=schore:= tor schoer, _zum Schutz. Lies_ schuer?

=schore,= _Stück Geschmeide? Lies *schere,* Schere?_

=schore,= _st. m. Riss, Bruch._

=schoren,= _sw. v. 1. trans. zerreissen, zerbrechen; e. Schar

trennen, auflösen; e. Ordnung verletzen, brechen. 2. intr. zerreissen,

Risse, Lecke bekommen, bes. von Schiffen, die auf den Grund, eine

Klippe stossen; sich losreissen. 3. refl. sich trennen von._

=schore-pust,= _Stützpfosten, -balken der Kappe der Windmühle. Vgl.

*schare,* Stütze._

=schorf,= _m. Schorf, Grind, Räude._

=schorfachtich= = schorvet.

=schorf-lodeke, -ladeke,= _Grindwurz,_ rumex acutus.

=schorf-wort, -wortele,= _Grindkraut, Schwärkraut,_ scabiosa

arvensis.

=schoringe,= _Riss, Leck._

=scho-rink,= _Ring am Schuh zur Befestigung des Riemens._

=schorit (?)= = storit, _Harz von *styrax offic.,* Storax._

=schorlisse, schorlitze,= _Hemd (mit langen Ermeln), *camisia

lintea, supparus;* Bezeichnung eines gemeinen Weibes._

=schornobbe,= _m. eine Art Schandkleid? oder Schandstein? auch ein

Schimpfwort. Vgl._ scharnobbe.

=schorpie,= _f. u._ =schorpiôn,= _n. Scorpion._

=schorsel-dach,= _e. Festtag des Kürschneramtes in Bremen bei der

Wahl zweier neuen Altmeister._

=schor-stên,= _m. Schornstein, auch der Kamin, die Heerd-,

Feuerstätte unter ihm._

=schort?= _m.? pl. *schorde,* 1. Abteilung, Fach. 2. Graben,

Abflussrinne, Rinnstein?_

=schort,= _m.?_ = schorte.

=schorte,= _f. Schurz, Schürze; als Teil der Rüstung: Panzerschurz._

=schortel-dôk,= _Frauenschürze; Schurzfell der Handwerker._

=schortel-gelt,= _Geld zu Schürzen? e. Art Trinkgeld?_

=schorten,= _sw. v. 1. kürzen. 2. schürzen, binden, zusammenziehen,

knüpfen; *de nese schorten,* die Nase rümpfen; *= upschorten,*

aufschürzen, aufbinden, bildl. verschieben._

=schortse,= _f. 1. Rinde. 2. Eisscholle._

=schorvet, schorvedich, schorvich,= _schorficht, grindicht, räudig._

=schor-wulle,= _die (lebenden Tieren) abgeschorne Wolle, Schur-,

Scherwolle._

=scho-snôr,= _Schuhband._

=schôster,= _Schuster (erst im 16. Jh.)_

=scho-swarte,= _Schuhschwärze._

=schot,= _n. Geschoss jeder Art, bes. Pfeil; collect.

Geschützmaterial, Munition._

=schot,= _n. (was von den Bürgern zusammengeschossen wird), Schoss,

eine directe Steuer vom Vermögen._

=schot,= _n. Riegel, Verschluss, Fall-, Schiebthür, Holzwand, überh.

alles, wodurch man irgend eine Sperrung oder Hemmung anlegt._

=schot,= _der 24. Teil einer Mark = 8 Pf._

=schôt,= _m. 1. Schoss der Kleidung, der Rüstung. 2. Schoss des

menschlichen Körpers. 3. Flussbett, Meeresschoss, Busen. 4. der

hinterste Teil der Kirche._

=schot=-angel, _e. Art Angel (die verboten ist); *-bane,* f.

Schiessbahn; *-bar,* steuerpflichtig; *-boge,* Bogen (die Waffe);

*-bôk,* Register der steuerpflichtigen Bürger; *-bore,* Bahre zum

Transport von Erde? *-busse,* Schiessgewehr, Geschütz; *-dele,*

Brett zur Dielung, Täfelung; *-dor,* Fallgatter, -thor; *-forke,*

Heu-, Strohgabel; *-gaddere = schotdor; -glevige,* f. Wurfspeer;

*-hêre,* Ratsherr, welcher die Bürgersteuer einnimmt; *-holt =

schotdelen; -kamere,* 1. Zimmer, wo die Bürgersteuer erhoben wird.

2. Verschlag von Brettern? *-line, tormentum, funis navis quo naute

utuntur,* »aufgeschossenes« Tau? *-mêster,* ein Ehrenamt im

Stahlhof zu London; *-porte = schotdor; -reise?* Kriegszug, wozu die

verbündeten Parteien Beitrag leisten? *-renne,* 1. Wasserleitung aus

Bohlen? mit Verschluss? 2. Kehlrinne am Zusammenstoss zweier Dächer,

am Schornstein; *-rîs,* Schössling, junger Trieb; *-spole,*

Weberspule, -schiffchen; *-swîn,* Schwein, als Steuer gegeben;

*-vinger,* Zeigefinger (mit w. man schiesst); *-ware unde lude,*

Krämerware u. Krämer? vgl._ schotte.

=schote,= _st. m. Schuss; *ên s. weges,* als Massbestimmung;

Pfeil, Ladung des Schiessgewehrs._

=schote, schate,= _f. das Schiessen, Aufwachsen,_ crescendi ratio.

=schôte,= _Tau, an die untere Ecke des Segels befestigt, um das Segel

zu spannen._

=schôte= _(dän. *skjøde),* f. Eigentumsübertragung (urspr. unter

Übergabe einer Erdscholle in den Rockschoss des Käufers)._

=schôte-brêf,= _Urkunde über Verkauf von Immobilien, Überlassung von

Rechten etc._

=schôtel-bêr,= _das Bier, das beim *schôten* geschenkt ward; die

Schaffer hiessen_ schôtelhêren.

=schôtel-bôk,= _Buch, in welchem die Eigenthumsübertragungen

verzeichnet stehen._

=schotel-eit,= _eidl. Gelöbnis, die Bürgersteuer richtig erlegen zu

wollen._

=schotel-tins,= _Beitrag zur Bürgersteuer aus den zu frommen

Stiftungen fundierten Zinsen und Renten._

=schotel-tît,= _die Zeit, wo man Abgabe bezahlt._

=schotele,= _Schüssel; s._ schottele.

=schoten (schaten),= _sw. v. Schoss geben, (directe) Steuer zahlen._

=schôten,= _sw. v. sein Eigentumsrecht aufgeben zu Gunsten eines

andern, mit Übergabe gewisser Symbole,_ scotare.

=schotes-vri,= _1. ohne v. e. Geschoss getroffen zu werden. 2. frei

v. Abgabe, Steuer._

=schôtinge,= scotatio = schôte, *f.*

=schotte,= _e. Schotte, herumzieh. Krämer._

=schotts-mâl,= _n. die in Appellationsfällen vom appellierenden Teile

zu erlegende Zahlung, überhaupt Appellation (schlesw.-holst.), dän.

*skudsmaal,* schwed._ skottmål.

=schottel(e),= _f. Schüssel; der Gaumen?_

=schottel=-balge, _f. Balje, worin Schüsseln gewaschen werden;

*-bret, discus; -brôt,* Brot beim Mahle; auch als eigenes

Gericht? in Scheiben als Teller für das Fleisch? *-dreiger,*

Schüsseldrechsler; *-dwele,* Schüsseltuch; *-korf,* Korb, in den

Schüsseln gesetzt werden, *cartallum; -pot,* Kochtopf? *-water,*

Spülwasser; *-wescher,* Küchendiener, der die Schüsseln wäscht._

=schotteler,= _Schüsselmacher,_ scutellifex.

=schotten,= tributa dare, exactionare; _s._ schoten.

=schotten,= _täfeln, dielen, bebohlen._

=schotter= _(flandr.) = *schutte,* Schütze._

=schottilie,= _Holztafel, Schindel;_ =schottilien,= _sw. v.

täfeln;_ =schottilien-werk,= _Getäfel._

=schottilier,= _der Tafelwerk, Schnitzereien macht, feinerer

Tischler._

=schôt-vel,= _Schoss-, Schurzfell._

=schou-, schu-spel,= _Schauspiel._

=schouwe,= _Schau, Anblick._

=schouwen,= _sw. v. 1. sehen, schauen, beschauen; obrigkeitlich

besichtigen, bes. Deiche, Wege etc. 2. zeigen, sehen lassen._

=schouwer,= _Beschauer, Besichtiger._

=schouwer (schauer),= _m. grosser Becher v. Edelmetall mit

Deckelaufsatz, bes. für Confect._

=schouwinge,= _1. Besichtigung der Deiche, Wege etc. 2. Besuch der

Wöchnerin._

=schove,= _f. Haufen, Schar._

=schove,= _f. (Fisch-) Schuppe._

=schovelink,= _eine Art feineres Weissbrod._

=schoven,= _sw. v. beschuppen, betrügen._

=schow, schu,= _n. sichtbares Notzeichen._

=schow-bank,= _Schaubank, Servante zur Ausstellung des Prunkgeräts._

=schowel-scho,= _Schauschuhe, Meisterstück der Schuster?_

=scho-werchte, -werte, -wart,= _m. Schuhmacher, Schuster._

=scho-werk,= _1. Schustergewerk, -innung. 2. Schusterarbeit,

-gewerbe._

=scho-wisch,= _Schuhwisch, -putzer._

=schra,= _f. (an. *skrá,* eig. Leder, Pergamentstreifen) Rolle,

Statut._

=schrachen= _(u._ =schraken?),= _sw. v. laut lachen. Subst._

schracher.

=(schracken):= scrackede, _sprang, tanzte; oder v._ schrecken?

=schrade (schra, schrage),= _dürr, mager, kümmerlich; dürftig,

schlecht._

=schrâde, schrâdelink, schrâden, schrâder,= _dialekt. Formen f.

*schrôde* etc., w. m. s._

=schrage,= _sw. m. (schräges) Gestell (aus zwei paar gekreuzten

Beinen, z. B. Sägebock, Tonnenuntersatz etc.), bes. zur Herrichtung von

Tischen und Bänken, auch der Warentisch selbst._

=schrage,= _späte Form für *schra,* Statut; im 16. Jh. durch

Einfluss des vorigen Wortes masc. und für jede polizeiliche Verfügung,

die auf einem Brett im Rathause aufgehängt ward, bes. für Taxen, Preis-

und Tarifbestimmungen._

=schragelink= = schradelink.

=schram,= _m. Ritze, Kerbe._

=schram-hans,= _ein herumstreichender Leuteplacker._

=schramme,= _f. Hautritzung, Streifwunde, Schmarre._

=schrammen,= _sw. v. auf der Oberfläche ritzen._

=schrange,= _f. m. = *scharne,* bes. als abgegrenzter Verkaufsraum

des Marktes, daher meist m. d. Präp. *in* u. im Pl._

=schrang(e)-, schran(k)-klocke,= _Glocke, mit w. der Anfang des

täglichen Marktes eingeläutet wird._

=schrank,= _n. was absperrt, Gitter, Zaun, Verschluss; Verschlag in

der Wand, freistehender Schrank._

=schranke,= _sw. f._ = schrank.

=schranken, schrankelen,= _sw. v. 1. *cancellare.* 2. beim Gehen

die Füsse kreuzweise setzen; hinken; vom Sprechen: stottern._

=schrank-tûn,= _ein absperrender Zaun, Pallisade._

=schrank-werk,= _Schranken, Einzäunung, Gitterwerk._

=schrape,= _f. Werkzeug zum Kratzen u. Schaben, Rosskamm; bildl.

Ausputzer, Vorwurf, Wischer._

=schrape-bottere,= _von der Tonne abgeschrapte, ranzige Butter?_

=schrapelse,= _n. das was man als das letzte (aus einem Gefässe)

zusammen schrapt, Rückstand, Nachbleibsel, Abfall._

=schrape-mes,= _Schabmesser._

=schrapen,= _sw. v. (mit Geräusch) schaben, kratzen._

=schrât,= _schräg._

=schrât,= _sbst._ = schrôt.

=schratele,= _abgeschnittenes Stück, Schnitzel von Zeug oder Papier;

Saum, Streifen am Gewande._

=schratelen,= _sw. v. zerstückeln, zerfetzen, schlitzen._

=schrât-rode,= _Schrägrute (zur hölzernen Turmspitze)._

=schrât-spleten,= _schräg gespalten._

=schrât-stake,= _Zaunpfahl (die schräge gegen einander gesetzt

werden)._

=schrât-swîn,= _einjähriges Schwein, das beim Schlachten gleich

zerstückt wird? mageres Schwein?_

=schrât-vlêsk,= _vom Schlachter zerstücktes Fleisch, viell. v.

bestimmter Grösse._

=schrecke,= _sw. m.? Schrecken (spätes W.)._

=schrecken= _(Prät. auch *scrahte;* vgl. *schracken),* 1. =

*schricken.* 2. erschrecken._

=schrede,= _st. m. Schritt, Tritt._

=schredere,= _der Schreer, ein Eisen, welches auf den Ambos gesetzt

wird, um Nägel u. dgl. abzuhauen._

=schrei,= _m. u. n. Schrei, Geschrei; der einem Tiere eigentümliche

Laut; = *ruchte,* Hülfeschrei; Schlacht-, Parteiruf, Losung._

=schreielik,= flebilis.

=schreien,= _sw. v. schreien, bes. laut weinen, jammern._

=schrei-man,= _Zeuge des »Geschreies«, des Notrufes._

=schreklik,= _schrecklich, furchtbar (spätes W.)._

=schrempen,= _sw. v. schrumpfen, zusammenziehen; (Fleisch) rösten,

sengen._

=schrendelen,= _sw. v. zirpen,_ crocitare?

=schrenkel,= _ein Geschmeide: Spange?_

=schrenkelen= = schrankelen, vacillare.

=schrenken,= _sw. v. 1. quer und überkreuz setzen, verschränken. 2.

beschränken, hindern._

=schrep, schrepel,= _dünn, mager, dürre._

=schrepe= = schrape, _Striegel;_ schrepen, _striegeln._

=schrepsel,= _n._ = schrapelse.

=schrêt-stake= (= schrâtstake?), _Wegepfahl, Grenzpfahl._.

=schreve,= _st. m. 1. (eine mit Kreide gezogene) Linie, Strich; dann

überh. vorgeschriebene Linie, die angibt, wie weit man gehen darf;

*boven* oder *over den schreve,* über das vorgeschriebene Mass

hinaus. 2. ein brabant. und flämisch. Weinmass, hält *4 stope* oder

*gelten* oder_ 8 potte.

=scribe,= _sw. m. Schreiber (Schriftgelehrter)._

=schricht,= _f._ = schrichte.

=schrichte,= _n. Geschrei, bes. der Notruf._

=schrichte-note,= _(Schreigenosse) Zeuge des Notrufs._

=schrickel-jâr,= _Schaltjahr,_ annus bissextus.

=schrickel-note,= _f._ octava.

=schricken,= _sw. v. Hände oder Füsse rasch bewegen: klatschen, in

die Hände schlagen, *plaudere;* springen; tanzen, auch refl.?_

Mittelniederdeutsches Handwörterbuch · 第 49 / 90 段