S. 263:

_Auf

Die Bataille bey Hoch-Kirchen

d. 14. Oct. 1758._

In finstrer Nacht zu überfallen,

Wo nicht einmahl Trompeten schallen,

Das ist für Dich kein Ruhm, o Daun!

Im Finstern sich den Sieg zu stehlen,

Und doch den Zweck noch zu verfehlen,

Das wird Dir kein Trophaeum bau'n.

Wann Friedrich kommt, kommt Er am Tage,

Wann Friedrich schlägt, kommt mit dem Schlage

Zugleich die Sonne und der Sieg.

Die _NachtEul_ [Randbemerkung: »Graff Daun führt eine NachtEule«]

sucht nur Finsternißen;

Der Adler [Randbemerkung: »Preußen führt einen schwartzen Adler«]

will die Sonne wißen;

Und dieser ist der Friederich.

Mein Friedrich kommt der Tag bricht an,

Merck doch, o Schlesien! die Stunden,

Was jüngst die dunckle Nacht gethan,

Das hastu nun beym Licht empfunden.

Was denckt wohl Daun von Tag und Nacht?

Er denckt, das hätt ich nicht gedacht,

Daß Zeit und Stunden also wandern!

Ja wohl, das zeiget eben euch,

Er sey dem größten Helden gleich,

Pompejen, Caesarn, Alexandern.

[Randbemerkung am Schluß: »Der Verfaßer davon ist Herr Wolzhofer,

Pro-Decanus und brandenburgischer Pfarr zu Roßstall.«]

Mitteilungen aus dem germanischen Nationalmuseum. Jahrgang 1896 · 第 14 / 37 题