Sollte er geschlafen haben? — Es ist dämmerig. —

Er will sich an den Kopf greifen: seine Hände sind festgebunden. — —

Vom alten Turme dröhnt die Zeit — eins, zwei — wie spät mag’s sein?

— Sechs Uhr. Herrgott im Himmel, nur noch dreizehn Stunden, und sie

reißen ihm den Atem aus der Brust. — Hingerichtet soll er werden,

erbarmungslos — gehenkt. — Die Zähne klappern ihm vor Kälte. — Etwas

saugt ihm am Herzen, er kann es nicht sehen. — Dann steigt es ihm

schwarz ins Gehirn. — Er schreit und hört sich nicht schreien, — alles

schreit in ihm, die Arme, die Brust, die Beine, — der ganze Körper, —

ohne Aufhören, ohne Atemholen. — — —

— — — — — — — — —

An das offene Fenster des Amtszimmers, das einzige, das nicht vergittert

ist, tritt ein alter Mann mit weißem Bart und einem harten, finstern

Gesicht und sieht in den Hofraum hinab. Das Schreien stört ihn, er

runzelt die Stirn, — murmelt etwas und schlägt das Fenster zu. — —

Am Himmel jagen die Wolken und bilden hakenförmige Streifen. — —

Zerfetzte Hieroglyphen, wie eine alte, verloschene Schrift: „+Richtet

nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet!+“

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 85 / 149 题