Die Wasser werden klar, — klar wie Kristall, — und da unten erscheint
eine seltsame Welt. Immer höher hinauf taucht es: — Nackte Frauen wie
Schlangen verschlungen bewegen sich dort; leuchtende Leiber schwimmen
in wirbelndem Reigen. — Und eine mit grünen großen Augen, eine Krone
im Haar, sieht herauf zu ihm und schwingt ein Zepter über die anderen.
— Sein Herz schreit auf vor Weh unter diesem Blick; er fühlt, wie sein
Blut diese Augen aufnimmt und wie ihr grüner Schein in seinen Augen zu
kreisen beginnt. —
Da läßt die Hexe den Krückstock sinken und sagt:
„Die einst deines Herzens Königin war, ist Königin jetzt hier unter den
Bregen!“
Und wie die Worte verklingen, schießen die dichten Schwaden über dem
Sumpf zusammen.
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Die einst deines Herzens Königin war ...
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Dr. Jorre sitzt an seinem Schreibtisch, den Kopf auf die Arme gelegt,
und weint.
Es schlägt acht Uhr; er hört es und weiß, daß er fortgehen soll. —
Und er geht nicht. Was soll ihm auch das Geld! — Der Wille hat ihn
verlassen. —
„Die einst deines Herzens Königin war, ist Königin jetzt hier unter den
Bregen.“
Er denkt es immerfort. — Das herbstlich spukhafte Bild steht
unbeweglich vor seiner Seele — und die grünen Augen kreisen in seinem
Blute. —
Was das Wort Bregen nur bedeuten mag? Er hat es nie im Leben vernommen
und kennt seinen Sinn nicht. — Es heißt etwas Grauenhaftes, namenlos
Trauriges, etwas Elendes — fühlt er —, und das freudlose Klappern der
Lastwagen von der Straße her dringt wie beißendes Salz in sein krankes
Herz.