Das Bild des Gekreuzigten ragt stumm.
Schatten bewegen sich leise in den dunkeln Seitenlogen hinter
gebauchten, kunstvollen Gittern: — Schemen alter Stiftfräulein aus
vergessenen Zeiten, die nie mehr wiederkehren, — fremdartig —
entsagungsvoll wie Weihrauchduft.
Es rauschen ihre schwarzen seidenen Kleider.
Der Greis deutet zu Boden: „Hier tritt es fast zutage. Einen Fuß tief
unter den Fliesen, — lauteres Gold, ein breiter, leuchtender Streifen.
Die Adern ziehen sich über den alten Platz bis weit unter die Häuser.
— Wunderbar, daß die Menschen nicht längst schon darauf gestoßen sind,
als sie das Pflaster gelegt haben. — Ich allein weiß es seit vielen
Jahren und habe es niemandem gesagt. — Bis heute. — Keiner hatte ein
reines Herz —“