»Der erste Schritt ist bald getan, Ewe. Aber wenn er getan ist, stehen
wir sehr ungleich. Hab' ich mit der Urte gebrochen, so verliere ich
Haus und Hof.«
»Und bei mir findest du wieder Haus und Hof, Mikelis.«
»Das kann sein, Ewe ... aber es kann auch nicht sein.«
»Wie kann es auch ~nicht~ sein?«
Sie sah ihn forschend an, und die Nasenflügel bewegten sich, als wollte
sie zornig aufwallen. »Mißtraust du mir, Mikelis?« fragte sie und zog
ihre Hand aus der seinen.
Er haschte sogleich wieder danach. »Ich vertraue dir, Ewe,« antwortete
er, »daß du's jetzt gut meinst. Aber was mit der Zeit geschieht ...«
»Mikelis!« --
»Ich sage: wenn wir gleich zum Pfarrer gehen könnten! Das kann doch
nicht sein. Und ich weiß nicht, ob dir nicht hinterher ein anderer
besser gefällt ...«
»Du denkst schlecht von mir.«
»Gewiß nicht, Ewe. Aber es kann sich selbst keiner so weit trauen.
Sonst wär's ja auch nicht nötig, daß der Pfarrer aus zweien ein Paar
machte.«
Sie senkte die Augen und zog die Lippe wie zum Lachen. »Es ist auch
nicht nötig, wenn zwei einander wirklich lieb haben,« entgegnete sie.
»Haben sie einander nicht lieb, so hält das auch nicht.«
Er nickte. »Freilich! Aber vom guten Willen hängt's doch ab -- von dem
allein. Und man weiß nicht, ob es beim guten Willen bleibt, wenn der
eine Teil sich gebunden hat und der andere fühlt sich frei. Ich will
nicht zum Gespött werden. Und wenn du's auch nicht so meinst, so wird's
doch nach meinen stillen Gedanken so sein, und daraus kann nichts
Gutes werden. Besser ist's, du bindest dich auch, damit wir für alle
Fälle gleichstehen. Dann ist kein Zweifel, daß wir früher oder später
glücklich zum Ziele kommen.«
»Wie soll ich mich binden?« fragte sie.