Möller.
[2]: Elisa und Möller hatten verabredet, in Godesberg
zusammenzutreffen, letzterer war aber gleich weiter gereist, weil er
dachte, bei dem schlechten Wetter würde die Freundin nicht gekommen
sein.
9.
(Ohne Datum.)
Sie bestreuen mir, geliebteste Gräfin, meine letzten Tage bis zur letzten
Minute mit Rosen und Vergißmeinnicht. Möchte ich doch von Mund zu Mund und
Auge in Auge Ihnen danken können! Ihr eben erhaltenes, liebes Briefchen,
sammt dem gestrigen rosigen, nehme ich mit als holde Unterpfänder Ihres
so lieben herzigen Wesens. Daß ich heute noch einmal Sie sähe -- habe ich
schon mit Sehnsucht gedacht in den schlaflosen Stunden der letzten Nacht.
Aber ich bin mit dem heillosesten Husten beschwert, der mich schon in der
letzten Stunde bei Ihnen matt gemacht hatte. Aufschieben darf ich die Reise
dennoch nicht, da sie mit meinem zeitigen Erscheinen auf der Synode in Unna
zusammenhängt, und da die Luft nicht kalt ist, fürchte ich nichts. Ich bin
nach drei Stunden schon bei meinen Kindern in Elberfeld und kann mich dort
pflegen bis morgen Abend. Wollte ich aber auch hier bleiben bis morgen, so
gewönne ich nichts hinsichtlich Ihrer, geliebte Freundin, denn ich könnte
Ihnen gar nichts sein! -- Die armen Erdenkinder! Wie müssen sie verleugnen
lernen! -- Doch ich habe ja viel Schönes genossen und erfahren. Dank,
süßen, schönen Dank Ihnen dafür! -- Ich grüße Immermann!