Ange erschrak. „Ich habe kein kleines Geld--“

„Ich werde wechseln gehen,“ wandte der Mann ein und sprang vom Bock.

„Nein, nein, warten Sie!“ erklärte Ange, eilte rasch an die Thür und

schnitt somit alle weiteren Fragen ab, die ihr Ungelegenheiten bereiten

konnten. Das Geld, das sie in C. zu sich gesteckt, hatte eben für die

Reise gereicht; sie vermochte den Kutscher nicht einmal zu bezahlen.

Nachdem Ange von dem Portier verständigt worden war, betrat sie das

Zimmer des Kriminalkommissarius. Einer der dort anwesenden Beamten wußte

nicht genau Bescheid, der Vorsteher war nicht anwesend. Es blieb Ange

die Wahl zu warten oder wieder zurückzukehren. Sie schwankte.

Bevor sie sich zum Gehen entschloß, fragte sie nach Tibet, und nach

einigem Hin- und Herreden empfing sie den Bescheid, der Inkulpat sei in

Haft, und es sei nicht möglich und gestattet, ihn zu sehen oder zu

sprechen.

Der Beamte, der höflich, wenn auch kurz Auskunft erteilt hatte, sah

befremdet empor, als Ange, in Gedanken verloren, vor sich hinstarrte.

Nun raffte sie sich auf und erklärte, in einigen Stunden wieder anfragen

zu wollen.

In der Thür wandte sie sich noch einmal um. „Ich bitte, dem Herrn

Kommissar bei seiner Rückkehr meine Karte übergeben zu wollen und zu

melden, daß ich mich eingefunden habe.“

Der Beamte schielte auf die Adresse, nickte gleichgültig und sah auf

seine Arbeit.

„Adieu!“

Dieser Gruß ward kaum erwidert. So ging Ange.

Ins Hôtel zurückgekehrt, ließ sie den Kutscher ablohnen und machte sich

nach etwas Ruhe und Erholung abermals nach dem Polizeibureau auf den

Weg.

Als sie nach längerem Warten endlich vorgelassen wurde, stand sie einem

ernsten Mann mit forschendem Blick gegenüber, und es entspann sich ein

längeres Gespräch.

„Ich komme, Herr Kommissar, wegen meines am vorgestrigen Tage

verhafteten Dieners Ernst Tibet.“

„Ich habe die Ehre, die Frau Gräfin von--“ Der Beamte suchte nach Anges

Namen, bat sie mit einer höflichen Bewegung, Platz zu nehmen, griff

hinter sich nach einem Aktenfascikel, blätterte darin und neigte

zustimmend den Kopf, als jene inzwischen das Wort „Clairefort“ selbst

hinzufügte.

„Ganz recht! Der Verhaftete beruft sich auf die Zeugenschaft der Frau

Gräfin Ange von Clairefort, geborenen Baronin von Butin, Gemahlin des

verstorbenen Rittmeisters Carlos von Clairefort. Ist dies richtig,

gnädige Frau!“ Der Kommissar erhob fragend den Blick.

Ange verbeugte sich.

„Die Vorgänge, die Umstände, welche die Verhaftung des Ernst Tibet

herbeiführten, sind Ihnen bekannt, gnädige Frau?--Nein?--Ich werde Ihnen

dann zunächst das Protokoll vorlesen. Indes, eine Vorfrage: Vermögen

Sie sich zu legitimieren? Ich bitte um Ihre Papiere.“

Ange wußte bei den mehrfach und gleichzeitig gestellten Fragen nicht

unmittelbar zu antworten; von allen blieb die letztere in ihr hasten.

„Legitimation? Ich verstehe nicht, Herr Kommissar!“

„Es würde ein amtlich beglaubigtes Schriftstück aus C., etwa von dem

dortigen Polizeimeister, genügen.--Sie haben kein solches?--Vielleicht

können Sie sich durch eine hiesige Persönlichkeit rekognoszieren

lassen.--Auch nicht?--Hm, das erschwert allerdings die Angelegenheit.“

In Anges Mienen trat ein Ausdruck von Enttäuschung und Unruhe zugleich,

und da ein Kriminalkommissarius wie ein Luchs auf der Lauer liegt und

jede verdächtige Bewegung beobachtet, auch niemals annimmt, daß ihm die

Wahrheit gesagt wird, sondern stets das Gegenteil vermutet, so sprachen

diese Dinge nicht eben zu Anges gunsten.

„Eine Legitimation ist durchaus erforderlich, gnädige Frau,“ fuhr der

Beamte achselzuckend fort. Die Schwierigkeiten, die sich unvermutet

erhoben, ängstigten Ange. Sie sah ihr Gegenüber einen Moment ratlos an.

„Ich müßte schon nach C. zurückreisen, Herr Kommissar. Ich weiß keinen

anderen Weg. Hier kenne ich niemanden. Giebt's keine Möglichkeit? Ich

bitte freundlichst um Ihren Rat.“

Der Beamte machte eine zweifelnde Bewegung, und in seinem Gesicht malte

sich nichts, was Ange hätte ermutigen können.

„Ich glaube allerdings, es wird nichts anderes übrigbleiben, als daß Sie

an Ort und Stelle--“

„Aber bedenken Sie, Herr Kommissar, ich bin gestern in aller Eile

abgereist, nun wieder zurück und abermals hierher!“

„Allerdings eine mißliche Aufgabe, gnädige Frau. Aber woher soll ich die

Überzeugung nehmen, daß ich die Ehre habe, mit der Frau Gräfin von

Clairefort zu sprechen? Die ganze Angelegenheit macht, ich muß es Ihnen

offen bekennen, einen wenig vertrauenerweckenden Eindruck. Der Inkulpat

hat sich äußerst verdächtig benommen. Nachdem er die sehr wertvollen,

wie ich hier berichtet finde, auf eine ganz ungewöhnlich große Summe

abgeschätzten Diamanten anfänglich als sein Eigentum bezeichnet hatte,

zog er später diese Aussage zurück und weigerte sich, den Namen seines

Auftraggebers zu nennen. Der Juwelier mußte Verdacht schöpfen und war in

der That selbst die Veranlassung, daß die Verhaftung erfolgte. Was ist

denn Ihnen über den Fall bekannt, gnädige Frau?“

Ange berichtete, was sie wußte. Sie erzählte, daß sie ein Telegramm und

in diesem die Aufforderung erhalten habe, sofort nach Frankfurt zu

eilen. Und während sie das erörterte, kam ihr, wie ihr schien, eine

zutreffende Bemerkung.

„Daß ich die Gräfin von Clairefort bin, Herr Kommissar,“ fuhr sie fort,

„mag genügend daraus erhellen, daß nur ich die ohne Zweifel mit Ihrer

Genehmigung abgesandte Depesche empfangen konnte und solche auch in der

That erhielt. Wollte der Verhaftete eine andere Persönlichkeit

einschieben, welche Möglichkeit Sie anzunehmen scheinen, so mußte er

entweder diese zugleich benachrichtigen oder sich in der Zwischenzeit

mit mir in Verbindung setzen. Wie sollte das geschehen sein? Ich

erkläre, daß ich die Gräfin von Clairefort bin, daß ich meinen Diener

beauftragt habe, meine Diamanten zu veräußern, und daß er nur aus

Delikatesse meinen Namen verschwieg. Die Umstände, welche ihn dazu

veranlaßten, sind so trauriger Art“--Ange stockte und senkte das

Auge--„daß Sie darin nur etwas Selbstverständliches finden würden, Herr

Kommissar, wenn Ihnen solche bekannt wären.“

Der Beamte sah Anges Bewegung und legte ihr durch einige artige Worte

seine Teilnahme an den Tag. Dann aber nahm er zu dem Gegenstand selbst

Stellung und sagte:

„Was Sie als untrüglichen Nachweis anführen, meine gnädige Frau, ist für

mich keiner. Ich bitte, nur den einen Fall ins Auge zu fassen, und ein

solcher ist unzähligemal vorgekommen. Was kann bei solchen Gelegenheiten

nicht alles vorbedacht und abgesprochen sein! Stößt dem Schwindler oder

Dieb eine Ungelegenheit zu, bezeichnet er als Entlastungszeugen eine mit

ihm im Bunde stehende Persönlichkeit, die sich also im vorliegenden Fall

etwa--Frau von Clairefort nennt. Diese erscheint, macht ihre Aussagen,

und der gemeinsame, an einer dritten Person ausgeführte Diebstahl--wer

weiß wo; in Paris, Madrid oder sonst in der Welt!--bleibt nicht nur

unentdeckt, sondern die Komplicen ziehen noch mit triumphierender Miene

ab.--Ohne Zweifel verhält sich das alles in diesem Falle nicht, wie ich

hier dargelegt habe, aber bedenken Sie, daß es doch möglich sein könnte

und welche Verantwortung auf mir lastet. Meine vielen Geschäfte

gestatten mir im allgemeinen nicht, mich mit Zeugen in Erörterungen über

Eventualitäten einzuladen. Ich gehe streng nach meinen Vorschriften.

Wird erfüllt, was ich gesetzlich zu verlangen habe, schreite ich an die

Prüfung und entscheide. Legitimieren Sie sich, und ich werde Ihre

Aussagen protokollieren, diese mit denen des Tibet vergleichen, Sie

beide konfrontieren und, wenn ich die Überzeugung gewinne, daß ein

falscher Verdacht vorliegt, mit größter Genugthuung Ihren Diener

entlassen und Sie in den Besitz Ihres Eigentums setzen.“

Ange ließ mutlos den Kopf sinken.

„Also es giebt gar keinen--gar keinen Ausweg, Herr Kommissar?“ fragte

sie und sah ihn mit feuchten Augen an. „Bedenken Sie gütigst! Ich, eine

einzelne Dame! Noch stehe ich unter den Nachwirkungen einer so ernsten

Trauer, mein Gatte ist eben gestorben. Ich reiße mich von allem los und

eile hierher; nun soll ich nochmals zurück! Und dazu die

Peinlichkeit, in dieser Angelegenheit mit den Ortsbehörden zu

verhandeln!--Diamantendiebstahl! Verhaftung! Das alles klingt, als ob

wirklich ein Vergehen vorläge, und doch ist alles so korrekt wie nur

möglich. Ich bitte, ich flehe Sie an, helfen Sie mir! Ich schwöre Ihnen

zu, daß ich die Wahrheit rede! Sehe ich aus wie eine Betrügerin? Ihr

scharfer Blick muß es erraten, daß ich die volle Wahrheit rede!“

Der Beamte sann einen Augenblick nach, dann sagte er:

„Meinen persönlichen Empfindungen darf ich nicht folgen. Diese sprechen

zu Ihren gunsten, gnädige Frau--ich bitte, beruhigen Sie sich.“ (Ange

brach in Thränen aus.) „Ich will Ihnen einen Vorschlag machen: ich werde

an den Polizeimeister in C. telegraphieren. Vermag dieser zu

recherchieren, daß Sie in C. wohnen, gestern abgereist sind--wann,

bitte, mit welchem Zug?--Sehr wohl!--auch Ihr Signalement und dasjenige

Ihres Dieners beizufügen--würden Sie endlich das Original der Depesche

mir einhändigen können, welche Sie von Ihrem Diener empfingen, so wäre

ich hinreichend gedeckt und verspreche Ihnen eine rasche Untersuchung

und Erledigung.“

Ange atmete erleichtert auf.

„Wann darf ich also wieder erscheinen, Herr Kommissar?“

„Ich denke, übermorgen vormittag werde ich im Besitz alles dessen sein,

was erforderlich ist.“

„Nicht früher?“ warf Ange enttäuscht ein.

„Ich glaube nicht, daß es möglich sein wird.“

„Und darf ich meinen Diener sprechen?“

„Ich bedaure, gnädige Frau--“

„Aber er könnte doch benachrichtigt werden, daß ich hier bin und daß

alles eingeleitet ist! Sie würden mich sehr verbinden. Der arme Mensch

wird in einer entsetzlichen Unruhe sein, und Sie begreifen, daß ich ihn

daraus befreien möchte.“

„Diese Bitte will ich auf Ihren besonderen Wunsch erfüllen, gnädige

Frau.“

Der Kommissar klingelte.

„Ich danke Ihnen für diese besondere Rücksicht, Mein Herr,“ sagte Ange,

stark betonend.

Der Beamte neigte höflich den Kopf und erhob sich. „Also auf übermorgen

zehn Uhr. Ich stehe dann zu Diensten. Ich empfehle mich Ihnen, gnädige

Frau.“

Eine stumme Verbeugung, nochmals ein Dankeswort, dann war Ange draußen.

„Nach der Pelzhandlung von M.!“

„Straße? Nummer?“

Ange antwortete, stieg ein und der Wagen rollte fort. Nach zehn Minuten

befand sie sich an Ort und Stelle. Sie brachte ihr Anliegen vor und

wartete voll Ungeduld auf die Entscheidung. Diese erfolgte erst nach

längerer Zeit.

„Wir haben im ganzen nicht viel Neigung zum Kauf, obgleich der Pelz sehr

schön ist,“ sagte der Händler, welcher sich mit seiner Umgebung beraten

hatte. „Für derartige Ware haben wir hier so gut wie keine Verwendung.

Indessen, wollen Sie ihn mit achtzig Thalern abgeben, kann das Geschäft

gemacht werden.“

Seit Wochen hatte sich Ange nicht so glücklich gefühlt. Sie hätte

aufjauchzen können in der Erleichterung ihrer Seele. Achtzig Thaler! Sie

hatte zwar mehr erwartet, da der Pelz mehrere Hunderte gekostet hatte,

aber sie empfing Geld--überhaupt Geld, und--dann fand sich alles andere.

Ange nickte, that noch eine Frage wegen Rückkaufs, empfing den Betrag

und entfernte sich.

Nach einer Abwesenheit von fast zwei Stunden kehrte sie nun abermals ins

Hôtel zurück.

* * * * *

Wer das Leben beobachtet, wird finden, daß diejenigen das höchste

Ansehen genießen, welche allezeit den Kopf über das Herz stellen, und in

der That sind diese Menschen die eigentlichen Erhalter unserer sozialen

Verhältnisse. Was sollte heute aus einer Welt werden, in der die

Menschen nach den idealen Vorschriften einer biblischen Bergpredigt

handeln wollten?

Anders steht es mit dem Glück solcher Personen. Die tausendfachen Reize,

welche den Gemütsmenschen zu teil werden--und mögen diese auch nur

bestehen in dem Wechsel zwischen Erfolg und Enttäuschung--entgehen

ihnen. Der Gemütsmensch genießt jede Sekunde, der Verstandesmensch

entbehrt oft alles. Jener befindet sich bis zum Grabe in einem

köstlichen Rausche, dieser--oft ohne wesentlichen Kampf mit der

Außenwelt, der Illusionen bar, lernt den eigentlichen Zauber des Lebens

gar nicht kennen.

Ange hatte den furchtbaren Ernst ihrer Lage begriffen, und der feste

Entschluß, ein neues, auf Pflichttreue beruhendes Leben zu beginnen, war

stark und lebendig in ihr geworden; aber ihre lebensfrohe Weltanschauung

und ihre sorglose Unerfahrenheit gewannen doch leicht wieder die

Oberhand und verführten sie, mehr dem Impuls des Augenblicks zu folgen,

als das Ende der Dinge ins Auge zu fassen. Gestärkt durch neue

Hoffnungen und im Besitz einiger Mittel, verwischten sich vorübergehend

die Eindrücke der letzten Tage, und mit dem halbbewußten Anreiz, sich

ihre glückliche Stimmung zu erhalten, durchschritt sie nach dem

eingenommenen Mittagessen die Hauptstraßen, guckte in die Läden und

betrachtete mit naiver Freude alles, was sich neues ihrem Auge bot.

Die schönen Gegenstände, welche in den Schaufenstern ausgebreitet lagen,

reizten ihre Kauflust. Was ihr gefiel, hatte sie bisher stets

erhalten--sich erbeten oder selbst gekauft; niemals fand sie den

geringsten Widerstand. Nun fielen ihr die Kinder ein! Statt eines Tages

würde sie viele Tage fortbleiben! Dafür mußten ihre Lieblinge doch in

etwas entschädigt werden!

Unter diesem Gefühlsdrange betrat sie ein Magazin und wählte aus: da

war etwas für die kleine Ange, hier etwas für Jorinde und Fred, und da

keines der Kinder bevorzugt werden durfte, kaufte sie auch einige

hübsche Überflüssigkeiten für Ben und Erna.

Als der Verkäufer die Rechnung summierte, erschrak Ange. Aber dann

stellte sie sich die Freude und den Jubel der Kleinen vor, gedachte

nochmals der mancherlei Entbehrungen, welche sie durch ihre Abwesenheit

erleiden würden, und befahl ohne Zaudern, die Gegenstände abzusenden.

Und dennoch tauchte, als sie draußen zum Nachdenken gelangte, ein

bekanntes ernstes und tadelndes Gesicht vor ihr auf; ja sie hörte eine

Stimme, die sie sanft schalt und ihr zurief: „Niemals wirst Du die

Erfahrungen des Lebens Dir zu nutze machen! Immer wissender wirst Du

werden, nicht weiser!“ Es war Teut, der auch diesmal vor ihrem inneren

Auge erschien.

Ange erschrak vor sich selbst. Selbsterkenntnis war ihr gekommen,

seitdem sie Teut kennen gelernt, Entschlüsse waren in ihr gereift,

nachdem Carlos davongegangen und sie in Not zurückgelassen hatte, aber

der Gang durch die Schule des Lebens war noch zu kurz, um seine volle

Wirkung zu üben.

Den Rest des Tages benutzte sie, um an die Kinder und nochmals an Teut

zu schreiben. In ihrem ersten Briefe an ihn hatte sie nur Kunde gegeben

von Carlos' plötzlichem Tode; nun bat sie den Freund, ihr in ihrer Lage

zu raten. Mit ihrem Zartgefühl zauderte sie lange, die Zukunft zu

berühren. War in diesem Falle Rat erbitten nicht gleichbedeutend mit

einem Anspruch auf Teuts erneuerte opferthätige Freundschaft?

Dennoch schrieb Ange.

Nachdem sie aber die Feder aus der Hand gelegt, nochmals alles überlesen

hatte, und nun den Brief einfalten wollte, stiegen plötzlich Stolz und

Scham wie heiße Feuer in ihr empor. Sie zauderte, und aus diesem Zaudern

entstand ein unabänderlicher Entschluß. Ange zerriß, was sie dem Papier

anvertraut, und warf's in den Kamin.

Es war ein qualvoller, heftiger Widerstreit, der sich in ihrem Inneren

erhob. Hier winkten Sorglosigkeit, Fülle vielleicht, mindestens aber

alles, was ihre Kinder schützen würde vor der Grausamkeit des Lebens.

Dort, in der Zukunft, lagen harte Arbeit, Entbehrung und alle die

entsetzlichen Begleiter dieser Quälhexe des Daseins.

Und dennoch, und dennoch! Schon die bisherigen Wohlthaten Teuts

brannten wie glühendes Eisen auf ihrer Seele. Und diese noch

vermehren?--Niemals! Um keinen Preis! Es war jetzt, wie's war! Etwas

blieb! Darben würde sie nicht, wenn sie alles veräußerte. Am besten, sie

floh vor dem Freunde für immer, um so mehr, weil sie ihn liebte und weil

diese Liebe sie zu einer nachgiebigen Schwäche hinreißen konnte, die sie

sicher bereuen würde.

* * * * *

Vier Tage nach dem eben Erzählten saßen sich Ange und Tibet in einem

Zimmer des Hotel de Russie gegenüber.

Letzterer war am Tage vorher aus der Haft entlassen worden, und hatte

Anges Eigentum zurückerhalten. Eben hatte er, der Aufforderung seiner

Herrin folgend, Platz genommen und sich einer ehrerbietigen Haltung

entäußert, die unter den bestehenden Verhältnissen auch als etwas

Nebensächliches erscheinen mußte.

„Endlich, endlich, mein guter, braver Tibet!“ sagte Ange und reichte dem

treuen Menschen die Hand. „Und nun berichten Sie! Ist alles gut

verlaufen? Wieviel haben Sie empfangen?“

Über Tibets Gesicht flog ein zufriedenes Lächeln; er griff in die

Seitentaschen seines Rockes und legte Ange ein Papier vor, das diese

zwar neugierig betrachtete, aber ohne Verständnis wieder aus der Hand

gleiten ließ.

„Es ist ein Check auf die Firma Erlanger, Frau Gräfin.

Fünfundfünfzigtausend Mark haben wir erhalten.“

„Wie? Fünfundfünfzigtausend Mark? Viel; nicht, Tibet?“ rief Ange naiv

und voller Freude.

„Ich glaube, daß wir mehr bekommen hätten, Frau Gräfin, wenn--“

„Wenn?“

„Die Frau Gräfin wünschten eine rasche Erledigung. Wenn ich das Angebot

in scheinbar längere Überlegung gezogen hätte, würde möglicherweise ein

größerer Preis erzielt worden sein!“

„Vielleicht, vielleicht, Tibet! Aber unter den gegebenen

Verhältnissen--“

„Wenn die Frau Gräfin meine Bitte erfüllt haben würden, wenn ich

vorläufig hätte eintreten dürfen--“

„Nun kommen Sie schon wieder mit den alten Dingen! Ist's denn nicht gut

so? Fünfundfünfzigtausend Mark! Das ist weit über meine Erwartung!

Wieviel meinen Sie, Tibet, daß die Veräußerung meiner Einrichtung

bringen wird? Hatte der Graf versichert? Wissen Sie etwas darüber?“

„Es ist eine sehr große Summe, Frau Gräfin. Ich erinnere mich nicht

genau, wieviel es gewesen ist. Allein die Gemälde im Salon haben einen

bedeutenden Wert.“

„Ah, so daß ich doch nicht ganz eine arme Kirchenmaus sein werde! Wie

hoch belaufen sich unsere Schulden, die rückständigen Zahlungen der

letzten Zeit?“

„Sie sind nicht unbedeutend, Frau Gräfin. Aber falls Frau Gräfin, was

ich nicht hoffe, die Einrichtung veräußern, wird wohl gewiß das Doppelte

von dem herauskommen, was ich heute für die Diamanten erzielt habe.“

„Also viel, Tibet, sehr viel! Nehmen wir an, daß mir hunderttausend Mark

bleiben--werde ich diese wohl behalten, nachdem die Schulden, auch

diejenigen an Baron von Teut, abgetragen sind?--Ja?--Sie wissen

nicht?--Nun, nehmen wir an, daß mir so viel bliebe--wieviel Zinsen giebt

das vom Kapital?“

„Viertausend Mark, wenn dieses sicher angelegt werden soll, Frau

Gräfin.“

„Viertausend Mark--und damit sollten wir uns in einer kleinen Stadt

nicht bescheiden einrichten können? Wie glücklich bin ich, daß

wenigstens das meinen Kindern erhalten bleibt!“

Tibet seufzte. Er schien Anges Hoffnungen keineswegs zu teilen.

„Nun. Sie Zweifler, was ist denn jetzt wieder?“

„Der Herr Baron wird sicher nicht leiden, daß die Frau Gräfin Ihre

Einrichtung verkaufen. Schon wegen der Diamanten werde ich einen

schweren Stand mit ihm haben.“

Aber Tibet bereute, was er gesprochen hatte, denn die Frau, die ihm

gegenüber saß, sagte in einem völlig veränderten und keinen Widerspruch

duldenden Ton:

„Was hat Herr von Teut mit diesen Angelegenheiten zu thun? Ist er mein

Vormund? Ich wünsche durchaus keine Einmischungen in meine

Geldangelegenheiten von seiner Seite. Und damit Sie es wissen, ein für

allemal wissen, Tibet: ich verbiete Ihnen, ohne meinen Willen und meine

Zustimmung dem Baron irgendwelche Mitteilungen über meine Verhältnisse

zu machen. Ja, noch mehr. Wenn ich C., was unmittelbar geschehen wird,

verlasse, darf er meinen Aufenthalt nicht erfahren. Ich würde

irgendwelche Äußerung von Ihrer Seite, die ohne meine Genehmigung

geschieht, als eine Indiskretion, ja als einen Treubruch ansehen, und

Sie würden meine Freundschaft verlieren, die Sie heute in so hohem Grade

besitzen.“

„Frau Gräfin--“

„Und überall und zur Klarstellung über das, was ich unabänderlich

beschlossen, Tibet,“ fuhr Ange, ohne Tibets Einwand zu beachten, in

einer diesem Mann gegenüber vielleicht ungeeigneten, aber ihrer Natur

entsprechenden Offenheit fort, „merken Sie sich folgendes: Sie werden es

verstehen, und ich sage es Ihnen, weil wir uns in diesem Augenblicke

nicht gegenübersitzen als Herrin und Diener, sondern als zwei durch

lange Jahre und nun auch durch ein trauriges Schicksal verknüpfte

Personen. Es giebt niemanden auf der Welt, den ich so hoch schätze wie

den Baron von Teut; er ist mein bester, mein treuester Freund, wie Sie,

Tibet, es meinem verdorbenen Gemahl gewesen sind. Aber die Dauer der

Freundschaft ist fast immer bedingt durch Gleichartigkeit der

Lebensverhältnisse. Da diese sich verändert haben, so könnte unser

bisheriges gutes Einvernehmen Schaden leiden, und um unter allen

Umständen solches zu verhüten, will ich ihn in Zukunft meiden. Ich kenne

ihn. Seine freigebige Hand kann sich nicht schließen, ich aber will

keine Wohlthaten empfangen, und wenn ich hungern sollte! Daraus ergiebt

sich alles. Auch wir müssen uns trennen, mein braver Tibet! Ich vermag

Ihnen nichts zu bieten und darf Sie nicht zurückhalten, sich ein anderes

sicheres Brot zu suchen.“

„Wie--auch mich wollen Sie von sich stoßen, Frau Gräfin?“ rief Tibet.

„Ich will Sie nicht von mir stoßen! Ach, Tibet, ich trenne mich nur

allzu schwer von Ihnen. Aber gestehen Sie selbst! Meine Einnahme wird in

der Folge gering sein, meine Familie ist zahlreich; ich kann Sie nicht

belohnen, wie ich es möchte. Ja, noch mehr: ich kann Ihnen überhaupt

nicht--“

„Ich wünsche auch gar nichts, Frau Gräfin. Ich bitte nur, bei Ihnen und

den Kindern bleiben zu dürfen, die mir ans Herz gewachsen sind.“ Den

Schlußsatz sprach Tibet, dieser unverbesserliche Egoist, nicht ohne

Berechnung. Und er täuschte sich auch nicht bezüglich der Wirkung seiner

Worte.

Immer, wenn die Kinder in Frage kamen, ward Ange wieder schwach oder

schwankend. Sie hingen voll Zärtlichkeit an dem alten Diener des Hauses.

Sie stellte sich vor, wie gut er stets mit ihnen gewesen, wie er ihre

Schwächen kannte und wie günstig er sie stets beeinflußt hatte; ja,

welche Entbehrung eintreten werde, wenn er nicht mehr in ihrer Nähe sein

würde.

Ange schüttelte denn auch nur den Kopf; sie bewegte ihn wie jemand, der

nicht nein und nicht ja zu sagen vermag.

Aber endlich gewann doch das Vernünftige wieder die Oberhand, und sie

sagte:

„Und dennoch nein--nein, Tibet. Sie sind nicht mehr jung--wollen Sie die

besten Ihnen noch bleibenden Jahre sich verkümmern, gar mit der Aussicht

in eine Abhängigkeit treten, welche sicher ein sorgenfreies Alter

abschneidet?“

„Dafür ist gesorgt, Frau Gräfin. Ich habe ein kleines Kapital, wie Sie

aus meinem bescheidenen Anerbieten bereits erfahren haben. Ich strebe

nicht nach Geld! Lassen Sie mich wenigstens vorläufig bei Ihnen bleiben!

Die nächste Zeit erfordert so viel! Zuerst werde ich die ganze

Abwickelung in C. besorgen müssen, dann kommt der Umzug, die

Neueinrichtung, die Eingewöhnung in die neuen Verhältnisse. Das

erfordert gewiß ein Jahr, in dem ich mich Ihnen nützlich machen kann.“

Ange sah dem trefflichen Menschen ins Auge, und eine Thräne der Rührung

stahl sich in ihr eigenes.

„Gut, unter einer Bedingung, Tibet!“ entschied sie, während sie ihre

Empfindungen zurückdrängte „Sie versprechen mir, daß Sie meine vorher

geäußerten Wünsche erfüllen, daß Sie dem Baron von Teut--“

Tibet hatte bei den ersten Worten dankbar das Haupt geneigt, jetzt trat

ein unverkennbarer Ausdruck der Unruhe in seine Züge.

„Nun, Tibet?“ unterbrach sich Ange.

„Darf ich offen sprechen, Frau Gräfin?“

Ange nickte, ergriff einen kleinen Gegenstand, der auf dem Tische lag,

rollte ihn in ihrer Hand auf und ab und horchte mit einem Anflug von

Spannung auf.

„Ich gab Herrn Baron von Teut beim Abschied mein Wort, Frau Gräfin, ihm

von allem Mitteilung zu machen, was die gräfliche Familie anbeträfe. Ich

meine,“ setzte er schnell auf einen stolzen Blick aus Anges Augen hinzu,

„ihm sogleich Nachricht zu geben, wenn bei den einmal begehenden

Verhältnissen Ungelegenheiten eintreten sollten. Ich versprach es nach

einigem Zaudern, denn früher--damals, als der Herr Baron zuerst ins

Hauswesen eingriff--hatte ich jede derartige Zumutung abgelehnt. Nun

wußte ich sicher, daß ich etwas Gutes, Ihnen nur Nützliches damit

bewirken könne, und sagte zu, was er von mir wünschte. Aber noch etwas

anderes, Frau Gräfin: der Herr Baron ist, soviel ich weiß, von dem

seligen Herrn Grafen zum Vormund der Kinder eingesetzt, und derselbe hat

ihm auch Vollmacht gegeben, Ihre Vermögensangelegenheiten selbständig in

die Hand zu nehmen. Haben Sie nichts in dem letzten Willen des Herrn

Grafen--in seinem Testament gefunden?“

„Ah!“ murmelte Ange erregt und wie abwesend vor sich hinstarrend.

„Und zudem, Frau Gräfin,“--fuhr Tibet, Mut gewinnend, fort--„welchen

Nutzen wird es haben, wenn Sie alles verkaufen? Sie bedürfen doch einer

Einrichtung, auch an einem anderen Ort! Und glauben die Frau Gräfin

nicht, daß der Herr Baron bald ausfindig machen wird, wo Sie sich

aufhalten, und wird er nicht--“

Ange erhob sich und ging unruhig im Zimmer auf und ab.

Sie rückte an den mit Plüsch bezogenen Stühlen, zupfte an der Tischdecke

und stieß mit dem kleinen Füßchen ein Schnitzelchen Papier unter das

Sofa.

„Nein!“ sagte sie und richtete sich empor. „Ich weiß nichts von diesem

letzten Willen meines Gemahls, und ich fand nichts Derartiges unter

seinen Papieren. Wozu sollte das auch dienen? Bin ich nicht selbst der

natürliche Vormund meiner Kinder?“ Und nach kurzer Pause fuhr sie, in

ihren naiven Ton zurückfallend, fort: „Müßte ich mich denn fügen, wenn

wirklich ein solches Abkommen vorhanden wäre?“

„Ohne Zweifel, Frau Gräfin.“

„Nun, dann mag es sein! Mag der Vormund raten, aber--“

Ange fiel in den Sessel zurück und bewegte in starker Erregung den Kopf.

Was sie eben gesprochen, hatte sich unwillkürlich hervorgedrängt. Es war

nichts, was an Tibet gerichtet war. Er verstand dies auch, denn er

schwieg taktvoll.

„Meine Kinder sollen“--hob Ange von neuem an--„etwas Tüchtiges lernen,

und wenn es ein Handwerk ist. Je früher sie leistungsfähige Menschen

werden, desto eher werden sie sich ihr Brot verdienen können. Darauf

wird sich meine Sorge richten müssen. Freilich, für die Mädchen ist es

schwer!

Ich werde sehen, was sie zu begreifen und später nützlich zu verwerten

vermögen. Das ist mein Plan und mein unumstößlicher Entschluß. Wo ich in

Ehren mir Erleichterungen verschaffen kann--Erleichterungen, die man

Unbemittelten in den Schulen durch Stipendien in ähnlichen Fällen

gewährt, werde ich sie suchen. Komme ich in die Lage, ein Darlehen zu

nehmen, so werde ich das als ein Geschäft betrachten--kurz, Tibet, ich

gehe meinen eigenen geraden Weg, und nichts, nichts wird mich davon

zurückbringen oder abhalten!“

„Gewiß, gewiß, Frau Gräfin,“ bestätigte Tibet einlenkend und voll

Staunens. War das dieselbe Frau, die er seit so vielen Jahren in fast

hilfloser Weise sich hatte bewegen sehen, die immer wie ein

unerfahrenes, von jedem Impuls getriebenes Wesen gehandelt, die selbst

einem Teut seiner Zeit das um ihrer Kinder willen abgebettelt, was sie

doch als recht und vernünftig erkannt hatte!?

Er machte, von der Entschiedenheit ihres Wesens betroffen, auch

fernerhin keinen Einwand mehr, verneigte sich nur stumm und bat, ihn

wegen der Reisevorbereitungen zu entlassen.--

Die Nachwirkung der vorhergegangenen Aufregung trat erst später bei Ange

ein. Zunächst hielt sie noch die Sehnsucht nach den Kindern, dann die

freudige Erwartung des Wiedersehens aufrecht.

Als der Zug sich am Tage der Rückkehr C. näherte, als Ange sich

vorstellte, alle ihre Lieblinge am Bahnhofe wiederzusehen, klopfte ihr

das Herz so gewaltig, daß ihr fast der Atem stockte: und als endlich das

Ziel erreicht war, als die Kinder ihre Händchen ausstreckten und sie

beim Aussteigen küssend und jubelnd umringten, da erschien Ange alles,

was vorgegangen, geringfügig gegen diesen Augenblick des Glücks.

* * * * *

Ange hatte bereits auf der Rückfahrt noch einmal mit Tibet überlegt,

welche Schritte für die Zukunft einzuschlagen seien. Sie blieb dabei,

ihren Haushalt aufzulösen und C. zu verlassen; Tibet sollte nicht nur

mit dem Besitzer der Villa wegen einer früheren Auflösung des

Mietvertrages sprechen, sondern auch die Dienerschaft sofort entlassen.

Das sämtliche entbehrliche Mobiliar, Pferde und Wagen, alle Kunst- und

Luxusgegenstände wollte Ange veräußern und sich mit dem Erlös aus diesen

und anderen zu verkaufenden Gegenständen in eine kleine Stadt

zurückziehen. Über den Ort hatte sie sich noch nicht schlüssig gemacht.

Jeder Tag, an welchem der kostspielige Haushalt fortdauerte, schmälerte

das Kapital, das Ange unter Berücksichtigung der noch zu lösenden

Verpflichtungen endlich verbleiben konnte.

Eine Stütze fand sie in dem Polizeimeister von C., dem sie gleich nach

ihrer Rückkehr einen Besuch machte, um ihm für seine erfolgreiche Hilfe

zu danken. Er riet ihr, vor der öffentlichen Veräußerung der Einrichtung

abzurufen, und versprach, mit Rat und That beizustehen. Auch überlegte

er in einer längeren Unterredung mit ihr den Wohnort und gab Ange

Ratschläge, die ihr bei ihrer Unerfahrenheit von großem Nutzen waren.

Anges Entschlüsse wurden auch nicht erschüttert, als nun an einem

Morgen endlich zwei Briefe einliefen, von denen einer von Teut selbst

mit zitternder Hand geschrieben war und die Worte enthielt: „Heute nur

mein innigstes Beileid, liebe Ange; Carlos' Tod hat mich aufs tiefste

ergriffen. Ich bin voll Sorge daß ich nicht jetzt bei Ihnen sein kann,

um Sie zu trösten und Ihnen helfend zur Seite zu stehen. Aber ich liege

schwerverwundet darnieder und--“

Hier brach das Schreiben ab, dem nur noch ein undeutliches A.v.T. später

hinzugefügt war.

Der zweite Brief, der von Teuts Diener Jamp abgefaßt und einige Tage

später abgesandt war, teilte im Auftrage des Herrn Rittmeisters mit, daß

die Geschäftsangelegenheiten geordnet werden würden, daß der Herr

Rittmeister neuerdings einen Rückfall gehabt habe, daß der Herr

Rittmeister den Kindern Grüße sende und daß der Herr Rittmeister

ausführlicher schreiben werde, sobald er nur wieder bei Kräften sei.

Ja, einige Tage später kam noch ein Schreiben, das folgendermaßen

lautete:

„Frau Gräfin werden verzeihen, wenn ich nochmals schreibe, indem Herr

Rittmeister neulich stark phantasierten, und sollte ich heute Frau

Gräfin schreiben, daß ich nach Herrn Rittmeisters Verwalter geschrieben

hätte, alles für Frau Gräfin auf Schloß Eder in Bereitschaft zu setzen,

und Frau Gräfin so gut sein möchten, dahin abzureisen, aber Herrn

Verwalter vorher in ergebende Kenntnis zu setzen, wann Frau Gräfin

einträfen.

Herr Rittmeister raten Frau Gräfin nichts zu unternehmen, zu thun, bis

Herr Rittmeister wieder gesund sind, aber bald abzureisen.

Eine vornehme Frau · 第 14 / 18 题