_Hagéville_, 23. X. 1914.
Liebste Freundin,
gestern schrieb ich Dir in Unruhe um August eine Karte und heut schon
schreibt mir Maria ganz traurig und verstört, daß wir ihn alle verloren
haben. Ich bin so traurig und beklommen davon, daß Du es August's und
Deinem Freunde schon verzeihst, wenn ich Dir auf dieser kleinen Karte
nicht mehr schreibe, als daß ich nun das Ärgste weiß; und mit Dir um ihn
trauern werde, so lange ich noch lebe und male! Vergiß uns, Maria und
mich, nicht über dem Leid. Wir haben ein Häuschen und möchten Kinder
sehen und unsere Freundin bei uns, so oft Du nur magst. Was Dir die
Deinen sind, können wir Dir gewiß nie sein -- aber das andere, was Dir
und uns allen dieser grausame Krieg geraubt und getötet hat, die Malerei
von August, das Erbe seiner Ideen -- dies Leben sollst Du bei uns
weiterleben und pflegen, so oft und viel Du willst. Laß Dir die Wangen
streicheln von