2. Okt. 14.

L. M., man hat mich heute dem Garnisonslazarett überwiesen, wo ich in

sorgfältige Behandlung kommen soll. Meine neue Adresse ist also nicht

mehr Jägerkaserne, sondern _Schlettstadt, Garnisonslazarett, Zimmer 9_.

Es war ganz nett, daß ich gestern in dem originellen Städtchen (noch

viel mehr die Stadt »Perle« als Insterburg) noch herumbummelte; aber ich

fühlte mich nachts wieder so schlecht, daß ich mich heute einfach

selbständig ins Garnisonslazarett begab und mich dem Oberstabsarzt

vorstellte. Denn in der Jägerkaserne kümmerte sich kaum jemand um mich,

ich hätte mich dort unbekümmert erholen können, aber ohne rechte

Aufsicht und Krankenkost. Hier bin ich in einem richtigen Krankenhaus

unter beständiger Aufsicht. Wollen sehen, wie lange es dauert. Um wieder

hinauszugehen, muß ich mich _ganz_ gesund fühlen, sonst thu ich es

nicht. Seid nun jedenfalls ganz beruhigt über meine Pflege und

Wohlergehen; es wird schon auch bald wieder besser gehen. Der schöne

Herbsttag! Morgens war Nebel, dann glänzte auf einmal der Herbsttag auf.

Essen meine Rehkinder auch Kastanien? Hier liegen alle Wege voll. In den

Frostnächten springen sie auf und fallen ab.

Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen. Erster Band · 第 15 / 158 题