L. M., man hat mich heute dem Garnisonslazarett überwiesen, wo ich in
sorgfältige Behandlung kommen soll. Meine neue Adresse ist also nicht
mehr Jägerkaserne, sondern _Schlettstadt, Garnisonslazarett, Zimmer 9_.
Es war ganz nett, daß ich gestern in dem originellen Städtchen (noch
viel mehr die Stadt »Perle« als Insterburg) noch herumbummelte; aber ich
fühlte mich nachts wieder so schlecht, daß ich mich heute einfach
selbständig ins Garnisonslazarett begab und mich dem Oberstabsarzt
vorstellte. Denn in der Jägerkaserne kümmerte sich kaum jemand um mich,
ich hätte mich dort unbekümmert erholen können, aber ohne rechte
Aufsicht und Krankenkost. Hier bin ich in einem richtigen Krankenhaus
unter beständiger Aufsicht. Wollen sehen, wie lange es dauert. Um wieder
hinauszugehen, muß ich mich _ganz_ gesund fühlen, sonst thu ich es
nicht. Seid nun jedenfalls ganz beruhigt über meine Pflege und
Wohlergehen; es wird schon auch bald wieder besser gehen. Der schöne
Herbsttag! Morgens war Nebel, dann glänzte auf einmal der Herbsttag auf.
Essen meine Rehkinder auch Kastanien? Hier liegen alle Wege voll. In den
Frostnächten springen sie auf und fallen ab.