Freitag Mittag hab ich glücklich meine Truppe wieder gefunden; das
Heeresgewirr, durch das ich mich durchgearbeitet habe, hättet Ihr sehen
sollen. Das kann man nur erleben, aber nicht sich vorstellen. Und jetzt
sind wir schon wieder in Deutschland! (wenigstens die Kolonnen). Wir
zogen von _Lubine_ über den berühmten Vogesenpaß, den Napoleon von _St.
Dié_ nach _Urbais_ 1854 anlegen ließ (nicht unähnlich dem Kesselberg),
ein prachtvoller Übergang. Auf der Grenze trafen wir die Zerstörungs-
und Verteidigungsreste erbitterter Grenzgefechte vom Anfang des Krieges.
Wir gingen über _Urbais_ hinaus bis Grube zurück; hier machte ich den
Quartiermeister (da man fast nur französisch sprechend von den Elsässern
was erreichen kann (!!). Ich habe dabei für mich nicht schlecht gesorgt,
ein reizendes Zimmerchen, famoses Bett, durchgeschlafen von 8 h bis 6 h,
Waschgelegenheit, Frühstückskaffee, usw. Man wird ganz kindisch im Genuß
solcher -- Selbstverständlichkeiten -- _d'autrefois_. Ob wir nun nach
Schlettstadt-_Belfort_ kommen, oder allmählich wieder über den Paß nach
Frankreich vorgehen, ist bis jetzt nicht zu ermitteln. Ich wollt, wir
blieben einmal ein paar Tage hier. Ich bin gestern 18 Stunden geritten!
Wie geht es wohl Dir, liebe Maman und Dir, Maria und den Tieren und dem
Garten? Spielst Du viel auf dem Flügel? Was machen unsre Äpfelchen?
Grube (bei Schlettstadt), 12. IX. 1914.