Fußnoten

[11] Leipzig 1885.

[12] Die Deutung, welche die visionären Phänomene in der Regel

finden, diese ist allerdings Aberglaube. Die einfache

Thatsache, daß das Hervortreten jener Erscheinungen

durch gewisse klimatische und terrestrische Einflüsse

scheint besonders begünstigt zu werden -- man denke

an die besondere Inclination der Schotten, Westphalen

und Esthländer zum »zweiten Gesicht« --, beweist, in

welch einem Irrthum sich diejenigen befinden, welche

transcendentale Offenbarungen in denselben erblicken.

Die Existenz gewisser abnormer Phänomene scheint aber so

sicher zu sein, wie die der normalen selbst. Doch folgt

aus der Annahme derartiger Erscheinungen noch lange nicht,

daß man auch die Möglichkeit spiritistischer Phänomene

beglaubige. Dabei kommt es nicht sowohl auf die einzelnen

Erscheinungen, sondern auf das Vorhandensein solcher

Erscheinungen im Allgemeinen an. Da dies Erscheinungsgebiet

vielfach als Tummelplatz schwindelhafter Umtriebe

mißbraucht wird, so wird es oft schwierig sein, zwischen

Wahrheit und Betrug zu unterscheiden.

[13] Man wolle den biologischen Fortschritt über die jetzige

Organisation des Menschen hinaus, wie wir ihn denken, nicht

mit Friedrich Nietzsche's Lehre vom »Übermenschen«, welcher

er in dem seltsamen Buche »Also sprach _Zarathustra_«

Ausdruck verliehen hat, indentificiren. Schon die

Bezeichnung, die Nietzsche für sein Ideal wählt, erscheint

uns als ein Mißgriff. Das Ideal selbst aber, welches uns in

dieser Gedankendichtung vorgeführt wird, ist einfach _der

Genius_, über welchen der höhere Typus, wie wir ihn denken,

sich eben erheben würde, indem ja auch der Genius in der

menschlichen Halbheit und im Mangel an höherer Erkenntniß

noch befangen bleibt, der eben überwunden werden soll. In

der lebendigen Erfassung der Idee eines höheren Typus, wird

der Leser den wesentlichsten Fortschritt dieser Schrift

über »Moderne Versuche etc.« hinaus erkennen, da dort

dieser Gedanke zwar angedeutet, doch nicht tiefer, nicht

affektiv erfaßt, deshalb auch die Möglichkeit eines letzten

Zieles für den Menschen geleugnet wurde.

[14] Mit Recht sagt _Goethe_: »Die Welt soll nicht so rasch

zum Ziele, als wir denken und wünschen. Immer sind die

retardirenden Dämonen da, die überall dazwischen und

überall entgegentreten, so daß es zwar im Ganzen vorwärts

geht, aber sehr langsam.« Und _Jean Paul_ sagt: »Durch

ein rothes Meer des Blutes und des Krieges waten wir dem

gelobten Lande entgegen und unsre Wüste ist lang.«

[15] Philosophie der Erlösung S. 291.

[16] »Die Religion der Moral« (Leipzig 1885).

[17] _G. von Gizycki_, Darwinismus und Ethik. »Deutsche

Rundschau« 1885 Mai S. 264. Vergl. W. M. Salter's

Abhandlung »~Darwinism in Ethics~«, welche im dritten Hefte

der neubegründeten amerikanischen Zeitschrift »~The Open

Court~« in Chicago erschienen ist. -- _G. von Gizycki_

ist einer der geistvollsten Vertreter einer Lehre, des

Utilitarismus nämlich, zu der wir uns persönlich freilich

durchaus negativ verhalten.

[18] Vergl. _Du Prels_ interessantes und instruktives Buch »Die

Planetenbewohner und die Nebularhypothese«. (Leipzig 1887.)

Von =~Dr.~ _H. Druskowitz_= erschien ferner:

Bei Georg Weiß, Verlag in Heidelberg:

Moderne Versuche eines Religionsersatzes.

Ein philosophischer Essay.

Preis 1 Mk. 60 Pf.

Wie ist Verantwortung und Zurechnung ohne Annahme der Willensfreiheit

möglich?

Eine Untersuchung.

Preis 1 Mk.

Bei R. Oppenheim in Berlin:

Percy Bysshe Shelley.

Preis 6 Mk.

Drei englische Dichterinnen.

Johanna Baillie -- Elisabeth Barrett Browning -- George Eliot.

Essays. 8°.

Preis 4 Mk.

Druck von Greßner & Schramm, Leipzig.

Zur neuen Lehre: Betrachtungen · 第 6 / 7 题