Peru athmete frei auf von seinen Bedrückern, die Unterthanen der Inkas

warfen die Söhne vom Osten wieder über die Meere zurück, und wenn

auch bei den hartnäckigen Kriegen die Kampfplätze des Reiches mit

Blut bespritzt wurden, lernten die Peruaner doch das Vorhandensein

anderer Gestade, anderer Festländer und anderer Welten kennen, welche

sich ihnen in Zukunft beim Handel und Verkehr eröffnen würden. Sie

schüttelten ihre Vorurtheile, ihre Inkas wie Götter anzusehen, ab;

dieses göttliche Recht verschwand noch früher aus jenen Gestaden, als

aus der alten Welt, und sie erreichten es, den Baum ihrer Freiheit

aufzupflanzen, obschon sie ihn, wie in allen Ländern, mit Blut

begießen mußten. Von der allersüßesten Wehmuth der nazarenischen

Religion begeistert, begriffen ihre Gemüther endlich, daß sie ihren

Cultus einem Theile der Schöpfung, dieser strahlenden Leuchte des

Tages zollten, die so prächtig und erhaben sie über den Welten thront,

der kräftige Verstand des Menschen bis zu ihren empirischen Regionen

gelangt ist, ihr in ihrem Laufe gefolgt ist und ihre Natur erkannt hat,

indem er sie wohl, wie alle Mittelpunkte der Planetensysteme, für eines

der großen Werke des höchsten Schöpfers hielt, ihr aber den Vorrang der

Welten versagte, welchen Manco Capac ihr gewährt haben würde. Das Reich

der Inkas wurde mit Blut geröthet, aber es verdankte den Spaniern seine

politische Bedeutung in der Zukunft der Welt.

Der Hof von Castilien inzwischen zerfiel schmachtend in seiner eigenen

Größe; als Rückfracht der Schätze der neuen Welt schickte er seine

mit spanischem Blute beladenen Galeeren, das fruchtlos an den neuen

Gestaden vergossen wurde. Das spanische Volk war es, das dieses

Blut hergab, die Schätze aber, wofür es sich verkaufte, waren nur

für Philipp und Karl und deren Höflinge, für die römische Curie und

deren Abgeordnete in Europa. Um Ströme Blutes des spanischen Volkes

wurden mit den Schätzen von den Gestaden des südlichen Meeres diese

hoffärtigen Festungsschlösser der Könige von Castilien, diese üppigen

Gärten, diese Porphyr- und Marmorobelisken, diese riesigen Kirchthürme,

diese dem Gotte Luques geweihten orientalischen Tempel errichtet;

und das spanische Volk zerfiel, und die Enkel Karls V. bluteten sich

zwischen unfruchtbaren Bergen von Gold verächtlich zu Tode.

Niemals hätten die berühmte Isabella I. und der kühne Columbus ein so

trauriges Vermächtniß der spanischen Nation erdacht: Der Fanatismus und

die Dummheit des sechszehnten Jahrhunderts tauschten den größten Erfolg

der Zeiten, und worauf sich die Glückseligkeit beider Welten erheben

sollte, in eine öffentliche Calamität um. Das Schicksal aber des Bösen,

welches der Erde vorzustehen, und sie zu beherrschen scheint, bedeckte

den unsterblichen Augenblick, in dem eine Welt die andere kennen

lernte, mit Blut und Trauer; den Augenblick, in dem der kühne Mann,

diese ungeheuren Meereseinöden beherrschend, diese unübersteigliche

Vormauer übersprang, womit die Natur die einen von den andern Brüdern

trennte; den Augenblick, in welchem die Natur den Anstrengungen

des Menschen nachzugeben schien, und sich besiegt vor dessen Füße

niederwarf.

Das war die Geschichte der Inkas und der Söhne vom Osten im

sechszehnten Jahrhundert, gemäß den glaubwürdigsten Quipos und

peruanischen Handschriften, welche uns vor Augen gelegen und deren

Uebertragung wir sorgfältig durch die genaueste Wiedergabe angestrebt

haben. Glücklicherweise begrub die Zeit das sechszehnte Jahrhundert,

und mit ihm die Erinnerungen und den Groll der ursprünglichen Zeiten

der Eroberung von Peru und der übrigen Festländer der neuen Welt

in ihren unergründlichen Abgrund; und nach großen Ereignissen und

großen Trübsalen ist bereits der ersehnte Augenblick gekommen, in dem

wir, die damals kämpfenden Völker, Brüder seien, und unter ihnen die

Brüderlichkeit und die Liebe regierte, welche niemals getrübt werden

durfte. Wir vermachen ihnen unsere Religion, unsere Sprache, unsere

Sitten und Gebräuche; es sind unsere Söhne, es sind unsere Brüder, und

wenn die blutigen Schicksale, welche den Nationen vorzustehen scheinen,

für jetzt die neue Welt dazu verdammen, ihr Blut in den Kämpfen und in

den Bürgerkriegen zu vergießen, wie auch wir Unglückliche es vergießen,

so wird ein Tag leuchten, da der Genius des Guten der Welt vorsteht,

und alsdann werden die Spanier von diesseits und jenseits der Meere

freudig ihre Arme ausbreiten, werden einander Brüder nennen und werden

den Schatten Columbus segnen.

Ende.

[Illustration]

Verlag von Eduard Moos,

Zürich, Erfurt, Leipzig.

Vom Zürichsee!

Gedichte von Robert Speich.

In der knappen, ansprechenden Form und im einfachen Ausdruck ist der

junge schweizer Dichter ganz Realist, in seinen Gedanken und Gefühlen

aber begeisterter Idealist. Da duftet uns wirklich frisches Leben

entgegen gegenüber den matten, herbstlichen Gefilden der zu Ende

gehenden naturalistischen Schule. Die Wahrheit siegt über die Lüge, --

Freunde der Litteratur werden in dem Bändchen eine eigenartige Neuheit

begrüßen.

Eleganter Einband mit Goldschnitt Mark 2.--, brochirt Mark 1.50.

Unterhaltungen eines Gefangenen.

Roman von ***

Aus dem Französischen übersetzt von Adolf Knabenhans.

Es ist dem Autor gelungen, die eigenartige Sprache des Originals voll

und ganz wiederzugeben, sodaß denen, welche nicht der französischen

Sprache mächtig sind, Gelegenheit wird, die Eleganz des französischen

Ausdrucks zugleich mit dem Genuß eines spannend geschriebenen Romans

kennen zu lernen.

In elegantem Calico-Einband Mark 2.50

Us Thüringen!

Schnurren un Schtimmen in Poesie und Prosa

von Hermann Töppe, Hauptlehrer.

Die Presse beurtheilte das Buch sehr günstig; u. a. schreibt das

»Deutsche Tagebl.« darüber: »Die köstlich anschauliche und naive

Weise, in welcher der Verfasser uns mit seinen Landsleuten bekannt

macht, läßt in ihm ein außergewöhnliches Talent erkennen. Die Fülle

herzerfrischenden, urwüchsigen Humors, gepaart mit einem Zuge

gemüthvollen Ernstes, den der Dichter im rechten Augenblick walten

läßt, wird dem ›wilden Thüringer Röslein‹ im Rosengarten der deutschen

Dichteraue gewiß ein Plätzchen zu verschaffen im Stande sein. Besonders

auch der außerhalb seiner Heimath lebende Thüringer wird das Büchlein

mit seinen lebendigen Bildern gewiß mit Freuden als einen guten

Kameraden begrüßen.«

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brochirt Mark 2.25.

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In eleganter Form werden von dem Autor Stimmungen und philosophische

Gedanken producirt, welche, an sich originell, weit über das Maß des

alltäglichen hinausragen. Die edle dezente Sprache wie die Art des

Inhalts empfehlen das elegant ausgestattete Buch als Geschenk für jedes

Alter.

Eleganter Einband mit Goldschnitt Mark 2.50, brochirt Mark 1.75.

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Seite

3 »Córtes« wurde korrigiert zu »Cortés«: Die gesetzgebende Gewalt lag

in den Cortés...

44 »nnterstützten« wurde korrigiert zu »unterstützten«: ...wohlthätigen

Einfluß unterstützten, die Huldigung der Peruaner.

50 »Angen« korrigiert zu »Augen«: ...des sechszehnten Jahrhunderts so

vor den Augen ihres Gottes...

50 »Blnt« korrigiert zu »Blut«: ...deren Schweiß und Blut Karls V.

mächtiger Thron...

58 »hohlen« korrigiert zu »hohen«: ...das dumpfe Getöse des zwischen

den hohen Klippen der Anden...

61 »Leiches« korrigiert zu »Leichtes«: Es wäre Pizarro ein Leichtes

gewesen, von dem Inka den Eintritt...

80 »Geberden« korrigiert zu »Gebärden«: Obwohl unter sanften

Vorstellungen und Gebärden,...

84 »Gleichgiltigkeit« korrigiert zu »Gleichgültigkeit«: Pizarro sah die

Schönheit und Reize Ocollos nicht mit Gleichgültigkeit;... ↩

87 »Lebensmiteln« korrigiert zu »Lebensmitteln«: ...daß das Lager

Pizarros mit Lebensmitteln zu versehen war...

87 »Guito« korrigiert zu »Quito«: ...Boten nach Cuzco, Quito, Tititaka

und andern...

87 »Tititaca« korrigiert zu »Tititaka«: ...Boten nach Cuzco, Quito,

Tititaka und andern...

99 »Gleichgiltigkeit« korrigiert zu »Gleichgültigkeit«: Pizarro sah die

Schönheit und Reize Ocollos nicht mit Gleichgültigkeit;... ↩

115 »seit« korrigiert zu »seid«: ...sagte sie zu ihm, seid Söhne des

Verbrechens.

122 »Ruchlosigleit« korrigiert zu »Ruchlosigkeit«: ...eine feierliche

Messe, um die Früchte der Ruchlosigkeit zu verheilen.

163 »nnglückliche« korrigiert zu »unglückliche«: Viertausend

unglückliche Sklaven...

209 »mitznwirken« korrigiert zu »mitzuwirken«: ...bei der Zerstörung

der neuen Welt mitzuwirken,...

282 »Isabelle« korrigiert zu »Isabella«: Niemals hätte die berühmte

Isabelle I. und der Kühne Columbus...

Fußnote 2: Fehlendes »=« Zeichen, hinzugefügter: Peso (Piaster) = 5

Frcs.

Die Eroberung von Peru · 第 17 / 17 段