Neuntes Kapitel

Von manchem Ritt her kannte Goldmund die Gegend; jenseits des gefrorenen

Rieds wußte er eine Scheune des Ritters stehen, weiterhin auch einen

Bauernhof, wo man ihn kannte; an einem dieser Orte würde er rasten und

nächtigen können. Das Weitere mußte sich morgen finden. Allmählich kam

wieder das Gefühl der Freiheit und der Fremde über ihn, dessen er sich

eine Zeitlang entwöhnt hatte. Sie schmeckte an diesem eisig mürrischen

Wintertag nicht lieblich, die Fremde, sie roch sehr nach Mühsal, nach

Hunger und Bedrängnis, und doch klang ihre Weite, ihre Größe und harte

Unerbittlichkeit seinem verwöhnten und verwirrten Herzen beruhigend und

beinahe tröstlich.

Er lief sich müde. Mit dem Reiten ist’s nun vorbei, dachte er. O weite

Welt! Es fiel wenig Schnee, in der Ferne liefen Waldrücken und Wolken

grau ineinander, unendlich lag die Stille, bis ans Ende der Welt. Was

war nun wohl mit Lydia, dem armen ängstlichen Herzen? Bitter tat es ihm

leid um sie; zärtlich dachte er an sie, während er, mitten im leeren

Ried, unter einer alleinstehenden kahlen Esche saß und rastete. Endlich

vertrieb ihn die Kälte, mit steifen Beinen stand er auf, brachte sich

langsam in einen zügigen Schritt, schon schien das dürftige Licht des

trüben Tages wieder abzunehmen. Während des langen Trabens übers leere

Gefild vergingen ihm die Gedanken. Es galt jetzt nicht zu denken oder

Gefühle zu hegen, seien sie noch so zärtlich, seien sie noch so schön;

es galt sich warm zu halten, es galt beizeiten das Nachtlager zu

erreichen, es galt sich wie Marder und Fuchs durch diese kalte,

unwirtliche Welt zu bringen und womöglich nicht jetzt schon im freien

Feld kaputt zu gehen; alles andere war nicht wichtig.

Verwundert blickte er um sich, als er einen fernen Hufschlag zu hören

glaubte. War es möglich, daß man ihn verfolgte? Er griff nach dem

kleinen Jagdmesser in seiner Tasche und machte die hölzerne Scheide

locker. Nun bekam er den Reiter zu Gesicht und erkannte von weitem ein

Pferd aus des Ritters Stall, hartnäckig hielt es auf ihn zu. Fliehen

wäre unnütz gewesen, er blieb stehen und wartete, ohne eigentliche

Furcht, doch sehr gespannt und neugierig, mit beschleunigtem Herzschlag.

Heftig zuckte es ihm einen Augenblick durch den Kopf: „Wenn es mir

gelänge, diesen Reiter umzubringen, wie gut ginge es mir da; ich hätte

ein Roß, und die Welt gehörte mir!“ Aber als er den Reiter erkannte, den

jungen Stallknecht Hans, mit seinen hellblauen Wasseraugen und dem guten

verlegenen Knabengesicht, mußte er lachen; diesen lieben guten Kerl

totzuschlagen, dazu hätte ein Herz von Stein gehört. Freundlich begrüßte

er den Hans, und zärtlich begrüßte er auch das Pferd Hannibal, das ihn

sofort erkannte, und streichelte ihm den warmen feuchten Hals.

„Wo willst denn du hin, Hans?“ fragte er.

„Zu dir“, lachte der Bursche mit blanken Zähnen. „Du bist schon ein

braves Stück gelaufen! Also aufhalten darf ich mich nicht, ich soll dich

bloß grüßen und dir das da übergeben.“

„Von wem denn grüßen?“

„Vom Fräulein Lydia. Na, du hast uns da einen sauren Tag eingebrockt,

Magister Goldmund, ich bin froh, daß ich mich ein bißchen verziehen

konnte. Obwohl der Herr es nicht merken darf, daß ich fort war und

Aufträge hatte, es ginge mir schön an den Kragen. Also nimm!“

Er streckte ihm einen kleinen Packen hin, den Goldmund in Empfang nahm.

„Sag, Hans, hast du etwa ein Stück Brot in der Tasche? Dann gib mir’s.“

„Brot? Wird sich schon noch eine Kruste finden.“ Er bohrte in seinen

Taschen und brachte ein Stück Schwarzbrot heraus. Dann wollte er wieder

davonreiten.

„Was macht denn das Fräulein?“ fragte Goldmund. „Hat sie dir nichts

aufgetragen? Hast du kein Brieflein?“

„Nichts. Ich sah sie bloß einen Augenblick. Schlechtes Wetter im Haus,

weißt du; der Herr läuft herum wie König Saul. Also ich soll dir das

Zeug da abgeben, weiter nichts. Ich muß zurück.“

„Ja, nur noch einen Augenblick! Du, Hans, könntest du mir nicht dein

Jagdmesser abtreten? Ich habe bloß ein kleines. Wenn die Wölfe kommen,

und so – es wäre schon besser, wenn ich was Rechtes in der Hand hätte.“

Aber davon wollte Hans nichts wissen. Es sollte ihm leid tun, meinte er,

wenn dem Magister Goldmund etwas passieren sollte. Aber sein Stoßmesser,

nein, das würde er niemals hergeben, auch nicht für Geld, auch nicht im

Tausch, o nein, und wenn die heilige Genoveva selber ihn darum bäte. So,

und nun müsse er eilen, und er wünsche gute Zeit, und es täte ihm leid.

Sie schüttelten einander die Hände, der Bub ritt davon, mit sonderbar

wehem Herzen blickte Goldmund ihm nach. Dann packte er das Zeug

auseinander, froh über den guten Riemen aus Kalbleder, mit dem es

verschnürt war. Innen fand er ein gestricktes Unterwams aus starker

grauer Wolle, offenbar eine Handarbeit, die Lydia gemacht und ihm

zugedacht hatte, und in dem Wollzeug steckte, gut eingewickelt, noch

etwas Hartes, das war ein Stück Schinken, und in den Schinken war ein

kleiner Schlitz geschnitten, in dem steckte ein blanker goldener

Dukaten. Geschriebenes war nicht dabei. Mit Lydias Geschenken in den

Händen stand er da im Schnee, unentschlossen, dann zog er die Jacke aus

und schlüpfte in das Wollzeug, es gab angenehm warm. Schnell zog er sich

wieder an, verbarg das Goldstück in der sichersten Tasche, schnallte den

Riemen um und lief weiter querfeldein; es war Zeit, einen Rastort zu

erreichen, er war sehr müde geworden. Aber zum Bauern mochte er nicht,

obwohl es dort wärmer gewesen und wohl auch Milch zu finden gewesen

wäre; er mochte nicht schwatzen und ausgefragt werden. In der Scheuer

übernachtete er, zog früh bei Frost und scharfem Winde weiter, von der

Kälte zu großen Märschen getrieben. Viele Nächte träumte er vom Ritter

und seinem Schwert und den zwei Schwestern; viele Tage lang drückte ihm

Einsamkeit und Schwermut das Herz.

In einem Dorfe, wo es bei armen Bauern kein Brot, aber eine Hirsesuppe

gab, fand er an einem der nächsten Abende Nachtlager. Neue Erlebnisse

warteten hier auf ihn. Die Bäuerin, deren Gast er war, kam in der Nacht

mit einem Kinde nieder, und Goldmund war dabei anwesend, man hatte ihn

aus dem Stroh geholt, damit er helfe, obwohl sich am Ende nichts für ihn

zu tun fand, als daß er das Licht hielt, während die Hebamme beschäftigt

war. Er sah zum erstenmal eine Geburt und hing mit erstaunten, glühenden

Augen am Gesicht der Gebärenden, plötzlich um ein neues Erlebnis reicher

geworden. Wenigstens schien das, was er hier im Gesicht der Gebärenden

wahrnahm, ihm sehr bemerkenswert. Beim Schein des Kienspans nämlich,

während er mit seiner großen Neugierde in das Gesicht der kreißenden

Frau starrte, die in ihren Schmerzen lag, fiel ihm etwas Unerwartetes

auf: die Linien im verzerrten Gesicht der Schreienden waren ganz wenig

verschieden von jenen, die er im Augenblick des Liebesrausches auf

anderen Frauengesichtern gesehen hatte! Der Ausdruck großen Schmerzes in

einem Gesicht war heftiger zwar und mehr entstellend als der Ausdruck

großer Lust – aber er war im Grunde nicht von ihm verschieden, es war

dasselbe etwas grinsende Sichzusammenziehen, dasselbe Aufglühen und

Erlöschen. Wunderbar, ohne daß er begriff warum, überraschte ihn diese

Einsicht, daß Schmerz und Lust einander ähnlich sein konnten wie

Geschwister.

Noch etwas anderes erlebte er in diesem Dorfe. Der Nachbarsfrau wegen,

deren er am Morgen nach der Geburtsnacht ansichtig geworden war und

welche alsbald auf die Frage seiner verliebten Augen Antwort gab, blieb

er eine zweite Nacht im Dorf und machte die Frau sehr glücklich, denn es

war nach langer Zeit und nach allen den aufreizenden und wieder

enttäuschenden Verliebtheiten dieser letzten Wochen das erstemal, daß

sein Trieb wieder Stillung fand. Und diese Verzögerung führte zu einem

neuen Erlebnis; sie war schuld, daß er am zweiten Tage in ebenjenem

Bauerndorf einen Kameraden antraf, einen langen verwegenen Kerl namens

Viktor, der halb wie ein Pfaff und halb wie ein Schnapphahn aussah, der

ihn mit lateinischen Brocken begrüßte und sich als fahrenden Schüler zu

erkennen gab, obwohl er über die Schülerjahre lang hinauswar.

Dieser spitzbärtige Mann begrüßte Goldmund mit einer gewissen

Herzlichkeit und mit einem Landstreicherhumor, mit dem er den jungen

Kameraden rasch gewann. Auf dessen Frage, wo er denn Schüler gewesen sei

und wohin seine Reise ziele, deklamierte der sonderbare Bruder:

„Hohe Schulen hab’ ich, bei meiner armen Seele, genug besucht, in Köln

und Paris bin ich gewesen, und über die Metaphysik der Leberwurst ist

selten Gehaltvolleres gesagt worden, als ich es in meiner Dissertation

zu Leyden tat. Seither, _amice_, laufe ich armer Swinehund durchs

deutsche Reich, von unermeßlichem Hunger und Durst die liebe Seele

gefoltert; ich bin Bauernschreck genannt, und meine Profession ist es,

die jungen Weiber im Latein zu unterweisen und die Würste vom Rauchfang

in meinen Bauch zu zaubern. Mein Ziel ist das Bett der Bürgermeisterin,

und wenn ich nicht vorher von den Krähen gefressen werde, so wird es mir

kaum erspart bleiben, mich dem lästigen Beruf eines Erzbischofs widmen

zu müssen. Besser, kleiner Kollege, ist’s von der Hand in den Mund zu

leben als umgekehrt, und schließlich hat noch niemals ein Hasenbraten

sich wohler gefühlt als in meinem armen Magen. Der König von Böhmen ist

mein Bruder, und unser aller Vater ernähret ihn wie mich, aber das Beste

dazu läßt er mich selber tun, und vorgestern wollte er mich, hartherzig

wie Väter sind, dazu mißbrauchen, einem halbverhungerten Wolf das Leben

zu retten. Hätte ich das Vieh nicht totgeschlagen, Herr Kollege, du

wärest nie der Ehre teilhaftig geworden, meine angenehme Bekanntschaft

zu machen. _In saecula saeculorum_, Amen.“

Goldmund, noch wenig mit dem Galgenhumor und dem Vagantenlatein dieser

Gattung bekannt, fürchtete sich zwar ein wenig vor dem langen struppigen

Flegel und dem wenig angenehmen Gelächter, mit dem er seine eigenen

Späße begleitete, aber etwas an diesem hartgesottenen Landstreicher

gefiel ihm doch, und er ließ sich leicht dazu bereden, die Fahrt

gemeinsam fortzusetzen, denn mochte das mit dem erschlagenen Wolf nun

geflunkert sein oder nicht, auf jeden Fall war man zu zweien stärker und

hatte weniger zu fürchten. Aber ehe sie weiterzogen, wollte Bruder

Viktor mit den Bauern Latein reden, wie er es nannte, und quartierte

sich bei einem Bäuerchen ein. Er machte es nun nicht so, wie Goldmund es

bisher auf allen Wanderungen gehalten hatte, wenn er in einem Gehöft

oder Dorf zu Gast gewesen war, sondern er strich von Hütte zu Hütte,

fing mit jedem Weibe ein Geplauder an, steckte die Nase in jeden Stall

und jede Küche und schien nicht gesonnen, den Weiler eher zu verlassen,

als bis jedes Haus ihm einen Zoll und Tribut entrichtet hätte. Er

erzählte den Bauern vom Krieg in Welschland und sang am Herd das Lied

von der Paviaschlacht, er empfahl den Großmüttern Mittel gegen

Gliedersucht und Zahnausfall, er schien alles zu wissen und überall

gewesen zu sein, er stopfte sich das Hemd überm Gürtel zum Platzen voll

mit geschenkten Brotstücken, Nüssen, Birnenschnitzen. Verwundert sah

Goldmund ihm zu, wie er unermüdlich seinen Feldzug vollführte, wie er

die Leute bald erschreckte, bald durch Schmeicheln gewann, wie er sich

aufspielte und bestaunen ließ, wie er bald Latein radebrechte und den

Gelehrten spielte, bald durch eine buntscheckig freche Gaunersprache

Eindruck machte, wie er mitten im Erzählen oder Gelehrtreden mit

scharfen wachsamen Augen jedes Gesicht, jede sich öffnende Tischlade,

jede Schüssel und jeden Laib registrierte. Er sah, dies war ein

gerissener, mit allen Wassern gewaschener Heimatloser, ein Mann, der

viel gesehen und erlebt, viel gehungert und gefroren hatte und im

bittern Kampf um ein karges gefährdetes Leben klug und frech geworden

war. So also wurden die, die lange Zeit auf Wanderschaft lebten. Würde

auch er selbst einmal so werden?

Andern Tages zogen sie weiter, zum erstenmal kostete Goldmund das

Wandern zu zweien. Drei Tage waren sie miteinander unterwegs, und

Goldmund fand dies und jenes von Viktor zu lernen. Die zum Instinkt

gewordene Gewohnheit, alles auf die drei großen Bedürfnisse des

Heimatlosen zu beziehen: die Sicherung gegen Lebensgefahr, das Finden

eines Nachtlagers und das Beschaffen von Nahrung, hatte den seit so

vielen Jahren sich Herumtreibenden vieles gelehrt. Aus unscheinbarsten

Anzeichen die Nähe menschlicher Wohnungen zu erkennen, auch im Winter,

auch in der Nacht, oder jeden Winkel in Wald und Feld haarscharf auf

seine Eignung zum Rastort oder Schlafplatz zu prüfen, oder beim Betreten

einer Stube im Augenblick den Grad von Wohlstand oder Elend zu wittern,

in dem der Besitzer lebte, sowie den Grad seiner Gutherzigkeit, oder

seiner Neugierde, oder seiner Furcht – das waren Künste, in welchen

Viktor es zur Meisterschaft gebracht hatte. Manches Lehrreiche erzählte

er dem jungen Kameraden. Als Goldmund ihm einmal entgegnete, er möge

sich den Menschen nicht mit so absichtsvoller Überlegung nähern, und es

sei ihm, obwohl er alle diese Künste nicht kenne, auf seine freundliche

Bitte hin nur sehr wenige Male das Gastrecht verweigert worden, da

lachte der lange Viktor und sagte gutmütig: „Nun ja, Goldmundchen, dir

mag es schon glücken, du bist so jung und hübsch und siehst so

unschuldig aus, das ist ein guter Quartierzettel. Den Weibern gefällst

du, und die Männer denken: Ach Gott, der ist harmlos, der tut niemand

was zuleid. Aber schau, Brüderchen, der Mensch wird älter, und das

Kindergesicht kriegt einen Bart und kriegt Falten, und die Hosen kriegen

Löcher, und unversehens ist man ein häßlicher und unwillkommener Gast,

und statt der Jugend und Unschuld schaut einem bloß noch der Hunger aus

den Augen; dann muß einer hart geworden sein und etwas von der Welt

gelernt haben, sonst liegt er bald auf dem Mist, und die Hunde schiffen

ihn an. Aber mir scheint, du wirst ohnehin nicht lang so herumtraben, du

hast zu feine Hände, du hast zu hübsche Locken, du wirst dich schon

wieder dahin verkriechen, wo es sich besser leben läßt, in ein hübsches

warmes Ehebett, oder in ein hübsches fettes Klösterchen, oder in eine

schön geheizte Schreibstube. Du hast auch so nette Kleider an, man

könnte dich für einen Junker ansehen.“

Er fuhr, immer lachend, mit der Hand über Goldmunds Kleidung, und dieser

spürte, wie die Hand an allen Taschen und Nähten suchte und tastete; er

entzog sich und dachte an seinen Dukaten. Er erzählte von seinem

Aufenthalt beim Ritter und wie er durch lateinische Schreibereien das

schöne Kleid verdient habe. Aber Viktor wollte wissen, warum er denn

mitten im rauhen Winter ein so warmes Nest wieder verlassen habe, und

Goldmund, des Lügens ungewohnt, erzählte ihm ein wenig von den zwei

Ritterstöchtern. Da kam es zum ersten Streit zwischen den Kameraden.

Viktor fand, Goldmund sei ein Esel ohnegleichen, daß er da einfach

davonlaufe und die Burg und die Jungfern darin dem lieben Gott

überlasse. Das müsse gutgemacht werden, er werde schon sehen. Sie würden

die Burg aufsuchen, und natürlich dürfe man Goldmund dort nicht sehen,

aber da solle er ihn nur sorgen lassen. Er müsse ein Briefchen an die

Lydia schreiben, so und so, und damit werde er, Viktor, die Burg

aufsuchen und werde, bei des Heilands Wunden, nicht aus ihr

zurückkommen, ohne dies und jenes an Geld und Gut mit herauszubringen.

Und so weiter. Goldmund wehrte ab und wurde endlich heftig; er weigerte

sich, noch ein Wort in dieser Sache anzuhören oder den Namen des Ritters

und den Weg zu ihm zu verraten.

Viktor, als er ihn so erzürnt sah, lachte wieder und spielte den

Gutmütigen. „Na“, sagte er, „beiß dir nur keine Zähne aus! Ich sage dir

bloß: einen guten Fang lässest du uns da entgehen, mein Junge, und

eigentlich ist das nicht sehr nett und kollegial von dir. Aber du willst

also nicht, du bist ein edler Herr, zu Pferde wirst du in deine Burg

zurückkehren und das Fräulein heiraten! Junge, wie hast du den Kopf voll

edler Dummheiten! Na, meinetwegen, wir ziehen also weiter und frieren

uns die Zehen ab.“

Goldmund blieb verstimmt und schweigsam bis zum Abend, aber da sie an

diesem Tag keine Wohnstatt und keine Menschenspuren antrafen, ließ er es

dankbar geschehen, daß Viktor eine Stelle zum Nachtlager aussuchte, daß

er zwischen zwei Stämmen am Waldrand einen Rückenschutz baute und ein

Lager aus reichlichen Tannenzweigen aufschüttete. Sie aßen Brot und Käse

aus Viktors vollen Taschen, Goldmund schämte sich seines Zorns und

zeigte sich artig und hilfreich, er bot dem Kameraden seine Wolljacke

für die Nacht an, sie wurden einig, abwechselnd Wache zu halten, des

Getiers wegen, und Goldmund übernahm die erste Wache, während der andere

sich auf die Tannenzweige legte. Lange Zeit stand Goldmund an einen

Fichtenstamm gelehnt und hielt sich ruhig, um den andern nicht am

Einschlafen zu hindern. Dann fing er an auf und ab zu gehen, da ihn

fror. In immer weiterem Abstand lief er hin und her, sah die

Tannenwipfel spitz in den bleichen Himmel stechen, empfand die tiefe

Stille der Winternacht feierlich und etwas angstvoll, fühlte sein warmes

lebendiges Herz einsam in der kalten antwortlosen Stille schlagen und

hörte, leise zurückkehrend, dem Atmen seines schlafenden Kameraden zu.

Ihn durchdrang stärker als jemals das Gefühl des Heimatlosen, der keine

Haus- oder Schloß- oder Klostermauern zwischen sich und der großen Angst

gebaut hat, der bloß und allein durch die unbegreifliche, feindliche

Welt läuft, allein zwischen den kühlen spöttischen Sternen, zwischen den

lauernden Tieren, zwischen den geduldigen standhaften Bäumen.

Nein, dachte er, er würde niemals so werden wie Viktor, und wenn er auch

sein Leben lang weiterwanderte. Diese Art, sich gegen das Grauen zu

wehren, würde er nicht lernen können, nicht dies schlaue diebische

Sichdurchpirschen und auch nicht diese laute, dreiste Art von Narrentum,

diesen wortreichen Galgenhumor des Bramarbas. Vielleicht hatte dieser

kluge dreiste Mann recht, vielleicht würde Goldmund nie ganz

seinesgleichen werden, nie ganz ein Vagant, und eines Tages in

irgendwelche Mauern zurückkriechen. Heimatlos und ziellos aber würde er

dennoch bleiben, nie würde er sich wirklich geschützt und sicher fühlen,

immer würde die Welt rätselhaft schön und rätselhaft unheimlich ihn

umgeben, immer wieder würde er dieser Stille lauschen müssen, in deren

Mitte das schlagende Herz so bang und vergänglich war. Wenige Sterne

waren zu sehen, es war windstill, in der Höhe aber schien das Gewölk

bewegt.

Nach einer langen Zeit wurde Viktor wach – er hatte ihn nicht wecken

mögen – und rief ihn an.

„Komm“, rief er, „du mußt nun schlafen, sonst bist du morgen nichts

wert.“

Goldmund gehorchte, er legte sich aufs Lager und schloß die Augen. Müde

war er genug, doch schlief er nicht, Gedanken hielten ihn wach, und

außer den Gedanken ein Gefühl, das er sich selbst nicht eingestand, ein

Gefühl von Bangigkeit und Mißtrauen, das sich auf seinen Kameraden

bezog. Unbegreiflich war ihm jetzt, daß er diesem derben, laut lachenden

Menschen, diesem Witzbold und frechen Bettler von Lydia hatte erzählen

können! Er war böse auf ihn und auf sich selber, und sorgenvoll sann er

über die beste Art und Gelegenheit nach, sich wieder von ihm zu trennen.

Er mußte aber doch in einen halben Schlaf gesunken sein, denn er

erschrak und war überrascht, als er Viktors Hände an sich spürte, wie

sie seine Kleider vorsichtig abtasteten. In der einen Tasche hatte er

sein Messer, in der andern den Dukaten; beides würde Viktor unfehlbar

stehlen, wenn er es fände. Er stellte sich schlafend, drehte sich wie

schlaftrunken hin und her, rührte die Arme, und Viktor zog sich zurück.

Goldmund war sehr böse auf ihn, er beschloß, sich morgen von ihm zu

trennen.

Als aber, nach einer Stunde vielleicht, Viktor sich von neuem über ihn

beugte und mit dem Absuchen begann, wurde Goldmund kalt vor Wut. Ohne

sich zu rühren, tat er die Augen auf und sagte verächtlich: „Geh jetzt,

es gibt hier nichts zu stehlen.“

Im Schrecken über den Anruf griff der Dieb zu und drückte die Hände um

Goldmunds Hals. Als der sich wehrte und aufbäumte, drückte der andere

fester zu und kniete ihm zugleich auf die Brust. Goldmund, als er keinen

Atem mehr bekam, riß und zuckte heftig mit dem ganzen Leibe, und als er

nicht loskam, durchfuhr ihn plötzlich die Todesangst und machte ihn klug

und hellsinnig. Er brachte die Hand in die Tasche, brachte, während der

andere weiterwürgte, das kleine Jagdmesser heraus und stieß plötzlich

und blindlings mehrere Male in den über ihm Knienden hinein. Nach einem

Augenblick ließen Viktors Hände locker, es gab Luft, tief und wild

einatmend kostete Goldmund sein gerettetes Leben. Nun versuchte er sich

aufzurichten, da sank über ihm der lange Kamerad schlaff und weich mit

einem furchtbaren Stöhnen zusammen, und sein Blut lief über Goldmunds

Gesicht. Erst jetzt vermochte er hochzukommen. Da sah er im grauen

Nachtschein den Langen zusammengefallen liegen; als er nach ihm griff,

langte er in lauter Blut. Er hob ihm den Kopf, der fiel schwer und weich

wie ein Sack zurück. Aus seiner Brust und seinem Halse troff das Blut

immerzu, aus seinem Munde floß in irren, schon schwächer werdenden

Seufzern das Leben fort.

„Nun habe ich einen Menschen umgebracht“, dachte Goldmund und dachte es

immer wieder, während er über dem Sterbenden kniete und auf seinem

Gesicht die Blässe sich verbreiten sah. „Liebe Mutter Gottes, nun habe

ich getötet“, hörte er sich selber sprechen.

Plötzlich wurde es ihm unerträglich, hier zu bleiben. Er hob sein Messer

auf, wischte es an dem Wollenzeug ab, das der andere trug und das von

Lydias Händen für ihren Liebsten gestrickt worden war; er steckte das

Messer in die hölzerne Scheide und in die Tasche zurück, sprang auf und

lief aus allen Kräften davon.

Schwer lag ihm der Tod des lustigen Vaganten auf der Seele; mit

Schaudern wusch er, als es Tag wurde, mit Schnee all das Blut von sich,

das er vergossen hatte, und irrte noch einen Tag und eine Nacht ziellos

und beängstigt umher. Es war die Not des Leibes, die ihn endlich

aufrüttelte und seiner angstvollen Reue ein Ende machte.

In der öden verschneiten Gegend verlaufen, ohne Obdach, ohne Weg, ohne

Nahrung und beinahe ohne Schlaf, geriet er in große Bedrängnis, wie ein

wildes Tier schrie der Hunger in seinem Leib, mehrmals legte er sich

erschöpft mitten im Felde nieder, schloß die Augen und gab sich

verloren, wünschte nichts als einzuschlafen und im Schnee zu sterben.

Aber immer wieder trieb es ihn empor, verzweifelt und gierig lief er um

sein Leben, und mitten in der bittersten Not erquickte und berauschte

ihn die unsinnige Kraft und Wildheit des Nichtsterbenwollens, die

ungeheure Stärke des nackten Lebenstriebes. Vom beschneiten

Wacholderbusch las er mit blaugefrorenen Händen die kleinen

vertrockneten Beeren und kaute das spröde bittere Zeug, mit Tannennadeln

vermischt, es schmeckte aufreizend scharf, er fraß Hände voll Schnee

gegen den Durst. Atemlos, in die erstarrten Hände hauchend, saß er auf

einem Hügel und hielt kurze Rast, gierig spähte er nach allen Seiten,

nichts als Heide und Wald war zu sehen, nirgends eine Spur von Menschen.

Über ihm flogen ein paar Krähen, böse blickte er ihnen nach. Nein, sie

sollten ihn nicht zu fressen kriegen, nicht, solange noch ein Rest von

Kraft in seinen Beinen, ein Funke von Wärme in seinem Blute war. Er

stand auf und nahm den unerbittlichen Wettlauf mit dem Tode wieder auf.

Er lief und lief, und im Fieber der Erschöpfung und letzten Anstrengung

nahmen merkwürdige Gedanken von ihm Besitz, und er führte tolle

Gespräche vor sich hin, bald unhörbar, bald laut. Er sprach mit Viktor,

mit dem Erstochenen, barsch und höhnisch sprach er mit ihm: „Na,

schlauer Bruder, wie geht’s? Scheint dir der Mond durch die Därme, Kerl,

rupfen die Füchse dir an den Ohren? Einen Wolf willst du umgebracht

haben? Hast du ihn in die Kehle gebissen oder ihm den Schwanz

ausgerissen, he? Meinen Dukaten hast du mir stehlen wollen, alter

Schnappsack! Aber gelt, das kleine Goldmündchen hat dich überrascht,

gelt, Alter, es hat dich an den Rippen gekitzelt! Und dabei hast du noch

alle Säcke voller Brot und Wurst und Käse gehabt, du Schwein, du

Freßsack!“ Dergleichen Scherzreden hustete und bellte er vor sich hin,

er beschimpfte den Toten, er triumphierte über ihn, er lachte ihn dafür

aus, daß er sich habe kaputt machen lassen, der Tölpel, der dumme

Aufschneider!

Dann aber hatten seine Gedanken und Reden es nicht mehr mit dem armen

langen Viktor zu tun. Er sah jetzt Julie vor sich, die schöne kleine

Julie, so wie sie ihn in jener Nacht verlassen hatte; er rief ihr

unzählige Koseworte zu, mit irren schamlosen Zärtlichkeiten suchte er

sie zu verführen, daß sie zu ihm komme, daß sie ihr Hemdchen fallen

lasse, daß sie mit ihm in den Himmel fahre, eine Stunde vor dem Tode

noch, ein Augenblickchen vor dem elenden Verrecken. Flehend und

herausfordernd sprach er mit ihren hohen kleinen Brüsten, mit ihren

Beinen, mit dem blonden krausen Haar unter ihrer Achsel.

Und wieder, während er mit steifen stolpernden Beinen durchs beschneite

dürre Heidekraut trabte, trunken vor Weh, triumphierend vor flackernder

Lebensgier, begann er zu flüstern; und jetzt war es Narziß, mit dem er

sprach, dem er seine neuen Einfälle, Weisheiten und Scherze mitteilte.

„Hast du Angst, Narziß“, redete er ihn an, „graut es dir, hast du was

gemerkt? Ja, Verehrtester, die Welt ist voll von Tod, voll von Tod, auf

jedem Zaun sitzt er, hinter jedem Baum steht er, und es hilft euch

nichts, daß ihr Mauern baut, und Schlafsäle, und Kapellen und Kirchen,

er guckt durchs Fenster, er lacht, er kennt jeden von euch so genau,

mitten in der Nacht hört ihr ihn vor euren Fenstern lachen und eure

Namen sagen. Singt nur eure Psalmen und brennet hübsch Kerzen am Altar,

und betet eure Vespern und Matutinen, und sammelt Kräuter im

Laboratorium, und sammelt Bücher in der Bibliothek! Fastest du, Freund?

Entziehst dir den Schlaf? Er wird dir schon helfen, der Freund Hein, er

wird dir alles entziehen, bis auf die Knochen. Lauf, Teuerster, lauf

geschwind, im Felde da geht der Heirassasa, lauf und halte immer hübsch

die Knochen zusammen, sie wollen auseinander, sie werden nicht bei uns

bleiben. Ach unsere armen Knochen, ach unser armer Schlund und Magen,

ach unser armes bißchen Hirn unterm Schädel! Es will alles fort, es will

alles zum Teufel, auf dem Baum sitzen die Krähen, die schwarzen

Pfaffen.“

Längst wußte der Irrende nicht mehr, wohin er laufe, wo er sei, was er

sage, ob er liege oder stehe. Er fiel über Gesträuch, er rannte gegen

Bäume, er griff stürzend in Schnee und Dornen. Aber der Trieb in ihm war

stark, immer wieder riß er ihn fort, immer wieder jagte er den blind

Fliehenden weiter. Als er das letztemal zusammenbrach und liegenblieb,

war es im selben kleinen Dorfe, wo er vor einigen Tagen den fahrenden

Schüler getroffen, wo er nachts über der gebärenden Frau den Kienspan

gehalten hatte. Da blieb er liegen, und die Leute liefen her und standen

um ihn herum und schwatzten, er hörte nichts mehr. Die Frau, deren Liebe

er damals genossen, erkannte ihn und erschrak über seinen Anblick, sie

erbarmte sich, sie ließ ihren Mann schelten und schleppte den Halbtoten

in den Stall.

Es dauerte nicht lange, bis Goldmund wieder auf seinen Beinen stand und

wandern konnte. Von der Stallwärme, vom Schlaf und von der Ziegenmilch,

die das Weib ihm zu trinken gab, kam er wieder zu sich und zu Kräften;

nur war alles Jüngsterlebte zurückgerückt, als wäre viel Zeit seitdem

verflossen. Der Marsch mit Viktor, die kalte bange Waldnacht unter jenen

Tannen, der schreckliche Kampf auf dem Lager, das schreckliche Sterben

des Kameraden, die Tage und Nächte des Frierens, des Hungerns und

Verirrtseins, das alles war Vergangenheit geworden, beinahe hätte er es

vergessen; aber vergessen war es doch nicht, nur überstanden, nur

vorübergegangen. Etwas blieb zurück, nicht auszusprechen, etwas

Schreckliches und auch Wertvolles, etwas Versunkenes und doch nie zu

Vergessendes, eine Erfahrung, ein Geschmack auf der Zunge, ein Ring ums

Herz. In kaum zwei Jahren hatte er Lust und Schmerzen des heimatlosen

Lebens wohl bis zum Grunde kennengelernt: das Alleinsein, die Freiheit,

das Lauschen auf Wald und Getier, das schweifende treulose Lieben, die

bittere tödliche Not. Tage war er im sommerlichen Gefild zu Gast

gewesen, Tage und Wochen im Walde, Tage im Schnee, Tage in Todesangst

und Todesnähe, und von allem das Stärkste, das Seltsamste war gewesen,

sich gegen den Tod zu wehren, sich klein und elend und bedroht zu wissen

und dennoch im letzten verzweifelten Kampf gegen den Tod diese schöne,

schreckliche Kraft und Zähigkeit des Lebens in sich zu fühlen. Das klang

nach, das blieb ihm ins Herz geschrieben, so wie die Gebärden und Mienen

der Wollust, welche denen der Gebärenden und Sterbenden so ähnlich

waren. Wie neulich die Gebärende geschrien und das Gesicht verzogen

hatte, wie neulich der Kamerad Viktor zusammengesunken war und sein Blut

so still und schnell verströmt hatte! Oh, und er selbst, wie hatte er in

den Hungertagen den Tod rund um sich lauern gespürt, wie weh hatte der

Hunger getan, und wie hatte er gefroren, gefroren! Und wie hatte er

gekämpft, wie hatte er dem Tod auf die Nase gehauen, mit welcher

Todesangst und mit welcher grimmigen Wollust hatte er sich gewehrt! Viel

mehr als dieses, so wollte ihm scheinen, gab es eigentlich nicht zu

erleben. Mit Narziß hätte man vielleicht darüber sprechen können, sonst

mit niemandem.

Als Goldmund auf seinem Streulager im Stall zum erstenmal wieder richtig

zu sich gekommen war, hatte er den Dukaten in seiner Tasche vermißt.

Sollte er ihn auf dem schrecklichen, halb bewußtlos durchtaumelten

Marsch des letzten Hungertages verloren haben? Lange grübelte er darüber

nach. Der Dukaten war ihm lieb gewesen, er mochte ihn nicht verloren

geben. Geld zwar bedeutete ihm wenig, er kannte kaum seinen Wert. Aber

dies Goldstück war ihm aus zweierlei Gründen bedeutsam geworden. Es war

das einzige Geschenk Lydias, das ihm geblieben war, denn die Wolljacke

lag ja mit Viktor im Walde und war von dessen Blut durchtränkt. Und dann

war es ja vor allem die Goldmünze gewesen, deren Entwendung er nicht

dulden wollte, ihretwegen hatte er sich gegen Viktor gewehrt, hatte ihn

ihretwegen in der Not umgebracht. Wenn der Dukaten nun verloren war, so

war gewissermaßen das ganze Erlebnis jener grauenvollen Nacht unsinnig

und entwertet. Nachdem er lange nachgedacht, hatte er die Bauernfrau ins

Vertrauen gezogen.

„Christine“, flüsterte er ihr zu, „ich hatte ein Goldstück in meiner

Tasche, und nun ist es nicht mehr da.“

„So, hast du es gemerkt?“ sagte sie, mit einem merkwürdig liebevollen

und zugleich listig schlauen Lächeln, das ihn so entzückte, daß er trotz

seiner Schwäche die Arme um sie legte.

„Was bist du für ein sonderbarer Bub“, sagte sie zärtlich, „so klug und

fein, und dabei so dumm! Läuft man denn mit einem losen Dukaten in der

offenen Tasche in der Welt herum? O du kindischer Bub, du süßer kleiner

Narr! Dein Goldstück hab’ ich gefunden, gleich als ich dich da ins Stroh

legte.“

„Hast du? Und wo ist es jetzt?“

„Such es“, lachte sie und ließ ihn wirklich eine ganze Weile suchen, ehe

sie ihm die Stelle seines Rockes zeigte, wo sie es fest eingenäht hatte.

Sie knüpfte eine Menge guter mütterlicher Ratschläge daran, die er

schnell wieder vergaß, aber ihren Liebesdienst und jenes schlau-gütige

Lachen in ihrem Bauerngesicht vergaß er nie. Er gab sich Mühe, ihr seine

Dankbarkeit zu zeigen, und als er in kurzem wieder marschfähig war und

weiterwollte, hielt sie ihn zurück, da in diesen Tagen der Mond wechsle

und es gewiß milderes Wetter geben werde. Und so war es. Als er

weiterzog, lag der Schnee grau und krank, und die Luft war feuchtschwer,

in der Höhe hörte man den Tauwind stöhnen.

Narziß und Goldmund · 第 18 / 31 题