Wie ist dir mein Name --

Durch Zeitungen. Unser Dorf feierte gleich den 2ten Tag auch dein Fest, wie

dies zur Aufmunterung und Nacheifrung aller Jünglinge im ganzen Vaterlande

geschieht. Wer hätte da denken sollen, wir würden den edelsten Mann sobald

in unseren Auen sehen, und ach! in dieser Lage -- O wenn das meine

Dorfkinder erführen -- Du würdest auf den Händen im Dorfe herumgetragen.

Ich bitte -- schweige von mir.

Das muß ich auch, wenn sie dir nicht alle auf den Hals mit ihren

Glückwünschen kommen sollen, wodurch deine Genesung verspätet werden

könnte, weil du Ruhe noch brauchst. -- Nun halte dich gut -- ich habe noch

einen Gang itzt zu einem andern Kranken -- bin aber eh der Thau im

Sonnenstrahl schmilzt, wieder da.

Er sprach es und gieng. Die Thüre fiel unvermuthet ein bischen geräuschvoll

zu, und Jilla fuhr aus dem Schlummer, sprang an des Kranken Ruhelager, um

zu sehen, ob er etwas bedürfe.

Sebald erblickte sie, und erschrak vor Freude, daß es ihm bei dem

angestrengten Ausruf: Das Mädchen! durch alle Wunden bohrte.

Jilla sah ihn munter, und fragte zärtlich lächelnd: Ist dir wohl, lieber

Mann! Leidest du noch immer große Schmerzen? Ach erhohle dich nur bald und

erkranke nicht mehr -- Sebalds Herz klopfte schneller, Erstaunen und Freude

belebten ihn -- er fand lang kein Wörtchen zu sprechen, endlich sprach er:

Wie kömmst du hieher? und eine leichte Röthe übergoß die blassen Wangen.

Jilla. Je ich bin ja mit meinem Vater schon lange lange da -- o gut daß

dich der Himmel zu uns bringen ließ -- ich will deiner recht warten -- ich

habe dich gleich erkannt und wäre lieber gestorben, eh ich nicht jede

Minute hätte sehen sollen ob du besser wirst. --

Seb. Ich danke dir von Herzen -- gute Seele. Wie lange sah ich dich schon

nicht!

Jilla. So? Hast du zuweilen doch an mich gedacht? das freuet mich herzlich

-- ich bin so froh, daß du da bist -- nun mußt du auch recht lange bleiben.

In 3 Wochen wirst du noch kaum fortkönnen. --

Seb. Der Arzt sagte in 3 Tagen -- dann muß ich wieder in die Stadt.

Jilla etwas bestürzt, wünschte fast, der Kranke möchte nur lieber noch 3

Wochen lang nicht genesen, nur daß sie um ihn seyn könnte.

Ach -- der Arzt macht dir nur Hoffnung!

Seb. Und du willst sie mir nehmen?

Jilla. (besinnt sich) Ach nein! -- du sollst nur länger da bleiben.

Guirlanden um Die Urnen der Zukunft Eine interessante, originelle Familiengeschichte aus dem drei und zwanzigsten Jahrhunderte · 第 35 / 77 题