Der sichere Nachweis der geistigen Störungen als Folgen
einer Autointoxikation ist bisher nur für gewisse Leber- und
Nierenerkrankungen und für den Diabetes erbracht. Cholämie, Urämie und
die diabetische Blutvergiftung durch Oxybuttersäure bewirken im
allgemeinen Zustände, die den Infektionspsychosen nahestehen: stark
benommene Verwirrtheit, zuweilen bis zu ausgesprochenem Koma, daneben
gewöhnlich nicht sehr reichliche Sinnestäuschungen, oft auch
Verfolgungsideen. Zuweilen, namentlich bei Diabetes, erinnert das Bild
mehr an eine einfache Melancholie oder aber an Dementia paralytica, doch
fehlt der für diese Krankheit bezeichnende fortschreitende Verlauf. Die
urämischen Delirien werden oft von epileptiformen Krämpfen begleitet.
Über die vom Darm ausgehenden =Autointoxikationen= ist nichts Sicheres
bekannt, soviel auch darüber schon vermutet worden ist. Vgl. darüber
auch die Bemerkungen auf S. 10 u. 17.
Die =Behandlung= richtet sich wesentlich auf das Grundleiden und hat in
psychiatrischer Hinsicht vorzugsweise von Dauerbädern Gebrauch zu
machen. Die Fürsorge für genügende Entleerung des Darms und der Versuch
einer Darmantisepsis durch Kalomel, Salol, Benzonaphthol u. dgl. sind
jedenfalls zu beachten.