Die graphische Darstellung dieser Werte in beliebigen Maßstäben

ergibt die Kurve der Fig. 93. Sie besteht aus zwei Ästen, einem für

das Hangende (rechter Ast) und einem für das Liegende (linker Ast),

die sich in einem Punkte schneiden. Zur Bestimmung des Rauminhalts

hat man die durch sie und die Abszissenachse begrenzte Fläche zu

ermitteln. Die Planimetrierung lieferte in willkürlichen Einheiten

_q_ des Planimeternonius, deren Wert übrigens von _p_ verschieden

sein kann, das Volumen 549 · _q_, während zugleich eine Fläche, die

1000 · _p_ · 100 m Kubikeinheiten entsprach – in der Figur durch das

Rechteck angezeigt –, 1097 · _q_ ergab. Daraus folgt für das gesuchte

Volumen der Wert

549·_q_ · (100000·_p_·m)/(1097·_q_) · (40000 m²)/(1598·_p_)

= 1253100 m³.

Es wäre sicher nicht richtig, das Schlußergebnis auf so viele Stellen

anzugeben, und man wird sich etwa mit der runden Zahl 1250000 m³

begnügen müssen, zumal eine Abschätzung der Genauigkeit auf Grund der

gegebenen Daten nicht einfach ist.

§ 99. =Zeichnerische Analysis.= Die in den vorstehenden Paragraphen

auseinandergesetzten und angewandten Verfahren der Projektionen mit

Höhenzahlen lassen sich nicht nur auf _geometrische_ Aufgaben, sondern

auch auf die praktisch zeichnerische Behandlung _analytischer_ Fragen

mit Nutzen anwenden. Man kann diesen Teil der angewandten Mathematik,

dessen Entstehung erst wenige Jahrzehnte zurückliegt, und dessen

Ausbau noch keineswegs abgeschlossen ist, passend als graphische oder

_zeichnerische Analysis_ bezeichnen. Ihre Ergebnisse finden in fast

allen Zweigen der Technik, in der Vermessungskunde, der technischen

Physik, der Ballistik usw. mehr und mehr Anwendung. Im Folgenden

mögen einige einfachere Gegenstände dieses Gebietes besprochen

werden, die mit den vorhergehenden Betrachtungen zum Teil aufs engste

zusammenhängen.

§ 100. =Funktionsskale.= Es bedeute _x_ eine reelle Veränderliche und

_y_ = _f_(_x_) eine beliebige eindeutig umkehrbare – d. h. zu jedem

Wert von _y_ gehört ein Wert von _x_ – reelle Funktion von _x_, gegeben

durch irgendeine Rechenvorschrift oder durch eine Zahlentafel, derart,

daß ihr zeichnerisch im rechtwinkligen Cartesischen Koordinatensystem

(_x_, _y_) eine Kurve zugeordnet werden kann. Einen Punkt _P_ der Kurve

(Fig. 94 mit _y_ = √_x_) mit der Abszisse _x_ (= 3) projiziere man

parallel zur Abszissenachse auf die Ordinatenachse nach _Q_, so daß

_OQ_ = _y_ (= √3 = 1,73) ist, schreibe aber an _Q_ den zu _P_ gehörigen

Abszissenwert _x_ (= 3). Wenn man so für genügend viele Punkte

verfährt, erhält man die Skale der Funktion _y_ = _f_(_x_). Die Fig. 94

stellt die Entstehung der Funktionsskale _y_ = √_x_ dar.[3]

[3] Weitere Beispiele sind in dem Bändchen von Paul

Luckey, Einführung in die Nomographie, dieser

mathematisch-physikalischen Bibliothek zu finden.

[Illustration: Fig. 94.]

Auf der Vorderseite eines gewöhnlichen Rechenschiebers befinden

sich die Skalen der Funktion _y_ = log₁₀_x_ in zwei verschiedenen

Maßstabseinheiten.

Die Funktionsskalen tragen im allgemeinen eine ungleichmäßige

Einteilung; gleichmäßig ist sie nur im Falle einer linearen Funktion

_y_ = _ax_ + _b_, weil die zugehörige Kurve hier eine gerade Linie ist.

Wenn die Teilung einer Funktionsskale so dicht ist, daß eine

Zwischenschaltung weiterer Funktionswerte nach dem Augenmaße möglich

ist, kann man im Sinne der zeichnerischen Analysis die Funktion als

durch ihre Skale völlig bestimmt ansehen.

Denkt man sich die Fig. 94 um einen rechten Winkel aus der Papierebene

so geschwenkt, daß die _x_-Achse senkrecht zur Zeichenebene nach oben

gerichtet ist, dann stellt die Skale der Funktion nichts weiter dar

als die kotierte Projektion der Kurve (vgl. § 68), die durch die Skale

gestuft ist.

Um von irgendeiner analytisch oder tabellarisch gegebenen Funktion die

Skale herzustellen, ist es natürlich nicht erst nötig, die zugehörige

Kurve zu zeichnen. Man braucht nur auf der gewählten Geraden, dem

_Träger_ der Skale, von einem beliebig angenommenen Nullpunkte aus

mit der gewählten Maßstabseinheit den zu _x_ gehörigen Funktionswert

_f_(_x_) = _y_ abzutragen und an den Endpunkt dieser Strecke die Zahl

_x_ anzuschreiben.

[Illustration: Fig. 95.]

Wenn die Funktion nicht eindeutig umkehrbar ist, also zu einem Wert von

_y_ mehrere Zahlenwerte von _x_ gehören, ist ihre Darstellung durch

eine Skale zwar auch möglich, aber man muß dann mehrfach bezifferte

(gebrochene) Skalen in Kauf nehmen, die, auf demselben Träger

gezeichnet, sich ganz oder zum Teil überdecken (vgl. Fig. 95).

§ 101. =Konstruktion besonderer Funktionsskalen.= Einige Skalen lassen

sich leicht durch eine einfache geometrische Konstruktion finden. So z.

B. die Skalen für sin _x_ und tg _x_ für spitze Winkel, wie aus der

Fig. 96 ersichtlich ist. Die Skale für sin _x_ gibt zu gleich die für

cos _x_, wenn man neben den Strich mit der Zahl _x_ in Graden noch die

Zahl 90° – _x_ schreibt, und ebenso findet man die Skale für ctg _x_

aus der für tg _x_. Man kann diese z. B. dann benutzen, um für zwei

Punkte einer Karte eines ebenen Geländes, deren Höhenunterschied gleich

1 ist, den Fallwinkel φ zu bestimmen; denn die in der Karte gemessene

Entfernung der Projektionen beider Punkte ist gleich ctg φ.

[Illustration: Fig. 96.]

Besonders wichtig ist die Konstruktion der Skale für die linear

gebrochene Funktion

_y_ = (_ax_ + _b_)/(_cx_ + _d_),

wo _a_, _b_, _c_, _d_ vier Konstanten sind, von denen es ersichtlich

genügt, die drei Verhältnisse _a_ : _b_ : _c_ : _d_ zu kennen. Wenn

_c_ = 0, so würde die Funktion eine ganze lineare sein, ihre Skale

also gleichmäßig geteilt. Wenn _c_ ≠ 0, aber _ad_ – _bc_ = 0, wäre die

Funktion gar nur eine Konstante, wie sofort aus dem Ausdruck

_y_ = _a_/_c_ + (_ad_ – _bc_)/(_c_(_cx_ + _d_))

folgt, in den man die Funktion überführen kann. Sieht man von diesen

Ausnahmefällen ab, und bezeichnet man mit _y₁_, _y₂_, _y₃_, _y_ die

vier zu _x₁_, _x₂_, _x₃_, _x_ gehörigen Funktionswerte, so ist – man

kann sich davon durch Ausrechnung leicht überzeugen –

(_y₂_ – _y₁_)/(_y₃_ – _y₁_) : (_y₂_ – _y_)/(_y₃_ – _y_)

= (_x₂_ – _x₁_)/(_x₃_ – _x₁_) : (_x₂_ – _x_)/(_x₃_ – _x_),

d. h. die Doppelverhältnisse von je vier Werten von _x_ und den

zugehörigen Werten von _y_ sind einander gleich, und daraus

folgt bekanntlich, daß die Punktreihe _P₁_, _P₂_, _P₃_, _P_ mit

den Abszissen _x₁_, _x₂_, _x₃_, _x_ auf einer Geraden I aus der

Punktreihe _Q₁_, _Q₂_, _Q₃_, _Q_ mit den Abszissen _y₁_, _y₂_,

_y₃_, _y_ auf einer Geraden II durch Projizieren gewonnen werden

kann (Fig. 97). Zur Konstruktion einer _projektiven Skale_ _y_ =

(_ax_ + _b_) : (_cx_ + _d_) kann man also folgendermaßen verfahren.

Gegeben sei der Träger der Skale, die Gerade II, ferner der

Anfangspunkt der Skale, d. h. der Punkt mit dem Teilstrich 0, und der

Maßstab, wodurch zugleich der Punkt mit dem Teilstrich 1 der Skale

bestimmt ist. Nunmehr zeichnet man auf einer beliebigen Geraden I

irgendeine gleichmäßige Teilung. Man verbindet sodann miteinander die

Punkte der Teilstriche 0 und ebenso die Punkte der Teilstriche 1. Der

Schnittpunkt _S_ dieser Verbindungsgeraden ist der Mittelpunkt des

Strahlbüschels, das die Skale I auf die Skale II projiziert. (Fig. 98.)

Natürlich gibt es auf einer Geraden unzählig viele projektive Skalen

mit denselben Punkten 0 und 1; denn eine projektive Skale ist erst

durch die Angabe von drei Punkten eindeutig bestimmt, entsprechend den

drei Konstantenverhältnissen _a_ : _b_ : _c_ : _d_.

[Illustration: Fig. 97.]

[Illustration: Fig. 98.]

§ 102. _Aufgabe._ Eine Strecke _AB_ = 5 cm soll mit einer solchen

Skale versehen werden, daß an jedem Punkte abgelesen werden kann, in

welchem Teilverhältnis der beiden Abschnitte die Strecke durch ihn

geteilt wird. Ist _P_ ein Punkt der Strecke, _AP_ = _y_, und _x_ die

Skalenstelle von _P_, so soll _AP_ : _PB_ = _x_ oder

_y_/(_AB_ – _y_) = _x_

sein; daher ist

_y_ = _x_/(1 + _x_) · _AB_.

[Illustration: Fig. 99.]

Zur Konstruktion der Skale _y_ auf _AB_ überlegt man, daß dem Punkte

_A_ der Wert _x_ = 0, der Mitte von _AB_ der Wert _x_ = 1, dem Punkte

_B_ der uneigentliche Wert _x_ = ∞ beizuschreiben ist. Man zieht also

z. B. durch _A_ eine beliebige Gerade _AC_ mit gleichmäßiger Teilung,

die überdies auch in _A_ beginnen kann. Nun verbindet man den Teilpunkt

1 dieser Geraden _AC_ mit der Mitte von _AB_, den Teilpunkt ∞ der

Geraden mit dem Punkte _B_ (d. h. man zieht durch _B_ eine Parallele zu

_AC_); beide Verbindungslinien schneiden sich in _S_, dem Mittelpunkte

des projizierenden Strahlenbüschels (Fig. 99).

Der Leser mag ferner die Skale 1 : _x_ zeichnen.

§ 103. =Zusammengesetzte Funktionsskalen.= Wenn _y_ als Funktion von

_x_ durch eine Skale gegeben ist und ebenso _y_ als Funktion von

_u_, so kann man den funktionalen Zusammenhang zwischen _x_ und _u_

einfach dadurch graphisch herstellen, daß man die beiden Skalen mit

den zusammengehörigen Werten von _y_ aneinanderlegt. Ein einfaches

Beispiel dafür geben die drei Thermometerskalen nach Celsius, Réaumur

und Fahrenheit, wenn man sie sich auf demselben Thermometer angebracht

denkt (Fig. 100); sie entsprechen folgenden drei linearen Funktionen:

[Illustration: Fig. 100.]

_C_ = _x_, _R_ = 4/5_x_, _F_ = 9/5_x_ + 32.

Auf der Vorderseite des gewöhnlichen Rechenschiebers findet sich im

oberen Teile die Skale _y_ = lg _x_, im unteren dieselbe Skale im

doppelten Maßstab, d. h. die Skale _y_ = 2 lg _u_; durch den Strich des

Glasläufers wird daher die Beziehung lg _x_ = 2 lg _u_ = lg _u²_ oder

_x_ = _u²_, _u_ = √_x_ vermittelt.

Ebenso leicht ist es auch, wenn _y_ = _f_(_x_) und _x_ = φ(_u_) je

durch eine Skale dargestellt sind, die Skale herzustellen, die den

funktionalen Zusammenhang _y_ = _f_(φ(_u_)) = ψ(_u_) zwischen _y_ und

_u_ liefert, oder, anders gesprochen, die graphische Elimination von

_x_ auszuführen. Es würde an sich genügen, neben die Bezifferung _x_

der Skale _y_ = _f_(_x_) den zugehörigen Wert von _u_ zu schreiben, wie

ihn die Skale φ(_u_) ergibt, nur würde man dann keine zur Interpolation

brauchbare Skale mit gleichen Unterschieden der Veränderlichen _u_

erhalten. Um die dazu erforderliche Zwischenschaltung der _u_-Werte mit

befriedigender Genauigkeit ausführen zu können, zeichnet man zuerst in

einem Koordinatensystem (_x_, _y_) mit einer _x_-Achse, die zugleich

Träger der Skale φ(_u_) ist, und einer _y_-Achse, die zugleich Träger

der Skale _f_(_x_) ist, die Kurve _y_ = _f_(_x_). Nun kann man leicht

zu jedem Teilstrich der Skale φ(_u_) den zugehörigen Teilstrich der

Skale ψ(_u_) auf dem in der Fig. 101 durch die Pfeile angedeuteten Wege

finden.

[Illustration: Fig. 101.]

§ 104. =Netzteilung.= Für viele Zwecke der zeichnerischen Analysis ist

es wichtig, eine Kurve (_K_), die in einem Koordinatensystem (_x_,

_y_) gezeichnet vorliegt, in eine andere (κ) zu verwandeln, die sich

auf ein Koordinatensystem (ξ, η) bezieht, wobei ξ = φ(_x_), η = ψ(_y_)

gegebene funktionale Beziehungen zwischen _x_ und ξ, _y_ und η bedeuten

sollen. Wäre die Gleichung der vorgelegten Kurve (_K_) bekannt, etwa

_F_(_x_, _y_) = 0, und wären auch die Funktionen φ(_x_) und ψ(_y_) in

analytischer Form gegeben, so würde man nur ξ, η an Stelle von _x_, _y_

einzuführen zu haben, um die Gleichung Φ(ξ, η) = 0 der verwandelten

Kurve (κ) zu erhalten. Aber hier handelt es sich darum, _zeichnerisch_

die Aufgabe zu lösen, wenn die Kurve (_K_) und die Funktionen φ(_x_)

und ψ(_y_) graphisch gegeben sind.

Man trägt auf einer ξ-Achse die Skale ξ = φ(_x_) auf und ebenso

auf einer η-Achse die Skale η = ψ(_y_), wodurch ein im allgemeinen

ungleichmäßig geteiltes Netz bestimmt ist, wie die Fig. 103 angibt.

Jedem Koordinatenpaar _x_, _y_ entspricht in diesem Netze ein Punkt,

der entweder auf einen Schnittpunkt der Netzgeraden fällt, oder dessen

Lage durch Schätzung leicht zu ermitteln ist. Auf diese Weise kann man

die gegebene Kurve (_K_) Punkt für Punkt in dieses Netz übertragen und

erhält so die verwandelte Kurve (κ).

[Illustration: Fig. 102.]

Beispielsweise geht die Ellipse mit den Halbachsen _a_ und _b_, deren

Hauptachsenrichtungen mit den Koordinatenachsen _x_, _y_ und deren

Mittelpunkt mit dem Ursprung zusammenfällt, deren Gleichung also

_x²_/_a²_ + _y²_/_b²_ = 1

lautet, durch Umzeichnung in ein Netz mit den Skalen ξ = _x²_, η = _y²_

in die Gerade mit der Gleichung

η/_a²_ + ξ/_b²_ = 1

über, die die Skalen in den Teilstrichen _a²_ und _b²_ trifft und

also leicht zu zeichnen ist. Das wurde auch für schiefwinklige Achsen

gelten, wenn _a_, _b_ dann konjugierte Halbmesser bedeuten.

Man kann von dieser Bemerkung eine Anwendung auf folgende Aufgabe der

praktischen Mathematik machen. Es liegt eine eiförmige Kurve gezeichnet

vor, und es besteht die Vermutung, daß sie angenähert eine Ellipse sei;

wie ist das festzustellen? Man wird zunächst angenähert den Mittelpunkt

und zwei konjugierte Durchmesser der Kurve bestimmen, indem man ein ihr

umschriebenes Parallelogramm mit seinen Mittellinien zeichnet. Dadurch

ist zugleich ein schiefwinkliges Koordinatensystem _x_, _y_ gegeben,

durch das die Punkte der Kurve festgelegt werden können. Man zeichnet

jetzt das ungleichmäßig geteilte Netz ξ = _x²_, η = _y²_, und in dieses

trägt man genügend viele Punkte der eiförmigen Kurve ein; sie werden,

den vier Quadranten der Kurve entsprechend, angenähert auf vier Seiten

eines Parallelogramms liegen. Die Abweichung der Punkte von diesen

Geraden läßt auch die Abweichung der Eilinie von der Ellipse erkennen.

Wenn man über die Punkte, die angenähert auf einer Geraden liegen,

einen Faden spannt oder eine auf einen Film geritzte Gerade legt, kann

man in den meisten Fällen genau genug die Abweichungen ausgleichen

und dadurch die Längen für die konjugierten Halbmesser der Ellipse

bestimmen, die die Eilinie am besten darstellt (Fig. 103).

[Illustration: Fig. 103.]

§ 105. =Logarithmenpapier.= Besonders wichtig ist ein Netz

mit logarithmischer Einteilung. Solche Netze sind in Form von

Logarithmenpapier käuflich zu haben. Es gibt zwei Arten davon:

bei der einen ist sowohl die Abszissenachse, wie auch die

Ordinatenachse logarithmisch geteilt, bei der anderen nur die eine

der Koordinatenachsen. Ihre Verwendung wird aus folgenden Beispielen

hervorgehen.

Wenn es sich darum handelt, die polytropische Kurve mit der Gleichung

_pv^κ_ = _c_

zu zeichnen, wo κ, _c_ zwei Konstanten, _p_ und _v_ aber Druck und

Volumen eines Gases bedeuten, das sich adiabatisch ausdehnt, so setze

man

ξ = lg _v_, η = lg _p_, _C_ = lg _c_

und erhält

η + κξ = _C_,

d. h. im Koordinatennetz ξ, η eine gerade Linie. Man wird hier also

die erste Art des doppelt logarithmisch geteilten Papiers benutzen

(Fig. 104).

[Illustration: Fig. 104.]

Wenn man mit einem gut eingeschossenen Gewehr nach einem Punkte _O_

einer ebenen senkrechten Scheibe oftmals schießt, so werden die

Einschläge sich in der Nähe von _O_ häufen und mit wachsendem Abstande

von _O_ an Zahl abnehmen. _Gauß_ hat als Maß für die Häufigkeit eines

Treffers im Abstande ξ von _O_ den Ausdruck (Fehlergesetz)

_z_ = _e^{–ξ²}_

angegeben, dem die Häufigkeit proportional ist, unter der Annahme, daß

sie in allen von _O_ ausgehenden Richtungen dieselbe sei. Setzt man

η = lg _z_, lg _e_ = 0,4343,

so wird

η = –0,4343 · ξ².

Bei Verwendung einfach logarithmisch geteilten Papiers ergibt dies

eine Parabel. Setzt man noch ξ = √ζ, d. h. bringt man noch auf der

gleichmäßig geteilten Skale des Logarithmenpapiers eine quadratische

Teilung an, so geht die Parabel in die Gerade

η = –0,4343 · ζ

über (Fig. 105).

[Illustration: Fig. 105.]

§ 106. =Darstellung einer Funktion von zwei Veränderlichen durch ein

Rechenblatt.= Es sei _z_ = _f_(_x_, _y_) die darzustellende Funktion

der beiden voneinander unabhängigen Veränderlichen _x_ und _y_. Ihr

geometrisches Bild ist eine Fläche, wenn man die Werte von _z_ als

Höhen senkrecht über einer Ebene in den Punkten mit den Koordinaten

_x_, _y_ aufträgt. Zu jedem festen Werte von _z_ gehört eine Kurve

bestimmter Höhe auf der Fläche, d. h. eine ihrer Schichtlinien. Die

Projektionen der Schichtlinien auf die als Zeichenebene gedachte

_xy_-Ebene liefern die Karte der Fläche und somit eine geometrische

Darstellung der Funktion durch Schichtenlinien _f_(_x_, _y_) = konst.

im Koordinatensystem (_x_, _y_). An den Schichtenlinien hat man

sich die zugehörigen Werte von _z_ als Höhenzahlen angeschrieben zu

denken, genau so, wie es bisher bei der kartenmäßigen Darstellung der

Geländeflächen geschehen ist. Es ist nicht nötig, daß die Funktion in

entwickelter Form _z_ = _f_(_x_, _y_) gegeben sei; für eine Gleichung

der Form _F_(_x_, _y_, _z_) = 0 ist dieselbe Darstellung möglich. Diese

Darstellung hat man ein _Rechenblatt_ (Nomogramm, Abakus) der Funktion

oder der Gleichung genannt.

[Illustration: Fig. 106.]

In der Fig. 106 ist das Rechenblatt der Funktion z dargestellt, die

durch die Gleichung

_z_² + _xz_ + _y_ = 0

gegeben ist. Die Schichtlinien sind alle Geraden. Man kann das

Rechenblatt zur zeichnerischen Auflösung einer beliebigen quadratischen

Gleichung mit reellen Wurzeln

_z_² + _pz_ + _q_ = 0

nach der Unbekannten z gebrauchen. Man sucht im Rechenblatt den Punkt

mit den Koordinaten _p_, _q_ und sieht nach, welche Schichtgeraden

durch ihn hindurchgehen; die Zahlen der Schichtgeraden, die

nötigenfalls durch schätzendes Zwischenschalten zu bestimmen sind,

geben die reellen Wurzeln der Gleichung an. Liegt der Punkt auf

der einhüllenden Parabel _x_² = 4_y_, so hat die Gleichung eine

Doppelwurzel, liegt er im Innern dieser Parabel, so hat die Gleichung

keine reelle Wurzeln.

In ähnlicher Weise läßt sich die Gleichung

_z^n_ + _xz^m_ + _y_ = 0

und noch allgemeiner die Gleichung

φ(_z_) + _x_ψ(_z_) + _y_ = 0

behandeln, wo φ(_z_), ψ(_z_) beliebige Funktionen bedeuten können,

die analytisch oder tabellarisch oder auch zeichnerisch durch Kurven

oder Funktionsskalen gegeben sein können. In allen diesen Fällen sind

die Kurven des Rechenblattes gerade Linien. Solche Rechenblätter sind

natürlich besonders leicht herzustellen.

§ 107. =Rechenblatt mit ungleichmäßiger Teilung.= Auch wenn die Kurven

konstanter Werte von _z_ zunächst keine geraden Linien ergeben, kann

man doch häufig durch Benutzung von Skalen auf den Koordinatenachsen

bewirken, daß die Kurven des Rechenblattes Geraden werden. Zum Beispiel

wenn die Gleichung

φ(_z_) + ξ(_x_) · ψ(_z_) + η(_y_) = 0

vorliegt, die eine Verallgemeinerung der vorhergehenden ist, so wird

man das Netz der Skalen ξ(_x_), η(_y_), wie in § 103 angegeben worden

ist, benutzen können; die Schichtlinien in diesem Netze ξ, η sind dann

gerade Linien, denn es ist

φ(_z_) + ξ · ψ(_z_) + η = 0

für jeden Wert von _z_ die Gleichung einer Geraden.

Die Zustandsgleichung eines vollkommenen Gases lautet

_pv_ = _RT_,

wobei _p_ den Druck, _v_ das Volumen, _R_ die Gaskonstante, _T_

die absolute Temperatur des Gases bedeuten. Die Isothermen _T_ =

konst. sind, im Koordinatensystem _p_, _v_ gezeichnet, gleichseitige

Hyperbeln; im System

ξ = lg _p_, η = lg _v_

dagegen ergeben sich dafür gerade Linien. Bei Benutzung doppelt

geteilten Logarithmenpapiers läßt sich mithin für die obige

Zustandsgleichung ein Rechenblatt mit dem Lineal allein herstellen.

Wenn man sich auf doppelt geteiltem Logarithmenpapier mit den Skalen

ξ = lg _x_, η = lg _y_ die Geraden _z_ = _xy_ zeichnet, so kann das

entstandene Rechenblatt als Multiplikationstafel dienen; denn in ihm

liegt der Punkt mit den Koordinaten _x_, _y_, den Faktoren, jedesmal

auf der Geraden mit der Höhenzahl _xy_, dem Produkte (Fig. 107).

[Illustration: Fig. 107.]

ALPHABETISCHES SACHVERZEICHNIS

Abtrag und Aufschüttung 19.

– – – eines Dammes 18, 53;

einer Halde 22, 52.

abwickelbare Flächen 41.

Analysis, zeichnerische 77 ff.

Ansicht des Geländes 65 ff.

Anstieg einer Geraden 3;

– einer Ebene 7;

– einer Raumkurve 32.

asymptotisches Einmünden 44.

Ausbißlinie = Ausschnittlinie 21, 35, 54.

ausgezeichnete Fallinien 43.

Ausschachten einer Grube 24.

bauchig gekrümmt 40.

Berührungen im Raume 29.

Berührungsebene einer Fläche 37.

– durch eine gegebene Gerade 56, 58.

Berührungskegel an einer Fläche 62.

Binormale 35.

Bogenlänge 67.

Böschung einer Geraden 3;

– einer Ebene 7;

– einer Halde 23;

– einer Raumkurve 32.

Böschungsfläche 47;

– einer Raumkurve 49.

– Flächeninhalt 71.

Böschungskegel 15.

Böschungslinie 32, 50.

Böschungsmaßstab einer Ebene 7.

Böschungsstreifen 48.

cos _x_, ctg _x_, Skale 80.

Dachausmittelung 21.

Demarkationslinie 41.

Drehen einer Ebene 12.

Drehfläche 17.

Durchdringungspunkte einer Raumkurve mit einer

Geländefläche 52.

Ebene 6;

–n gegebener Böschung 15;

– gleicher Böschung 10;

mit parallelen Gefällemaßstäben 9.

ebener Platz, Anlage 19.

Einfallen einer Ebene 7.

Einschalten eines Punktes 4, 31.

Ellipse 23, 24;

angenäherte – 84.

elliptisch gekrümmt 40.

Enveloppe = Hüllkurve 28.

Evolute und Evolvente 29.

Fallen und Streichen einer Ebene 7.

Fallinien 6, 37, 38, 41;

ausgezeichnete – 43.

Fallwinkel einer Geraden 3.

Fehlergesetz, Gaußsches 86.

Fehlerkurve 28.

Firstlinie eines Daches 22.

Flächen, krumme 17.

Flächeninhalt einer Böschungsfläche 71.

Flächenmessung 68.

Flugzeug, durchmessener Weg 68.

Funktionsskalen 78 ff.

Funktion von zwei Veränderlichen, zeichnerische

Darstellung 87.

gebrochene Skale 79.

Gefälle einer Geraden 3, 5;

– einer Ebene 6, 15;

– einer Fläche 38.

– Kurven konstanten –s 50.

Geländefläche 1, 26.

geologische Schicht, Ausbißlinie einer 21, 36.

Gipfelpunkt 41.

glatte Kurve 27.

Graduierung einer Geraden 4, = Stufung.

Grat, Gratlinie 47, 48.

Grenzlinie einer ebenen Schicht 21;

– einer Böschungsfläche 51.

Grube, Ausschachten einer – 24.

Halde, Aufschüttung einer – 22.

Hangendes einer Lagerstätte 73.

Hauptnormale 34.

Hauptpunkte 31.

Hauptschichtlinien 26.

Hilfskurve 61, 63.

Höhenlinien 1;

Einschalten von – 36.

Höhenzahl 1, 2 = Kote.

Horizont 62, 64.

Hüllkurve 28.

hyperbolisch gekrümmt 40.

hyperbolisches Paraboloid 17.

Intervall einer Geraden 5;

– einer Raumkurve 32.

Isobathe 1, = Tiefenlinie.

Isohypse 1, = Höhenlinie, Schichtlinie.

Jochpunkt 42.

Kammweg 44.

Karte eines Geländes 26.

Keplersche Faßregel 69; = Simpsonsche Regel.

Korrektionskurve 28.

Kote 1, 2, = Höhenzahl.

kotierte Projektion 2;

– Ebene 2.

Kreiskegel, Kreiszylinder 16.

Kreispunkt 43.

krumme Oberflächen 17.

Krümmung einer Fläche 39.

Krümmungsmittelpunkt, –kreis 29.

Krümmungsgrenze = Demarkationslinie 41.

Kurven im Gelände 30.

Kurvimeter 68.

kürzester Abstand zweier windschiefer Geraden 11.

Lagerstätte, Rauminhalt einer – 73 ff.

Lambertsche Regel 69.

Längenmessung 89.

Längenprofil einer Raumkurve 31.

Liegendes einer Lagerstätte 73.

linear gebrochene Funktion, Skale 80 ff.

Logarithmenpapier 85.

Lot von einem Punkte auf eine Ebene 11.

Luftlinie 3.

Maßbestimmungen 67 ff.

Maßstab der Zeichnung 3.

Meßrädchen 68.

Mulde, Ausstrichlinie einer – 54.

Muldenpunkt 42.

Multiplikationstafel 89.

Mündungspunkt 44.

Nabelpunkt 43.

negativ gekrümmt 40.

Netzteilung 83.

Niveaulinien 1.

Normale einer Kurve 33;

– einer Fläche 37.

Normalebene 32, 38.

Normalschnitt 38.

Nullinie 52.

Pantograph = Storchschnabel 27.

Paraboloid, hyperbolisches 17.

parabolisch gekrümmt, –e Kurve 41;

–er Punkt 45.

parallele Gefällemaßstäbe 9.

Parallelkurven 29.

Parallelprojektion 65.

Plan des Geländes 26.

Planierungsfläche 32, 52.

Planimeter 70.

Planum = ebener Platz 19.

polytropische Kurve 85.

positiv gekrümmt 40.

Profil = Querprofil 19, 35;

scheinbares – 55.

projektive Skale 81.

projizierender Zylinder 30.

quadratische Gleichung, zeichnerische Lösung 87 ff.

Querprofil 19, 35.

Rauminhalt 72;

– einer Lagerstätte 73.

Raumkurve, Darstellung 30.

Rechenblatt 87 ff.

Rechenschieberskalen 78, 82.

Rektifikation 67.

Relief eines Geländes 30.

Rinne im Gelände 47.

Rückenlinie 44.

Rungesches Verfahren der Flächenmessung 70.

sattelförmig gekrümmt 40.

Sattelfalte 55.

Schacht, Tiefes eines –es 36.

Schattengrenze 62.

scheinbares Profil 55;

–rer Umriß 62.

Schicht, Ausbißlinie einer geologischen – 21.

Schichtenplan 1, 26.

Schichtlinien 1, 6, 31, 41.

Schmiegungsebene 33.

Schnitt zweier Geraden 5;

– einer Fläche mit einer Ebene 35;

– zweier Flächen 51;

– einer zylindrischen Fläche mit dem Gelände 55.

Schnittgerade zweier Ebenen 8.

Schnittpunkt einer Geraden mit einer Ebene 10.

Schnittwinkel zweier Ebenen 13.

Schraffur einer Karte 39.

Schraubenfläche 17, 33.

sichtbarer Teil des Geländes 53.

Simpsonsche Regel 69.

sin _x_, Skale 79.

Skale einer Funktion 78 ff.

Spiegellineal 28.

Darstellende Geometrie des Geländes und verwandte Anwendungen der Methode der kotierten Projektionen · 第 6 / 7 段