So wird es sein und nicht anders!“

* * * * *

Eva ging auf dem Hofe hin und her, die schmalen Hände auf dem Rücken,

und betrachtete mit großen, stillen, aufmerksamen Augen die Arbeit der

Werkleute. Sie blieb heute, sie blieb morgen, sie traf keine Anstalten

zu gehen. Sie bemühte sich, Wenzel nicht im Wege zu sein, ihm nicht

lästig zu fallen, und doch war sie fast immer in seiner Nähe. Sie hörte

Michaels Stimme in Wenzels Stimme. In seinem Gang erkannte sie Michaels

Gang. Aus Wenzels Gesicht blickte, nur für sie erkennbar, Michaels

Gesicht.

Eines Tages sagte sie: „Es gefällt mir hier auf Schwarzlake, Herr

Schellenberg. Haben Sie Arbeit für mich, so möchte ich gern bleiben.“

„Bleiben Sie, Eva,“ erwiderte Wenzel. „Es gibt hier viel Arbeit, auch

für Sie.“

Still und schweigsam saß Wenzel in der Nacht auf der Treppe, den Hofhund

zur Seite, und blickte in die Dunkelheit hinaus.

Immer mußte er an Michael denken und an sein Testament, das Eva

abgeschrieben hatte und das er auswendig konnte.

„Vielleicht,“ dachte er, „war Michael mehr als ein Träumer, vielleicht

war er ein Seher. Vielleicht sind seine Gesichte morgen Wahrheit, und

die billigen Wahrheiten der Zweifler sind vielleicht morgen zuschanden.“

Schon graute es im Osten, und über die schwarzen Weiher stieg sanft die

Morgenröte eines neuen Tages empor.

Die Brüder Schellenberg · 第 18 / 20 题