Es war einmal ein Mann, der Mann war gut, der Mann hieß Jakob. Der Mann
Jakob sagte: »Ich muß ein Haus haben. Ich muß ein gutes Haus haben. Ja,
ich muß ein gutes, neues Haus haben.« Der Mann Jakob baute ein Haus. Das
neue Haus war groß. Das neue Haus war auch schön. Dann sagte Jakob: »Ich
habe ein gutes, neues Haus. Mein Haus ist auch schön. Aber mein gutes,
neues Haus ist leer. Ich muß Korn haben.« Jakob kaufte Korn. Er (Jakob)
kaufte viel Korn. Das Korn war im Hause, das Jakob gebaut hatte. Jakob
sagte: »Das ist gut! Ich habe viel Korn, gutes Korn, in meinem Hause!«
Es war einmal eine Maus, die Maus war klein, aber die Maus war hungrig,
sehr hungrig. Die kleine Maus sagte: »Ich bin hungrig, ach, ich bin so
hungrig! Jakob hat Korn in seinem neuen Hause. Ich will in das Haus
gehen. Ich will das Korn fressen!«
Die Maus ging in Jakobs Haus. Die Maus fand das Korn. »Gut!« sagte die
Maus. »Hier ist gutes Korn. Hier kann ich fressen, so viel ich will. Oh
das ist gut, sehr gut!«
Die Maus war sehr hungrig, und fraß viel Korn.
Jakob hatte eine Katze. Die Katze war groß. Die Katze war auch hungrig.
Die Katze sagte: »Ich bin so hungrig, wo ist eine kleine Maus? Ich will
eine kleine Maus fressen!«
Die Katze sah die kleine Maus, die das Korn in Jakobs Haus fraß, und
sagte: »Ach! da ist eine schöne, kleine Maus. Ich will die Maus
fressen.« Die Katze fing die Maus, und die Maus sagte: »Ach liebe Katze,
ich bin so klein, laß mich leben, laß mich leben!«
»Nein!« sagte die Katze. »Nein! du hast das Korn in Jakobs Haus
gefressen, du mußt sterben, kleine Maus, du mußt sterben!«
»Ach!« sagte die kleine Maus. »Ich war so hungrig, liebe Katze! Ich habe
nicht viel Korn gefressen. Ich will nicht sterben!«
»Du mußt sterben!« sagte die Katze. Und die böse Katze fraß die kleine
Maus.
Jakob hatte einen Garten. Der Garten war schön. Die Katze sagte: »Ich
will in den Garten gehen!« Die Katze ging in den Garten und legte sich
in die warme Sonne. »Ach!« sagte die Katze. »Die Sonne ist so warm und
gut!«
Aber da kam ein Hund, ein großer Hund. Es war Jakobs Hund. Der Hund sah
die Katze. »Ach!« sagte der Hund, »da ist eine Katze. Die Katze liegt in
der warmen Sonne. Das ist gut! Ich will die Katze plagen!«
Der Hund kam sehr still und sagte: »Katze, Katze, hier bin ich! Ich will
dich plagen, liebe Katze!«
Die Katze sprang auf einen Baum, und der Hund stand am Fuße des Baumes
und bellte. Er bellte so laut, daß die arme Katze sich fürchtete.
»Ach!« sagte die arme Katze, »der Hund ist so groß! der Hund bellt so
laut! Ich fürchte mich, ich fürchte mich sehr!«
Da kam Jakobs Kuh. Die Kuh hatte lange Hörner. Die Kuh sah den Hund im
Garten. Die Kuh sah die Katze auch. Die Kuh sagte: »Ach! da ist der böse
Hund. Der Hund plagt die Katze. Die Katze hat die Maus gefressen. Die
Maus hat das Korn gefressen, das Korn, das in Jakobs neuem Hause war.«
Dann sagte die Kuh: »Ich will in den Garten gehen. Ich will den bösen
Hund plagen, er hat die Katze geplagt, ich will ihn (den Hund) plagen!«
Die Kuh kam in den Garten und plagte den armen Hund, und die Katze
sprang vom Baume und ging in das Haus, in das schöne, neue Haus, das
Jakob gebaut hatte.
Da kam ein Mädchen. Das Mädchen war schön, sehr schön, aber das Mädchen
war traurig, sehr traurig, und es weinte viel, sehr viel.
»Ach!« sagte das Mädchen. »Ich bin traurig, sehr traurig. Ich muß
weinen, viel weinen! Ich habe keinen Vater. Ich habe keine Mutter. Ich
habe keinen Bruder. Ich habe keine Schwester und keinen Freund. Ach! ich
bin traurig!«
Das Mädchen sagte: »Wo ist meine Kuh, meine schöne, braune Kuh? Ich muß
die Kuh melken. Jakob will Milch haben!«
Das Mädchen kam in den Garten. Das Mädchen sah die Kuh.
»Ach!« sagte es, »da ist meine schöne, braune Kuh. Meine Kuh plagt den
Hund. Der Hund plagt die Katze. Die Katze hat die Maus gefressen. Die
Maus hat Jakobs Korn gefressen. Jakob hat das Korn gekauft. Das Korn war
im Hause, im schönen, neuen Hause, das Jakob gebaut hat.«
Das Mädchen kam zu der Kuh. Die Kuh stand still. Der Hund sprang in das
Haus, in Jakobs neues Haus.
Das traurige Mädchen sagte: »Gute Kuh, ich muß dich melken. Jakob will
Milch haben, gute, süße Milch. Du mußt still stehen, gute Kuh.«
Die Kuh stand still. Das Mädchen molk die Kuh. Da kam ein junger Mann.
Der Mann war jung und schön, aber der Mann war arm, sehr arm. Er kam in
den Garten und sah das Mädchen.
»Ach!« sagte der arme, junge Mann, »da ist ein schönes Mädchen. Aber das
Mädchen ist traurig, es muß weinen, viel weinen. Es hat weder Vater noch
Mutter, weder Bruder noch Schwester, weder Freund noch Haus. Es muß die
Kuh mit den langen Hörnern melken, die böse Kuh, die den Hund plagte.
Der Hund hat die Katze geplagt, aber die Katze hat die Maus gefressen.
Die Maus hat das Korn gefressen, das gute Korn, welches (das) Jakob
gekauft hat und welches in seinem neuen Hause war.«
Dann kam der arme Mann und sagte zu dem Mädchen: »Schönes Mädchen, Sie
sind traurig, Sie weinen, weil Sie die Kuh melken müssen. Sie haben
weder Vater noch Mutter, weder Bruder noch Schwester, weder Freund noch
Haus. Kommen Sie mit mir. Ich bin arm, aber ich liebe Sie. Wollen Sie
meine Frau sein, liebes Mädchen?«
»Ach ja!« sagte das Mädchen, und es war nicht mehr traurig und weinte
nicht mehr, denn es liebte einen guten Mann.
Der Mann sagte: »Kommen Sie, liebes Mädchen, wir wollen zu dem Priester
gehen. Der Priester ist gut, sehr gut. Der Priester hat ein Buch, ein
kleines Buch. Es (das Buch) ist ein Gebetbuch, und der Priester wird uns
bald, sehr bald trauen. Kommen Sie, liebes Mädchen, kommen Sie.«
Das Mädchen sagte: »Ja,« und ging mit dem armen Manne zu dem Priester.
Der Priester war in seinem Hause. Das Haus war klein, sehr klein. Der
Priester war im Bett. Der Priester schlief. Der Priester hatte einen
Hahn. Der Hahn war im Garten, und der Hahn krähte laut, sehr laut. Der
Hahn krähte jeden Morgen, und jeden Morgen weckte er den Priester mit
seinem lauten Krähen.
Der Hahn krähte laut diesen Morgen, und der Priester wachte auf. Er
wachte früh auf, sehr früh.
Der Priester nahm sein kleines Buch, sein Gebetbuch, und ging in die
Kirche (Gotteshaus). Die Kirche war schön und klein. In der Kirche
standen der schöne, junge Mann und das schöne Mädchen.
Der junge Mann sagte zu dem Priester: »Guter Priester, nehmen Sie Ihr
Gebetbuch. Hier ist das schöne, junge Mädchen, und hier bin ich. Wir
wollen Mann und Frau sein. Trauen Sie uns, guter Priester, trauen Sie
uns.«
»Gut,« sagte der Priester, »ich will euch trauen!« und der gute Priester
nahm sein kleines Gebetbuch und traute den armen jungen Mann und das
schöne Mädchen. Sie waren Mann und Frau.
Dann sagte der Priester: »O, es war gut, sehr gut, daß mein Hahn so laut
krähte und mich so früh aufweckte!«
»Ja,« sagte der junge Mann, »es war sehr gut. Sie wachten auf, und Sie
kamen hierher in die Kirche, und trauten mich mit dem traurigen Mädchen.
Das Mädchen weinte und molk die braune Kuh. Die braune Kuh plagte den
bösen Hund. Der böse Hund plagte die Katze. Die Katze fraß die kleine
Maus. Die Maus fraß das gute Korn, das Korn, das Jakob kaufte. Das Korn
war im Hause, in dem schönen, neuen Hause, das Jakob gebaut hatte.«
Der junge Mann und das schöne Mädchen gingen nach Hause. Der Priester
ging auch in sein Haus und sagte: »Ende gut, alles gut!«
(1) This story is the nursery favorite, "The House that Jack Built,"
which has its counterpart in the Folk Lore of many countries. In
Germany a similar rigmarole runs as follows: The pears having refused
to fall from a certain tree, the owner sent successively for a boy,
dog, stick, fire, water, calf, butcher and hangman. All refuse to do
his bidding, so he calls the Devil. _He_ is ready enough to carry off
the hangman, who prepares to hang the butcher. The latter volunteers
to kill the calf, which is now ready to lap the water. The water is
willing to put out the fire, the fire to burn the stick, the stick to
beat the dog, the dog to bite the boy, the boy to shake the tree, so
the pears consent to fall.