6. Szene

(Paul Werner.)

Werner

Das ist kein unebenes Frauenzimmerchen!--Aber ich hätte ihr doch nicht

versprechen sollen zu warten.--Denn das Wichtigste wäre wohl, ich

suchte den Major auf.--Er will mein Geld nicht und versetzt lieber?--

Daran kenn ich ihn.--Es fällt mir ein Schneller ein.--Als ich vor

vierzehn Tagen in der Stadt war, besuchte ich die Rittmeisterin

Marloff. Das arme Weib lag krank und jammerte, daß ihr Mann dem Major

vierhundert Taler schuldig geblieben wäre, die sie nicht wüßte, wie

sie sie bezahlen sollte. Heute wollte ich sie wieder besuchen--ich

wollte ihr sagen, wenn ich das Geld für mein Gütchen ausgezahlt

kriegte, daß ich ihr fünfhundert Taler leihen könnte.--Denn ich muß ja

wohl was davon in Sicherheit bringen, wenn's in Persien nicht geht.--

Aber sie war über alle Berge. Und ganz gewiß wird sie dem Major nicht

haben bezahlen können.--Ja, so will ich's machen; und das je eher, je

lieber.--Das Frauenzimmerchen mag mir's nicht übelnehmen; ich kann

nicht warten. (Geht in Gedanken ab und stößt fast auf den Major, der

ihm entgegenkömmt.)

Minna von Barnhelm · 第 31 / 63 题