+Dunkle, rasch ziehende Gewitterwolke nach unten in röthlichen Tönen
und mit einzelnen vom Winde getriebenen, abgerissenen Fetzen auf
hellerem Grunde+, (etwa wie unter IV.)
Wolken: ~Indigo~ und ~Indian Red~. Luft: ~Cobalt~.
Man befeuchte das Papier und ehe die Nässe verdampft ist, übergehe man
dasselbe, mit Ausnahme der hellen Lichter, mit einem Ton von ~Indigo~
und ~Indian Red~ und setze zu gleicher Zeit in die helleren Stellen
der Luft für das durchscheinende Blau etwas ~Cobalt~ ein. Nachdem dies
getrocknet, übergeht man die Wolke abermals mit obigem Ton, setzt aber
nach dem unteren Rande hin mehr ~Indian Red~ zu, so daß man fast ganz
in Letzteres übergeht. Man hüte sich indessen vor einem Uebermaß, denn
~Indian Red~ ist eine +starke+ Farbe. Beim dritten Auftrag verstärkt
man den Ton der Wolke nochmals und zwar mit schiefen Strichen von Unten
links nach Oben rechts, um die Windrichtung zu erhalten. Den unteren
Rand halte man recht zerrissen, wozu eine rasche Hand und ein nicht zu
voller Pinsel erforderlich ist. Alle runden Formen sind zu meiden, da
durch solche der Eindruck des Windes verloren ginge. Hierauf setzt man
obiger Mischung etwas ~Cobalt~ zu und setzt damit einige Schatten in
das hellere Gewölk ein. Haben sich durch Anwendung zu flüssiger Töne
oder eines zu vollen Pinsels harte Linien gebildet, so kann man solche
durch Waschungen mit Wasser wieder entfernen, wodurch zugleich alle
etwaigen sonstigen Härten vermieden werden.
Darstellungen dieser Art sind nicht leicht und erfordern öftere Uebung,
um erfreuliche Wirkungen zu liefern.
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Ich gehe nunmehr zu Lüften mit beträchtlicherer Farbenstimmung über.
Die natürliche Wiedergabe solcher, besonders der Sonnenuntergänge,
ist ziemlich schwierig und erfordert schon bedeutendes Geschick und
Studium. Der große Reiz einer farbenreichen Luft liegt zum größten
Theile in der Durchsichtigkeit der Töne, weßhalb zwischen den einzelnen
Farbenlagen Waschungen mit reinem Wasser unerläßlich sind. Bei Gemälden
dieser Art, welche größere Vollendung beanspruchen sollen, empfiehlt
es sich weiter, kein Löschpapier in Anwendung zu bringen, sondern
den zum weiteren Auftrag wünschenswerthen Zustand des Papieres ruhig
abzuwarten, da die zarten Töne Gefahr laufen, durch das Löschpapier,
zum Theil wenigstens, wieder weggenommen zu werden.