Die englischen Aquarellfarben sind, besonders in Rücksicht auf
Feinheit, allen anderen Fabrikaten in +Tafelform+ vorzuziehen und
sofern die höheren Preise derselben keine Rücksicht verlangen, würde
ich rathen, nur englische Farben zu verwenden. Vorzugsweise gangbar,
wenigstens in Deutschland, sind die Farben von +Winsor & Newton+ und
von R. und A. +Ackermann+ 191 Regent-Street in London, jedoch liefern
auch die folgenden Londoner Firmen -- ~+Newman+~, ~24 Soho Square~
-- ~+Rowney & Co.+~, ~52 Rathbone Place~ -- ~+Robertson+~, ~99 Long
Acre~, sowie ~+Reeves & Sons+~, ~Cheapside~ -- sehr empfehlenswerthe
Fabrikate. Farben anderer englischen Fabriken rathe ich zu meiden.
Ich muß indessen hier bemerken, daß in Deutschland auch viele Farben
mit dem Stempel +Ackermann+ in London nachgemacht worden sind, welche
aber bei ihrer schlechten Qualität kaum zu täuschen vermögen. Wer
auf billigeres Material zu sehen Ursache hat, dem rathe ich zu den
französischen Farben von ~Chenal~, welche ebenfalls zu empfehlen sind.
Von erheblich geringerer Qualität sind die Farben mit dem Stempel
„~+Lambertie+~“ oder „~+Paillard+~“.
Wer nicht auf die Tafelform sieht, dem rathe ich, sich der feuchten
deutschen Farben von F. +Schönfeld+ & Co. in Düsseldorf zu bedienen,
welche bei verhältnißmäßig außerordentlich billigem Preise den
englischen kaum nachstehen und in den letzten Jahren erheblich feiner
als früher hergestellt worden sind.
Was die Form anlangt, in welcher die Aquarellfarben im Handel
vorkommen, so sind zu den altbekannten Täfelchen in den letzten
Jahrzehnten noch zwei andere Formen gekommen, die sogenannten feuchten
Farben -- ~moist colours~ -- und zwar ~a~, in länglichen viereckigen
Porzellannäpfchen, -- ~pans~ -- oder ~b~, nach Art der Oelfarben in
dickflüssigem Zustand in zusammendrückbaren Zinnkapseln -- ~tubes~. --
Im Allgemeinen erfreuen sich Farben in der älteren Tafelform noch immer
der Gunst der Künstler sowohl wie der Dilettanten, weil sich solche
sehr rein erhalten lassen, während die Anwendung der feuchten Farben
in Näpfchen, wenn man solche rein erhalten will, etwas umständlich
ist. Zum Malen nach der Natur sind letztere indessen allen anderen
entschieden vorzuziehen, da es hierbei in den meisten Fällen auf
etwas mehr oder weniger reine Farbe weniger ankommt, weil man ferner
mit Reiben keine Zeit verliert und diese Farben in für diesen Zweck
besonders eingerichteten Blechkästchen erhält, deren doppelter
Deckel auf einer Seite als Palette dient, während die andere drei
Abtheilungen für flüssigere Töne enthält. -- Zu Farben in „~tubes~“,
welche sonst die angenehmsten sind, rathe ich jedoch nur solchen
Personen, welche +beständig+ oder nur mit geringer Unterbrechung malen,
da sie mit der Zeit doch trocknen und man alsdann genöthigt ist, die
Kapseln aufzuschneiden, die Farben in Näpfchen zu leeren und, um eine
glatte Oberfläche zu erhalten, mit Wasser wieder aufzuweichen. Um
das abermalige Eintrocknen solcher wieder aufgeweichter Farben zu
verhüten, empfiehlt es sich, ein Paar Tropfen Glycerin zuzusetzen. Nur
einige Farben, welche man in der Regel nur in tiefen Tönen anwendet,
wie ~Brown Madder~, ~Brown Pink~ und ~Vandyke Brown~, oder ~Rose
Madder~, welche letztere sich schwer anreibt, möchte ich rathen,
in dieser Form zu erwerben, sowie endlich noch ~Permanent Chinese
White~, und zwar dieses +nur+ in besagter Form. Mit Ausnahme der eben
angeführten Farben, welche in Zinnkapseln anzuschaffen wären, rathe ich
daher für das Malen im Zimmer nur Farben in Tafelform zu verwenden.
Dieselben sind in zwei Größen, in ganzen und halben Täfelchen zu haben,
deren letztere auch im Preise nur die Hälfte kosten.
Charakteristik der einzelnen Farben.
Die Kataloge der Farbenfabrikanten enthalten eine große Anzahl theils
ganz entbehrlicher, theils für unseren speziellen Zweck mehr oder
weniger unnöthiger Präparate, welche zum Theil lediglich durch Mischung
oder auch durch geringfügige Nüancirung längst bekannter gewonnen
worden sind. Indessen kommen nicht selten Fälle vor, wo es sehr
angenehm ist, eine bestimmte Farbennüance in größerer Menge, also als
fertige Farbe zu besitzen, besonders im Genre und Stillleben, überhaupt
da, wo es sich um glanzvolle Darstellung handelt, da zu vieles Mischen
den Glanz der Farbe beeinträchtigt und daher Combinationen von
mehr als drei Farben nur in einzelnen Fällen statthaft erscheinen,
beziehungsweise zu vermeiden sind. Die nachstehend ausgeführten Farben
sind solche, welche in Landschaft-, Marine- und Architekturmalerei
vorzugsweise Anwendung finden und ist keine hierher gehörige
ausgelassen worden. Wie sehr auch manche derselben anderen ähnlich
sehen, so sind solche dennoch in mancher Beziehung sehr verschieden,
besonders in Bezug auf Transparenz, Ton, Art des Auftrags und
Haltbarkeit. Zur Annehmlichkeit der Interessenten habe ich jeder
Farbe die Preise von ~Winsor & Newton~ (~W. & N.~), welche auch für
~Ackermann~ gelten und ~Schönfeld & Co.~ (~S. & C.~) beigesetzt.
Erstere beziehen sich auf ganze Täfelchen, ganze Näpfchen (~Pans~) und
Tuben --, halbe Täfelchen und Näpfchen kosten die Hälfte --; letztere
(~S. & C.~) auf Tuben und ganze Näpfchen; halbe Näpfchen kosten hier
etwa zwei Drittel des Preises.
Um der möglichsten Vollständigkeit zu genügen, habe ich indessen auch
die für unsere Zwecke entbehrlichen Farben überall, wo es passend
schien, nach Namen und Farbennüancen eingereiht, da sich unter solchen
immerhin einzelne finden, welche für gewisse Zwecke hier und da
wünschenswerth erscheinen können.
Alle Farben kommen zwischen den zwei Endpunkten Licht und Finsterniß --
Weiß und Schwarz zur Erscheinung.
Weiß.
+Allgemeines.+ Weiß ist Licht, Abwesenheit jeder Farbe und steht
blassem Gelb am nächsten. Der schwächste Farbenauftrag wird durch Weiß
nicht verändert, weßhalb es als Malgrund von hohem Werth ist. Während
alle anderen Farben durch die Ferne bald neutrale Töne annehmen, bleibt
Weiß am längsten unverändert. Es tritt daher vor, d. h. es bringt die
betreffenden Gegenstände dem Auge näher. In Combination mit Gelb hat es
dieselbe Eigenschaft, nicht aber in derjenigen mit Roth. Mit Blau und
Schwarz tritt es zurück und gibt jenen Farben Lufttöne. Sehr werthvoll
unter Umständen ist seine Anwendung im Vordergrund, da es durch seinen
Gegenwerth alle anderen Farben hebt. Absolutes Weiß kommt indessen
in Gemälden selten und dann nur mit letzterer Absicht vor, indem
reichlichere Anwendung einen matten Gesammtton und kreidiges Ansehen
zur Folge hat. Grelle Lichter sind überhaupt stets wenig umfangreich
und finden sich nur an vorstehenden Kanten und Ecken, ebenso wie ganz
tiefe, dunkle Stellen immer nur klein sind. Neben einander gesetzt
werden sie zu den stärksten Contrasten und verleihen bei sinnreicher
Anwendung bedeutende Kraft. Die Anwendung dieser Farbe verlangt daher
Ueberlegung.
~Permanent Chinese White.~
~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Von den verschiedenen Arten Weiß ist dieses aus schwefelsaurem
Baryt bestehende das einzige, welches im Aquarell Anwendung findet
und verdient, da die übrigen aus Bleipräparaten bestehenden weißen
Farben im Aquarell bald durch den in der Atmosphäre enthaltenen
Schwefelwasserstoff getrübt und später schwarz werden, weil sie nicht,
wie auf den Oelgemälden durch den Firniß von der Luft abgeschlossen
sind.
Das chinesische Weiß ist dauerhaft, besitzt Körper, läßt sich angenehm
verarbeiten und mischt sich leicht mit den anderen Farben. Um eine
vollkommene Wirkung zu erzielen, erfordert seine Anwendung aber
Geschick und Ueberlegung. Man merke, daß, wo man es immer verwenden
mag, der Beschauer nur den +Effekt+ sehen darf, nicht aber, daß dieser
Effekt durch +Chinesisches Weiß+ hervorgebracht worden ist.
Ich bemerke noch, daß es mir wohl bekannt ist, daß viele Künstler den
Gebrauch desselben, als dem Aquarell nicht entsprechend, verwerfen;
allein dieselben würden nach öfterer Besichtigung guter englischer
Aquarelle anderer Ansicht werden.
Mit besonderem Erfolge benutzt man es in folgenden Fällen:
1. Luft, Wolken und Ferne werden durch Zusatz von sehr wenig Weiß zu
der betreffenden Mischung, wenigstens in den letzten Aufträgen, im
Luftton sehr verstärkt.
2. In allen Fällen, wo durch häufiges Waschen oder Ueberarbeiten
unreine, gequälte Farbentöne entstanden sind, gibt ein wenig Weiß, zu
dem gewünschten Ton gemischt und über die betreffende Stelle gelegt,
die Farbe in einer Frische wieder, welche alle Erwartung übertrifft.
3. Wo man im Vordergrund helle Gegenstände, wie Mauern etc. zu malen
hat, mischt man zu den grauen, röthlichen oder gelblichen Tönen ein
wenig Weiß, welches letzteren Körper gibt. Der dadurch erzielte Effekt
ist ein sehr naturwahrer, während ohne Weiß behandelt die betreffenden
Gegenstände nicht selten sehr matt und flach aussehen. -- Auch wo
zwischen Steinen der weiße Mörtel sichtbar ist, bringt Weiß mit spitzem
Pinsel dick und mit kecken Strichen eingesetzt oft günstigere Wirkung
hervor, als ausgesparte, ausgewischte oder radirte Lichter. Doch hüte
man sich vor +übermäßiger+ Anwendung.
4. Kleinere Steine von heller Farbe auf Rasen etc. spare man nicht aus,
sondern setze sie nach Beendigung des Untergrundes mit Weiß zu dem
betreffenden Ton gemischt auf.
5. Kleinere Figuren, Vieh etc., deren Aussparen der einheitlichen
Behandlung des Grundes Eintrag thun würde, setzt man bei Beendigung der
Arbeit mit Weiß dick auf und colorirt nach dessen gänzlichem Trocknen
vorsichtig mit den nöthigen Tönen, ohne jedoch zu viel zu wischen.
Für diejenigen Fälle, wo Weiß ohne Zusatz aufgesetzt wird, ist es
räthlich, der Farbe, wie sie aus der Zinnkapsel gedrückt wird, eine
unbedeutende Kleinigkeit Wasser zuzusetzen und sie damit auf der
Palette zu verreiben, da die Farbe ohne diesen Zusatz meist etwas zu
zähe ist. Ist die Farbe aber ganz frisch, so bedarf es dieses Zusatzes
in der Regel nicht. Die Praxis wird bald auf die richtige Consistenz
leiten.
* * * * *
Anstatt des ~Permanent Chinese White~ läßt sich in Fällen wo absolutes
Weiß nicht erforderlich ist, auch das stark deckende, blaßgelbe ~Jaune
brillant~, mit gleicher Wirkung verwenden. Es ist dies eine aus
Neapelgelb, Weiß und Schwefelkalium bereitete Mischfarbe, von welcher
man mehrere Nüancen hat, welche für helle, sehr leuchtende Stellen hier
und da Verwendung finden können.
Gelb.
+Allgemeines.+ Gelb ist mit Weiß am nächsten verwandt und bildet in
blassen Tönen den Uebergang von Licht in Farbe. Es tritt vor und wird
von der Ferne ebenfalls wenig alterirt. Gelb ist eine warme Farbe und
wo ein Gemälde warme Töne verlangt, bildet es in Verbindung mit rothen
Tönen ein Hauptmittel zur Darstellung derselben. Es contrastirt mit
Violett, findet in den meisten gemischten Tönen Anwendung, und ist sehr
empfindlich gegen Blau, von dessen geringster Menge es sofort verändert
wird.
~Yellow Ochre.~
~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Gelber Ocker ist permanent, von großer Brauchbarkeit und
+unentbehrlich+. Er macht sich vorzugsweise in Ferne und Mittelgrund
nützlich, theils weil sein Gelb ein gebrochenes ist, theils weil er
schwach deckt. In schwachen Tönen ist er von großer Schönheit und
bringt das herrschende Licht in das Bild, da er in Mischung mit ~Rose
Madder~, ~Brown Madder~, ~Light Red~, ~Indian Red~ und ~Vermilion~
jeden nur wünschenswerthen warmen Ton für die Lichter von Luft, Wasser,
Wolken, Bergen, Gebäuden, Felsen, Steinen, Bäumen etc. hervorbringt.
Ein sehr schönes, luftiges Grau entsteht bei Zusatz, von ein wenig
~Yellow Ochre~ zu der Mischung von ~Cobalt~ mit ~Rose Madder~. Mit
~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt liefert er eine Reihe sehr
weicher brauchbarer Töne für das Grün der Ferne, welchen man, um sie
etwas zu brechen, ein wenig ~Rose Madder~ oder ~Light Red~ zusetzen
kann. Je nach dem Ueberschuß des Blau oder Gelb lassen sich eine
Unzahl von Tönen darstellen. Der eigenthümliche Charakter des gelben
Ocker als halbe Deckfarbe, sowie sein in jedem Grade von Consistenz
lichter Ton ermöglichen das Grün aus der Mischung mit ~Cobalt~, nach
Art der Oeltechnik, ganz entschieden und kräftig aufzutragen, was
immer wünschenswerth ist, wenn die Formen so verschwommen sind, wie es
in der Ferne meistens der Fall ist. Den zur Herstellung des Grün im
Vordergrunde dienenden Farben zugesetzt, verleiht ~Yellow Ochre~ bei
der Untermalung Kraft und Körper. Für Gras etc. ist er ebenfalls gut
zu verwenden und zwar liefert er in Mischung mit ~Gamboge~ und wenig
~Cobalt~ oder ~French Blue~ sehr brauchbare Töne für sonniges Grün.
So sehr er aber für die Mischung des Grüns der Ferne paßt, so ist er
doch für das Grün des Vordergrundes +allein+, d. h. ohne Zusatz eines
anderen Gelb +nicht+ zu verwenden; da ihm hierzu die nöthige Frische,
Leichtigkeit und Durchsichtigkeit fehlt; dessenungeachtet ist er als
Hülfsfarbe für erste Anlage des grünen Vordergrundes, z. B. ~Yellow
Ochre~ mit ~Gamboge~, sehr werthvoll. Mit wenig ~Indigo~ gemischt
und mit wenig Wasser behandelt, liefert er ein für Weidenbäume sehr
passendes Grün, welches auch im Vordergrund angewendet werden kann. Für
sich allein wie in Mischung mit ~Vermilion~, ~Light Red~ und ~Burnt
Sienna~ liefert ~Yellow Ochre~ schließlich sehr geeignete Töne für
Vieh, Schiffe, Segel etc.
~Roman Ochre.~
~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Der römische Ocker ist ein tiefes, stark gebrochenes Gelb und etwas
dunkler als der gelbe Ocker. Er dient hauptsächlich für farbiges
Segelwerk, Architektur, sowie für sanfte, tiefe grüne Töne des
Mittelgrundes. Mit Schwarz liefert er viele sehr brauchbare Töne für
Mauern und Felsen, welche durch Zusatz von ~Rose Madder~ noch mehr
nüancirt werden können. Im Ganzen ist er entbehrlich.
Aehnlich in der Farbe verhalten sich die übrigen Ockerarten, so
Goldocker und ~Ochre de Rue~, letzterer weniger transparent und brauner
im Ton als ~Yellow Ochre~.
~Gamboge.~
~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Es ist zu empfehlen, diese Farbe +roh+ in einer Droguenhandlung zu
kaufen. Man nehme nur Prima Qualität, welche in dicken, walzenförmigen
Stücken von rothgelber Farbe und krustenartiger Außenseite im Handel
vorkommt.
~Gamboge~ (Gummigutt) ist ein reines und besonders in seinen
Mitteltönen sehr brillantes und transparentes Gelb welches häufigste
Anwendung in den Mischungen der grünen Töne findet, außerdem aber auch
für helle Töne in Abendlüften geeignet ist. Für kalte Lichter der
Vegetation im Allgemeinen erhält man sehr reine Töne durch Zusatz von
~Emerald Green~, welcher Ton auch zum Herabstimmen von gebrochenem
Grün sehr dienlich ist. In hohem Grade geeignet für sonniges Grün
des Vordergrundes, namentlich für Grasflächen, ist die Mischung von
~Gamboge~ mit etwas ~Green Oxyde of Chromium~ (Chromoxyd), ein sehr
naturwahrer, brillanter Ton, welchem sich die Mischungen mit ~Cobalt~
und ~French Blue~ anreihen. Selbstverständlich ist, daß in diesen
Mischungen ~Gamboge~ stets mehr oder weniger stark vorherrschen muß.
Mit ~Indigo~ gemischt sinkt es im Ton und geht durch Zusatz von
Schwarz in Olivengrün über. Auch in Mischung mit ~Neutral Tint~ liefert
es ein sehr brauchbares, ruhiges Grün für Vorder- und Mittelgrund. Sehr
beliebt seit Jahren schon ist die Mischung für Grün aus ~Gamboge~,
~Burnt Sienna~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~, da dieselbe eine lange
Reihe brauchbarer Töne für Frühlings-, Sommer- und Herbstlaub liefert,
je nachdem man von jeder der drei Farben mehr oder weniger nimmt. Bei
soliderem Farbenauftrag läßt diese Mischung jedoch insofern im Stich,
als in tiefen Tönen, wo schon die beiden letzteren Farben sehr dunkel
sind, ~Gamboge~ als Harzfarbe Schwärze erzeugt. Wo daher Tiefe des Tons
von +grünem+ Charakter erforderlich ist, ist ~Gamboge~ zu vermeiden
und durch ~Indian Yellow~ zu ersetzen. Als Lasurfarbe wird ~Gamboge~
von keiner anderen Farbe in Transparenz erreicht, wobei sein Ton durch
Zusatz von etwas Roth, wie ~Light Red~, ~Rose Madder~, ~Burnt Sienna~
sehr erwärmt werden kann.
~Indian Yellow.~
~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰. S. & C. 75 ₰.~
Das indische Gelb wird aus Kameelurin bereitet und ist eine sehr
dauerhafte, schöne, kraftvolle Farbe von tiefem Ton, weßhalb es auch
für Draperien und Figuren sehr geschätzt ist. In sehr dünnen, zarten
Tönen findet es Verwendung bei Sonnenauf- und Untergang; dagegen paßt
es, seiner intensiven Farbe wegen, nicht in Mischungen von Grau für
Schatten und Wolken. Sehr dienlich ist es für Lichter mit goldenem
Schimmer, nach Umständen mit ~Rose Madder~ erwärmt, sowie auch zu
Lasuren. Besonders prachtvoll macht sich die Lasur über gelben Ocker,
welch letzterer überhaupt durch ~Indian Yellow~ in der Farbe sehr
bedeutend erhöht werden kann. Zusatz von ~Yellow Ochre~, ~Raw Umber~,
~Burnt Sienna~, ~Burnt Umber~, ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Madder~
stimmt, je nach dem gewünschten Ton, den Glanz der Farbe herab. ~Indian
Yellow~ in Mischung mit ~Burnt Sienna~ und ~French Blue~ (~Indigo~)
oder mit ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~ liefert die verschiedensten
Töne für das Grün der Bäume und haben diese Mischungen den Vortheil,
daß sie, wie schon bei ~Yellow Ochre~ erwähnt, wie in der Oelmalerei
mit sehr wenig Wasser aufgetragen werden können, welche Behandlung sich
sehr empfiehlt. Die gebrochenen Ausladungen der Bäume, das Zufällige
der Silhouetten, läßt sich so mit großer Eleganz wiedergeben, ebenso
Stämme, Aeste und Zweige, und ist diese Mischung sowohl für Effekte von
großer Tiefe und Kraft, wie von besonderer Feinheit gleich anwendbar.
Die Anwendung des ~Indigo~ erfordert jedoch Vorsicht, da ein Uebermaß
desselben Schwärze verursacht. Nimmt man hierauf Rücksicht, so kann
naß in naß, Farbe auf Farbe gesetzt, die größte Verschiedenheit in Ton
und Kraft erreicht werden, ohne daß man in Schwärze verfällt. Wo dies
geschehen ist, bietet ~Indian Yellow~ wieder das Gegenmittel, indem
man es in mehr oder weniger kräftigem Ton über die betreffende Stelle
legt, was überhaupt für zu dunkel gerathene Bäume gilt. Wünscht man in
solchen Fällen jedoch wieder einen entschieden grünen oder helleren
Grund herzustellen, so wende man ~Indian Yellow~ mit Chromoxyd
gemischt an. Letztere Combination läßt sich auch mit großer Wirkung in
tiefen Schattenmassen des Laubes verwenden, da beide Farben, besonders
letztere, bis zu einem gewissen Grade decken, und bietet solche ein
sehr erfrischendes ruhiges Grün für Rasenflächen. Mit ~Burnt Umber~
oder ~Brown Madder~ gemischt liefert ~Indian Yellow~ sehr warme und
tiefe Töne für Drucker, welche durch Zusatz von etwas ~French Blue~ im
Tone herabgestimmt werden können. Diese Töne eignen sich vorzugsweise
für tiefe Schatten unter Moos, Steinen und unter dunklen erdigen
Ufern, Abhängen und Terrain-Einschnitten. Man vermeide zu viel Blau
zuzusetzen, da der Ton hiedurch zu kalt würde und alle tiefen Schatten
in +warmem+ Ton gehalten werden müssen.
~Cadmium.~
~W. & N. 3 ℳ. 9 ₰. S. & C. 75 ₰.~
Hiervon hat man in neuester Zeit mehrere Nüancen in den Handel
gebracht: ~pale~ (blaß), ~deep~ (dunkel) und ~orange~, deren erstere
und letztere hier nicht in Betracht kommen. Wo kein Beiwort steht,
ist stets die dunklere Sorte, von ähnlicher Farbe wie ~Indian
Yellow~ gemeint. Sie ist die intensivste und leuchtendste der gelben
Farben, ist dauerhaft und mischt sich gut mit anderen Farben.
Ihre charakteristische Eigenschaft, das gelbe Licht, sowie ihr
leichter Auftrag machen sie für Morgen- und Abendhimmel beliebt;
jedoch lasse man sich durch ihren fesselnden Glanz nicht verführen,
zu verschwenderisch damit umzugehen. Sehr am Platze ist sie als
Begleiterin einer blutrothen Sonne; dabei habe man indessen immer
im Auge, daß solch ungebrochene Farbe stets nur sehr kleine Theile
des Himmels einnimmt und die hellsten Lichter ebenfalls nur kleine
Dimensionen haben. Sehr werthvoll ist ~Cadmium~ für Draperien. Mit Roth
gemischt liefert es jeden Ton von Orange und mit den verschiedenen
Blau sehr schöne grüne Töne, von welchen besonders die Mischung mit
~French Blue~ sehr natürliche Töne für Seewasser liefert. Für das Grün
der Vegetation ist ~Cadmium~ indessen, seiner Schwere wegen, wenig
geeignet, da man für diesen Zweck so viele zweckmäßigere Farben zu
Gebote hat, doch findet es in der Herbstlandschaft für +gelbes+ Laub
zuweilen recht geeignete Verwendung. In Mischung mit ~Yellow Ochre~
kann es für die beleuchtete Seite ferner Gebirge benutzt werden und ein
+sehr kleiner+ Zusatz zu ~Chinese White~ für glänzende Lichter macht
sehr gute Wirkung und verhindert das kreidige Aussehen.
~Naples Yellow.~
~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Neapelgelb, antimonsaures Bleioxyd, dessen hellere Sorte ich empfehle,
ist eine sehr empfindliche, größte Reinlichkeit erfordernde Farbe.
Es ist zwar Deckfarbe, allein für gewisse Effekte durch keine andere
Combination zu ersetzen. Man nehme jedoch immer nicht mehr, als gerade
nöthig ist, um den gewünschten Ton herzustellen, da ein Ueberschuß
eine gewisse mehlige, pulverige Wirkung zur Folge hat. Mit ~Rose
Madder~ gemischt erhält man sehr schöne, zarte Töne für Ferne und zum
Uebergehen der helleren Theile eines Abendhimmels, wo die Wirkung oft
eine außerordentlich schöne ist. Mit ~Cobalt~ erhält man ein nebliges
Grün, sehr geeignet für ferne Bäume, welche den Himmel zum Hintergrund
haben, welches Grün durch Zusatz von etwas ~Rose Madder~ noch zarter
wirkt. Wunderbar schön, zart und weich sind die grauen Töne, welche
man aus ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und etwas Neapelgelb darstellt -- wohl
das schönste Silbergrau, welches die Palette bietet. Es gibt kein
wirksameres Mittel, um eine schwüle, dämpfige Atmosphäre oder schwache
ziehende Nebel, wie sie in Waldungen häufig vorkommen, darzustellen.
Man wende indessen die Töne mit ~Naples Yellow~ nicht zur Untermalung,
sondern immer nur bei Beendigung der betreffenden Stellen an.
~Naples Yellow~ und ~Cobalt~ in dicker Mischung und ziemlich trocken
angewendet gibt sehr gute Effekte, wenn man sie mit der Seite eines
flachen Pinsels über die Abtheilungslinien und Schatten auf fernen
Gebirgen schleppt. Dieses Schleppen fast trockener Farbe erfordert
viel Uebung; ist aber die Schwierigkeit überwunden, so ist die Wirkung
eine höchst erfreuliche. Sehr schön wirkt auch ~Naples Yellow~, wenn
man es der Mischung für Bäume aus ~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~
und ~French Blue~ in geringer Menge zusetzt, welche Combination dann
für dicke, dämpfige Atmosphäre sehr brauchbar ist. Auch zu frisches
und transparentes Grün kann man mit Neapelgelb leicht herabstimmen.
In einer Hinsicht ist der Werth dieser Farbe ein sehr bestimmter und
zwar ertheilt sie als Deckfarbe denselben Charakter allen Farben, mit
welchen sie gemischt wird, was unter Umständen hohen Werth hat. Im
Stillleben sind die Nüancen des Neapelgelb bei der Darstellung gelber
Metalle sehr dienlich und ähnlich läßt sich auch das bereits erwähnte
~Jaune Brillant~ anwenden.
~Raw Sienna.~
~S. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Ein schönes, warmes, gebrochenes permanentes Gelb, welches, wenn
nicht mit +viel+ Wasser angerieben, etwas gelatinös, daher im Auftrag
weniger angenehm ist und in consistenteren Tönen stark nachdunkelt.
Die grünen sonnigen Töne, welche es mit Blau liefert, sind alle gut
und für gewisse Stimmungen, auch für Ferne, sehr brauchbar. Mit
~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt lassen sich sehr natürliche
Farben für Seewasser gewinnen, welche durch Zusatz, von etwas ~Brown
Madder~ noch sanfter werden. Für die Behandlung von Flüssen und
Bächen ist es sehr werthvoll, sowohl allein als mit anderen Farben,
je nach dem Tone des Wassers. Mit ~Brown Madder~ gemischt erhält
man prachtvolle tiefe, dunklem Bier ähnliche, transparente Töne,
mit ~Vandyke Brown~ transparente grünbraune, während mit Zusatz von
~French Blue~ oder ~Indigo~ für die dunklen Töne der Vegetation unter
Wasser sehr geeignete Farben herzustellen sind. Für das Markiren der
Steine im Flußbett sind die warmen gelatinösen Töne von ~Raw Sienna~,
~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~ sehr zu empfehlen, da solche bei
Durchsichtigkeit große Tiefe und Kraft besitzen. Als Lasurfarbe ist
~Raw Sienna~ sehr dienlich zur Erhöhung der Töne der Vegetation des
Mittelgrundes.
Für Carnation ist ~Raw Sienna~ unentbehrlich, besonders in Mischung
mit ~Rose Madder~, welche sehr feine Töne für Gesicht und das Fleisch
überhaupt liefert. Durch Zusatz von sehr wenig ~Cobalt~ oder ~French
Blue~ können diese Töne herabgestimmt werden. Dagegen liefert die
Mischung: ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Raw Sienna~ eine Reihe schwacher
perlgrauer und grünlicher Töne, welche nur bei der schönsten Hautfarbe
vorkommen. Für sich allein dient es in ausgezeichneter Weise für die
Reflexe, wie z. B. unter dem Kinn etc.
~Lemon Yellow.~
~W. & N. 3 ℳ. 6 ₰. S. & C. 35 ₰.~ (Gelber Ultramarin.)
Zitrongelb, eine bei Schönfeld gelber Ultramarin genannte, aus
chromsaurem Baryt bestehende Farbe bietet ein sehr blasses, dauerhaftes
aber etwas deckendes Gelb, welches trotz seines blassen Tones dennoch
von überraschender Kraft ist. Seine Anwendung verlangt daher Vorsicht,
da bei Nichtbeachtung sein durchdringender Ton sich in höchst
unerfreulicher Weise bemerkbar macht. Wo sanfter Sonnenschein das
Gebirg oder ferne Wälder beleuchtet wirkt es sehr gut. Für +erste+
Anlage, ausgenommen für die hellsten Lichter des Laubes, paßt es
jedoch nicht, und benutze man statt dessen ~Yellow Ochre~ und seine
Combinationen zur Anlage für helle oder grüne sonnige Töne der Ferne.
Mit ~Emerald Green~ erhält man sehr reine, helle, glanzvolle Töne für
gelegentliche Lasuren von Grasflächen oder für die hellsten Lichter auf
Gras, Draperien etc. Mit ~Cobalt~ liefert es eine treffliche Lasurfarbe
für ferne Wiesen. Obgleich seine Anwendung eine beschränkte ist, so ist
dieselbe doch in vielen Fällen von großer Wirkung.
~Aureolin.~
~W. & N. 3 ℳ. 9 ₰. S. & C. ℳ. 1. --~
Ein neueres, sehr reines, glanzvolles, transparentes, selbst in den
lichtesten Tönen noch permanentes Gelb, welches in der Farbe dem
Gelb des Sonnenspectrums am nächsten steht. Es scheint mir eine
combinirte Farbe zu sein, da sein Geruch an Gummigut erinnert und wäre
in diesem Fall sein Preis als ein höchst exorbitanter zu bezeichnen.
Unentbehrlich ist es gerade nicht, allein ich mache doch darauf
aufmerksam, daß +alle+ Töne, in deren Mischung es enthalten ist, sich
durch +ungemeine Frische+, +Glanz+ und +Reinheit+ auszeichnen. Das Grau
aus ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Aureolin~ ist äußerst zart und für
transparente, weiche Lufttöne sehr geeignet, und wo für das Grün der
Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes größere Frische verlangt wird,
wirken die betreffenden Mischungen mit ~Aureolin~ unvergleichlich.
Für das tiefe Grün der Ferne ist es dagegen seiner Leuchtkraft wegen
weniger angenehm; doch liefert die Combination von ~Cobalt~, ~Aureolin~
und ~Sepia~ oder ~Rose Madder~ sehr angenehme zarte Töne für ferne
Bäume in schwachem Licht oder bei dämpfiger Atmosphäre. Als Farbe für
Draperien ist es unersetzlich. Besonders werthvoll und nützlich ist es
in Mischung mit ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~ -- mit
~Indigo~ -- mit ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~ oder ~French Blue~ -- mit
~Oxyde of Chromium~ -- mit ~Burnt Umber~ -- mit ~Sepia~ -- mit ~Emerald
Green~ -- mit ~Brown Madder~ -- mit ~Sepia~ und ~Cobalt~ -- mit ~Rose
Madder~ und ~Cobalt~ -- mit ~Light Red~ und ~Cobalt~ oder ~Indigo~ --
und mit ~Rose Madder~.
Das von Schönfeld & Comp. neuerdings hergestellte ~Aureolin~ wich
seither im Ton ganz entschieden von dem englischen ab. Während
letzteres sich im Ton stark dem Gummigutt nähert, übertrifft ersteres
an Intensität der Farbe noch das Indischgelb und nähert sich dem
~Cadmium Orange~; es wird jedoch künftig dem englischen entsprechend
bereitet werden.
* * * * *
Die übrigen in Katalogen und im Handel vorkommenden gelben Farben
sind für unsere Zwecke entbehrlich und zum Theil höchst undauerhaft.
Unter die ersteren gehört beispielsweise +Italienische Erde+, ~+Mars
Yellow+~, ein schöner warmer nach Orange neigender, glanzvoller
permanenter Ocker, -- unter die letzteren: ~+Gallstone+~, prachtvolle,
tiefe Farbe -- ~+Italian Pink+~ -- ~+Yellow Lake+~ -- Schönfeld’s
+Japanisches Gelb+ -- sowie die verschiedenen Nüancen von +Chromgelb+
und ~Stil de grain jaune~.
~Orange.~
+Allgemeines.+ Orange ist eine sekundäre Farbe und bildet den Uebergang
von Gelb zu Roth, aus welchen beiden Farben sie zusammengesetzt ist. Je
nachdem die eine oder andere derselben in der Combination vorherrscht,
läßt sich eine lange Reihe von Uebergangstönen bilden. Ihr Charakter
ist Wärme, welche mit Zunahme des Roth selbstverständlich gesteigert
wird. Da Blau an der Zusammensetzung von Orange keinen Antheil hat,
so ist es dessen Complementärfarbe und wirkt daher zerstörend auf
dieselbe, was bei Anlage von Abendhimmeln zu beherzigen ist.
~Penley’s Neutral Orange.~
~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰.~
Diese leuchtende Farbe ist aus ~Yellow Ochre~, ~Cadmium~ und ~Brown
Madder~ zusammengesetzt und dient namentlich dazu, die Zeichnung vor
dem Beginn der eigentlichen Anlage mit einem schwachen Orange-Tone
zu übergehen, was, besonders in sonnigen Landschaften, gleich einen
warmen, angenehmeren Grundton gibt als das weiße Papier. Der neutrale
Charakter derselben dient zugleich, das spätere Blau der Luft etwas
zu brechen, während die Farbe doch etwas durchschimmert und dem Bilde
einen guten Lichtton verleiht. Man hüte sich, den Ton zu kräftig
zu geben, in welchem Falle man nach dem Trocknen wieder mit Wasser
abwaschen müßte, um das später aufzutragende Blau nicht zu zerstören.
Wo übrigens der Himmel sehr rein ist und die Wolken absolut weiß
erscheinen, läßt man diesen ersten Ton besser weg. Je nach der Abnahme
des Lichtes mag indessen dieser Ton etwas verstärkt werden, wodurch
die später aufzutragenden Töne mehr gebrochen werden. Auch für die
erste Anlage entfernter Gebirge ist es brauchbar und liefert mit ~Rose
Madder~ eine angenehme Reihe warmer, sonniger Töne. Mit ~Cobalt~
gemischt erhält man einen sehr brauchbaren, grünlichgrauen Ton für
Schatten des Gebirgs und fernen Laubwerks. Mit ~Cobalt~ gebrochen
liefert ~Neutral Orange~ auch sehr brauchbare Töne für Wege, welche
alle Schattirungen zwischen Orange und Grau umfassen. Diese Farbe ist
jedoch insofern entbehrlich, als man ihren Ton recht gut durch Mischung
von ~Yellow Ochre~ mit etwas ~Brown Madder~ herzustellen vermag.
~Burnt Sienna.~
~W. & N. 1 ℳ. 3 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Die gebrannte Sienna ist eine unentbehrliche, dauerhafte Farbe von
großer Transparenz und Tiefe, welche allen Mischungen für das Grün
und Braun der Vegetation eine natürliche, angenehme Wärme verleiht.
Für Luft und Ferne ist sie dagegen nicht zu verwenden, indem ihr die
der Atmosphäre eigenthümlichen Töne abgehen. In Mischung mit ~French
Blue~ erhält man zahlreiche kalte und warme graue Töne für dunkle
Interieurs und Hintergründe mit Figuren; sie besitzen sowohl Zartheit
wie Tiefe. Dunkle Räume und Ecken, Thorwege und dergleichen übergeht
man mit +transparenten+ Tönen dieser Combination und erhält man durch
häufiges Wiederholen dieser Procedur einen sehr tiefen, aber doch
transparenten Schatten. Mit Schwarz erhält man sehr schöne braune und
mit ~Payne’s Grey~ eben solche für Schiffe und Boote sehr geeignete
Töne. Für Architekturmalerei ist ~Burnt Sienna~ sehr werthvoll, denn
in Combination mit ~Rose Madder~ und ~Cobalt~, oder mit ~Cobalt~ und
~Chrimson Lake~, oder mit ~French Blue~ und ~Rose Madder~, oder mit
~Indigo~ und ~Chrimson Lake~ erhält man endlose Verschiedenheiten von
an Gebäuden, aber auch an Wegen und Ufern vorkommenden Tönen. Für
alle Markirungen und Drucker von tiefem und sehr warmem Tone findet
~Burnt Sienna~ in Mischung mit ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~
oder ~Indigo~, dick aufgesetzt, erfolgreiche Anwendung. Bei dieser
Gelegenheit mögen einige Worte über tiefe Stellen und Drucker eingefügt
werden. +Kein+ Strich oder Punkt, er möge noch so dunkel und tief in
der Farbe sein, darf sich dem Beschauer eines Bildes als +schwarzer+
Fleck bemerklich machen. In der Natur kommt derartiges nicht vor,
sondern nur Schattenwirkungen, welche dem Auge überhaupt keine Farbe
zeigen. Alle sehr dunkeln Stellen müssen daher +warm+ im Tone gehalten
werden, andernfalls sie an Transparenz verlieren und dem ganzen Bilde
eine unangenehm wirkende Kälte geben. -- Für die Mischungen von Grün
ist ~Burnt Sienna~ durch keine andere Farbe zu ersetzen, einerseits
ihrer Transparenz, andererseits ihres kraftvollen Tones wie ihrer
angenehmen Verarbeitung wegen. +Besonders+ werthvoll für Laubwerk aller
Art ist sie in Combination mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ und
~Blau~ (~Indigo~, ~French Blue~ oder ~Cobalt~); ebenso in Mischung mit
~Gamboge~ oder mit ~Indigo~. Zusatz von ~Sepia~ zu diesem Grün liefert
feine olivenfarbige neutrale Töne.
~Mars-Orange.~
~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 45 ₰.~
Eine sehr schöne, permanente, transparente und tieftönige Farbe, welche
ungeachtet vieler vortrefflicher Eigenschaften wenig verbreitet ist.
Sie bietet glanzvolle Töne für Abendhimmel und +beleuchtete+ Berge,
Felsen und Wege. Für Grün ist sie nicht brauchbar. Im Ton weicht sie
von der vorigen Farbe ziemlich ab und schließt sich entschiedener an
Roth an.
~Brown Ochre.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Ein permanentes, braunröthliches Gelb, welches besonders allein, oder
in Mischung mit ~Brown Madder~, für sandigen Vordergrund zu empfehlen
ist und mit ~Indian Yellow~ einen tiefen, glanzvollen Ton von großer
Kraft für +Herbstlaub+ liefert. Sonst ist sie entbehrlich.
~Orange-Vermilion.~
~W. & N. 2 ℳ. 5 ₰.~
Der Orange-Zinnober ist eine permanente und unter Umständen sehr
nützliche, dabei aber entbehrliche Farbe. Er findet hauptsächlich
Anwendung für Draperien und Fleischtöne; für letztere besonders in
der Staffage in Mischung mit ~Chinese White~, welche ausgezeichnete
Töne für Gesichter, Hände und Füße liefert. Da beide Farben decken, so
läßt sich mit ihnen eine reine und brillante Fleischfarbe auf jeden
beliebigen farbigen, beziehungsweise fertigen Grund bringen.
* * * * *
Von den übrigen entbehrlichen Orange-Farben will ich nur erwähnen,
daß ~Burnt Roman Ochre~ der ~Burnt Sienna~ in Ton und Tiefe zwar sehr
ähnlich ist, letztere Farbe aber nicht zu ersetzen vermag, da ihm
die nöthige Transparenz abgeht. Mehr in’s Rothbraune nach ~Brown
Madder~ zu fallen +Gebrannte Italienische Erde+ und ~Laque Robert~ Nr.
7 (Schönfeld), ein Krapppräparat, welches im Ton an Mischungen von
~Chrimson Lake~ mit ~Brown Pink~ erinnert.
Roth.
+Allgemeines.+ Roth tritt stark vor. Gelb hebt feinen warmen Ton; mit
Blau sinkt er ins Kalte. Als energische Farbe ist Roth jedoch weder
durch Gelb noch durch Blau sofort zu verändern und bleibt gegen diese
Farben lang in entschiedenem Uebergewicht. Durch Zusatz von wenig Blau
geht Roth in das sogenannte +Carmoisin+ über, eine, hohe Pracht mit
großer Tiefe vereinigende Farbe. Mit weiterem Zusatz, von Blau werden
die Töne unruhiger und fallen dann in Violett. In sekundären Farben ist
Roth bei der Zusammensetzung von Orange und Violett betheiligt, fehlt
aber in Grün, dessen Complementärfarbe es ist. Die bedeutende Wirkung
von Roth in einer Wald- oder Wiesenlandschaft ist durch keine andere zu
ersetzen, aber man lasse sich nicht hierdurch veranlassen, in solchen
Motiven zu verschwenderisch damit umzugehen, da deßfallsiger Mißbrauch
die Lufttöne vernichtet.
~Light Red.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Diese Farbe wird aus dem feinsten hellen Ocker gebrannt und ist
weniger ein absolutes Roth, als vielmehr ein sehr tiefes, gebrochenes
Orange. Für Gebäude, Draperien und Vieh ist sie für sich allein oft
mit Vortheil zu verwenden, während sie in Mischung mit ~Cobalt~
oder ~French Blue~ sehr schöne, luftige Töne liefert, welche sich
für zarte, nebelige, dämpfige Effekte, sowie für Schönwetter-Wolken
eignen. Durch Zusatz von etwas ~Rose Madder~ zu diesem Grau fällt es
mehr ins Purpurne und eignet sich mehr für Ferne und Wolken überhaupt.
Mit ~Indigo~ erhält das Grau einen grünlichen Ton (Lasuren von ~Light
Red~ über Blau geben ebenfalls einen warmen grünlichen Ton) und mit
mehr ~Indigo~ erhält man eine für getreue Darstellung von Regenwolken
sehr brauchbare Farbe. Die verschiedenen Combinationen mit letzterem
sind übrigens sämmtlich als Schattentöne für Gebäude, Steine, Wege
und dergleichen sehr zu empfehlen. Auch für das Grün in Ferne und
Mittelgrund läßt sich ~Light Red~ gut verwenden, in Mischung mit ~Blue
Black~ und ~Brown Pink~ auch für Vordergrund und die Combination ~Light
Red~, ~Indigo~ und ~Gamboge~ liefert ein sehr brauchbares graues
Grün für Darstellung von Kiefern, welches, je nach der größeren oder
geringeren Menge der letzteren Farbe, im Tone gehoben oder gemildert
werden kann. In der Carnation findet ~Light Red~ zur Darstellung der
Fleischtöne und Schatten ebenfalls erfolgreiche Anwendung. Dünne
Lasuren von ~Light Red~ über Wolken und deren Lichter wirken oft sehr
zart und fein.
Anstatt ~Light Red~ können auch die im Tone sehr ähnlichen Farben
~Venetian Red~ und ~Red Ochre~ in derselben Weise benutzt werden.
Ich gebe jedoch ~Light Red~ den Vorzug, da sein Ton etwas mehr in’s
Gelbliche neigt. Aehnlich aber etwas stumpfer in der Farbe ist das
für Carnation brauchbare +Neapelroth+, welchem sich das in’s Braune
neigende Braunroth anschließt. Letztere sind ebenfalls Eisenoxydfarben.
~Vermilion.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Zinnober ist das intensivste Roth und dient vorzugsweise für Draperien,
ist aber zu allen rothen Gegenständen, namentlich Ziegeln, Backsteinen,
Schiffstheilen etc. sehr brauchbar. Rein wird es selten benutzt. Von
vielen englischen Malern wird es mit sehr schöner Wirkung in Mischung
mit ~Indian Yellow~, ~Rose Madder~ etc. für glänzende Abendhimmel,
und in Mischung mit Blau für Ferne und Wolken aller Art verwendet,
von welch letzterem besonders die Mischung mit ~Cobalt~ sehr schöne
graue Töne liefert. Als Deckfarbe fordert jedoch seine Verwendung in
Mischungen für Lüfte bedeutende Geschicklichkeit, weßhalb ich solche
nur geübteren Dilettanten, diesen aber mit vollster Ueberzeugung von
seiner Brauchbarkeit in dieser Beziehung empfehlen kann. Schließlich
liefert ~Vermilion~ in Combination mit ~Blue Black~ und ~Burnt Sienna~
äußerst naturwahre Töne für rostiges Eisenwerk jeden Grades.
~Rose Madder.~
~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~
Der Rosa Krapp ist eine sehr werthvolle und unentbehrliche rosenrothe
Farbe, welche früher durch ~Chrimson Lake~ und ähnliche flüchtige
Cochenillfarben ersetzt wurde. Was daher früher mit letzteren Farben,
besonders in helleren Tönen, gemalt wurde, hatte keinen Bestand; daher
die vielen verblichenen Aquarelle aus früheren Zeiten. Die Anwendung
von ~Rose Madder~ eingehend zu erörtern ist eine überflüssige Aufgabe,
da diese Farbe fast überall Anwendung findet, besonders aber in den
zarten Tönen der Luft, des Wassers und der Schatten, wo sie gewöhnlich
in Mischungen mit ~Cobalt~ oder mit ~Cobalt~ und ~Yellow Ochre~ benutzt
wird, und zwar nur in +zarten+ Tönen. Für tiefe und kraftvolle Töne ist
~Rose Madder~ nicht geeignet und muß in solchen durch ~Chrimson Lake~
oder ~Brown Madder~ ersetzt werden. Für Lasuren über Grün gilt das bei
~Brown Madder~ Erwähnte.
~Chrimson Lake.~
~W. & N. 1 ℳ. 54 ₰. S. & C. 45 ₰.~
~Chrimson Lake~ ist zwar keine dauerhafte, aber wo starke, +tiefe+
Töne erforderlich sind, dennoch sehr brauchbare Farbe, und umsomehr
in Combinationen mit anderen Farben von Tiefe des Tons zu empfehlen,
als sie in diesem Fall in Bezug auf Haltbarkeit wenig gefährdet ist.
In zarten Tönen dagegen ist sie gänzlich zu meiden, da solche schon
nach kurzer Zeit erblassen. Ihr eigentliches Feld sind die dunkelsten
Stellen und die warmen, tiefen Drucker in Architektur, Felsen,
Baumstämmen etc. Ueberall überhaupt, wo +starke+, tiefe und warme
Farbe verlangt wird, findet sie ausgezeichnete Verwendung. Besonders
häufig benutzt man sie in dicker Mischung mit ~Brown Pink~ und ~French
Blue~ für diese Zwecke; und mit ~Burnt Sienna~ mit oder ohne Zusatz
von ~French Blue~, erhält man eine sehr kräftige, heiße Farbe für
Rindvieh, Pferde etc., wie auch für Draperien.
~Indian Red.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Dieses etwas deckende, tiefe, gebrochene Roth, welches angeblich in
Bengalen aus sehr reinem, natürlichem Eisenoxyd bereitet wird, ist eine
sehr starke Farbe und dient in Combination mit ~Indigo~ oder ~Cobalt~
namentlich für dunkle, neutrale Schatten, +fernes Gebirg+, +schwere
Regen-+ und +Gewitterwolken+, sowie für die +tieftönigen+ Wolken bei
+Sonnenuntergängen+, bei welch letzteren sie überdies weitere Anwendung
findet. Für die genannten Zwecke ist sie sehr werthvoll; für andere
dagegen kann sie durch ~Brown Madder~ ersetzt werden.
In Ton und Schwere stehen dem ~Indian Red~ nahe das ~Persian Red~,
sowie das aus geglühtem Eisenvitriol erhaltene ~+Mars Red+~. Ersteres
fällt mehr in’s Braune, letzteres mehr in’s Rothe. Noch mehr nach Braun
und nebenbei noch nach Violett neigt ~Caput mortuum~, welches aus den
Rückständen bei Fabrikation der Nordhäuser Schwefelsäure gewonnen wird.
~Brown Madder.~
~W. & N. 1 ℳ. 45 ₰. S. & C. 75 ₰.~
~Brown Madder~ ist ein permanentes Krapp-Präparat von sehr tiefer und
dunkler, ins Braune fallender Farbe, welches besonders in gesättigten,
tiefen Tönen des Vordergrundes und in allen dunklen Stellen äußerst
brauchbar ist. Mit ~Cobalt~ oder ~French Blue~ gemischt erhält man sehr
zarte Töne für Wolken, Ferne und Schatten von etwas tieferem Charakter
als diejenigen, welche mit ~Rose Madder~ erhalten werden. Sehr schöne
Schattentöne für Gebäude, Boote, Felsen, Steine etc. erhält man aus
der Mischung mit ~Raw Umber~ und ~Cobalt~, welche, bedingt durch
luftigen Ton, schon bei Vielen zur Lieblingsmischung geworden ist.
Dünne Lasuren von ~Brown Madder~ über Grün geben letzterem nicht selten
einen sehr +feinen+ Ton, was bei der schwierigen Wiedergabe +feiner+
grüner Töne sehr werthvoll ist. Schönfeld’s Brauner Krapp ist im Tone
nicht identisch mit dem englischen ~Brown Madder~, sondern gehört zu
den braunen Farben, während letzterem seither Schönfeld’s Madder-Braun
entsprach, welcher Unterschied jetzt wegfällt, da diese Firma den
braunen Krapp als entbehrliches Präparat fallen läßt.
~Purple Madder.~
~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 1 ℳ.~
Der Purpur Krapp ist permanent, von feinem, tiefem Ton und gebrochener,
schon etwas in’s Blaue fallender Farbe. In leichten wie tiefen Tönen
ist er gleich nützlich, obgleich nicht gerade unentbehrlich. Für
röthlichgraue Schatten in Architekturen paßt er in Combination mit
Blau oder Schwarz und Gelb, welche Combinationen auch sehr natürliche
Töne für alte, verwitterte Strohdächer liefern. Als sehr schöne
Schattenfarbe kann ich namentlich ~Indigo~, ~Purple Madder~ und ~Raw
Sienna~ in Mischung empfehlen und als schöne tiefe und durchsichtige
Combination für Interieurs und dunkle Ecken etc.: ~Purple Madder~,
~Burnt Sienna~ und ~Brown Pink~. Für Lasuren über Grün gilt das bei
~Brown Madder~ gesagte.
* * * * *
In den Farbenkatalogen kommen noch eine große Anzahl entbehrlicher
rother, theils guter, haltbarer -- wie verschiedene weitere Krapp- und
Zinnober-Präparate -- theils aber auch sehr flüchtiger Farben vor.
Zu warnen ist namentlich vor einigen zu letzterer Klasse gehörenden,
wie: ~Carmine~, ~Purple Lake~, ~Pure Scarlet~, ~Scarlet Lake~, ~Indian
Purple~, von welchen jedoch letztere Farbe in +tieferen+ Tönen wie
~Chrimson Lake~ verwendet werden.
Was die übrigen Krappfarben betrifft, so kommen solche zwar für die
Landschaft nicht in Betracht, sie können aber zum Theil für besondere
Effekte in Staffage, in Stillleben, besonders für Draperien, wo
ein recht tiefes Roth erwünscht ist, Anwendung finden, da sie mit
großer Tiefe hohe Pracht vereinigen. Hierher gehören in erster Linie
Schönfeld’s +Rothbrauner+ Krapp (75 ₰.) von sehr tiefer, leuchtender,
zwischen ~Brown Madder~ und gebranntem Karmin stehender Farbe; sodann
der noch leuchtendere, etwas hellere und ein wenig röthere ~+Rubens
Madder+~ (~W. & N. ℳ. 1.45. S. & C. ℳ. 0.75.~)
Eine Farbe von äußerst feinem Ton ist der ganz hell rosenrothe
~+Pink Madder+~ von gleichem Preise, welcher auch für zarte, frische
Fleischtöne paßt. Weniger tief im Ton als die beiden erstgenannten
sind Schönfeld’s +Dunkler Krapp+, welcher sich dem ~Chrimson Lake~
nähert, sowie der zwischen letzterem und dem gebrannten Karmin stehende
+Krappkarmin+, ~+Madder Carmine+~, während Schönfeld’s +Braunrother
Krapp+ sich im Tone auffallend den Eisenfarben (~Light Red~ etc.)
nähert, deren ~Van Dyk Red~ -- dunkler, geglühter Eisenvitriol --
dagegen sich wieder entschieden dem rothbraunen Krapp nähert, jedoch
etwas brauneren Ton und stumpfere Farbe zeigt. Aehnlich in der Farbe
verhält sich das etwas röthere, aber +nicht haltbare Pompejanischroth+
Schönfeld’s.
An die Eingangs genannten tieftönigen Krappfarben reiht sich noch
~Burnt Carmine~, gebrannter Carmin (~W. & N. ℳ. 3. 10. -- S. & C. ℳ.
1. --~), eine glühende Farbe von großer Tiefe für Draperien und dunkle
Drucker und hier wenig gefährdet, sobald noch eine dauerhafte Farbe in
die Mischung tritt.
Hier lassen sich auch am Besten einige Farben von ungewöhnlichem, ins
Gelbe fallendem, feinem Tone einreihen, welche auch als Orange gelten
könnten und an Figürlichem gelegentliche Verwendung finden dürften. Es
sind ~Red Lead~, Mennig, und ~Jaune Capucin~ (~S. & C. 75 ₰.~), erstere
etwas gelber, letztere etwas mehr ins Rothe fallend, sehr transparent,
aber nicht ganz dauerhaft.
Blau.
+Allgemeines.+ Blau ist ruhig, kalt und lichtschwach. Es tritt zurück,
stimmt alle warmen Töne herab und ist an der Bildung aller gebrochenen
Farben und kalten Töne betheiligt. Es ist dem Auge angenehm und gibt
der Landschaft im Allgemeinen eine poetische Stimmung, doch bemerke
man, daß kräftiges Blau bei häufigerem Vorkommen sehr störend auf die
Landschaft einwirkt. Wo immer zarte, ruhige Töne anzugeben sind, kommt
Blau in Anwendung und ebenso verdanken dunkle, düstere Töne ihren
Eindruck feiner Gegenwart. Durch Contrast macht Blau alles übrige
heiter. Mit Gelb, von welchem es sofort verändert wird, bildet es Grün,
mit wenig Roth Purpur. An der Bildung von Orange nimmt es nicht Theil,
daher dies seine Complementärfarbe ist. Nebeneinander gesetzt bringen
beide eine ziemlich starke Wirkung hervor.
In Folge seiner Lichtschwäche ist Blau die Farbe der Ferne, auf welcher
Modellirung und Luftperspektive vorzugsweise beruhen.
~Ultramarine.~
~W. & N. 21 ℳ. 77 ₰.~ Vierteltafeln ~5 ℳ. 61 ₰.~
~NB.~ Es ist hier das ächte, aus Lasurstein bereitete gemeint. Das
in den französischen Farben vorkommende und von Schönfeld fabricirte
„~Ultramarin~“ gehört unter die folgende Farbe, da dies künstliche,
nach der chemischen Analyse des ächten Ultramarin verfertigte Fabrikate
sind.
In Reinheit der Farbe und Transparenz wird das ächte Ultramarin,
welches selbstverständlich dauerhaft ist, von keiner anderen Farbe
erreicht, allein ungeachtet dieser Vorzüge stehen zwei sehr gewichtige
Eigenschaften seiner allgemeineren Anwendung entgegen. Die erste ist
der Preis, die zweite seine schwierige Behandlung, da es große Neigung
zu einem feinkörnigen Niederschlage zeigt, von welcher selbst die
feinste Zubereitung es nicht gänzlich zu befreien vermag, und seine
Anwendung aus diesem Grunde große Vorsicht und Gewandtheit verlangt.
Ein dünner Auftrag über ~Cobalt~ gibt der Luft eine beträchtliche Tiefe
und der Ferne überhaupt einen leuchtenden Charakter. In Werken von
hoher Vollendung und wo in Draperien große Pracht erfordert wird, ist
seine Anwendung zu empfehlen; für weniger wichtige Fälle aber ersetze
man es durch ~French Blue~.
Die bei der Bereitung des Ultramarin bleibenden Rückstände liefern
eine sehr schöne blaugraue Farbe von feinem, wärmerem Ton, und, je
nach dem Grade der Auslaugung, verschiedener Schattirung, welche
als „~Ultramarin-Ash~“ --~ W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. & C. 3 ℳ.~ -- im
Handel vorkommt. Sie ist bei Luft und Ferne in gewissen Fällen recht
erwünscht, im Ganzen aber entbehrlich.
~French Blue.~
~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~ (~Ultramarin.~)
Diese schöne, unentbehrliche, kräftige, permanente, im Ton dem ächten
Ultramarin sehr ähnliche Farbe, welche nach der Analyse des letzteren
bereitet ist, ist sehr angenehm im Arbeiten und da sie weit tiefer
im Ton ist als ~Cobalt~, so kommt sie in Anwendung, wo dieser nicht
ausreicht, sowohl in Luft und Ferne, als im Vordergrunde, besonders bei
Bäumen und Architekturen, sowie in Draperien. Sie liefert sehr zartes,
wie sehr starkes Grau, und da sie Körper und große Durchsichtigkeit
besitzt, so eignet sich ihr Grau in besonderer Weise für Felsen und
Steine. Für Bäume und die Vegetation des Vorder- und Mittelgrundes ist
sie dem Indigo insofern vorzuziehen, als sie in tieferen gesättigten
Tönen immer noch ihre leuchtende Kraft bewahrt, während Indigo in
solchen sehr leicht zu Schwärze neigt.
~Cobalt.~
~W. & N.~ 2 ℳ. 5 ₰. ~S. & C.~ 75 ₰.
Ein sehr schönes, permanentes, zartes und reines Blau, dessen leichter,
angenehmer Auftrag es, abgesehen von seinen ausgezeichneten Tönen,
dem Maler unentbehrlich macht. Bei ~Rose Madder~ habe ich bemerkt,
es sei überflüssig in eine detaillirte Aufzählung seiner Anwendung
einzugehen. Dasselbe gilt auch von ~Cobalt~. ~Cobalt~ ist für jeden Ton
brauchbar, welcher Blau enthält, ausgenommen jedoch, wo ein dunkeles
Blau oder große Tiefe und Kraft verlangt wird, in welchem Falle ~French
Blue~ eintreten muß. In Luft, Ferne, Wasser, Vegetation (besonders der
Ferne), Architektur, Gestein und Boden findet ~Cobalt~ allein oder in
Combination Anwendung. Für das Grün der Ferne ist zu empfehlen ~Cobalt~
in Mischung mit ~Yellow Ochre~ mit wenig Wasser und möglichst trockenem
Pinsel aufzutragen. Mit Zusatz, von etwas ~Chinese White~, in derselben
Weise aufgetragen, eignet sich vorerwähnte Mischung auch zur Wiedergabe
der Configurationen entfernter Gebirge, wobei die Anwendung des
Pinsels +von der Seite+ eine sehr entsprechende Wirkung hervorbringt.
Unbestimmte Formen werden sehr vortheilhaft in dieser Weise gegeben
und einige kleine Stellen der Ferne in reinem Blau erhöhen dann das
allgemeine Grau. Mit ~Rose Madder~ gibt ~Cobalt~ sehr schöne perlgraue
Töne und mit ~Light Red~ sehr brauchbare Schatten für Wolken etc.
Dieselben Töne sind als Lasuren sehr geeignet, allenthalben zu warme
Töne herabzustimmen. Wo ~Cobalt~ zu blau und kalt wirkt, wird sein Ton
durch dünne Lasuren von ~Light Red~ etc., ~Burnt Sienna~ oder ~Terra
Verte~ erwärmt.
* * * * *
Wohl in Farbe, aber nicht in Haltbarkeit stehen ~+New Blue+~ und
+Pariser Blau+ dem ~Cobalt~ sehr nahe. Haltbare Farben dagegen sind
drei neuere dem ~Cobalt~ verwandte Farben, +Blau Oxyd+, ~+Coelin Blau+~
(~Bleu céleste~) und +Grünblau Oxyd+. Erstere und letztere -- im
Wesentlichen Chrom-Cobaltoxyde -- gehören zu den theuren Farben (~S.
& C.~ ℳ. 1. 50). +Blau Oxyd+ ist etwas tiefer im Ton als ~Cobalt~,
hat aber einen Stich ins Grünliche, welches bei dem dessenungeachtet
in Lüften verwendbaren ~+Coelin Blau+~ noch etwas ausgesprochener
auftritt. Grünblau Oxyd fällt dem Namen entsprechend in die Combination
von ~French Blue~ und ~Emerald Green~, kann aber in Landschaft und
Marine für Wasser und gewisse Stimmungen, nebenbei auch in Stillleben
Anwendung finden.
~Indigo.~
~W. & N.~ 1 ℳ. 2 ₰. ~S. & C.~ 35 ₰.
Ein dunkles, ruhiges, permanentes Blau, welches ebenfalls sehr häufige
Anwendung findet, in helleren Tönen sehr weich und ruhig ist, in
tiefen aber zu großer Dunkelheit und Schwärze neigt. Indigo färbt
sehr stark und ist daher in gemischten Tönen mit Vorsicht zuzusetzen.
Für Zwielicht und tieftönige Wolken ist er vorzugsweise geeignet,
besonders in Mischung mit ~Indian Red~. Mit allen gelben Farben
gemischt (~Gamboge~, ~Raw Sienna~, ~Yellow Ochre~, ~Indian Yellow~
und ~Aureolin~) liefert er klare, grüne Töne für Vorder-, Mittel- und
Hintergrund Die Combination mit ~Burnt Sienna~ und ~Gamboge~ ist für
Laubwerk seit Jahren beliebt, allein ohne Zusatz von ~French Blue~ oder
von ~Cobalt~ ist sie etwas roh in der Farbe. Mit ~Brown Madder~ liefert
~Indigo~ eine gute Schattenfarbe für Architektur und Gegenstände des
Vordergrundes im Allgemeinen.
~Prussian Blue.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Das preußische Blau ist eine tieftönige, glanzvolle, etwas ins
Grünliche fallende, aber leider +äußerst vergängliche+ Farbe, welche
bei früherer Anwendung alle Farben, mit welchen sie gemischt war, nach
und nach gründlich zerstörte. Mit +Vorsicht+ und in +sehr geringer
Menge+ läßt sie sich jedoch manchmal mit Vortheil in tiefen, dunkeln
Tönen als Zusatzfarbe benutzen, um solche etwas lebhafter zu machen.
Auch den Farben für Seewasser in geringer Menge zugesetzt, ertheilt sie
diesem ein ungemein durchsichtiges flüssiges Aussehen. Wo man diese
Farbe daher anwendet, darf dies nur als Hülfsmittel in vorstehendem
Sinne und mit großer Vorsicht geschehen. Hierbei muß ich noch bemerken,
daß das +englische+ Präparat, welches angeblich haltbarer als das
deutsche sein soll, von sehr stumpfem Ton ist und in diesem Falle
deutsche und französische Farben vorzuziehen sind.
~Intense Blue.~
~W. & N. 3 ℳ. 3 ₰.~
Ein permanentes, tiefes, aber entbehrliches Blau, ein Indigopräparat,
welches nicht selten in englischen Farbenkasten statt des Indigo
vorkommt, was aber bei seiner lebhaften, allenfalls für Draperien sehr
empfehlenswerthen Farbe wenig geeignet erscheinen dürfte.
* * * * *
Was die übrigen blauen Farben betrifft, so bemerke ich, daß von den
billigeren ~Antwerp Blue~, Mineral-Blau und andere dem ~Prussian
Blue~ in Farbe und Haltbarkeit äußerst nahe kommen, von den theuren
aber ~Smalt~ (~W. & N. 5 ℳ. 14 ₰. S. etc. 3 ℳ.~) ein prachtvolles
Blau von stark ins Violette neigendem Ton repräsentirt, welches für
Gewänder empfohlen zu werden verdiente, aber in der Behandlung sehr
schwierig ist, da es, wie das ächte Ultramarin, eine Neigung hat,
etwas griesartig zu werden. Sein Ton ist übrigens recht gut durch eine
Mischung aus ~French Blue~, ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ zu ersetzen.
Grün.
+Allgemeines.+ Grün ist eine aus Gelb und Blau gebildete sekundäre
Farbe, welche mit Roth kontrastirt, dem Auge sehr angenehm ist und
einen ungemeinen Reichthum der verschiedensten Töne bietet. Grün ist
zwar weithin sichtbar, besonders helles, reines Grün, allein schon in
geringer Ferne neigt das Grün nach Braun, wie überhaupt die meisten
der in der Natur vorkommenden grünen Töne der warmen Seite angehören
und die im üppigen Frühlingskleid prangenden Fluren in gebrochener
Farbe erscheinen, sobald man sie mit grüngefärbter Seide vergleicht. Je
nachdem es mit Roth gebrochen wird, wird sein Ton wärmer oder kälter.
Die Darstellung der verschiedenen Töne für die Vegetation ist für den
Anfänger vielfach äußerst schwierig, und Feinheit der Farbe kann nur
durch lange Uebung neben eingehenden Studien in der Natur erreicht
werden. Ohne Roth wirkt Grün selten befriedigend. Auf der Seite nach
Gelb hin wirkt es leicht beleidigend; weniger verstimmt es auf der
entgegengesetzten Seite als Blaugrün. Die fertigen, d. h. käuflichen
grünen Farben sind für die Vegetation nicht brauchbar und alles Grün
muß der Maler durch Mischung bereiten. Es gibt jedoch einige grüne
Farben, deren Ton durch Mischung nicht oder nicht leicht zu erreichen
ist, und welche geeigneten Orts, wenn auch mit anderen gemischt und
gebrochen, Anwendung finden. Hierher gehören die folgenden:
~Green Oxyde of Chromium.~
~W. & N. 3 ℳ. 8 ₰. S. & C. 75 ₰.~
Das grüne Chromoxyd ist ein permanentes, deckendes, mattes, aber helles
Grün von großer Kraft und Wirkungsfähigkeit. Diese unter Umständen sehr
werthvolle Farbe ist in Deutschland noch sehr wenig bekannt, verdient
aber ausgebreitetere Anwendung. Besonders werthvoll ist sie in kalten
Schatten und speciell in großen Massen grünen Laubes von kaltem Ton.
Als Deckfarbe ist Chromoxyd zur ersten Anlage nicht dienlich, und seine
eigentliche Wirkungssphäre ist da, wo anderen Farben der verlangte Ton
gegeben werden soll, oder wo Grün durch öfteres Uebermalen schwärzlich
geworden ist. In Verbindung mit ~Indian Yellow~ wird in solchen Fällen
wieder ein frischer grüner Ton hergestellt. Seine Anwendung erfordert
jedoch Vorsicht, um nicht Farbe ohne Glanz und den Eindruck eines
grünen Anstrichs hervorzubringen, was übrigens von der Behandlung jeder
starken Farbe gilt. Man lasse sich daher durch seinen bestechenden
Ton nicht täuschen und bedenke, daß seine Anwendung nicht allein mit
Schönheit, sondern auch mit großer Gefahr verknüpft ist. In Combination
mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ erhält man sehr natürliche, sonnige
Töne für Wiesen, Gras und sehr hell beleuchtete Bäume und in Mischung
mit ~French Blue~ und ~Brown Pink~ eine sehr brauchbare Farbe für das
Grün von Kiefernwaldungen. Lasuren von Chromoxyd über Blau geben diesem
einen schönen, grünlichen Ton.
~Emerald Green.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 75 ₰.~ Smaragdgrün, ~Vert Paul Véronèse.~
Smaragdgrün ist ein lebhaftes, bläuliches, sehr glanzvolles, helles
Grün, welches sofort die Augen auf sich zieht. Wo es angewendet wird,
stimmt es durch die Stärke des Contrastes sofort alles übrige Grün im
Ton bedeutend herab, wodurch es oft sehr werthvoll wird. Ungemischt
wird es gewöhnlich in Draperien, Staffage, an Booten, Flaggen etc. mit
großem Effekt angebracht; doch sei man damit, seiner großen Brillianz
wegen, sehr sparsam. Mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~ erwärmt, oder
mit ~Cobalt~ vertieft, oder auch mit ~Lemon Yellow~ gemischt wird
es mit Vortheil verwendet, um in sonnigen Partien kleine Stellen
brillanter zu machen. Es kann als permanent betrachtet werden.
~NB.~ Wer französische Farben anwendet, dem rathe ich die „~+Cendre
verte+~“ statt des französischen „~+Vert émeraude+~“ zu nehmen, da
letzteres im Tone vom englischen sehr abweicht und mit dem englischen
„~+Viridian+~“ identisch ist.
~Brown Pink.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~ (~Stil de Grain brun.~)
Ein warmes, gebrochenes, bräunliches, in’s Citrongelbe neigendes
Grün, welches hauptsächlich in den verschiedenen Combinationen für
das Grün des Vordergrundes Verwendung findet, wozu seine Transparenz
und sein voller, frischer, leuchtender Ton es sehr geeignet machen.
Mit ~Burnt Sienna~ liefert es kräftige, warme Töne für Herbstlaub
und mit ~Brown Madder~ oder ~Chrimson Lake~ eine tiefe, heiße Farbe
für sehr dunkle Drucker. Wie aus den später folgenden Farbentabellen
für Grün hervorgeht, ist sein Gebrauch ein sehr ausgedehnter. In
lichten Tönen sei man jedoch vorsichtig mit seiner Anwendung, da seine
Haltbarkeit etwas zweifelhaft ist. Da es jedoch in den meisten Fällen
nur bei tiefen, dunklen Tönen Anwendung findet, so ist hier von einer
Veränderung nichts zu fürchten und kann man es in solchen getrost
verwenden. Mit ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~ oder ~Gamboge~ gemischt,
erhält man ein sehr brauchbares warmes Grün.
Schönfelds ~Stil de grain brun~ entsprach seither in der Farbe dem
englischen ~Brown Pink~ sehr wenig und war viel zu braun, wird aber
jetzt in gleichem Tone hergestellt werden.
~Olive-Green.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Olivengrün ist eine Mischfarbe aus Schwarz und Indisch-Gelb, daher
nicht gerade unentbehrlich. Es ist ein schönes, tiefes Olivengrün,
welches mit Indigo hier und da Verwendung findet.
* * * * *
Was die sonstigen sehr zahlreichen grünen Farben betrifft, so sind
für unsere Zwecke die meisten absolut unbrauchbar. Allenfalls ließe
sich noch „~Terra Verte~“, Grüne Erde (~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C.
34 ₰.~) empfehlen, ein im Wesentlichen aus kieselsaurem Eisenoxydul
bestehendes gelbliches Grün von schwachem Ton, welches aber als Lasur
einen eigenthümlichen und kräftigen Ton hervorbringt und für die Ferne
oder mit rothen Farben gebrochen auch im Vorder- und Mittelgrund zu
verwenden ist, aber etwas nachdunkelt. Zu Lasuren in der Landschaft wie
für Draperie eignet sich ferner noch „~Viridian~“, ein kupferhaltiges,
vielleicht mit dunklem Permanentgrün identisches, tiefes, bläuliches,
dauerhaftes Grün von sehr feinem Ton (~W. G: N. 3 ℳ. 8 ₰.~). --
~Hooker’s Green~ ist wie viele andere sehr undauerhaft. Dagegen
stehen die aus Preußisch Blau und Chromgelb bereiteten verschiedenen
Nüancen von „+Grünem Zinnober+“ sonderbarer Weise ziemlich gut, sind
aber für uns entbehrlich. Die aus Zinkoxyd und Kobaltoxyd bereiteten
dunkles +Cobaltgrün+ und +Chromgrün+ sind beide tiefe, haltbare Farben
von eigenthümlichem Tone, welche in Draperien, Stillleben und in
Ornamentmalerei hier und da passend verwendet werden können. Das helle
+Cobaltgrün+ gehört wie auch die dunklen Nüancen des aus borsaurem
Kupfer- und Chromoxyd bereiteten +Permanentgrün+ hinsichtlich des Tones
in die Mischungen von ~Emerald-Green~ mit ~Cobalt~: +Pariser Grün+
ist ein grelles Papageigrün aus der Combination ~Lemon Yellow~ mit
~Emerald-Green~, während Malachitgrün aus ~Cobalt~ und ~Gamboge~ zu
mischen ist. Alle diese grünen Farben sind für unsere Zwecke absolut
entbehrlich. Schließlich ist noch vor Anwendung des früher sehr
beliebten, transparenten, lebhaften, aber undauerhaften ~Sap Green~,
Saftgrün zu warnen.
Violett.
+Allgemeines.+ Obgleich es keinen natürlichen, violetten Farbstoff
gibt, so ist Violett als sekundäre Farbe doch von Wichtigkeit. Es
besteht aus Blau und Roth, und da Gelb keinen Bestandtheil bildet, so
ist dies seine Complementärfarbe. In der Landschaft sind die violetten
Töne mit ihrer reichen Skala vom kältesten Grau bis zum wärmsten
Purpur sehr schön. Sie bilden gewöhnlich die Ferne und nehmen an Luft
und Atmosphäre hervorragenden Antheil. Im Morgen- und Abendhimmel
wirken sie sehr gut, zuweilen sogar großartig, indem sie mit den
Orange-Tönen sehr gut harmoniren, mit dem metallischen Glanze des
blassen Gelb contrastiren und auf diese Weise Harmonie und Contrast
vereinigen. Aus dem Himmel zieht Violett sich über die Ferne, mit der
Entfernung aus dem Einfluß der Sonnenstrahlen an Stärke zunehmend. Mit
Orange gemischt wird es zu Rothbraun und mit Grün zu Olivengrün.
Die fertigen violetten Farben sind sämmtlich entbehrlich und zu meiden.
Braun.
+Allgemeines.+ Braun gehört mit seinen ruhigen, meist warmen, nicht
selten tiefen und glühenden Tönen mehr unmittelbar in den Bereich
der Lokalfarben, da in seiner Composition Blau nicht hinreichend
vertreten ist, um es für Luft oder Ferne brauchbar zu machen. Im
Vordergrund dagegen ist seine Anwendung eine sehr ausgiebige und je
nachdem es in’s Rothe, Gelbe oder Schwarze fällt, wirkt es harmonisch
oder contrastirend. Der Boden ist, im Allgemeinen wenigstens, mehr
oder weniger von brauner Farbe verschiedener Tiefe, und Gebäude, wie
zahlreiche andere Gegenstände des Vordergrundes, nehmen mehr oder
weniger braune Töne an. Obgleich aber im Vordergrunde Lokalfarbe,
dürfen braune Töne dennoch nicht vorherrschen, indem sie alsdann die
Atmosphäre vollständig vernichten. Als Combination der drei primitiven
Farben ist Braun eine tertiäre Farbe. Alle braunen Farben sind haltbar.
~Raw Umber.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Rohe Umbra ist das hellste Braun. Es neigt in’s Citrongelbe, ist von
großer Dauerhaftigkeit, deckt aber etwas. Mit ~Cobalt~ liefert es ein
grauliches Grün, welches durch Zusatz von Gelb hellere und reinere Töne
für die Vegetation liefert, oder aber durch ~Rose Madder~ zu einem noch
ruhigeren Grau gestimmt werden kann. Allein eignet es sich vorzüglich
zur Untermalung der beleuchteten Seiten des Gebirges, wie es sich
auch als Naturfarbe sehr brauchbar für Wege, Ufer, Felsen und Gebäude
erweist. Mit ~Indigo~ und ~Gamboge~ erhält man sehr ruhige, grüne Töne
für Mittel- und Vordergrund. Mit ~Brown Madder~ und ~Cobalt~ endlich
liefert es viele schöne, warme und kalte graue Töne, welche sich für
fast alle Arten von Schatten eignen.
~Burnt Umber.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Gebrannte Umbra ist von tiefem, kräftigem Tone und mit Ausnahme
der Untermalung der Ferne in ähnlicher Weise verwendbar wie ~Raw
Umber~. Mit ~Indian Yellow~ gemischt erhält man einen reichen Ton für
Herbstlaub und mit ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Madder~ eine intensive
Schattenfarbe. Mit ~Gamboge~ und ~French Blue~ liefert ~Burnt Umber~
ein düsteres, dunkles Grün für dunkle Bäume und mit ~French Blue~ und
~Rose Madder~ zahlreiche, sehr empfehlenswerthe, naturwahre Töne für
Mauern, Felsen und Architektur. Diese Farbe verarbeitet sich sehr
angenehm, sieht aber in großer Tiefe etwas trübe aus.
~Vandyke Brown.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Diese unentbehrliche, sehr dauerhafte, markige, tiefe und fast
transparente Farbe ist sehr brauchbar für Vegetation von kälterem Ton,
wo sie mit ~Gamboge~ oder ~Brown Pink~ gemischt, viele wünschenswerthe,
warme und lichte Töne liefert. Wo dunkele, düstere Töne für Bäume
etc. verlangt werden, gibt es keine natürlicheren Farben als die
verschiedenen Mischungen von ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French
Blue~ oder ~Indigo~. Mit ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ gemischt erhält
man sehr werthvolle, für Architektur und Vordergrund passende graue
Töne, ebenso mit ~French Blue~ oder ~Indigo~. Allein wird ~Vandyke
Brown~ häufig für letzte Drucker verwendet, wo es sehr wirksam ist;
jedoch thut man wohl, je nach dem röthlicheren oder grünlichen Ton
etwas ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Pink~ zuzusetzen. In Combination mit
~Indigo~ liefert es klare, neutrale, grüne Töne für Mittelgrund.
~Bistre.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Bister ist ein etwas schweres, tiefes, gelbliches Braun, aus Mangan
bestehend, welches früher zur Ausarbeitung der Zeichnungen in Bezug auf
Schattenwirkung diente, woraus die kolorirten Zeichnungen entstanden
sind. Es ist weniger zu empfehlen als ~Vandyke Brown~ oder die
Umbrafarben und findet daher in der Landschaft wenig Anwendung mehr,
obwohl es für Architektur manche brauchbare Töne liefert.
~Sepia.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
~Sepia~ ist ein dunkles, stark an’s Schwärzliche streifendes Braun,
welches in früherer Zeit, da es sehr gut zu verwaschen ist, in
ähnlicher Weise wie Bister verwendet wurde. (Sepia-Zeichnungen und
Gemälde.) Seine heutige Anwendung ist eine ziemlich beschränkte, jedoch
liefert diese Farbe in Combination mit ~Cobalt~ und ~Rose Madder~
sehr zarte graue Töne und mit ~Indigo~ und ~Chrimson Lake~ bildet
sie die unter dem Namen ~Payne’s Grey~ im Handel vorkommende Farbe.
Eine Reihe gebrochener, sehr beliebter, warmer, grüner Töne erhält
man aus der Mischung mit ~Gamboge~ und aus der mit ~Indigo~ ein sehr
kaltes, dunkeles Grün. Der Ton von Sepia wird indessen durch Zusatz von
etwas ~Brown Madder~ sehr gehoben. Für dunkle Stellen und Drucker ist
Sepia nicht zu verwenden, da sie in tieferen Tönen zu Schwärze neigt.
Manche Künstler verwenden sie noch zur Anlage der ersten Schatten, was
ebenfalls nicht zu rathen ist, da hierdurch die Wirkung und Transparenz
der Lasurfarben in hohem Grade beeinträchtigt, wenn nicht ganz
vernichtet wird. Als Lasur über Grün stimmt sie letzteres herab.
Im Handel kommen noch vor: ~Warm Sepia~ und ~Roman Sepia~; ersterer
ist Roth, letzterer Gelb zugesetzt. Es gibt noch eine größere
Anzahl theilweise sehr tieftöniger, leuchtender Farben, welche aber,
wenigstens für unsere Zwecke, meist überflüssig sind, dagegen in der
Holzmalerei passende Verwendung finden können. Hierher gehören unter
anderen: Schönfeld’s +Brauner Krapp+, im Tone der Combination von
~Brown Pink~ mit ~Purple Madder~, welcher dem gebrannten ~Umbra~ nahe
steht, aber leuchtender ist, sodann der nicht sehr haltbare, noch
leuchtendere „+Braune Lack+“. Den tieferen Krappfarben nähert sich das
aus cyansaurem Kupferoxyd bereitete, sehr schöne +Florentiner Braun+
Schönfeld’s, dessen Ton mittelst Sepia aus ~Chrimson Lake~ gemischt
werden kann, sowie das diesem ähnliche +Römisch-Braun+. Ein anderes
noch tieferes, aber sehr nachdunkelndes Braun ist der zu Lasuren sehr
geeignete +Asphalt+. Weniger tief und etwas röthlicher ist +Marsbraun+.
Dem ~Vandyke Brown~ nahe, ohne jedoch dessen Tiefe zu erreichen, stehen
+Casseler Erde+ und +Cölnische Erde+, während +gebrannte grüne Erde+
den Uebergang von Braun zur Gruppe des gelben Ockers bildet.
Schwarz.
+Allgemeines.+ Schwarz ist Abwesenheit alles Lichtes und wird, die
Abwesenheit von Reflexen vorausgesetzt, durch Beleuchtung mehr oder
weniger zu neutralem Grau. Alle anderen Farben werden durch Zusatz, von
Schwarz im Tone herabgestimmt. Positives Schwarz kommt indessen nur
äußerst selten vor, wird aber in Gemälden vermittelst Staffagen von
Figuren oder Vieh etc. nicht selten mit großer Wirkung angewendet. Ein
im Ton dunkles Gemälde wird hierdurch in auffallender Weise erhellt
und die Atmosphäre im Ton beträchtlich erhöht. Um Kraft und Tiefe zu
konzentriren, setzt man oft reines Weiß unmittelbar neben Schwarz.
~Lamp Black.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Das Lampenschwarz ist etwas deckend und als Lasur sehr brauchbar, um
brillante Farben herabzustimmen. Es gilt dies namentlich von Grün,
welches durch keine andere Lasur so wirksam herabgestimmt wird. Als
Lasur über Gelb ist es jedoch zu vermeiden, während Lasuren über Blau
einen schiefergrauen Ton hervorbringen. In Mischung mit ~French Blue~
erhält man sehr natürliche Töne für dunkle Regen- und Gewitterwolken,
welche durch Zusatz von ~Light Red~ noch drohendere Effekte ergeben.
Sehr empfehlenswerthe, transparente, weiche graue Töne für Wolken
liefert die Combination mit ~Rose Madder~ und ~French Blue~. Mit
~Indian Yellow~ liefert es eine dem ~Olive Green~ sehr ähnliche Farbe.
Mit ~Brown~ oder ~Rose Madder~ erhält man gebrochene, sehr brauchbare,
violette Töne und mit ~Light Red~ ist es für das Colorit dunkler Kühe
sehr nützlich, wobei man gelegentlich mit Vortheil etwas ~Chrimson
Lake~ zusetzen kann. Manche englische Maler setzen jeder Farbe, wo
solche nicht ganz rein erfordert wird, etwas Schwarz zu, was ich jedoch
nicht zur Nachahmung empfehlen möchte.
~Blue Black.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Blauschwarz ist eine ins Blaue neigende schwarze Farbe, von schwächerem
Körper und transparenter als die vorhergehende, weßhalb sie in manchen
Beziehungen, besonders in gemischten Tönen, manchmal erwünschter ist
und von den Engländern vorgezogen wird. Sie verarbeitet sich sehr
angenehm und findet gleiche Anwendung.
~Neutral Tint.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Neutraltinte ist eine zusammengesetzte Schattenfarbe von neutralem Ton,
welche noch häufig gebraucht wird, aber nicht unentbehrlich ist. Ein
sehr brauchbares, mildes Grün für Mittel- und Vordergrund erhält man
aus der Mischung mit ~Gamboge~ oder ~Indian Yellow~.
~Payne’s Grey.~
~W. & N. 1 ℳ. 2 ₰. S. & C. 35 ₰.~
Diese aus ~Sepia~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~ zusammengesetzte Farbe
ist von etwas blauerem, kälterem Tone als die vorige. Sie gibt einen
klaren, violetten Schatten, weßhalb sie von manchen Künstlern zur
Anlage der ersten Schatten verwendet wird. In dieser Beziehung ist sie
besonders in Thierstücken von größeren Dimensionen zu empfehlen, da
sie einen guten Unterton abgibt. Für dunkle oder schwarze Gegenstände
wie Boote, Schiffe etc. ist sie sehr brauchbar, besonders mit Zusatz
von ~Burnt Sienna~, wodurch eine Reihe sehr brauchbarer, brauner bis
grauer Töne entsteht, welche mit ~Chrimson Lake~ oder ~Brown Madder~
in röthliche Töne übergeführt werden können. Mit ~Gamboge~ liefert sie
ein zartes, ruhiges Grün. Im Allgemeinen rathe ich jedoch für Grün
vorzugsweise diejenigen Mischungen im Auge zu behalten, welche ohne
Beihülfe zusammengesetzter Farben herzustellen sind.
* * * * *
Alle übrigen schwarzen Farben, so das intensive, transparente,
bräunliche Elfenbeinschwarz, das an seinem warmen röthlichen Ton
kenntliche, schöne Beinschwarz, das nach Violett neigende Kernschwarz
sowie das bläuliche Rebenschwarz sind in den meisten Fällen
entbehrlich. ~Black Lead~, Graphit, hat als Farbe denselben Glanz wie
das Mineral und kann für manche Effekte in Staffage und für Eisenwerk
Anwendung finden.
Die chinesische Tusche findet heute keine Anwendung mehr in der
Landschaft, wo ihre Zeit längst glücklich vorüber ist.
* * * * *
Es ist hier vielleicht der geeignete Ort, um einige Worte über mehrere
entbehrliche weitere Hülfsmittel einzuschalten, deren Anwendung ich
+nicht+ empfehle. Es sind folgende schleimige Lösungen:
~+Gummi arabicum.+~ Dieses wird zuweilen benutzt, um die Brillianz
einiger Figuren oder Stücke Vieh zu erhöhen, oder aber hauptsächlich,
um sehr tiefe Stellen im Vordergrunde, in welchen die einzelnen Farben
stumpf geworden sind und sich nicht mehr unterscheiden lassen, größere
Stärke und Transparenz zu verleihen. Ich möchte jedoch entschieden
hiervon abrathen, wenn nicht ein besonderer Umstand dringend dazu
veranlassen sollte, da Aquarelle +nur+ durch die Farbe wirken sollen.
M. Schmidt empfiehlt, da Gummi oft als glänzender Fleck wirkt, in
obigem Falle +sehr wenig+ Leinöl mit dem Finger sanft über die
betreffende Stelle zu reiben. Ich habe nie Gelegenheit gehabt dieses
Mittel zu prüfen, führe es aber der Vollständigkeit wegen an.
+Traganthschleim+ ist unter dem Namen „~Water Colour Megilp~“ im Handel
und ist ein, wenigstens in England, ziemlich gebräuchliches Präparat,
welches zu der Farbe gemischt wird, um solche nach Art der Oeltechnik
behandeln zu können. Besonders häufig werden Bäume auf diese Weise
behandelt und sollen bei vorsichtiger Arbeit alsdann sehr gut und
transparent wirken. Ich selbst habe auch von diesem Mittel nie Gebrauch
gemacht, da ich in solchen Fällen vorziehe, die Farbe mit ganz wenig
Wasser anzureiben und mit ziemlich trockenem Pinsel aufzutragen, wobei
ich dieselbe Wirkung erreiche.
Zu gleichem Zwecke sind +Reiswasser+ und +Ochsengalle+ empfohlen.
Letztere ist gleichfalls käuflich zu haben und empfiehlt sich beiläufig
erwähnt, bei der Malerei auf Holz, da, in geringen Quantitäten unter
die Farben gemischt, letztere vom Holze besser angenommen werden.
Ueber den ebenfalls käuflich zu habenden +Aquarellfirniß+ fehlt mir
jede Erfahrung, da mir noch nie ein gefirnißtes Aquarell zu Gesicht
gekommen ist, ich erwähne jedoch, daß die Engländer seine Anwendung
verwerfen, was mir sehr einleuchtend erscheint.