Eilfter Auftritt

Vorige. Ein Deutscher der Leibwache.

Gianettino. Was soll's?

Deutscher. Als ich das Thomasthor vorbeiging, sah ich gewaffnete

Soldaten in großer Anzahl der Darsena zueilen und die Galeeren des

Grafen von Lavagna segelfertig machen-Gianettino. Nichts Wichtigers?

Es wird nicht weiter gemeldet.

Deutscher. Sehr wohl. Auch aus den Klöstern der Kapuziner wimmelt

verdächtiges Gesindel und schleicht über den Markt; Gang und Ansehen

lassen vermuthen, daß es Soldaten sind.

Gianettino (zornig). Über den Diensteifer eines Dummkopfs! (Zu

Lomellin zuversichtlich.) Das sind meine Mailänder.

Deutscher. Befehlen Euer Gnaden, daß sie arretiert werden sollen?

Gianettino (laut zu Lomellin). Sehen Sie nach, Lomellin. (Wild zum

Deutschen.) Nur fort, es ist gut! (Zu Lomellin.) Bedeuten Sie dem

deutschen Ochsen, daß er das Maul halten soll.

(Lomellin ab mit dem Deutschen.)

Fiesco (der bisher mit Julien getändelt und verstohlen

herübergeschielt hatte). Unser Freund ist verdrießlich. Darf ich

den Grund wissen?

Gianettino. Kein Wunder. Das ewige Anfragen und Melden! (Schießt

hinaus.)

Fiesco. Auch auf uns wartet das Schauspiel. Darf ich Ihnen den Arm

anbieten, gnädige Frau?

Julia. Geduld! Ich muß erst die Enveloppe umwerfen. Doch kein

Trauerspiel, Graf? Das kommt mir im Traum.

Fiesco (tückisch). O, es ist zum Todtlachen, Gräfin!

(Er führt sie ab. Vorhang fällt.)

Die Verschwörung des Fiesco zu Genua: Ein republikanisches Trauerspiel · 第 63 / 105 题