»Meinst, der Friedl hat an Unsinn gmacht?«
Es zuckte spöttisch um den schwarzbärtigen Mund. »A jeder macht's halt,
wie er muß.«
»Und du? Wie tätst es denn du nacher machen?«
Die Gestalt des Jägers streckte sich. »Da müßt mir erst amal a gute
Glegenheit dastehn auf hundert Gäng. Nacher kunnt ich dir's _gnau_ sagen
-- wie's _ich_ mach.«
Da mahnte der Alte ernst: »Geh, Hies, sei gscheid! Ruh schaffen? No
freilich, ja! Aber a Hirsch is a Hirsch, a Gams is a Gams -- und a
Mensch bleibt allweil a Mensch.«
»So? Meinst? Aber diemal kommt's halt, daß man Viech und Mensch nimmer
recht ausanandklauben kann. Und daß eim 's Viech no allweil besser
gfallt als so a zweifüßige Kreatur.« Der Jäger schob sich zwischen die
Stauden und tauchte um eine Felskante.
Lenzl streckte die Hände. »Jesus, Hies, so laß dir doch sagen --« Er
wurde stumm. Und nach kurzem Schweigen raunte er in Erregung vor sich
hin: »Meintwegen! Was geht's denn _mich_ an. Ich bin net der Weltregent.
Wann's unser Herrgott anders haben will, soll er's halt anders machen.
Er wird's halt einrichten, wie's ihm taugt. Auf sei' ewige Grechtigkeit
kann man sich allweil ausreden.«
Von der Höhe, die hinaufstieg zu den anderen Hütten, klang in der
Sonnenstille die kreischende Stimme der alten Punkl: »Monika! Monerl!
Hast net an Grenzer gsehen?«