Lenzl mußte das Lachen verstecken. »Er wird halt kei' Zeit net haben.«

Modei nickte. »Für mich!« Sie holte ihr Hütl, das zwischen den Steinen

lag. »Gschieht mir schon recht. Wer 's Taubenhaus net verwahrt, der muß

riskieren, daß der Marder alles auffrißt, was lebendig bleiben möcht.«

Müden Schrittes, noch einmal die Augen zu dem blauen Berg

hinüberwerfend, trat sie in die Sennstube.

Nachdenklich nahm Lenzl den Kopf zwischen die Hände. »Sakra, sakra -- dö

arme Seel, dö verzehrt sich ganz -- was tu ich denn da? Soll ich a Wörtl

reden, oder muß ich den Schnabel halten?« Auf der untersten Hüttenstufe

sitzend, schlang er die Arme um das Knie und sann ins Blaue hinaus. Nach

einer Weile raunte er vor sich hin: »So is dös allweil -- hat sich a

Wetter verzogen, so scheppert's noch lang, wann d' Luft schon sauber is

und a jedweds Blüml wieder sein Köpfl hebt.« Nun saß er unbeweglich und

stumm, einen seltsam kindhaften Blick in den Augen, ein scheues Lächeln

um den welken Mund. Wie Staunen und Spannung erwachte es in seinen

erschöpften Zügen, wie der Ausdruck eines Menschen, der auf etwas

wunderlich Klingendes in seinem Innern hört. Dann fingen seine Augen zu

gleiten an und hafteten an vielen Dingen, als sähe er sie zum erstenmal.

Nun plötzlich ein Aufzucken, ein Erinnern. »Höi! Schwester!«

Der Jäger von Fall · 第 50 / 63 题