Lenzl stutzte. »Was? An Weg hast? Wohin denn?«

»Nach Fall muß ich abi. Es leidt mich nimmer. Ich muß --« Die Stimme

zerriß ihr. »Dem Friedl is ebbes Unguts zugstoßen. A Grenzer hat mir's

verzählt.«

Erst erschrak der Alte. Dann fand er ein Lachen. »Geh, laß dich net

anschmalgen! Is ja net wahr!«

Die Schwester sah ihn eine Weile schweigend an. »_Weißt_ denn du was

davon?«

»No ja -- im Wald drunt hat a Holzknecht so narrisch dahergredt, daß ich

selber derschrocken bin. Aber wie ich nacher ummikommen bin am

Rauchenberg --«

»Du? Und am Rauchenberg?«

»A Träupl Schaf hat sich verloffen, auf'n Rauchenberg ummi. Dö hab ich

suchen müssen, ja, und da bin ich net weit von der Jagdhütten gwesen,

hab 's Spektiv aufzogen, hab ummigschaut -- und da is er gmütlich vor

der Hütten gsessen, der Friedl, und hat in der Sonn sei' Pfeifl

graucht.«

Tief aufatmend, sagte Modei: »Dem Herrgott sei Lob und Dank!« Sie sah

hinüber zum Rauchenberg. »Wie d' Leut aber lügen können!«

»Jaaa!« Lenzl schmunzelte. »Dö lügen wie druckt -- wann's sein muß.«

Modei wollte in die Hütte treten und wandte sich wieder, von einem

Mißtrauen befallen. »Lenzl --«

»Was?«

Sie sprach nicht weiter, sondern blickte zu den Stauden hinüber, in

denen Blasi verschwunden war. Der hatte doch auch gesagt: daß Friedl dem

fallenden Stein aus dem Weg gesprungen wäre. Sie bekreuzigte sich

aufatmend, und wieder suchten ihre Augen den blauen, plumpen Buckel des

Rauchenberges. Eine wehe Trauer schnitt sich um ihren Mund. »So a

Sprüngl, so a kleins!« Ein versunkener Laut. »Und kommt net ummi!«

Der Jäger von Fall · 第 49 / 63 题