»Um's Himmels willen, Bub, was ist denn geschehen mit dir?«
Der Atem des Kranken schien sich wieder zu erregen. Das Gesicht auf die
Seite drehend, sagte er mühsam: »Der Dokter hat mir 's Reden verboten.«
»Na also, dann folg nur schön! Ich bleibe bei dir.« Benno ließ sich
neben dem Bett auf einen Sessel nieder. In das einförmige Ticken der
Schwarzwälderuhr, die neben dem Türstock hing, mischte sich ein heiteres
Kinderlachen, das von der Wohnstube durch die beiden geschlossenen Türen
gedämpft herüberklang.
Da knarrte die Bettlade, und der Kranke hob sich halb aus den Kissen.
»Friedl? Willst du was?«
»A Tröpfl Wasser, ich bitt schön!« Der Jäger fiel wieder zurück auf die
Kissen.
»Ich hol es dir frisch vom Brunnen herein.« Als Benno die Tür öffnete,
fiel ihm das Licht von draußen hell ins Gesicht. Wohl traten seine
Schuhe vorsichtig auf die Steinplatten des Flurs. Dennoch hörte Friedls
Mutter in der Stube das Geräusch. Zehrende Sorge in den Augen, kam sie
gelaufen und fragte, was denn wäre. Benno beruhigte sie. »Bleiben Sie
bei dem Kindl, Mutter! Der Friedl braucht nur einen frischen Trunk. Den
hol ich ihm schon.« Als er vom Brunnen zurückkam, stand die alte Frau
noch immer auf der Stubenschwelle. Er nickte ihr lachend zu und trat in
die Kammer des Jägers.
Mit dürstenden Zügen leerte der Kranke das Glas und flüsterte matt:
»Gott vergelt's Ihnen tausendmal!«
»Schon recht, Friedl! Aber der Herrgott hat was anderes zu tun.«
»Man sollt's meinen, ja! Aber diesmal muß ihm sei' ewige Fürsorg a bißl
schief durchanand rumpeln. Sonst tät's anders zugehn auf der Welt.«
Benno drückte die zitternden Hände des Jägers auf die Bettdecke nieder.
»Halte den Schnabel, Bub, und reg dich über die Weltregierung nicht auf!
Unser Herrgott wird schon zurechtkommen.« Er nahm seinen Platz wieder
ein, blieb bis in die Nacht, gab die Krankenpflege nimmer aus der Hand
und verließ die kleine, dunkle Stube nur, um zu essen und ein paar
Stunden zu schlafen, oder um einen Wunsch des Jägers zu erfüllen.
Zwei Tage vergingen. Und wenn die Besserung des Kranken merkliche
Fortschritte machte, so hatte es den Anschein, als wäre es Bennos stete
Gegenwart, die im Verein mit Friedls kräftiger Natur die Genesung
beförderte. Solange Benno neben dem Bett saß, lag der Kranke ruhig.
Sobald aber Benno die Kammer verließ, wurde Friedl seltsam erregt und
fragte die Mutter immer wieder: »Kommt er net bald?«
Soviel Freude Benno über diese Anhänglichkeit des Jägers empfand,
sowenig vermochte er sie zu begreifen. Er war immer gut und freundlich
mit Friedl gewesen, aber das konnte das Herz des Jägers doch nicht so
fest verpflichten. Die Lösung des Rätsels war: daß Friedl in Benno einen
Vertrauten für alle Sorgen seines Herzens zu finden hoffte und nur den
Mut nicht hatte, offen von seinem Kummer zu reden. Schließlich kam aber
doch die Stunde, die diesen verschlossenen Brunnen der Schmerzen
öffnete.
Es war gegen Abend. Durch die Ritzen der Fensterläden fielen die
schimmernden Strahlen. Sie waren rot geworden, und ihre Lichter, die im
Lauf der Stunden die ganze Wand entlang gewandert waren, lagen wie große
Mohnblumen auf der weißen Bettdecke. In dieses rote Geflimmer hatte der
Kranke seine beiden Hände gelegt. Sie sahen aus wie von Blut übergossen.
Mit halb geschlossenen Augen blickte Friedl auf dieses brennende Rot,
während Benno erzählte, daß bei der lange dauernden Hitze sich auf den
Almen die Seuchenfälle zu mehren begännen, und daß man in den
herzoglichen Jagden schon gefallenes Wild gefunden hätte. »Im heurigen
Sommer hat die Sonne viel auf dem Gwissen!«
»Und es is doch so was Schöns ums Sonnenlicht! Von der Sonn, da kommt
doch 's ganze Leben auf der Welt!« Friedl seufzte. »Aber freilich, wo
Licht is, da findst auch den Schatten gleich bei der Hand. Da hab ich
schon oft drüber nachdenkt. Der liebe Herrgott muß doch hundertmal
gscheider sein als aller Menschenverstand? Warum hat er's denn nacher
auf der Welt so eingricht, daß alles Schöne sei' wilde Seiten haben muß,
und daß dem Menschen in der liebsten Freud der härteste Wehdamm net
erspart bleiben kann? Schauen S', Herr Dokter, wann ich so allein
draußen war in die Berg, da hab ich oft so sinnieren müssen -- und da
sind mir oft Sachen eingfallen, wo ich mich gfragt hab, wie unser
allmächtiger Herrgott so ebbes zulassen kann. Es is grad, als ob er
diemal mit seine Engel und Heiligen so viel Schererei hätt, daß er auf
uns arme Menschenleut ganz vergißt.«
Benno fühlte sich seltsam berührt von diesen Worten. Das war Pessimismus
in seinem naivsten Urzustand! Schon wollte er zu Friedl in einfachen,
verständlichen Worten von dem Trost reden, den der Mensch gegenüber der
dunklen Härte des Schicksals aus dem Bewußtsein des eigenen Wertes
schöpfen muß. Da fühlte er seine Hand umfaßt. Und Friedl sagte: »Herr
Dokter, ich hätt a Bitt!«
»Was denn, Friedl?«
»Wann S' so gut sein möchten und den Fensterladen aufmachen, daß ich d'
Sonn a bißl sehen kunnt!«
»Aber gern!« Benno ging zum Fenster. Die Scheiben klirrten. Und die
Läden knarrten in ihren Angeln, als Benno sie aufstieß, daß sie polternd
an die Außenwand der Hütte schlugen. Breit und rot flutete die
Abendhelle in das Stübchen und über Friedls Lager. Gerade dem Fenster
gegenüber stand die Sonne, halb schon verschleiert von den Bäumen eines
fernen Berggrates.
Vor der ersten blendenden Lichtfülle hatte Friedl die Hand über die
Augen decken müssen. Als aber Benno wieder bei ihm saß, blickte der
Jäger mit leuchtenden Augen in den Rotglanz des sinkenden Gestirnes.
»Schauen S' hin, Herr Dokter! Sieht's net aus, als ob von der Sonn 's
dicke Blut niederfließet über Bäum und Felsen. Wann ich dös so betracht,
da kommt's mir für, als ob uns der Teufel 's Licht net vergunnt und Tag
für Tag die schöne Sonn abischießt vom Himmel. Und d' Sonn steigt hinter
die Berg, wie d' Leut sagen: ins Meer -- grad wie a kranker Hirsch, der
's Wasser sucht in der Nacht, daß er z' morgenst mit frische Kräft
wieder aufsteigen kann nach der Höh.« Friedl richtete sich in den Kissen
auf, um die Sonne länger zu sehen, die langsam hinuntertauchte hinter
die brennenden Baumwipfel.
Staunend hatte Benno das Gesicht des Jägers betrachtet, diesen
dürstenden Mund, diese heißen, in Sehnsucht träumenden Augen. Der weiße
Bund, der die Stirn des Kranken deckte, war vom Schein des Abends rot
überhaucht. Doch was die sonst so blassen Wangen jetzt so glühend
rötete, das war nicht nur die Sonne.
»Friedl? Wie kommst du zu solchen Gedanken?«
Ein müdes Lächeln zuckte um den Mund des Jägers. »Ich glaub, sie kommen
zu mir. Da druckt's mir allweil d' Seel und 's Herz a bißl zamm, und
nacher hab ich so ebbes im Kopf drin.« Er deutete nach der Sonne.
»Schauen S' hin, wie s' verblutet! 's letzte Tröpfl rinnt ihr aus! Und
allweil tiefer geht's abi. Und die goldigen Wölkerln ziehen hinter ihr
nach, als wären s' verliebt drein! Verliebt! Da -- d' Sonn is drunt --
und d' Nacht kommt. Pfüet dich Gott, du liebe Sonn!« Er sank in die
Kissen zurück, und tiefe Atemzüge hoben seine Brust. »Grad so is mein
bißl Glück versunken«, sprach er flüsternd vor sich hin, »versunken in
d' Nacht! Grad, wie ich denkt hab, es scheint mir am allerschönsten!«
Aus diesen Worten klang eine Wehmut, die Benno ans Herz griff. Er
glaubte, der Jäger meine seine Lebenssonne und fürchte, daß er nicht
mehr genesen würde. Drum sagte er: »Geh! Wer wird denn so unvernünftige
Gedanken haben! Es geht ja schon ganz gut mit dir! Laß nur noch acht
Tage vorbei sein, dann springst du wieder auf deine Berge hinauf wie der
Gesündeste!«
»Freilich, ja! Aber ich sag meim Leben kein Vergeltsgott net! Mei'
Herzenshoffnung war mein Leben, und seit ich kein Bröserl nimmer hoffen
därf, bin ich a Gstorbener, und müßt ich auch auf der Welt noch
rumlaufen hundert Jahr! Weswegen hab ich denn dös verdient? Ich brauchet
nix fürchten für mein Seelenheil, und wann mich unser Herrgott an
Ewigkeit lang brennen lassen möcht für jeden unguten Gedanken, den ich
gegen dös Madl im Herzen tragen hätt. Sie war mein Denken und Schnaufen,
sie war mein Weg und Steg, sie war mein Auf und Nieder seit meiner
Kindheit an. Muß man denn in der Welt sein Glück noch teurer zahlen, als
wie's _ich_ hab zahlen müssen? 's Madl und 's Kind -- ich weiß net, wer
mir da lieber gwesen is. Und am selbigen Tag noch, in der Fruh, da war
ich der glücklichste Mensch von der Welt! Und auf d' Nacht --« Friedl
bedeckte das Gesicht mit den Händen. »Ich hab's doch selber erlebt --
und trotzwegen will's mir noch net eini in mein' harten Schädel! Allweil
und allweil rührt sich ebbes in meim Herzen und redt -- und ich _kann_
net glauben, wo ich doch glauben _muß_!«
»Aber Friedl? Was ist dir denn?« fragte Benno bestürzt, während er dem
Kranken die Hände herunterzog.
Mit heißen Augen sah Friedl zu ihm auf. »Ah ja! Sö wissen noch net, wie
d' Menschen sind! Und wie man bedankt wird auf unserer Welt. Ich will's
Ihnen verzählen. Und wann S' alles wissen, nacher sagen Sö mir an Rat.
Ich selber weiß mir kein'.«
Mit erregten Worten sprach er weiter, und Benno lauschte der leidvollen
Geschichte dieses treuen Herzens.
Die Schatten des Abends schlichen durch das Fenster herein. Als Friedl
zu Ende gesprochen hatte, lag schon die tiefe Dämmerung in der Stube.
»Das ist freilich eine sorgenschwere Geschichte!« unterbrach Benno das
lange Schweigen, das nach dem letzten Wort des Jägers entstanden war.
»Aber dir macht sie keine Unehr, Friedl! Und schau, nach allem, was du
mir erzählt hast, will es mir nicht in den Sinn, daß das Mädel so falsch
an dir hätte handeln können, wie es freilich den Anschein hat. Wer kann
wissen, ob sich der Blasi nicht auf irgendeine Weise den Eintritt in die
Hütte erzwungen hat? Und schau -- wer kann in der Hast und Aufregung
immer gleich das Richtige finden. Menschen, die das können, sind selten.
Und denk nur: was wär dir selber alles erspart geblieben, wenn du kurz
entschlossen nach deiner Dienstpflicht gehandelt und den Blasi vor dem
gespannten Gewehr heruntergeführt hättest zum Förster.«
Friedl wollte sprechen, aber Benno ließ ihn nicht zu Wort kommen.
»Das soll für dich kein Vorwurf sein! Ein Sprichwort sagt: Der hat gut
reden, der weit vom Schuß ist. Ich kann mir vorstellen, was dir bei
deiner Liebe zu dem Mädel da droben durch den Kopf gefahren ist. Und
doch hast du getan, was ein anderer schwer versteht. Kann es so ähnlich
nicht auch bei der Modei gewesen sein? Das ist doch leicht zu denken,
daß ein Mädel bei so was stumm und ratlos wird vor Angst und Schreck.
Vielleicht hat sie selber den Blasi in die Hütte hineingeschoben, um ein
Zusammentreffen mit dir zu verhindern, bloß weil sie sich um _dich_
gesorgt hat, um dich allein!«
Friedl umklammerte Bennos Hand. »Herr Dokter, wann ich Ihnen so reden
hör, is mir grad, als ob mir jeds Wörtl an Zentner vom Herzen nähm! Am
liebsten möcht ich noch in der jetzigen Stund auffispringen auf d' Alm
und zum Madl sagen: >Schau, an andrer hat besser denkt von dir als ich
-- sag mir, daß er recht hat, und durchs ganze Leben will ich's abbüßen
in Lieb und Treu, was ich an dir versündigt hab!<«
»Langsam, langsam, Friedl!« fiel Benno ein, der in Sorge war, daß er
zuviel des Guten gesagt und in Friedl eine trügerische Hoffnung erweckt
hätte. »Brennt bei dir schon wieder die Lieb mit der Einsicht durch?
Hoff du fürs erste nichts, gar nichts! Aber nimm dir vor, mit ruhigem
Blut der Wahrheit nachzugehen, sobald du wieder frisch und gesund auf
genagelte Sohlen kommst.«
»Wann's nur so leicht wär, Herr Dokter: ein' Tag um den andern so
hinwarten müssen --« Friedl schwieg und blickte zur Tür hinüber.
Seine Mutter trat ein und brachte einen Teller mit Suppe. »So, Bub, da
hast a bißl ebbes!«
Während Friedl aß, stand sie zu Füßen des Bettes und plauderte mit Benno
über das merklich gebesserte Aussehen des Sohnes.
Nun reichte ihr Friedl den leeren Teller. »Wer is denn drüben beim
Kind?« fragte er.
»Niemand. Es hockt am Boden und häuselt.«
»Geh, bring mir's a bißl ummi!«
Die alte Frau verließ die Kammer.
»Herr Dokter«, sagte Friedl, schwer atmend, »Sö haben mir a Wörtl gsagt,
dös mir hart auf d' Seel gfallen is. Ich hätt nach meiner Dienstpflicht
den Blasi runterführen müssen zum Förster! Und ich -- ich hab ihn laufen
lassen! Der Modei z' lieb. Schon selbigsmal am Heimweg hab ich mir
denken müssen, daß ich mich am Dienst versündigt hab. Und seit ich aus'm
Fieber aufgwacht bin, lieg ich allweil in der ewigen Angst, ob net der
Förster jede Minuten da einikommt zur Tür und 's Verhören anfangt --«
»Da mach dir keine Gedanken!« unterbrach ihn Benno. »Der Förster ist
heute gar nicht daheim, und wenn er kommt, will ich ihn abfangen und in
aller Ruhe mit ihm reden.« Er stand vom Sessel auf. »Für heut haben wir
schon ein bißl zuviel miteinander geschwatzt. Ich will hoffen, daß es
dir nicht von Schaden ist. Schau jetzt, daß du schlafen kannst! Und mach
dir keine unnötigen Sorgen! Es wird alles noch recht werden! Also, gut
Nacht!«
»Gut Nacht, Herr Dokter! Und tausendmal Vergeltsgott!« In den Augen des
Jägers leuchtete ein dankbarer Blick. »Aber gelt, morgen kommen S'
wieder ummi zu mir?«
»Natürlich! Also gut Nacht jetzt!«
»Gut Nacht!«
Benno ging, während die Mutter das Franzerl brachte, das lachend und
zappelnd die Ärmchen nach dem Jäger streckte. --
Am andern Morgen durfte Friedl für ein paar Stunden aufstehen. Die Wunde
an seiner Wange fing zu verharschen an, so daß er den Verband ablegen
konnte. Mit dem Fuß sah es noch übel aus; der schmerzte auch beim
vorsichtigsten Auftreten noch empfindlich; das käme nur von einer
Sehnenschwellung, meinte der Arzt, die sich bei mäßiger Bewegung rascher
beheben würde als in der Ruhe. --
Gegen Abend kam der Förster nach Hause. Benno, der ihn an der Tür
erwartet hatte, ging ihm nicht mehr von der Seite. Und nach dem
Abendessen, als die beiden mit ihren qualmenden Pfeifen allein waren,
erzählte Benno dem Förster alles, was er wußte, und schilderte ihm die
drückende Sorge, die dem Friedl das Jägergewissen beschwerte.
»Du mein Gott, ich kann ihm den Kopf auch net abireißen!« meinte der
Förster. »Ich hab mir's eh gleich denkt, daß so a verruckte
Liebsgschicht dahintersteckt. Und der Lenggrieser Dokter hat's natürlich
kennt, daß der Friedl am Backen an Streifschuß hat. Wie mir die Alte
gsagt hat, daß der Friedl am selbigen Nachmittag bei der Modei droben
war, hab ich mir denkt: da mußt a bißl nachschauen! No ja, und da bin
ich nacher auffi auf d' Alm. Meiner Seel, 's Madl hat mich erbarmt -- so
verweint hat's ausgschaut. Und kaum a Wörtl hab ich aussibracht aus ihr.
Lang hab ich allweil so rumgredt, bis ich am End kurzweg gfragt hab,
ob's wahr is, daß der Friedl am Sonntag heroben war. 's Madl hat bloß an
Deuter gmacht. >Und was war denn nacher?< hab ich gfragt. Da hat's mich
angschaut mit kugelrunde Augen, hat d' Händ vors Gsicht gschlagen und
hat zum zittern angfangt wie an arme Seel, dö 's Fuier spürt und net
weiß, ob's in d' Höll kommt oder bloß ins Fegfuier. Was hab ich da
weiter machen können? Ich hab mir halt denkt: Wartst es ab, bis der
Friedl selber redt! Und bin wieder abgschoben.«
»Haben Sie dem Mädel gesagt, was mit dem Friedl auf dem Heimweg passiert
ist?«
»Gott bewahr! So gscheid war ich schon, daß ich den Schnabel ghalten
hab. Dö Gschicht mit'm Steinschlag is mir net plausibel gwesen. Ich hab
mir eh gleich denkt: da stinkt ebbes in der Fechtschul. Hat 's Madl a
Schuld dran, so hätt ihr jeds unfürsichtige Wörtl bloß an Weg zum
Aussilügen aufgwiesen. Kann aber 's Madl nix dafür -- so hab ich mir
denkt -- und hat's ebbes mit'm Friedl, da kunnt 's an schauderhaften
Schreck davon haben. Umsonst muß man d' Leut net plagen. 's Maulhalten
is gscheider.«
»Und jetzt, da Sie alles wissen -- was wollen Sie tun?«
»Dem saubern Herrn Blasi wird vor allem 's Handwerk glegt. Gleich morgen
schick ich an Bericht nach Tölz eini! Also, sei' Büchsen hat er droben
bei der Hütten liegenlassen? Wer weiß, ob er's schon gholt hat?
Jedenfalls schick ich bei Glegenheit den Hies drum auffi. Wann der Blasi
ans Wiederkommen denken möcht, soll's ihm der Hies versalzen! Und jetzt
kommen S', Herr Dokter, jetzt schauen wir mitanand a bißl ummi zu dem
verliebten Heuschniggl!«
Als sie hinüberkamen und in die Stube traten, saß Friedl am Tisch und
baute dem Franzerl ein schönes Kartenhaus.
Das waren stille, schwermütige Tage in der Hütte auf der Grottenalm.
Modei ging bleich und vergrämt herum; wortkarg tat sie ihre Arbeit, und
wenn Punkl oder Monika in der Hütte zusprachen, bekamen sie nicht viel
anderes zu hören als ein »Grüß Gott!« und »Pfüet dich!« Auch mit dem
Bruder redete Modei nur, was die gemeinsame Arbeit verlangte. Und bei
der Verstörtheit, die ihr Gemüt umklammert hielt, hatte sie keinen Blick
für die seltsame Wandlung, die sich von Tag zu Tag immer deutlicher im
Wesen des Bruders vollzog. Die Wahnbilder seines irren Erinnerns
schienen in ihm erloschen zu sein. Immer befand er sich in einem Zustand
verträumten Suchens, redete wunderliche, unzusammenhängende Dinge und
wurde schließlich von einer verdrossenen Gereiztheit befallen, weil ihm
dieses trübselige Zusammenleben mit der wortkargen Schwester täglich
unleidlicher wurde. Und wenn er einen Versuch machte, von jenem Sonntag
und seinen Folgen zu reden, wurde Modei noch stiller und verschlossener.
Oft, wenn er unter Tags auf die Schwester zutrat, mußte er sehen, wie
sie hastig das Gesicht auf die Seite drehte, um ihre Tränen zu
verbergen. Wenn er in der Nacht erwachte, hörte er sie leise weinen und
beten. Nach schlaflosen Nächten hatte sie zerbrochene Tage, und die
sonst so Fleißige wurde bei der Arbeit müd. Und kam jemand zur Hütte,
hörte sie einen Schritt, so fuhr sie erblassend zusammen und stammelte:
»Der Förstner wieder? Oder der Hies?«
Als Lenzl eines Abends vom Weideplatz heimkehrte, fand er die Schwester
am Herd, mit nassen Augen, ganz in sich versunken. Da fing er zu
schelten an. »Is dös an Art und Weis? Statt daß dich a bißl zammklaubst,
an vernunftbaren Schritt machst und dö ganze Sach wieder auf gleich
bringst, derweil hockst den ganzen Tag umanand und flennst und reibst
dir d' Augen! Mit'm Wasserpritscheln is freilich nix profitiert!«
»Du hast gut reden!« sagte Modei mit erloschener Stimme. »Du spürst es
net, wie's ich spür. Drum red mir nix drein! Dös hat mir halt unser
Herrgott aufgladen als Buß. Und so muß ich's tragen!«
»Freilich! Weil unser Herrgott nix anders z' tun hat, als daß er d'
Menschen plagt?«
Lenzl sah ein, daß hier nur ein einziger zu helfen vermöchte. Und der
muß her, dachte er, soll's gehn, wie's mag! Ein paar Tage später, als er
abkommen konnte, ohne daß die Arbeit Schaden litt, schlich er sich im
Morgengrau, während Modei noch schlief, aus der Hütte. Er erinnerte
sich, von Friedl gehört zu haben, daß der Jäger in diesen vierzehn Tagen
die Aufsicht auf dem Rauchenberg zu führen hätte. Es war das ein weiter
Weg, den Berg hinunter bis ins Tal und drüben wieder hinauf bis zur
Jagdhütte, die hoch da droben auf der Bergschneide lag. Der Schwester
zulieb wäre Lenzl auch bis ans Ende der Welt gelaufen.
Er brauchte fünf Stunden, um das Ziel seiner Wanderung zu erreichen. An
der Jagdhütte fand er die Läden geschlossen und die Tür versperrt. Da
nahm er von einer alten Feuerstatt ein Stücklein Kohle und schrieb mit
großen, steifen Buchstaben an die Hüttentür: »Bin dagwest, i, da Lenzl.
Kommscht ummi, gell!« Damit Friedl auch sicher käme, schrieb er noch
darunter: »Weils grank is!«
Dann schritt er die Bergschneide entlang zu der eine halbe Stunde
entfernten Hochalm. Auch hier fragte er vergebens nach Friedl. Die
Sennerin konnte ihm nur den guten Rat geben, sich bei den Holzknechten,
die auf dem tieferen Gehäng des Berges arbeiteten, nach dem Jäger zu
erkundigen. Als er auch bei den Holzleuten von Friedl keine Nachricht
hörte, lief er kurz entschlossen durch den steilen Bergwald hinunter
nach Fall. Am Waldsaum mußte er sich verstecken, weil der schwerbäuchige
Grenzaufseher Niedergstöttner schnaufend und schwitzend auf dem Waldweg
gegen die Schlucht der Dürrach hintappte, unter kummervollen
Selbstgesprächen, die jede Mühsal des buckligen Weges dreimal
verfluchten.
Das Kapellenglöckl läutete die Mittagsstunde, als Lenzl hinter den
Weidenstauden der Dürrach hinunterschlich zur Isar. Wie ein Fuchs, der
einer Henne an den Hals will, pirschte er gegen den kleinen Garten, den
Friedls Mutter mit ihren rastlosen Händen dem steinigen Hügel abgerungen
hatte. Lautlos an den Heckenstauden entlang huschend, spähte er durch
das dichte Gezweig und kicherte vor sich hin: »Jetzt hab ich's troffen.«
An der Mauer saß der marode Jäger auf einem Bänkl und sonnte den
heilenden Fuß, während seine dürstenden Augen immer in der blauen Höhe
suchten. Auf dem Schoß hatte er das Fernrohr liegen. Das hob er immer
wieder und richtete es nach den Rasenwellen der Grottenalm wie ein
Jäger, der Gemsen sucht.
Da richtete Friedl sich plötzlich auf. Er hörte klappernde Schritte und
eine keuchende Stimme, die immer, wie in atemloser Angst, die zwei
gleichen Worte wiederholte: »Jesus, Maria -- Jesus, Maria -- -- Jesus,
Maria --«
Erschrocken zuckte der Jäger vom Bänkl auf, ohne seines kranken Fußes zu
denken. »Mar' und Joseph!« stammelte er, weil er die Stimme zu erkennen
glaubte. »Is denn dös net der Lenzl?«
Richtig! Der war's! Wie ein Besessener kam der Alte mit flatterndem
Weißhaar von der Dürrach über die Straße hergelaufen und wollte am Gärtl
des Jägers vorübersausen. »Jesus, Maria -- Jesus, Maria -- Jesus, Maria
--«
»Lenzl!« Mit hinkendem Fuß machte Friedl ein paar wilde Sprünge gegen
die Heckenstauden. »Um Christi willen! Lenzl! Was is denn? So komm doch
her zu mir! So laß doch reden a bißl!«
»Ich kann net -- Jesus, Maria!« keuchte der Alte und sprang. »Ich hab
kei' Zeit net, ich muß zum Dokter aussi nach Lenggries. Mei' Schwester
is soviel krank! Dö braucht a Trankl, a heilsams! Ich muß zum Dokter
aussi -- Jesus, Maria --« Und weg war der Alte, verschwand an der
Straßenbiegung, sprang aber nicht »aussi nach Lenggries«, sondern
huschte kichernd in die Stauden der Dürrach und lief geduckt hinüber
gegen den Waldsaum.
Als Friedl allein war, fingen ihm die Hände so heftig zu zittern an, daß
er sie hinter den Hosengurt stecken mußte. Wie ein Verrückter humpelte
er zur Haustür hinüber, trat langsam in die Stube, warf einen
Sorgenblick auf das schlafende Büberl und sagte ruhig: »Mutter, jetzt
mußt mir a Krügl Bier ummiholen. Soviel dürsten tut mich!«
Das alte Weibl zappelte flink davon. Als sie mit dem Krügl vom Wirtshaus
kam, war keiner mehr da, der Durst hatte und trinken wollte. Auch
Friedls linker Nagelschuh war verschwunden; nur der rechte stand noch
unter dem Ofen. Und verschwunden war des Jägers Hut, sein Rucksack,
seine Büchse und sein Bergstock. »O du heilige Mutter!« stammelte die
alte Frau erschrocken, rannte vors Haus und fing zu schreien an.
Das konnte Friedl noch hören, obwohl er den Triftsteg an der Dürrach
schon erreicht hatte. Ohne das Gesicht zu drehen, sprang er wie einer
mit gesunden Beinen. Drüben über dem Wasser, auf dem steigenden Waldweg,
ging es langsamer. Alle paar hundert Schritte mußte er stehenbleiben, um
den schmerzenden Fuß rasten zu lassen. Und weil der plumpe Filzschuh,
den er am kranken, dick verbundenen Fuß hatte, beim Steigen immer
rutschte, mußte Friedl sich hinsetzen, eine Schnur aus dem Rucksack
nehmen und den lockeren Filzkübel verläßlich an den Knöchel binden. Ein
paar Schlingen der Schnur legte er auch um die Sohle, damit er einen
festeren Tritt bekäme. Als er, zitternd vor Ungeduld, sich erhob,
blickte er über den steilen Bergweg hinauf, den er zu überwinden hatte.
Und da gewahrte er in der Höhe, nicht weit von der Grottenalm, eine
sonderbare Sache. Da droben war ein feines Blitzen und Gefunkel, als
spiegelte sich die Sonne in vielen, beweglichen Glassplittern.
Dieses Funkeln und Strahlenschießen kam von den Uniformknöpfen und vom
Bajonett des schwerbäuchigen Grenzaufsehers Niedergstöttner, der sich
schon mit Schwitzen und Fluchen über den ganzen Waldsteig
hinaufgezappelt hatte und der Alm schon nahe war.
Er hatte, um Luft zu bekommen, die grüne Uniform aufgeknöpft, nicht nur
den Rock, auch die Hose. Die großschirmige Mütze hatte er an das
Bajonett seines königlich bayrischen Grenzkarabiners gehängt, den er
bald auf die rechte, bald auf die linke Schulter lupfte. Ein großes,
geblumtes Taschentuch, fleckig durchfeuchtet, bedeckte als Sonnenschutz
die Glatze und warf noch einen Zipfelschatten über das erhitzte,
krebsrote Vollmondgesicht. Trotz seiner dritthalb Zentner war Herr
Niedergstöttner von quecksilberner Beweglichkeit. Und ebenso flink, wie
er die kurzen dicken Beine rührte, schwatzte er beim Steigen die
Monologe seiner Bergverzweiflung vor sich hin.
»Tuifi, Tuifi, Tuifi, is _dös_ a Hitz! Is dös a Hitz! Und schnaufen muß
ich, grad schnaufen, schnaufen, schnaufen.«
Hurtig kletterte er über die letzten Steigstufen hinauf, drehte sich um,
guckte in die Tiefe und fand, wenn auch ein bißchen asthmatisch, das
Lachen eines Glücklichen.
»Gott sei Lob und Dank! Jetzt bin ich heroben! Is _dös_ an Arbeit
gwesen! Verfluchte Berg, verfluchte Berg!« Er zerrte das Taschentuch von
der Glatze, trocknete Gesicht und Hals, dehnte sich wie ein
Schlangenmensch vor der Produktion und zog das Knie in die Höhe. »Die
ganze Muschkelatur hint aussi is mir krämpfig! Allweil d' Füß heben,
allweil d' Füß heben! Unser Herrgott muß an böshäftigen Hamur ghabt
haben, wie er die Berg derschaffen hat! Verfluchte Berg, verfluchte
Berg! Und an Durst kriegt man, jöööises, an Durst, an Durst, an Durst!
Da wär jetzt a Maßerl fein, a Maßerl, a Maßerl!« Sehnsüchtig guckte er
auf dem Almfeld herum und betrachtete Modeis stille Hütte. »He da! Was
is denn? Is dö bucklete Welt da heroben ausgstorben? Und gibt's denn da
gar net a bißl ebbes, was kühl is? Aaaah, da is ja a Brünndl, a Brünndl,
a Brünndl!« Er zappelte auf den Brunnen zu und legte lachend das Gewehr
ab. »Wasser! Brrrrr! A schauderhafte Sach! Da ghört a Kurasch dazu, a
Kurasch, a Kurasch, a Kurasch.« Hurtig steckte er das Dampfnudelköpfl in
den Brunnentrog, pritschelte und spritzte, scheuerte die zinnoberfarbene
Glatze und schüttelte die Tropfen von sich ab, was ihm leicht gelang, da
er keine Haare hatte, in denen das Wasser hätte hängenbleiben können.
Weil er eine Sennerin von der Almhöhe herunterkommen sah, knöpfte er als
Kulturmensch unverweilt die klaffende Hose zu, machte säuberliche
Amtstoilette und setzte die Mütze auf.
Mit der ledernen Salztasche um die Hüften kam Modei müd und versonnen
über das Weidefeld herunter. Als sie die Uniform sah, erschrak sie, daß
ihre Lippen weiß wurden. Dann merkte sie: ein Grenzaufseher, kein
Gendarm. Und mit halber Ruhe konnte sie sagen: »Grüß Gott, Herr Grenzer!
Was schaffen S' bei mir?«
»Aufschreiben, aufschreiben, wieviel als d' Vieh hast.« Niedergstöttner
zog ein Ungetüm von grünledernem Notizbuch heraus. »Aber sag, du
saubers, du herzliebs Maderl, hast net ebba aus gottsgütigem Zufall a
Flascherl Bier da heroben? Für a Flascherl Bier kunnt ich dem Tuifi heut
mein ewigs Leben verschreiben.«
»Mit Bier kann ich net aufwarten. Aber a Schüssel Milli wann S' mögen?«
»Milli?« Der Grenzer schnitt in groteskem Schreck eine Grimasse, die
jedem Zirkusclown einen Beifallssturm eingetragen hätte.
»Marrriandjosef! Sprich dös gfahrliche Wörtl nimmer aus! Sonst trifft
mich a Verstandeslähmung, und _um_ fall ich und bin a Leichnam, a
Leichnam, a Leichnam!« Er richtete einen klagenden Blick zum Himmel,
erledigte unter drolligen Scherzen das amtliche Geschäft, notierte die
Zahl der Ochsen, Kühe, Rinder und Schafe, aus denen Modeis Almherde
bestand, verwahrte das Notizbuch wieder, trocknete mit dem Taschentuch
das Dampfnudelköpfl und setzte sich auf den Brunnentrog. »Soviel plagen
muß sich der Mensch! Malefiz Arbet! Wie schön wär d' Welt, wann d' Arbet
net wär, dö gottverfluchte Arbet.«
»Nach jeder Arbet kommt a Ruh.«
»Net wahr is, aaaah, net wahr is! Nach der Arbet kommen d'
Schweißtröpfln, a höllischer Durst und der Muschkelkrampf.«
»Seids ös von der Station in Fall drunt? Lang müßts noch net da sein,
weil ich enk noch nie net gsehen hab.«
»A paar Wochen erst, a paar Wochen. Ehnder, da bin ich z' Münka gwesen,
z' Münka, in der Haupt- und Rrrrassidenzstadt, beim Oberzollamt.«
Niedergstöttner bekreuzigte sich, wie es eine alte Bäuerin bei heftigem
Blitzschlag macht. »Daaaa hat's Arbet geben! So viel, wie der Hund Flöh
hat! Und d' Arbet vertrag ich net, ich vertrag's halt net! Wann's einer
vertragt, da kann er Minister werden. Ich hab's net dersitzen können. 's
Hirn is mir allweil kleiner worden und 's Fundament allweil breiter,
_allweil_ breiter. Und so a sitzende Betätigungsweise -- jöi, jöi, jöi
-- da tut sich allweil Salz entwickeln im Inkreisch, zwischen Nabel und
Schattseiten. Und da hast nacher allweil Durst, allweil Durst, Durst,
Durst, Durst. Drum haben mich die Gottsöbersten da aussi versetzt nach
Fall. Dö haben gmeint, da heraußen tät ich weniger bimseln, weil 's Bier
so schlecht is, weißt. Ja, Schnecken, Schnecken! Da heraußen muß ich
noch viel mehrer dürsten, weil ich allweil schwitzen muß, allweil
schwitzen, allweil schwitzen.«
Modei konnte ein bißchen lachen. »Aber sonst gfallt's enk bei uns da,
gelt?«
»Ui jeeeegerl, jegerl, jegerl! Schau mein Ranzerl an, mein Ranzerl! Und
söllene Berg dazu! Und allweil muß ich auffi, allweil auffi, auffi,
auffi, wie a verlassene Wanzen an der nacketen Kirchenwand! O du
heiliger, heiliger Geist der Schöpfung! Deine Welteinrichtung hat
verdächtige Buckeln.«
Das Mädel tat einen schweren Atemzug. »Ich kann mir noch ebbes Härters
denken als wie 's Bergsteigen.«
»Soooo? Und wann ich ausrutsch? Und wann's mich abireißt? Dös is ja gar
net zum ausdenken, was ich da für a Loch ins Tal einischlag. Söllene
grauslichen Gfahren haben s', dö verfluchten Berg, dö verfluchten Berg!
Da muß einer schon aufpassen, der 's Bergsteigen los hat! A Jager, a
Jager, der _kann_ doch 's Bergsteigen, net? Und jetzt schau amal an, was
dem Jager von Fall passiert is, dem Jager von Fall!«
»Jesus«, stammelte Modei erschrocken, »was is denn mit'm Friedl?«
»Friedl heißt er, ja, Maderl, Friedl, Friedl, Friedl!«
Verstört umklammerte Modei den Arm des Grenzers. »Um Herrgotts willen,
so red doch, Mensch!«
»Der Jager, weißt, der Jager, der Jager, der hat a Kindl abitragen vom
Berg, a Kindl, a Kindl a kleins --«