Beklommen fragte der Jäger: »Was machst denn da?«

»Meine Nagerln stell ich in d' Nacht aussi. So a feine Nacht is gut für

alles, was blüht.«

In Friedls Augen glänzte was Frohes auf. »Modei! Da hast a gescheidts

Wörtl gsagt.« Er machte ein paar flinke Schritte zu ihr hin, als wäre

die erschütterte Hoffnung in ihm wieder fest und gläubig geworden. Zum

Reden kam er nicht, weil vom Steig herauf zwei Stimmen sich hören

ließen. Verdrossen murrte Friedl vor sich hin: »Wer kommt denn heut noch

da auffi? Daß d' Leut aber allweil kommen, wann man s' net brauchen

kann.« Nun erkannte er die lachende Mannsstimme. »Dös is ja der Hies!

Was will denn _der_ da heroben? Heut schon!«

Im gleichen Augenblick tauchte der Jagdgehilf über die Steigstufen

herauf und guckte fidel in die Tiefe hinunter. Da drunten quiekste die

Stimme der noch unsichtbaren Punkl: »Geh, wart a bißl, Hieserl, wart a

bißl!«

»Du narrete Urschl!« kreischte Hies über den Steig hinunter. »Ich bin ja

kein Dokter net. Ich kann dir net helfen.« Als er sich kichernd wandte,

sah er den Jäger, der auf ihn zukam. »Ah, da bist ja! Grüß dich, Friedl!

Und gleich kannst heimgehn.«

»Gar so pressieren tut's mir _net_! Wie kommst denn heut noch da auffi?«

»Bloß deintwegen. Weil morgen dein Dienst da heroben aus is, hab ich dir

sagen wollen, du sollst heut oder morgen in aller Fruh heim und sollst

dich net am End woanders verhalten. Morgen hat der Herr Dokter für uns

Jager a kleins Scheibenschießen verarranschiert. Da därfst net fehlen.

Eigens hat mich der Herr Dokter auffigschickt. Ich hab dich z'erst in

der Jagdhütten suchen wollen, aber die Punkl hat mir gsagt, daß bei der

Modei bist.« Er dämpfte die Stimme zu leisem Geflüster: »Hast von der

Sennerin ebbes erfahren können? Ob selbigsmal einer bei ihr in der

Hütten gwesen is?«

Friedl schüttelte stumm den Kopf. Dabei fuhr ihm das Blut ins Gesicht.

»Wie schaut's denn aus im Revier?«

»Net schlecht.«

»Hast den Neunnägel noch amal gspürt?«

Es dauerte eine Weile, ehe Friedl mit kaum hörbarem Laut erwiderte:

»Seit vierzehn Täg nimmer.«

»Kann sein, daß er _mir_ übern Weg läuft!« knirschte der andere zwischen

den Zähnen heraus. »Da gnad ihm unser Herrgott!«

»Hies --« Rasch faßte Friedl den Arm des Kameraden und warf einen

Sorgenblick zu Modei hinüber.

»Was?«

»Hieserl, Hieserl«, pfiff es atemlos aus der Steigtiefe herauf, »wo bist

denn? Tu doch warten auf mich!«

Mit einer lustigen Grimasse kicherte Hies: »Dö Alte! Mar' und Joseph! So

hab ich meiner Lebtag noch net glacht.«

»Was hast denn mit ihr?«

»Haben? Naaaa Brüderl!« Hies konnte kaum reden vor Lachen. »Gsund --

gsund soll ich s' machen! Ich! Und als medazinischen Taglohn hat s' mir

a Nachtmahl versprochen -- derspringen müßt ich, wann ich alles fraß.«

Schnaufend kletterte Punkl über die Steigstufen herauf. »Da is er, da is

er ja, Gott sei Lob und Dank!« Sie grinste in aller Hoffnungsfreudigkeit

ihrer leidenden Jungfernseele. »Komm, Hieserl, komm! Jetzt steigen wir

gleich auffi mitanand zu meiner Hütten. _Gleich_ zünd ich 's Fuierl an.

Und aufkochen tu ich für dich -- so gut sollst es noch nie net ghabt

haben.«

»Pressiert's denn gar a so?«

»_Was_ hast gsagt?«

»Ob _heut_ noch gsund werden mußt? Kannst net warten bis übermorgen?«

»_Was_ hast gsagt?« Das Mißtrauen der Schwerhörigen funkelte in Punkls

Augen. »Tust mich ebba für an Narren halten? Bist auch so a falscher

Jager?«

»Öha, Alte«, mahnte Friedl, »net auf d' Jager schimpfen!«

Der Jäger von Fall · 第 27 / 63 题