»Bist gestern auf d' Nacht gut heimkommen?«
»Gwiß auch noch! Wirst dich doch net gsorgt haben um mich?«
»Mein, weil's gar so finster war, wie d' fort bist. Aber jetzt mußt mich
schon a paar Minuten verentschuldigen, bis ich drin vollends zammgräumt
hab. Schau, hast ja derweil Gsellschaft da.« Modei nickte ihm lächelnd
zu und kehrte in die Hütte zurück.
»Laß dich net aufhalten!« rief ihr Friedl nach. »Z'erst d' Arbeit und
nacher 's Vergnügen, sagt der Herr Pfarr, wann er von der Kirch ins
Wirtshaus geht.« Er trat zu den andern.
»Soooo!« sagte eben der Doktermartl nach einer ausgiebigen Prise seines
Schnupftabaks. »Jetzt hab ich klare Augen für'n Heimweg.«
»Aber! Martl! Du wirst doch net gehn, grad weil ich komm?«
»Ah na! Mit dir bin ich allweil gern beinand, du Seelenräuber!«
Freundlich betrachtete Martl den Jäger. »Aber es tut schon bald
zwielichtln, der Heimweg is weit, und müd bin ich. Der Diskurs mit die
vielen Rindviecher hat a geistige Abspannung bei mir veranlaßt. Ja, mein
Lieber! 's Doktern! Dös is an aufreibende Arbet. D' Viecher mach ich
gsund, und ich selber geh drauf dabei. No also, pfüe Gott mitanand!«
Da erwachte die alte Punkl aus ihrer kummervollen Gedankenarbeit. Sie
schien einen hoffnungsreichen Einfall zu haben. »Hö! Martl! Wart noch a
bißl! Zu dir hab ich a Zutrauen.«
»Mar' und Joseph!« In drolligem Entsetzen flüchtete Martl über den Steig
hinunter. »Bloß _jetzt_ kein Naturgsetz!«
»Jöises, jöises, so laß dir doch a bißl Zeit. Ich muß dich medazinisch
noch ebbes fragen.« Die Alte zappelte unter hoffnungsfreudigem Grinsen
hinter dem Verschwundenen her. Und vom Brunnen rief lustig die Monika
herunter: »Du, Viechdokter! Jetzt brauchst an guten Schutzengel. Sonst
passiert dir ebbes!«