Fig. 14. Widerstandsübung mit Largiadère’s Bruststärker.]

Läßt man z. B. die rhythmische und automatische Bewegung des Gehens

statt in der Ebene als Bergsteigen ausführen, so stellt die Steigung

der Berge einen Widerstand, eine Belastung vor.

Die reine Förderungsbewegung wirkt auf die Nerven ~beruhigend~ und bahnt

dem Willensantrieb den Nervenweg vom Gehirn zum Muskel. Dann spricht man

von der sogenannten „~bahnenden~” Bewegung, einer Form der sogenannten

~Koordinationsübungen~.

Die Koordinationsübungen sind Uebungen, welche die ~Ordnung~ der

Bewegungen erzielen will. Sie reguliert diese Art der Bewegung durch den

Gesichts- und Muskelsinn, sowie den übrigen Empfindungsapparat.

Aus dem Charakter der geschilderten Bewegungen folgt von selbst die

verschiedene ~individuelle~ Ausnutzbarkeit. Je nach der körperlichen und

geistigen Anlage kann sich das Individuum die für ihn passende Bewegung

heraussuchen. Denn es ist durchaus nicht notwendig, daß z. B. der

kreislaufkranke Mensch wegen dieses seines körperlichen Fehlers auf jede

Bewegung verzichtet, ja in vielen Fällen begeht er eine

Unterlassungssünde. Wenn er Vorteil und Nachteil der Bewegungen kennt,

wird er jenen sich zu eigen machen, diesen zu vermeiden wissen.

~Muskelarbeit~ ist z. B. für ~Herzkranke~, welche einen sogenannten

kompensierten Herzfehler haben, ein sehr richtiges ~Diätikum~, damit

Stoffwechsel und Herzernährung nicht leiden. Aber diese Muskelarbeit muß

so bemessen sein, daß sie keinerlei Beschwerden verursacht.

Körperpflege durch Gymnastik, Licht und Luft · 第 31 / 72 题