Läßt man z. B. die rhythmische und automatische Bewegung des Gehens
statt in der Ebene als Bergsteigen ausführen, so stellt die Steigung
der Berge einen Widerstand, eine Belastung vor.
Die reine Förderungsbewegung wirkt auf die Nerven ~beruhigend~ und bahnt
dem Willensantrieb den Nervenweg vom Gehirn zum Muskel. Dann spricht man
von der sogenannten „~bahnenden~” Bewegung, einer Form der sogenannten
~Koordinationsübungen~.
Die Koordinationsübungen sind Uebungen, welche die ~Ordnung~ der
Bewegungen erzielen will. Sie reguliert diese Art der Bewegung durch den
Gesichts- und Muskelsinn, sowie den übrigen Empfindungsapparat.
Aus dem Charakter der geschilderten Bewegungen folgt von selbst die
verschiedene ~individuelle~ Ausnutzbarkeit. Je nach der körperlichen und
geistigen Anlage kann sich das Individuum die für ihn passende Bewegung
heraussuchen. Denn es ist durchaus nicht notwendig, daß z. B. der
kreislaufkranke Mensch wegen dieses seines körperlichen Fehlers auf jede
Bewegung verzichtet, ja in vielen Fällen begeht er eine
Unterlassungssünde. Wenn er Vorteil und Nachteil der Bewegungen kennt,
wird er jenen sich zu eigen machen, diesen zu vermeiden wissen.
~Muskelarbeit~ ist z. B. für ~Herzkranke~, welche einen sogenannten
kompensierten Herzfehler haben, ein sehr richtiges ~Diätikum~, damit
Stoffwechsel und Herzernährung nicht leiden. Aber diese Muskelarbeit muß
so bemessen sein, daß sie keinerlei Beschwerden verursacht.