Aus: Leupold, ~Theatrum Machinarum Generale.~ Tab. 53, Fig. 1.]

Am 29. November 1706 übersandte Papin ein Exemplar dieser Druckschrift

an Leibniz mit der Bitte, dieser möge sich über deren Inhalt äußern.

Leupold gibt in seinem im Jahre 1724 erschienenen ~Theatrum Machinarum

generale~ § 389 folgende Beschreibung dieser zweiten Papinschen

Maschine:

„~A~ (Abb. 25) ist die küpfferne Blase oder Kugel, im Diametro 20

Zoll, hoch 26 Zoll. Diese wird in einen Ofen von gebrannten Ziegeln

eingemauert, daß die Hitze die gantze Kugel wohl treffen kan. Gemeldte

Kugel soll 2 Zoll obenher von der Wand abstehen. Aus dieser Kugel

gehet oben eine krumme Röhre ~_BB_~, die in der Mitte ein Epistomium

oder Hahn ~E~ hat. Die Röhre ~B~ soll noch etwas zugleich im Feuer mit

stehen. Oben auf in ~C~ ist ein perpendikulairer Tubus _~CC~_, durch

welchen man das Wasser eingießen kann, der so lang ist, daß er durch

das Gewölbe des Ofens durchlanget. Damit aber die Gewalt der Lufft

nicht herausdringet, ist solches mit einem Deckel wohl zu verwahren;

allein daß auch nicht etwa die Gewalt und Stärke der expandierten

Lufft das Gefäß ~A~ gar zersprengen möchte (wie es dem Papino selbst

begegnet seyn soll) so lieget auf dem Deckel des Loches ein Hebel

~_ab_~, an welchen ein Gewicht ~C~ hanget, wenn anders die Gewalt so

groß wird, sie ehr den Deckel mit dem Gewicht hebet als daß sie die

Kugel zersprenget. Das Rohr ~_BB_~ gehet in ein ander Cylindrisches

Gefäß ~_DD_~, dahin die expandirte Lufft aus ~A~ durch das Epistomium

~E~ gelassen wird. Das kupfferne Gefäß ~_DD_~, so statt der Antlia oder

des Stiefels, ist weit im Diametro 20 Zoll, und der Embolus oder Kolben

15 Zoll hoch, und muß das Gefäß so weit seyn, daß noch 200 Pfund Wasser

Raum haben.

Ferner ist ein Tubus ~_GG_~, durch welchen das Wasser in den Cylinder

~D~ gelassen wird, der Diameter soll 7 Zoll weit seyn und 6 Zoll höher

stehen, als das Epistomium ~n~, durch welches das überflüssige Wasser

in ~D~ wieder ablaufen kan. Der Tubus ~G~ aber gehet in die krumme

Röhre ~_HH_~, und diese in den Cylinder ~_DD_~. Der Embolus oder Kolben

~_FF_~ ist ein hohler Cylinder von Metall, und wohl verwahret, daß kein

Wasser hineinkan, und so leicht, daß er auf dem Wasser schwimmt. In

diesem Kolben ist ein hohler Cylinder ~_ii_~, der oben in ~i~ offen,

unten aber zugemacht ist. Durch die Achse dieses Cylinders gehet dieser

Tubus hindurch bis auf den Boden, und ist so verwahret, daß kein Wasser

durch kan.

Dieser Tubus dienet hierzu: Durch die Öffnung ~L~ wird ein heißes oder

glüendes Eisen gelassen, welches im oberen Theil der Antlia bleibet,

welches nützet, daß die nassen Vapores aus der Kugel ~A~, wenn sie

darauf stossen, sich mehr erhitzen, und ausbreiten. Die Öffnung ~L~

wird gleichfalls wie ~C~ mit einem wohl eingepasseten metallenen Deckel

verwahret, und durch den Hebel und Gewicht ~a~ aufgepresset, welches

Gewichte man nach Verlangen hin und her schieben kan, nachdem die

Schwehre nöthig. An dem engen Theil des Tubi ~H~ stehet ein anderer

Tubus ~_MM_~, welcher in einen größeren und weitern Cylinder ~_NN_~,

der allenthalben geschlossen ist, und nur in ~X~ eine Öffnung hat,

gehet. Der Cylinder ~M~ ist 3 Fuß hoch und 23 Zoll weit, 1 Fuß Höhe

hält 200, das gantze Gefäß aber 600 Pfund Wasser, also, daß wenn die

200 Pfund Wasser aus dem Cylinder ~_DD_~ hinangetrieben werden, die

Lufft in ~_NN_~ um ⅛ zusammengepresset wird, gleich wie das Wasser von

64 Fuß hoch thut. Damit nun das Wasser nicht wieder durch die Röhre

~_GG_~ zurück kan, ist in ~S~ ein Ventil, desgleichen auch bey ~T~. Bei

~X~ ist ein Rohr angemachet, aus dem Cylinder ~N~ 2 Zoll breit, durch

welches das Wasser ~N~ in die Höhe steigen soll. Es ist darum so enge,

daß das Wasser erstlich in 2 Secunden auslauffen kan, weil in jeden 2

Secunden eine neue Operation oder neues Wasser folgen soll.

Hierauf, saget der Autor, würde man sehen, daß eine solche Machine mit

schlechten Kosten zu machen sey, und dennoch dadurch ein Mensch, so

viel als sonst fünffzig verrichten; weil nemlich alle 2 Secunden 200

Pfund Wasser 40 Fuß hoch könnten gebracht werden. Ja, er vermeynete, er

wolle es auch dahin bringen, wenn alles grösser und stärker gemachet

würde, daß einer so viel als sonst hundert ausüben würden.“

Der Arbeitsgang dieser zweiten Papinschen Maschine vollzog sich

folgendermaßen: Durch den Trichter ~G~ wird Wasser in den Zylinder

~_DD_~ eingelassen; infolgedessen hebt sich der Kolben nach aufwärts.

Hat dieser seine Höchstlage erreicht, wird der Lufthahn ~n~ geschlossen

und durch Öffnen des Dampfhahns ~E~ Dampf oberhalb des Kolbens in

den Zylinder ~_DD_~ eingeführt. Der Dampf drückt den Kolben abwärts,

infolgedessen das unterhalb des letzteren befindliche Wasser in dem

mit Ventil ausgestatteten Steigrohr ~M~ aufwärts gefördert wird.

Alsdann wird der Dampf abgesperrt, der Lufthahn ~n~ wiederum geöffnet

und von neuem Wasser in den Trichter ~G~ geschüttet, worauf sich

der Vorgang wiederholt. Von der Saveryschen Maschine unterscheidet

sich Papins Maschine wesentlich dadurch, daß sie die großen bei der

Berührung des Dampfes mit dem Wasser auftretenden Dampfverluste durch

Zwischenschaltung des Kolbens zwischen Dampf und Wasser vermeidet. Zur

weiteren Verhütung von Wärmeverlusten wurde der hohle Kolben durch

einen erwärmten eisernen Bolzen geführt, und der verbrauchte Dampf

wurde nicht niedergeschlagen, sondern durch den Lufthahn ~n~ abgeführt

und zur Vorwärmung des in den Trichter ~G~ eingebrachten Wassers

verwertet.

Papin blieb nun aber nicht dabei stehen, diese Maschine nur zum Heben

von Wasser zu benutzen, er hatte vielmehr schon deren Verwendung für

_motorische_ Zwecke im Auge. Zu diesem Zwecke umgab er das Steigrohr

~M~ mit einem Windkessel ~_NN_~, in welchem das gehobene Wasser

ein Kissen stark gepreßter Luft erzeugte, die durch das Rohr ~X~

fortgeleitet und zum Antrieb eines Schaufelrades benutzt werden konnte.

Des weiteren wollte er die Maschine zum Antrieb von Schiffen benutzen.

Diese Verbesserungen beruhten auf einer eingehenden Kritik, die Papin

in der Schrift „~Ars nova~“ der Saveryschen Maschine angedeihen ließ.

Von großem Interesse sind die Verbesserungsvorschläge, die _Leibniz_

machte und die so erheblich sind, daß sie als selbständige Erfindungen

gelten müssen. Er vermißte eine Vorrichtung, um den Dampfkessel wieder

mit Wasser füllen zu können. Zu diesem Zweck schlug er einen mit einer

Aussparung versehenen Hahn vor. Den aus dem Hahn ~n~ abziehenden Dampf

wollte er mittels eines Rohres unter eine Kappe leiten, welche den

Windkessel ~_NN_~ so weit umgab, als dieser für gewöhnlich mit Luft

gefüllt war. Hierdurch sollte der Windkessel abwechselnd erwärmt werden

und jeweilig, wenn er Wasser in das Steigrohr zu pressen hatte, eine

größere Spannkraft erhalten. Die überflüssige Wärme und der Rauch der

Feuerung sollte zur Vorwärmung des Wassers im Trichter ~G~ und im Rohr

~H~ benutzt werden. Schließlich meinte er, daß sich ein Mechanismus

erfinden lasse, um die Hähne ~E~ und ~n~ durch die Maschine richtig zu

bewegen, zu steuern. Hier begegnen wir also bereits einer Anregung,

_die Steuerung der Maschine durch diese selbst zu bewirken_.

Als Papin mit seiner Druckschrift über seine neue Maschine vor die

Öffentlichkeit trat, hatte er jene bereits Versuchen unterzogen.

Dieselben wurden im Treppenhause des im Jahre 1695 erbauten Kunsthauses

zu Kassel vorgenommen und ihre Ergebnisse von Papin am 19. August

1706 Leibniz mitgeteilt. Diese Versuche mißlangen zunächst teilweise,

weil der für den Aufbau des Steigrohres verwendete Kitt, wie Papin

vorausgesehen hatte, dem Druck des Wassers nicht widerstehen konnte,

infolgedessen große Wasserverluste eintraten. Trotzdem aber konnte

Papin mit Genugtuung feststellen, daß das gepumpte Wasser bis zu einer

Höhe von 70 Fuß emporstieg. Als man versuchte, das Steigrohr neu zu

verkitten, fiel einiger Kitt in das Bodenventil des Steigrohres, so

daß die Versuche abgebrochen werden mußten. Nunmehr wurde ein anderes

Steigrohr, und zwar aus Kupferplatten, hergestellt. Als dieses fertig

war, verließ aber leider der Landgraf Kassel und besichtigte nach

einmonatlicher Abwesenheit die Maschine nur abends, wo Versuche nicht

vorgenommen werden konnten. Auch nahmen ihn andere Dinge vollständig

in Anspruch, so daß Papin seine geplanten Verbesserungen immer und

immer wieder hinausschieben mußte. In den ersten Monaten des Jahres

1707 wurde sogar das neue Steigrohr entfernt und zu anderen Zwecken

benutzt. Dies erregte Papins Unzufriedenheit in so hohem Maße, daß er,

um sich wieder nach England begeben zu können, den Landgrafen um seine

Entlassung bat, die ihm denn auch gewährt wurde.

Mit welchem Eifer und mit welchem Maße innerer Überzeugung Papin an den

Bau dieser seiner zweiten Maschine herangegangen ist, geht aus einem

Brief hervor, den er am 23. März 1705 an Leibniz richtete. Nachdem

er berichtet hat, daß der Landgraf durch die von Leibniz seinerzeit

übersandte Zeichnung der Saverymaschine zur Fortsetzung der auf die

Dampfmaschine bezüglichen Versuche sich bewogen gefühlt habe, fährt er

fort: „Ich kann Sie versichern, daß ich, je mehr ich vorwärtskomme,

immer mehr diese Erfindung zu schätzen lerne, die, vom theoretischen

Standpunkte aus betrachtet, _die Kräfte der Menschen bis ins Unendliche

vermehren muß_; aber vom praktischen Standpunkte aus glaube ich

ohne Übertreibung sagen zu können, daß mittels derselben ein Mensch

ebensoviel wird leisten können, als hundert Menschen ohne dieselbe.

Ich gebe zu, daß es noch Zeit erfordern wird, um zu diesem Grade der

Vollkommenheit zu gelangen. Das einzige, was man bisher getan hat, ist

die Aufdeckung der Eigenheiten der Maschine und der Erscheinungen,

denen sie unterworfen ist. Aber Seine Hoheit werden sie hinfort zu

einem nützlichen Zweck verwenden und hat mir den ehrenvollen Auftrag

gegeben, diese Maschine zum Antrieb einer Getreidemühle anzuwenden. Sie

können mir glauben, mein Herr, daß ich alles, was in meinen Kräften

steht, aufbieten werde, daß die Sache zu einem guten und erfolgreichen

Ende geführt wird, jedoch hat man hier mit der Schwierigkeit, tüchtige

Arbeiter zu finden, zu kämpfen. Ich hoffe jedoch, daß die Geduld mit

Gottes Hilfe alles glücklich überwinden wird. Und wenn man dann nach

der Getreidemühle jene Erfindung auf die Wasserfahrzeuge ausdehnen

könnte, so würde ich diese Erfindung für ungleich nützlicher halten als

die Auffindung der Längen auf dem Meere, nach der man schon so lange

Zeit sucht.“

Als Papin seinen erbetenen Abschied vom Landgrafen erhalten hatte,

ging er alsbald an die Vorbereitungen seines Umzuges nach London.

Sein schönstes Besitztum bestand in einem Schiffe, an welchem er nach

eigenen Angaben gebaute Schaufelräder angebracht und erprobt hatte.

Auf diese Erfindung setzte er große Hoffnungen, die er in England

erfüllen wollte. Dieses Schiff hat zu der weitverbreiteten irrtümlichen

Auffassung Veranlassung gegeben, Papin habe bereits ein Dampfschiff

besessen. Es wurde in den Jahren 1703 und 1704 erbaut, und am 13. März

1704 schrieb er ausdrücklich in einem an Leibniz gerichteten Briefe, er

habe dieses Schiff nicht derart eingerichtet, daß es durch die Kraft

des Feuers angetrieben werden könne, um nicht zu viele Dinge auf einmal

zu unternehmen.

Trotzdem daß Papin alle nur mögliche Vorsicht angewendet hatte, um

sich die Durchfahrt dieses Schiffes von Kassel zum Meere zu sichern,

wurde dasselbe dennoch von Schiffern zerstört. Dieser Verlust hat Papin

seiner schönsten Hoffnungen beraubt und ihm einen niemals wieder gut zu

machenden Schlag versetzt.

In London angelangt, bat er die ~Royal Society~, sie möge ihm

die Möglichkeit geben, die Leistungsfähigkeit seiner Maschine

mit derjenigen der Saveryschen Maschine zu vergleichen, wurde

aber abschlägig beschieden. Auch weitere Kränkungen blieben

dem erfolgreichen Bahnbrecher der Dampfmaschine nicht erspart.

Wahrscheinlich ist Papin in der ersten Hälfte des Jahres 1712 zu London

gestorben.

Kehren wir nunmehr zur Saveryschen Maschine zurück. Im Jahre 1706 wurde

die erste praktische Ausführung zu Broadwaters aufgestellt, explodierte

jedoch, wie wir bereits erwähnten. In demselben Jahre soll Savery ein

für Kassel bestimmtes Modell verbessert haben.

Die Zahl der nach und nach in Betrieb genommenen Saverymaschinen

nahm allmählich zu. Es erklärt sich dies leicht aus dem Umstande,

daß die stetig wachsende Bedeutung des englischen Kohlenbergbaues

gebieterisch nach einer Vervollkommnung der gebräuchlichen, höchst

mangelhaften Wasserhebevorrichtungen verlangte. Bisher hatte man sich

mit durch Menschen- oder Pferdekraft betriebenen Pumpen beholfen und

war hierbei schon hier und dort zu sehr umfangreichen Anlagen gediehen.

So befand sich in Cornwall die sogenannte „Turmmaschine“, die aus zehn

übereinander angeordneten oberschlächtigen Wasserrädern von je 20

Fuß Durchmesser bestand. Auch Windmühlen benutzte man zum Entwässern

der Bergwerke. Letztere versagten bei Windstille den Dienst, während

die Wasserräder erhebliche Mengen von Aufschlagwasser erforderten,

die bei Trockenheit nicht zur Verfügung standen. Die mit Tier- und

Menschenkraft angetriebenen Pumpen mußten durch Tag- und Nachtschichten

im Betriebe erhalten werden. Schließlich benutzte man auch Becherwerke

zum Heben des Wassers. Bei beträchtlicheren Förderhöhen war aber

deren Standfestigkeit so gering, daß infolge der Schwankungen des

Gestelles die Becher kaum zur Hälfte gefüllt oben anlangten und ein

immerwährender Regen in die Tiefe hinabrieselte.

Die erste größere Saverymaschine war die der ~York Building

Waterworks~. Hier gelangten sehr hohe Dampfdrucke, „8- bis 10mal so

groß als der Luftdruck“, zur Anwendung. Die entwickelte Hitze war

so groß, daß das gewöhnliche Weichlot schmolz und die Verbindungen

mittels Hartlot verlötet werden mußten.

Als Grund für die Verwendung dieser hohen Dampfdrucke gab Savery an,

daß er auf diese Weise die von dem Dampf getroffene Oberfläche des zu

hebenden Wassers schnell auf eine hohe Temperatur bringe und hierdurch

die Kondensation des Dampfes verhindere.

Gleichzeitig mit Savery und Papin hatte sich auch _Thomas Newcomen_

mit der Verbesserung der Dampfmaschine beschäftigt, und zwar in

Gemeinschaft mit _John Cawley_. Beide lebten in Dartmouth.

Die von beiden erfundene Maschine ist in Abb. 26 dargestellt. Oberhalb

des eingemauerten Dampfkessels ~A~ liegt der Dampfzylinder ~_PQ_~.

Beide sind durch ein senkrechtes Rohr ~_DE_~ miteinander verbunden. Der

Kolben ~R~ ist mittels einer Kette an dem einen Arme ~Z~ des Balanciers

~_ZaY_~ aufgehängt, an dessen anderem Ende das Pumpengestänge ~k~

und die Kolben ~_nml_~ angebracht sind. Das oben an der Säule des

Balanciers angebrachte Gefäß ~M~ enthält Kühlwasser, das durch das

Rohr ~_NN_~ und den Hahn ~K~ unterhalb des Kolbens ~R~ in den Zylinder

eingeführt werden kann und die Kondensation des Dampfes bewirkt.

Der Arbeitsgang der Maschine vollzieht sich in folgender Weise:

Befindet sich der Kolben in seiner tiefsten Stellung, so wird Dampf

von unten in den Zylinder eingelassen, und dieser Dampf hebt mit Hilfe

des Gegengewichtes ~_lmn_~ den Kolben. Hat dieser seine Höchstlage

erreicht, wird der Dampfzutritt gesperrt und der Kaltwasserhahn ~K~

geöffnet. Infolge der Kondensation des Dampfes drückt der Luftdruck den

Kolben nach unten und das Gegengewicht ~_lmn_~ nebst dem Pumpengestänge

~k~ wird gehoben. Nunmehr wird, nachdem für rechtzeitige Ableitung des

im Zylinder befindlichen Kondenswassers gesorgt ist, frischer Dampf in

den Zylinder eingeführt, und das Spiel wiederholt sich.

Die ~Abridgements~ geben an, daß die Newcomenmaschine eher erfunden

sei, als die Saverymaschine, jedoch erst im Jahre 1710 an die

Öffentlichkeit gelangt sei. Savery soll gegen das von Newcomen und

Cawley nachgesuchte Patent Einspruch erhoben haben. Newcomen habe

aber, da er Wiedertäufer war, von einem Streite um das Patent Abstand

genommen, und es sei dann, nachdem eine Einigung der drei Erfinder

erzielt war, diesen im Jahre 1705 ein gemeinsames Patent erteilt

worden. -- Die veröffentlichten Patente lassen aber ein solches

vermissen.

Zweifellos steht die Newcomenmaschine derjenigen Papins erheblich näher

als der Saverymaschine. Da Papin das Wesentliche seiner Erfindung im

Jahre 1690 bereits in den „~Actis Eruditorum~“ veröffentlicht hatte,

und da ferner Newcomen als ein Mann geschildert wird, der in Dartmouth

neben seiner Beschäftigung als Schmied und Eisenwarenhändler sich

schon seit Jahren für die Ausnutzung der Dampfkraft interessierte

und einschlägige Studien trieb, liegt die Annahme sehr nahe, daß er

Papins Arbeiten kannte und auf dem von diesem gewiesenen Wege vorwärts

strebte. Außerdem liegt die Annahme sehr nahe, daß er auch Saverys

Arbeiten kannte.

Den Anteil Cawleys an der Erfindung der Newcomenmaschine festzustellen,

ist sehr schwierig. Der Hauptanteil dürfte auf Newcomen entfallen, denn

dieser hatte bezüglich der Maschine mit dem bekannten Physiker Hooke im

Briefwechsel gestanden. Hooke riet ihm von der Anwendung der Papinschen

Anordnung ab, wies aber darauf hin, daß der Erfolg in erster Linie von

der schnellen Erzielung des Vakuums abhänge. Offenbar unter dem Einfluß

der Arbeiten Saverys gingen dann Newcomen und Cawley an die Lösung der

von Hooke als wesentlich hingestellten Aufgabe und führten diese in der

von uns beschriebenen Weise zu einem glücklichen Ende. Der Erfolg war,

daß sie alsbald Saverys Maschine stark in den Schatten stellten.

Der Versuch Newcomens und Cawleys, ihre Maschine zu Griff in

Warwickshire im Jahre 1711 in Betrieb zu setzen, scheiterte. Im Jahre

1712 aber erhielten sie den Bau einer Wasserförderungsanlage in

Bromsgrave für einen gewissen Back in Wolverhampton.

Die zu überwindenden Schwierigkeiten waren sehr groß. Das Öffnen und

Schließen der Hähne für den Zutritt des Dampfes und des Kühlwassers

erfolgte von Hand. Wir müssen hier zu unserer vorstehend gegebenen

Beschreibung noch ergänzend hinzufügen, daß unsere Abb. 24 bereits

die im Jahre 1713 angebrachte Einspritzkondensation aufweist.

Zunächst hatten Newcomen und Cawley die Kondensation des Dampfes durch

Außenkühlung des Dampfzylinders bewirkt. Auch das von Papin erfundene

Sicherheitsventil wurde bei späteren Ausführungen angebracht.

[Illustration: Abbildung 26. Dampfmaschine von Newcomen, Cawley und

Potter.

Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt · 第 48 / 109 题