Die komische Vorstellungsbewegung, wie sie im Vorstehenden genauer und
vollständiger beschrieben wurde, ist einzigartig. Dennoch hat sie mit
anderen Arten der Vorstellungsbewegung Hauptzüge bald mehr bald minder
gemein. Es dient dem oben Gesagten, vor allem unserer Begründung des
Gefühls der Komik zur wertvollen Bestätigung, wenn wir sehen, wie in dem
Masse, als in einem ausserkomischen Vorgang die Faktoren der komischen
Vorstellungsbewegung wiederkehren, auch das begleitende Gefühl sich dem
der Komik nähert.
Man erinnert sich, dass wir bereits das Spiel der Kinder mit der Komik in
Beziehung brachten. Verwandt ist das Spiel, speciell das Spiel mit
Gedanken, oder das Spiel geselliger Unterhaltung, dem wir uns nach
abgeschlossener Arbeit überlassen. Die Arbeit, die auf ernste Zwecke
abzielt, mit der wir Pflichten genügen, die beherrscht ist von mehr oder
weniger tiefgreifenden Interessen, wird uns, je mehr sie ihren Namen
verdient, um so mehr mit gewisser Strenge in Anspruch nehmen und
erfüllen. Und diese Strenge wird sich jederzeit auch in der Art der
Befriedigung spiegeln, die uns die Arbeit gewährt, die Befriedigung mag
im übrigen eine noch so hohe sein. Dagegen ist es dem Spiele eigen, von
dem Gewicht der Zwecke, der Pflichten, der tiefgreifenden Interessen
nicht beschwert zu sein. Was wir im Spiele thun und erleben, hat also an
sich nicht die gleiche Macht, uns in Anspruch zu nehmen, wie die ernste
Arbeit. Nichtsdestoweniger kommen wir ihm, wenn die Ermüdung uns nicht
auch zum Spiele unfähig macht, mit demselben Masse von seelischer Kraft
entgegen, das wir der Arbeit entgegenbringen. Daraus ergiebt sich auch
hier ein relativ leichter und ungehemmter Wellenschlag seelischen Lebens,
ähnlich dem, in welchem der Vorgang der Komik psychologisch betrachtet
besteht. Und daraus wiederum ergiebt sich ein gleichartiger, "heiterer"
Grundzug des Gefühls.
Doch dürfen wir über allem dem den wesentlichen Unterschied nicht
vergessen. Der Komik ist der Kontrast des Bedeutsamen und Nichtigen und
die plötzliche Lösung der Spannung eigen. Diese Momente gehören nicht zu
jenem Spiel. Es fehlt darum bei ihm sowohl die eigenartige Lebhaftigkeit
der Vorstellungsbewegung, ihre Weise, plötzlich und an einem Punkte
auszubrechen, ihre explosive Art, als auch jene eigenartige Ausbreitung
und Erneuerung. Und es fehlt zugleich dem _Gefühl_ der "Heiterkeit" das
Losgelassene, schliesslich "Unbändige", wodurch das Gefühl der Komik
umsomehr charakterisiert ist, je mehr jene besonderen Momente in ihm zur
Wirkung kommen.
Wir haben auch die Komik gelegentlich als Spiel bezeichnet. Wir nennen
gewisse Witze Wortspiele. Aber dies Spiel bleibt doch immer ein Spiel von
ganz besonderer Art.