Vorige. Flottwell. Amalie.
Flottwell. Ha, seid Ihr da? Nun laßt uns schnell von hinnen!
Thomas. Was fällt Euch ein, wer wird in solchem Wetter fahren!
Flottwell. Wir müssen fort. Ich hab euch ja gedungen!
Max. Zum Überschiffen. Ja! Allein was zahlt Ihr uns denn fürs
Ertrinken?
Thomas. Der Sturm schmeißt uns den leichten Kahn ja zehnmal um.
Max. Wir segeln nicht!
Flottwell (verzweiflungsvoll). Ihr müßt.
Thomas, Max. Wir wollen nicht!
Amalie (für sieh). O Gott, du strafst mich schon in dieser
Stunde.
Flottwell. Ich brenn dir diese Kugel durch den Kopf. (Hält ihm
ein Terzerol vor.)
Thomas (schlägt ihm das Pistol mit dem Ruder aus der Hand).
Laßt doch das dumme Zeug. Das Wetter wird schon knallen lassen.
Max. Da müßt Ihr uns auf andre Weise zwingen.
Flottwell. Wohlan, ich gebe euch zweihundert Louisdor, wenn wir
den See im Rücken haben.
Thomas. Das ist ein Wort! (Zu Max.) Willst du dein Leben wagen?
Max. Warum nicht? Wenn ich hin bin, bin ichs nicht allein.
(Schlägt ein.)
Thomas (schlägt in Flottwells Hand). Potz Sturm und Klippen
denn, es gilt. Doch hört, daß uns das Frauenzimmer da nicht
etwa schreit. Die See ist wie mein böses Weib, wenn man sich
fürchtet, treibt sies immer ärger, doch schlägt man mit dem
Ruder tüchtig sie aufs Maul, da gibt sie nach. Nun kommt!
Flottwell. Nun auf gut Glück!
(Sie gehen alle vier nach dem Schiff. Musik beginnt. Nach
einigem Herumwerfen des Kahns steuern sie fort. Das Gewitter
wütet. Es schlägt ein. Dies drückt die Musik aus. Seemöven
fliegen über die Bühne. Doch plötzlich läßt der Sturm nach,
die Wogen gehen niedrer. Der Mond wird zur Hälfte zwischen den
Wolken sichtbar und wirft seinen Schein auf den Bettler,
welcher auf einem kleinen kaum bemerkbaren Kahn mit einem vom
Sturme zerrissenen Segel gebeugt sitzend sachte vorüberfährt.
Die Musik spielt die Melodie seines Bettlerliedes. Wenn er fort
ist, vermehrt sich der Sturm, und die Kortine fällt.)