Fünfzehnter Auftritt

Präsident Klugheim. Vorige.

Klugheim (empört, strenge). Was wollen Sie bei meiner Tochter

hier?

Flottwell. Ich war besorgt.

Klugheim (nimmt Amalie auf die linke Seite. Kummervoll). Sie

sind zu gütig gegen mein Haus. Komm, meine Tochter, der Wagen

wartet, dann geleit ich den Baron. Mein Herr! Sie haben uns

zu einem Fest geladen, (mit Wehmut) und wir danken Ihnen mit

gebrochenem Herzen für die großen Freuden, die Sie uns bereitet

haben. (Führt seine Tochter ab.)

(Betti folgt.)

Flottwell (allein). O Starrsinn eines alten Mannes! Was rufst

du doch für Unglück auf so vieler Menschen Haupt. (Wolf tritt

ein.) Ha Wolf! Gut, daß du kommst. Der Augenblick ist da, wo

du mirs danken kannst, daß ich dir mehr ein Freund als Herr

gewesen bin. Ich will in dieser Nacht noch mit Amalien nach

England fliehen. Es steht dir frei, ob du uns auf der Flucht

begleiten willst.

Wolf. O mein gütger Herr! Mein Wille ist an Ihren Wunsch

gekettet. Und wo Sie hinziehn, find ich meine Heimat.

Flottwell. Ich habe große Summen in der englischen Bank

liegen. Was ich von Gold und Kostbarkeiten retten kann, will

ich jetzt zu mir nehmen. Was ich in meinem Pulte zurück noch

lasse, verteilst du unter meine Diener doch ohne etwas zu

verraten. Ich wünsche, daß sie einen Herrn finden mögen, der

es so gut mit ihnen meint als ich. Die beiden Schiffer an dem

See, die ich auf diesen Fall seit längerer Zeit gedungen habe,

sollen sich bereit halten. In einer Stunde längstens muß alles

geordnet sein. Dann erwart ich dich bei der alten Kapelle.

Dein Geschenk bring in Sicherheit, sein Wert ist dir bekannt.

Sei vorsichtig. Ich baue ganz auf deine Treue. (Ab.)

Der Verschwender · 第 68 / 102 题